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Qualifikationsstufen  im Überblick  

 

Der Querschnitt über die Qualifikationsstufen zeigt die Schere zwischen Männer- und Frauenanteilen. Zwischen Studium (rund 60 % Frauen), Promotionsphase (rund 50% Frauen) und Postdoc-/Nachwuchsphase (43% weibliche PostDocs, 38% Habilitationen von Frauen, 39% Juniorprofessorinnen) geht der Frauenanteil um jeweils rund 10 Prozentpunkte zurück und der Männeranteil steigt. Dass der Professorinnenanteil trotz zuletzt guter Frauenanteile bei den Neuberufungen mit plus 2 Prozentpunkten nur bescheiden gestiegen ist, zeigt die Langsamkeit, mit der sich die Schere schließt.

 


 Retrospektive Verlaufsanalyse 

Frauenanteile an der Goethe-Universität über den Zeitraum eines idealtypischen wissenschaftlichen Karriereverlaufs vom Studium bis zur Berufung auf eine Professur dar (Studierende 2001 – Neuberufungen 2014 bis 2016). Endpunkt der Verlaufsanalyse sind die Neuberufungen, nicht die Professuren, da in der Gruppe der Professuren sämtliche berufstätigen Alterskohorten zusammenkommen. Gegenüber der Querschnittsdarstellung verläuft die retrospektive Verlaufskurve flacher.

 


Studierende gesamt (Zeitreihe)

 

Die Zahl der Studierenden hat mit rund 46.500 immatrikulierten Studierenden im Wintersemester 2016/17 einen neuen Höchsttand erreicht.

Von 57,7% im WS 2006/07 stieg der Frauenanteil innerhalb der letzten 10 Jahre zunächst bis auf 58,7% im WS 2011/12 an, dieser Wert blieb drei Jahre lang nahezu konstant. Ab dem WS 2014/15 ist wieder ein leichter Rückgang zu beobachten. Im WS 2016/17 liegt der Studentinnenanteil bei 57,0%.

 


Studierende in den Fachbereichen  (Stand 2016)

 

In fast allen Fachbereichen ist der Studentinnenanteil in den letzten 10 Jahren angestiegen. Ausnahmen sind die FB 11 (GeoWi.Geogr.) und 14 (Bioch.Ch.Ph.). Besonders starke Anstiege zeigen sich in den FB 15 (BioWi.) und FB 08 (Phil.Gesch.Wi.). Beträchtliche Zuwächse verzeichnen auch die FB 12 (Inf.Math), FB 01 (ReWi.) und FB 03 (GesWi.). Auf hohem Niveau rückläufig ist zuletzt der Studentinnenanteil im FB 09 (Spr.KultWi.) und im FB 06 (Ev.Th.) 

 


Studierende nach angestrebtem Abschluss (Zeitreihe - Stand 2016)

 

In den ersten Jahren nach der Einführung war der Studentinnenanteil bei den Masterstudiengängen anhaltend niedriger als bei den Bachelorstudiengängen, zunächst um rund vier bis fünf Prozentpunkte, im Zeitraum zwischen 2010/11 bis 2014/15 noch um rund zwei Prozentpunkte. Seit dem Wintersemester 2015/16 sind beide Werte auf dem gleichem Niveau.

Im 10-Jahres-Zeitraum ist ein markanter Anstieg des Studentinnenanteils bei den Studiengängen, die mit einem Staatsexamen abschließen, zu beobachten.

Die Verläufe der Frauenanteile bei den Diplom-, Magister-, Bachelor- und Masterstudierenden sind durch die Einführung des zweistufigen Bachelor-Master-Systems geprägt. Dieser Umstieg erfolgte an der Goethe-Universität zeitlich versetzt. Neben dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften waren es die natur- und lebenswissenschaftlichen Fachbereiche, die als erste umgestiegen sind; die anfangs niedrigen Frauenanteile bei den Bachelorstudierenden und bei den Masterstudierenden resultieren daraus.

