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Qualifikationsstufen  im Überblick  

 

Der Querschnitt über die Qualifikationsstufen zeigt die sich im höheren Qualifikationsbereich immer weiter öffnende Schere zwischen Männer- und Frauenanteilen.
Während im Studium und bei den Abschlüssen Frauen noch in der Mehrzahl sind, stellen sich bereits in der darauffolgenden Qualifikationsphase die Mengenverhältnisse deutlich anders dar; bei den 1. Abschlüssen beträgt der Männeranteil etwa 40% (2011), bei den wissenschaftlichen Mitarbeitenden auf befristeten Promotionsstellen liegt er bereits bei 53%. Der Anteil der Frauen verringert sich entsprechend in dieser Phase von 61% auf 47%. Unter den wissenschaftlichen Mitarbeitenden auf Post-Doc-Stellen finden sich nur mehr 40% Frauen. Für die Phase zwischen Abschluss und Habilitation zeigen sich gegenläufige Tendenzen: Während der Frauenanteil an den abgeschlossenen Promotionen und Habilitationen zwischen 2008 und 2011 deutlich angestiegen ist, stagnieren die Frauenanteile bei den Promotionsstellen (2008: 49%, 2012: 47%) und den Post-Doc-Stellen (2008: 40%, 2012: 40%).

Mit 51% Männern und 49% Frauen ist das Verhältnis bei den Juniorprofessuren derzeit ausgeglichen. Bei den Professuren hingegen klafft die Schere noch weit auseinander: nur rund 19% der Professuren (ohne Gast- und Vertretungsprofessuren) sind mit Frauen, 81% mit Männern besetzt. Und trotz eines deutlichen Anstiegs in den letzten drei Jahren ist der Frauenanteil an den C4/W3-Professuren Mitte 2012  mit 16,8% immer noch gering.
Insgesamt zeigt der Vergleich der aktuellen Situation mit dem Stand 2008 eine Erhöhung des Frauenanteils in vielen Bereichen. Die Schere beginnt sich zu schließen, allerdings langsam.


 


Retrospektive Verlaufsanalyse 

Die retrospektive Verlaufsanalyse stellt die Männer- und Frauenanteile über den Zeitraum eines idealtypischen wissenschaftlichen Karriereverlaufs von Studienbeginn bis zur Berufung auf eine Professur dar (Studienbeginn 1994 - Berufung 2009-2011). Endpunkt der Verlaufsanalyse sind die Neuberufungen, nicht die Professuren, da in der Gruppe der Professuren sämtliche berufstätigen Alterskohorten zusammenkommen.

Wissenschaftlerinnen, die in den letzten Jahren einen Erstruf auf eine Professur erhalten haben, entstammen demnach überwiegend einer Studierendenkohorte mit einem Frauenanteil zwischen 45% und 50%. An der Stufe der Promotion lag der Frauenanteil bei rund 40% und bei der Habilitation rund 30%. Gegenüber der Querschnittsdarstellung verläuft die retrospektive Verlaufskurve deutlich flacher.

 





Studierende gesamt (Zeitreihe)

 

Im Zeitraum der letzten 10 Jahre variiert die Anzahl der Studierenden an der GU beträchtlich. Die Zahl stieg zunächst von rund 39.000 im WS 2001/2002 auf über 43.000 im WS 2003/2004. Danach erfolgt ein Rückgang, bis mit rund 32.600 im WS 2007/2008 der im Zeitraum niedrigste Stand erreicht ist. Seither findet wieder ein deutlicher Anstieg der Studierendenzahlen statt. Im WS 2012/2013 studieren wieder rund 43.000 Studierende an der GU. Knapp 59% davon sind Frauen, ihr Anteil ist damit um etwa 5 Prozentpunkte höher als vor 10 Jahren; im WS 2001/2002 lag er bei knapp 54%. Der Anstieg des Frauenanteils fand vorwiegend im Zeitraum 2001 bis 2007 statt (von rund 54% auf rund 58% Frauenanteil). Zwischen dem WS 2007/2008 und dem WS 2012/2013 stieg der Frauenanteil von 58,0% auf 58,7% nur mehr leicht an.

