ERASMUS Jubiläum 2017

Das Geburtstagskind ERASMUS – gefeiert und diskutiert

Vor genau 30 Jahren erblickte das heute wohl bekannteste Mobilitätsprogramm Europas das Licht der Welt: das ERASMUS Programm. Mittlerweile ist ERASMUS zu einer Art Markenzeichen für Europa geworden, es steht für den europäischen Gedanken der Einheit in der Vielfalt.

Grund genug dem Geburtstagskind ERASMUS die Ehre zu erweisen und es gebührend zu feiern: mit einer Jubiläumsveranstaltung am 6. Juli 2017. Rund 50 Studierende, Alumni, MitarbeiterInnen und Lehrende der Goethe-Universität sowie BürgerInnen der Stadt Frankfurt kamen zusammen und erlebten eine sehr kurzweilige Veranstaltung im Festsaal auf dem Campus Westend.

In ihrer Begrüßungsrede skizzierte die Vizepräsidentin für Internationalisierung, Frau Prof. Dr. Brigitte Haar, die wichtigsten Eckpunkte des ERASMUS Programms an der Goethe-Universität. So erfuhren die Zuhörer, seit wann die Universität am Programm teilnimmt (nachweisbar seit 1988), was die beliebtesten Zielländer der Outgoing Studierenden sind (Frankreich, Spanien, Großbritannien) und woher die meisten Incoming Studierenden kommen (Italien, Frankreich, Türkei). Mit einem Portfolio von aktuell 521 Austauschvereinbarungen mit 281 Partneruniversitäten ist die Goethe-Universität im ERASMUS Programm sehr breit aufgestellt und deckt alle Regionen Europas ab.
Die Podiumsdiskussion zum Thema „ERASMUS Studierende als Botschafter für ein geeintes Europa“ war bewusst interaktiv konzipiert. Der Moderator, Herr Dr. Marcus Hornung (Hochschule Schmalkalden), bezog von Beginn an das Publikum in die Diskussion mit ein. Wünsche und Ideen zu ERASMUS und Europa konnten auf Wunschkärtchen notiert und an einen Wunschbaum gehängt werden.
Die Sichtweise der Studierenden auf das Programm vertraten Antonio Girela del Rio, Incoming Alumnus der Partneruniversität in Granada und Dorothee Staudt, Outgoing Alumna und ehemalige Education Officer des ERASMUS Student Network.
Staudt ermutigte ins Ausland zu gehen und  interkulturelle Kompetenzen zu erlangen, betonte jedoch auch, dass ein ERASMUS Stipendium 40 % der Kosten im Ausland nicht abdecke und die Anerkennung im Ausland erbrachter Leistungen immer noch ein großes Problem sei. Das Programm müsse die Inklusion von sozial benachteiligten Studierenden noch stärker berücksichtigen.
Von Girela, erfuhren die Zuhörer, dass er ursprünglich gar nicht ins Ausland gehen wollte. Den Entschluss doch mit ERASMUS nach Frankfurt zu kommen, hat er natürlich nicht bereut - im Gegenteil: Von seinem Aufenthalt hat er fachlich und persönlich sehr profitiert. Er absolvierte letztendlich hier sein Masterstudium und bald tritt er eine Stelle an einem renommierten deutschen Institut an. Er wünscht sich mehr Mobilität innerhalb Europas und die intensivere Bewerbung des Programms schon in Schulen, nicht erst an den Hochschulen.

Herr Dr. Stephan Fuchs, der hiesige Referent für Internationalisierung, sprach über seine früheren Auslandserfahrungen und insbesondere über die Bedeutung des studentischen Lebens außerhalb der Lehrveranstaltungen, das Kennenlernen anderer Lebensarten. Mit seinem administrationserfahrenen Blick auf das Programm stellte er fest, dass ERASMUS Hochschulstrukturen verändert hat. Er bemerkte, dass es im Programm immer noch eine starke Ost-West-Bewegung bei den Mobilitäten gäbe, doch wünschenswert wäre ein richtiger, gegenseitiger Austausch zwischen den Ländern.

