Studiengangsevaluation

Studiengangsevaluation  2

Die Formative Studiengangsevaluation basiert auf einem Mixed-Methods-Design mit qualitativem Ansatz und quantitativen Verfahren zur Ergänzung (Steinhardt, I. und Iden, K.; 2012). Es handelt sich um ein mehrstufiges Evaluationsverfahren, das ständige Rückkopplungsschleifen beinhaltet und die Teilergebnisse einfließen lässt.

Im Vordergrund stehen von Anfang an die Bewertungen der Evaluierten selbst. In mehreren Gesprächsrunden werden die Perspektiven unterschiedlicher Statusgruppen des Studiengangs erfasst, mit dem Ziel, gemeinsam getragene Handlungsperspektiven unter Berücksichtigung der jeweiligen Fachkultur zu entwickeln. Die Evaluation lässt sich in die folgenden vier Phasen unterteilen:

1. Gruppendiskussion mit Studierenden
2. Expertengespräch mit den Studiengangsverantwortlichen und zentralen Dozierenden
3. Datenanalyse
4. Abschlusssitzung mit allen Beteiligten

Themen der Diskussionsrunden sind:

• Studieneinstieg
• Studien- und Prüfungsorganisation
• Einhaltbarkeit der Regelstudienzeit
• Workload
• Inhalte und Struktur des Studiengangs
• Information und Beratung 
• Internationalisierung und Auslandmobilität
• Übergang in den Master bzw. in den Beruf
• Infrastruktur und Ausstattung
• Weitere Themen nach Bedarf

Die Studiengangsevaluation erfolgt in der Regel alle acht Jahre als "Halbzeitbewertung" zwischen den Reakkreditierungen; bei Bedarf kann sie auch dazwischen durchgeführt werden. Kleine Studiengänge werden im Rahmen eines einstufigen Studiengangsentwicklungsgesprächs entlang eines Gesprächsleitfadens evaluiert.


Publikation zur Formativen Studiengangevaluation

In der QiW stellen Isabel Steinhardt und Kirsten Iden das Konzept der Formativen Studiengangevaluation vor.

Steinhardt, Isabel/Iden, Kirsten (2012): Formative Studiengangevaluation: erfolgreiche Verknüpfung der dokumentarischen Evaluationsforschung, des Expertengesprächs und universitärer Kennzahlen. In: Qualität in der Wissenschaft – Zeitschrift für Qualitätsentwicklung in Forschung, Studium und Administration (QiW), 4/2012, 6. Jahrgang, S. 105-110.