 



Studierende in den Fachbereichen  

 

Die Abbildung zeigt die absoluten Anzahlen der Studierenden (Männer und Frauen) im WS 2012/2013 in ihrer Verteilung auf die einzelnen Fachbereiche und weist Lehramtsstudierende und Fachstudierende (inklusive eingeschriebener Promotionsstudierende) gesondert aus.

 

 

 


Studierende nach angestrebtem Abschluss

 

Die Bachelorstudierenden bilden mittlerweile mit 37% die größte Gruppe, die Anzahl der Masterstudierenden ist mit rund acht Prozent aller Studierenden noch recht gering, bedingt durch den vergleichsweise späten, noch nicht abgeschlossenen Umstieg auf das zweistufige System. Rund ein Fünftel der Studierenden sind in einem Studiengang mit dem Abschluss Staatsexamen eingeschrieben, etwa 15% streben einen Lehramtsabschluss an. 9% studieren in einem Magisterstudiengang, 5% streben einen Diplomabschluss an, 6% sind eingeschriebene Promotions-studierende, 2% sonstige Studierende. Neben den Lehramtsstudiengängen mit 69% sind die Frauenanteile bei den Studiengängen mit Magisterabschluss (63%) und Staatsexamen (62%) am höchsten. Ihr Anteil an den Studierenden in Diplomstudiengängen beträgt 56%. Niedriger sind die Frauenanteile an den Masterstudierenden mit 53%.

Grund für die höheren Frauenanteile in den Magisterstudiengängen als in den sie ablösenden Bachelor– und Masterstudiengängen ist die Ungleichzeitigkeit des Umstiegs: Naturwissenschaftliche Fachbereiche mit ihren geringeren Frauenanteilen sind früher auf das Bachelor-Mastersystem umgestiegen als die geisteswissenschaftlichen Fachbereiche, in denen noch ein Großteil der Studierenden in Diplom– und Magisterstudiengängen studiert.  


Abschlüsse gesamt (Zeitreihe)

 

Die Anzahl der Abschlussprüfungen, die jährlich an der GU abgelegt werden, steigt in den letzten 10 Jahren deutlich an. Im Studienjahr 2001 wurden 2.683 Prüfungen abgelegt, im Jahr 2008 waren es mit 3.579 bereits um ein Drittel mehr. 2009 gab es an der GU erstmals eine nennenswerte Anzahl an Bachelorabschlüssen, der starke Anstieg von 2008 auf 2009 ist überwiegend darauf zurückzuführen. In den letzten 3 Jahren blieb die Anzahl der Abschlüsse mit rund 4.000 nahezu gleich. Der Frauenanteil an den Abschlüssen bzw. AbsolventInnen stieg von 57% im Studienjahr 2001 in den Folgejahren kontinuierlich an, bis zu einem Höchststand von 64% im Studienjahr 2008, danach sank der Frauenanteil wieder, in den letzten drei Jahren liegt er bei 61% an den Abschlüssen, entsprechend liegt der Männeranteil bei 39 %.   


Frauenanteil AbolventInnen nach Abschlussart (Zeitreihe)

 

Auffällig ist die Verringerung des zuvor mit rund 80% sehr hohen Frauenanteils an den Lehramtsabschlüssen seit 2007. Bei den Staatsexamen steigt, ebenso wie bei den Diplomabschlüssen, der Frauenanteil auch in den letzten Jahren weiter an. Bei den Magisterabschlüssen liegt der Frauenanteil seit 2009 bei rund 67%.

Die starken Schwankungen beim Frauenanteil an den Bachelor– und Magisterabschlüssen sind bedingt durch die unterschiedlichen Einführungszeitpunkte der neuen Studiengänge in den Fächergruppen sowie die noch geringen Fallzahlen (vgl. Kapitel 1 Studierende).

