Forum Mathematikunterricht und Didaktik

Das Institut für Mathematikdidaktik der Goethe-Universität Frankfurt am Main veranstaltet Vorträge und Diskussionen für und mit Lehrerinnen und Lehrern. Damit soll der Austausch zwischen Schule und Hochschule verstärkt und ein Beitrag zur Weiterentwicklung des Mathematikunterrichts der Sekundarstufen I und II geleistet werden.

Die Vorträge mit anschließender Diskussion finden jeweils statt am Mittwoch ab 18 Uhr im Hilbertraum (Raum 302, Robert-Mayer-Straße 8). Ab 17:30 Uhr gibt es bei Kaffee und Tee die Möglichkeit zu Gesprächen.

Wenn Sie zukünftig über die Veranstaltungen im Rahmen des Forums Mathematikunterricht und Didaktik informiert werden möchten, können Sie sich hier in unseren E-Mail-Verteiler eintragen.

Aktuelles Programm

21. November 2018 um 18 Uhr

Prof. Dr. Alexander Salle
(Universität Osnabrück)

Veranstaltungsort: Robert-Mayer-Str. 8, Raum 302

Einsatz digitaler Medien im Bereich der beschreibenden Statistik beim Übergang zum Studium

Viele Universitäten und Hochschulen bieten mittlerweile breitgefächerte digital aufbereitete Unterstützungsmaßnahmen für Studienanfängerinnen und –anfänger in Studiengängen an, in denen Mathematik eine wichtige Rolle spielt. Eine zentrale Säule solcher digitalen Angebote stellen instruktionale Formate dar, die beispielsweise be-griffliche Zusammenhänge, algorithmische Verfahren und typische Anwendungsfälle in Form von Videos, Screen-casts oder kommentierten Präsentationen vermitteln.

Im mamdim-Projekt (mathematik lernen mit digitalen medien) wurden fünf verschiedene instruktionale digitale Medien mit Inhalten aus dem Bereich der beschreibenden Statistik in unterschiedlichen Lernsettings untersucht. Im Vortrag werden Ergebnisse zur Kommunikation der Studierenden, ihrer Lernstrategien, der Motivation und des Lernerfolgs vorgestellt.

Abschließend folgen Implikationen für die Gestaltung von Unterstützungsmaßnahmen am Übergang zum Studium und ein Ausblick auf weitere Forschungsvorhaben.

05. Dezember 2018 um 18 Uhr

Prof. Dr. Stefan Ufer
(LMU München)

Veranstaltungsort: Robert-Mayer-Str. 8, Raum 302

Das Prozentband als virtuelles Arbeitsmittel für die Prozentrechnung – Konzeptualisierung und empirische Ergebnisse

Die mathematikdidaktische Forschung hat wiederholt konzeptuelle Fehlvorstellungen im Bereich der Prozent-rechnung bei Lernenden der Sekundarstufe dokumentiert. Sowohl Lehrpläne als auch nationale Bildungsstandards heben die hohe Relevanz von fundierten Kenntnissen in der Prozentrechnung hervor. Entsprechend werden visuelle Darstellungen als Unterstützung beim Lernen der Prozentrechnung und der damit verbundenen Konzepte in letzter Zeit verstärkt diskutiert. Neben dem verbreiteten Prozentstreifen, der stark auf einer Anteilvorstellung von Prozentwerten aufbaut, wird in der Literatur auch die Nutz-ung der sogenannten „Double Number Line“ in Form des

Arbeitsmittels „Prozentband“ diskutiert. Dieses knüpft stärker an ordinale Zahlvorstellungen an als der Prozentstreifen. Empirische Belege zur Wirksamkeit und Wirkmechanismen des Prozentbandes sind bisher nur im Ansatz vorhanden. Eine mögliche Umsetzung ist eine tablet-basierte Version dieses Arbeitsmittels. Vorgestellt werden die Ergebnisse aus zwei Feldstudien zum Einsatz eines tablet-basierten Prozentbandes im Kontext einer Unterrichtssequenz bzw. einer Unterrichtseinheit zur Prozentrechnung, in denen der Einsatz in verschiedenen Bedingungen untersucht wurde. Im Vortrag werden Ergebnisse zum Lernprozess, zum Lernerfolg, sowie zu affektiv-motivationalen Merkmalen berichtet, auch in Bezug auf ihre Implikationen für den Einsatz von Ar-beitsmitteln im Mathematikunterricht der Sekundarstufe I diskutiert.

16. Januar 2018 um 18 Uhr

Prof. Dr. Wolfram Meyerhöfer
(Universität Paderborn)

Veranstaltungsort: Robert-Mayer-Str. 8, Raum 302

18 Jahre PISA-Fake: Blühen Landschaften oder ist das Abendland untergegangen?

Im Nachklang des sogenannten PISA-Schocks wurde das deutsche Bildungssystem erheblichen Veränderungen ausgesetzt: Die „empirische Bildungsforschung“ versprach, für blühende Bildungslandschaften zu sorgen, wenn man sie mit Geld vollpumpen würde. Umgekehrt schien manchem, dass mit der völligen Vermessung des Geistigen der Untergang des Abendlandes eingeläutet wird.
Im Vortrag werden zentrale Kritiken an messenden Paradigmen und an ihren Industrien zusammengefasst. Es wird diskutiert, inwiefern diese Kritiken (un)wirksam sind, ihren Gegenstand verändern, in welche Leere sie laufen und inwieweit die schulische Realität den wissenschaftlichen Streit auch einfach seinen eigenen Relevanzkreisläufen überlassen kann.

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