Aus Berlin angereist kam Herr Prof. Dr. Eckart Stratenschulte, der Leiter der Europäischen Akademie. Er stellte ERASMUS in einen größeren gesellschaftspolitischen Kontext und verdeutlichte, dass der Zugang zum Programm immer noch vielen versagt sei und insofern eine Art Elitenprojekt. Schon in den Schulen müsse Interesse an einem Auslandsaufenthalt geweckt und insgesamt viel mehr sog. „Vorfeldarbeit“ geleistet werden, um weitere Zielgruppen wie z.B. die „Generation EasyJet“ zu erreichen. In akademischen Kreisen gehöre ein ERASMUS Aufenthalt mittlerweile schon zum Standard, sei quasi kein besonderes Plus mehr im Lebenslauf eines Studierenden.

Auf dem Podium war man sich einig, dass zukünftig der Fokus des Programms noch viel stärker auf der Partizipation aller Bevölkerungsgruppen liegen sollte, auch solcher, die eher europakritisch eingestellt seien. ERASMUS stärkt zwar bei den Teilnehmern größtenteils das Gefühl der europäischen Einheit, kann aber alleine nicht zu großen gesellschaftlichen Veränderungen führen.

Musikalisch umrahmt wurde die Feier von Johannes Ehinger, einem Pianisten und ERASMUS Studenten der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt, der gerade erst von seinem ERASMUS-Aufenthalt im Ausland zurückgekommen war.
Im Anschluss an die Podiumsdiskussion konnten sich Teilnehmer und Besucher an einem leckeren Mittagsbüffet verköstigen. Dabei wurde lebhaft über Europa weiterdiskutiert und so manche persönliche ERASMUS-Erfahrung ausgetauscht. Wer sich noch genauer über das Programm informieren wollte, konnte sich an die Infostände des International Office und des lokalen ERASMUS Student Network ESN wenden.
Noch ein Wort zum Schluss: Die Organisatoren Almuth Rhode und Uta Brucker vom International Office möchten an dieser Stelle allen Beteiligten ein großes Dankeschön aussprechen! Insbesondere den ERASMUS Koordinatoren der Fachbereiche und Institute sei gedankt, die unermüdlich mit viel Engagement und Geduld Studierende vor, während und nach ihrem Auslandsaufenthalt unterstützen.



30 Jahre ERASMUS  - 
Jubiläumsveranstaltung am Donnerstag, 06. Juli 2017 an der Goethe-Universität Frankfurt

Das ERASMUS Programm feiert 2017 sein 30-jähriges Jubiläum und die Goethe-Universität ist seit 1988/89 dabei mit nun fast 300 ERASMUS Partneruniversitäten und 220 Incoming und 500 Outgoing Studierenden.

Das Internationale Office lädt alle ein zur großen Jubiläumsfeier am Donnerstag, 06. Juli 2017 im Festsaal des Casinos (Campus Westend) von 10:30 Uhr bis 13:30 Uhr.

Freuen Sie sich auf …...
◾eine Podiumsdiskussion zum Thema „ERASMUS Studierende als Botschafter für ein geeintes Europa“,
◾eine Musikgruppe der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Frankfurt
◾einen gemeinsamen Mittagsimbiss
◾Informationsstände zu ERASMUS
◾und einem ERASMUS Wunschbaum, an dem Sie Ihre Wünsche und Ideen für die Zukunft Europas und/oder des ERASMUS Programms aufhängen können.

Die Veranstaltung richtet sich nicht nur an Studierende, Lehrende und MitarbeiterInnen der Universität, sondern auch an BürgerInnen der Stadt Frankfurt und Umgebung.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Mehr zu 30 Jahren ERASMUS erfahren Sie beim DAAD unter diesem Link.

Diese Veranstaltung wird durch den DAAD aus Mitteln des BMBF unterstützt.