 
 


Promotionen gesamt (Zeitreihe)

 

2001 lag der Frauenanteil an den Promotionen noch bei 39%. Nach einem hohen Wert im Jahr 2003 (Frauenanteil 46%) blieb er von 2004 bis 2008 weitgehend konstant auf einem Niveau von rund 42%. Ein deutlicher Anstieg erfolgte im Jahr 2009 auf 47%. 2010 und 2011 lagen die Frauenanteile jeweils bei 48%. Die Gesamtanzahl der Promotionen im Zeitraum 2001 bis 2011 weist eine leicht steigende Tendenz auf. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen durch die größere Anzahl von Promotionen bei den Frauen verursacht, die Anzahl der Promotionen von Männern weist über den Zeitraum eine geringfügig rückläufige Tendenz auf.

 

 


Promotionen je Fachbereich im Zeitverlauf

 

In allen natur- und lebens-wissenschaftlichen Fachbereichen sowie im Fachbereich Medizin stiegen die Anteile der Frauen an den Neu-Promovierten in den letzen Jahren zum Teil beträchtlich an: im FB 11 (GeoWi.Geogr.) von 31% auf 42%, FB 12 (Math.Inf.) von 15% auf 23%, FB 13 (Physik) von 13% auf 30%, FB 14 (Ch.Bioch.Pharm.) von 48% auf 52%, FB 15 (BioWi.) von 43% auf 54% und im FB 16 (Medizin) von 49% auf 56%. Mit Ausnahme des FB 14 liegen damit in den natur- und lebens-wissenschaftlichen Fachbereichen die Frauenanteile an den Promotionen 2009 bis 2011 annähernd auf dem Niveau der 1. Abschlüsse des Zeitraumes 2005-2007. Am Übergang zwischen Abschluss und Promotion findet somit kein (weiterer) Rückgang des Frauenanteils statt.

Einen Anstieg des Frauenanteils an den Promotionen von 19% auf 26% verzeichnet FB 02 (Wi.Wi.). Im Vergleich zum Frauenanteil an den Abschlüssen 2005 bis 2007 mit 43% ist der Wert dennoch niedrig. Auch in den FB 03 (GesWi.), FB 05 (Psy.Sp.), FB 08 (Phil.GeschWi.)und FB 09 (Spr.KultWi.) steigt der Frauenanteil an den Promotionen; in geringerem Ausmaß auch im FB 07 (Kath.Th.). Niedriger als im Vergleichszeitraum waren die Frauenanteile an den Promotionen in den FB 04 (ErzWi.) und 06 (Ev.Th.). Keine oder geringe Veränderung zeigt sich im FB 01 (ReWi.) und im FB 10 (Neu.Phil.).

Deutliche Stufen zwischen Abschluss und Promotion zeigen sich in jenen Fachbereichen, in denen Frauen über 60% Anteil an den Studierenden und Abschlüssen haben (FB 04, 06, 09 und 10); des weiteren im bereits erwähnten FB 02, im FB 01 sowie als einzigem geisteswissenschaftlichen Fachbereich im FB 08.


 Habilitationen gesamt (Zeitreihe)

 

Die Männer- und Frauenanteile an den Habilitationen haben sich in den letzten 10 Jahren deutlich zugunsten der Frauen verschoben. 2001 lag der Frauenanteil an den Habilitationen bei 18%, 2011 beträgt er 46%.  Der 3-Jahresmittelwert der Jahre 2001 bis 2003 lag noch bei 19% Frauen- und 81% Männeranteil. Im 3-Jahresmittelwert 2009-2011 beträgt das Verhältnis 36% (Frauen) zu 64%.

Die Anzahl der Habilitationen an der GU sinkt im betrachteten Zeitraum  2001 bis 2011 kontinuierlich. Dies entspricht der bundesweiten Entwicklung und ist auf die zunehmende Diversifizierung von wissenschaftlichen Qualifikationswegen zurückzuführen, unter anderem  durch die Einführung der Juniorprofessur. Für Männer und Frauen finden hier entgegengesetzte Bewegungen statt: während die Trendlinie für die Anzahl der Habilitationen von Männern deutlich nach unten weist, steigt sie für die Anzahl der Habilitationen von Frauen an. Der Anstieg des prozentualen Frauenanteils ist stärker durch den Rückgang der Anzahl der Habilitationen von Männern bedingt als durch den Anstieg der Anzahl an Habilitationen von Frauen.


