Forum Mathematikunterricht und Didaktik

Das Institut für Mathematikdidaktik der Goethe-Universität Frankfurt am Main veranstaltet Vorträge und Diskussionen für und mit Lehrerinnen und Lehrern. Damit soll der Austausch zwischen Schule und Hochschule verstärkt und ein Beitrag zur Weiterentwicklung des Mathematikunterrichts der Sekundarstufen I und II geleistet werden.

Die Vorträge mit anschließender Diskussion finden jeweils statt am Mittwoch ab 18 Uhr im Hilbertraum (Raum 302, Robert-Mayer-Straße 8). Ab 17:30 Uhr gibt es bei Kaffee und Tee die Möglichkeit zu Gesprächen.

Wenn Sie zukünftig über die Veranstaltungen im Rahmen des Forums Mathematikunterricht und Didaktik informiert werden möchten, können Sie sich hier in unseren E-Mail-Verteiler eintragen.

Aktuelles Programm

25.10.2017 um 18 Uhr

Dr. Patrick Bronner (PH Freiburg)

Deutscher Lehrerpreis 2016: Mit Smartphones und forschendem Lernen Schüler begeistern

Smartphones und Tablets können den Unterricht aller Fächer bereichern! Um das Potential von schülereigenen mobilen Endgeräten (BYOD) im Klassenzimmer spontan und pädagogisch sinnvoll einsetzen zu  können, wurde am Friedrich-Gymnasium Freiburg ein fünfstufiges Medienkonzept entwickelt. Der kleinschrittige Weg bietet die Möglichkeit, durch unterrichtspraktische Beispiele und Erfahrungen im Klassenzimmer  Vorbehalte von Lehrern, Schülern und Eltern gegenüber dem mobilen Lernen und der Technik abzubauen. Neben der Vorstellung des Medienkonzepts wird es zahlreiche Beispiele aus dem Mathematikunterricht zum Einsatz von mobilen Endgeräten in Verknüpfung mit offenen Aufgaben und forschendem Lernen geben. Für Eilige gibt es hier schon weiterführende Informationen: http://mascil.phfreiburg.de/ smartphone

08.11.2017 um 18 Uhr

Prof. Dr. Michael Besser (Universität Lüneburg)

Kompetenzorientiertes Fachwissen von Mathematik-Lehramtsstudierenden

Fachwissen von Lehrkräften gilt neben dem fachdidak-tischen Wissen als zentrales Moment für das Gelingen von Unterricht. Vielfältige empirische Studien diskutieren daher Struktur, Aufbau und Entwicklung des Fach-wissens  von (angehenden)  Lehrkräften.  Im Rahmen der Weiterentwicklung des Auswahlverfahrens  für Bewerberinnen und  Bewerber auf  ein Mathematik-Lehramtsstudium  an  der Leuphana Universität Lüneburg wurde ein  kompetenzorienterter Fachwissenstest entwickelt, welcher explizit mathematisches Fachwissen der Sekundarstufe I erfasst. Der Test wurde an etwa 250 Mathematik-Lehramtsstudierenden  erprobt. Aufbauend  auf die-ser Pilotierung erfolgt im Vortrag eine evidenzbasierte Diskussion über  das mathematische Wissen und Können zukünftiger Mathematiklehrkräfte sowie über Implikationen für die universitäre Lehrkräfteausbildung.

06.12.2017 um 18 Uhr

Prof. Dr. Marcus Nührenbörger (TU Dortmund)

Argumentierendes Rechnen in der Grundschule zwischen Ausrechnen und Umrechnen

In der Grundschule scheint das Gleichheitszeichen eine recht konkrete Bedeutung für Schüler zu haben: Es fordert quasi zum Ausrechnen auf. Wenn aber Mathematik lernen nicht allein auf inhaltliche Verfahren und Routinen reduziert werden soll, ist es bedeutsam,Terme auch zu vergleichen und die Gleichwertigkeit argumentativ zu erkunden. In diesem Sinne können bereits Grundschulkinder algebraische Beziehungen lernen, ohne die algebraischen Zeichen der Sekundarstufe zu verwenden.
Im Vortrag werden konstruktive Überlegungen zur Gestaltung von Lernumgebungen vorgestellt, die Kindern einen beziehungsreichen Umgang mit Gleichheiten ermöglichen und sie zugleich mittels sog. „produktiven Irritationen“ zum Argumentieren herausfordern. Anhand einzelner Design-Experimente werden Prozesse argumentierenden Rechnens zwischen Ausrechnen und Umrechnen aufgezeigt.

17.01.2018 um 18 Uhr

Prof. Dr. Hedwig Gasteiger (Universität Osnabrück)

Ergänzungs- und Abziehverfahren – Eine explorative vergleichende Studie zu spezifischen Fehlern und Verständnis des Algorithmus

Für die schriftliche Subtraktion gibt es verschiedene Verfahren, die sich in der Art der Differenzbildung und der Erklärung des Stellenübergangs unterscheiden. Knapp 40 Jahre lang war in Deutschland von der Kultusministerkonferenz das Ergänzen mit Auffüllen oder Erweitern vorgeschrieben. Heute liegt die Entscheidung für ein Verfahren in der Regel bei der einzelnen Lehrkraft. In der Mathematikdidaktik gibt es breite Diskussionen über die Frage nach dem zu wählenden Verfahren. Neben der Fehleranfälligkeit eines Verfahrens wird als Entscheidungskriterium auch das Verständnis des Algorithmus einbezogen. Frühere Studien haben zweiteres nur zum Teil beachtet. Aufgrund der eingeschränkten Fragestellung nach der Effektivität, teilweise weit zurückliegendem Erhebungszeitraum und unterschiedlichem kulturellen Kontext, ist die Übertragbarkeit vieler Studien auf den heutigen deutschen Mathematikunterricht fraglich. In einer explorativen vergleichenden Studie wurden die gängigen Verfahren „Abziehen mit Entbündeln“ und „Ergänzen mit Erweitern“ hinsichtlich Fehlerquote, Fehlerquellen und Verständnis untersucht. Die Ergebnisse dieser Studie werden im Vortrag vorgestellt.

07.02.2018 um 18 Uhr

Dr. Jan Wörler (Universität Würzburg)

Konkrete Kunst im Mathematikunterricht: Ein Übungsfeld für mathematisches Modellieren

Beim „klassischen“ Modellieren geht man von Alltagsproblemen oder Umweltsituationen aus. Sie sind aber häufig so komplex, dass starke Vereinfachungen vorgenommen werden müssen – oder man viel Zeit benötigt. Die Suche nach mathematischen Konstruktionsprinzipien in Kunstwerken ist dem Modellieren sehr ähnlich und authentisch im Alltagsunterricht zu leisten, der üblichen Modellierungsvariante gegenüber aber – das fordert die Kunsttheorie – deutlich einfacher zu bewerkstelligen. Stellt die Modellierung von Kunstwerken damit einen Einstieg in oder ein Übungsfeld für klassisches Modellieren dar? Im Vortrag wird auf die Modellierung von Kunstwerken an vierschiedenen Beispielen eingegangen. Dabei wird auch die Rolle des Simulierens im Rahmen der Modellbildung herausgestellt. Es werden Ergebnisse einer Feldstudie zum Modellieren und Simulieren von Kunstwerken vorgestellt.

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