Frauenanteil an den Neuberufenen nach Wertigkeit

 

In den Jahren 2006 bis 2008, die in Abb. 42 zusammengefasst dargestellt werden, liegt der Frauenanteil insgesamt bei 23%. Dabei zeigt sich eine klare Rangfolge nach Wertigkeit: der Frauenanteil ist bei den W1-Berufungen am höchsten ( 43%) und bei den W3-Berufungen am niedrigsten (17%). 2009 war bislang das Jahr mit dem höchsten Anteil an neuberufenen Frauen an der GU. Zum einen wurde mit 8 von 9 Juniorprofessuren ein überproportional hoher Anteil (89%) mit Frauen besetzt, zum anderen war auch der Frauenanteil bei den W3-Professuren mit 29% deutlich höher als in den Vorjahren. „Je höher die Wertigkeit, desto geringer der Frauenanteil“ gilt, wenn auch auf einem höheren Niveau, auch noch für das Jahr 2009, nicht jedoch für die darauffolgenden Jahre 2010 und 2011. Bei den Juniorprofessuren sind 2010 40% der Neuberufenen Frauen, 2011 sind es nur 20%. Auffällig niedrig sind mit 13% (2010) und 18% (2011) die Frauenanteile an den Berufungen auf W2-Professuren.

Der niedrige Frauenanteil bei den Neuberufungen in dieser Wertigkeit schlägt sich bereits als leichter Rückgang des Professorinnenanteils in dieser Wertigkeit nieder. Dagegen war der Frauenanteil an den W3-Berufungen mit 30% im Jahr 2010 recht gut, 2011 waren sogar 36% der Neuberufenen auf W3-Professuren Frauen. Insgesamt liegen in beiden Jahren 2010 und 2011 die Frauenanteile bei 28%.




Professuren gesamt (Zeitreihe)

 

Ende 2006 waren 85% der Professuren (ohne Berück-sichtigung der Juniorprofessuren, der Gast– und Vertretungs-professuren) an der GU mit Männern und 15% mit Frauen besetzt. Bis Mitte 2012 stieg der Frauenanteil um 3,7 Prozentpunkte auf 18,7% an.  Der Frauenanteil an den Professuren insgesamt (inklusive Juniorprofessuren, Gast– und Vertretungsprofessuren) liegt etwas höher, er stieg von 19,0% Ende 2006 auf 21,9% Ende 2011 an und sank im 1. Halbjahr 2012 leicht auf 21,0%.

  


 Wissenschaftliche Mitarbeiter_innen gesamt (Zeitreihe)

 

Die Anzahl der wissenschaftlichen Mitarbeitenden stieg in den vergangenen Jahren deutlich an, von 1.442 Ende 2005 auf 2.162 Mitte 2012, das entspricht einem Zuwachs von 50%. Ende 2005 sind Männer mit über 60% Anteil an den wissenschaftlichen Mitarbeitenden noch deutlich in der Mehrzahl. Der Frauenanteil wächst zwischen Ende 2005 bis Ende 2008 zunächst beträchtlich an, von 39,7% auf 45,5%. Danach folgt eine Phase der Stagnation. Ende 2009 liegt der Frauenanteil bei 44,5%, Ende 2010 bei 43,6%. Ab der zweiten Hälfte 2011 geht es wieder leicht aufwärts, Mitte 2012 liegt der Frauenanteil bei 45,1% und erreicht damit annähernd wieder das Niveau von 2008.

Der Stellenzuwachs findet hauptsächlich bei den befristeten Qualifikationsstellen statt: die Anzahl der wissenschaftlichen Mitarbeitenden auf befristeten Promotionsstellen steigt allein von Ende 2008 bis Mitte 2012 um 25%; bei den wiss. Mitarbeitenden auf befristeten Post-Doc-Stellen ergibt sich im Zeitraum ein Plus von 32%, die Anzahl der Mitarbeitenden auf wissenschaftlichen Dauerstellen steigt um lediglich 6%.



 Administrativ-Technische Mitarbeiter_innen

 

 

 

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