  


Abschlüsse gesamt (Zeitreihe)

 

Die Anzahl der Abschlussprüfungen, die jährlich an der Goethe-Universität abgelegt werden, stieg in den letzten 10 Jahren massiv an. Im Studienjahr 2007 wurden 3.397 Prüfungen abgelegt, im Jahr 2016 waren es mit 6.159 um rund 80% mehr. Gründe für den Anstieg sind der Umstieg auf das zweistufige Bachelor-Master-System sowie der starke Anstieg der Studierendenzahlen.

Der Frauenanteil lag 2007 bei 64%, das ist der höchste Wert im betrachteten Zeitraum. In den Folgejahren schwankt der Wert zwischen 61% und 63%. Lässt man die Lehramtsabschlüsse mit ihrem besonders hohen Frauenanteil unberücksichtigt, ist der Männeranteil um rund 3 Prozentpunkte höher, der Frauenanteil entsprechend niedriger.

 

   


Frauenanteil AbolventInnen nach Abschlussart (Zeitreihe)

 

Bei den Staatsexamen steigt der Frauenanteil im Zeitraum von 10 Jahren stark an, von 55% 2006 auf 64% 2016. Der Frauenanteil bei den Masterabschlüssen liegt beständig um einige Prozentpunkte unter jenem der Bachelorabschlüsse, im Jahr 2015 sogar um 10 Prozentpunkte, 2016 beträgt die Differenz 5 Prozentpunkte. Zur näheren Analyse dieses Gap dient die nachfolgende Differenzierung nach Fachbereichen.

Bei den Diplom- und Magisterabschlüssen ist die Entwicklung seit 2010 durch den Umstieg auf das zweistufige Bachelor-Master-System geprägt: Die starken Schwankungen des Frauenanteils bei den Bachelor- und Masterstudiengängen in den ersten Jahren nach Einführung (2007 bis 2011) sind auf die geringen Fallzahlen zurückzuführen. Auch die starken Schwankungen bei den Abschlüssen der auslaufenden Diplom- und Magisterstudiengänge seit etwa 2014 erklären sich durch die nunmehr geringen Anzahlen. Die erst niedrigen (2009 bis 2011) und rasch steigenden Frauenanteile bei den Bachelorabschlüssen hängen damit zusammen, dass die naturwissenschaftlichen Fachbereiche mit ihren niedrigeren Frauenanteilen früher umgestiegen sind als die sozial- und geisteswissenschaftlichen Fachbereiche.  


Promotionen gesamt (Zeitreihe)

 

2007 lag der Frauenanteil an den abgeschlossenen Promotionen noch bei 44%, 2012 erreichte der Wert erstmals die 50-Prozent-Marke, mit 54% wurde 2017 der bisher höchste Wert erreicht. Im Studienjahr 2016 sind 49% der frisch Promovierten Frauen.

Die Gesamtanzahl der Promotionen im Zeitraum 2007 bis 2016 weist eine steigende Tendenz auf. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen durch die größere Anzahl von Promotionen bei den Frauen verursacht, die Anzahl der Promotionen von Männern steigt über den Zeitraum nur geringfügig. 


Promotionen je Fachbereich im Zeitverlauf

 

Die Mehrzahl der Fachbereiche zeigt einen Anstieg des Frauenanteils an den Promotionen, gesunken ist der Wert in den FB 08 (Ph.GeschWi.), 09 (Spr.KultWi.), 12 (Inf.Math.) und 13 (Physik).

Mit Ausnahme des FB 12 (Inf.Math) liegen in den natur- und lebenswissenschaftlichen Fachbereichen die Frauenanteile bei den Promotionen nahe bei den Frauenanteilen an den Absolvent*innen. D.h. es findet am Übergang zwischen Abschluss und Promotion in diesen Fachbereichen kein wesentlicher Rückgang des Frauenanteils statt. Anders ist die Situation in den FB 01 (ReWi.) und 02 (WiWi.): in beiden Fachbereichen ist im Periodenvergleich ein Anstieg beim Frauenanteil an den Promotionen zu sehen, es besteht jedoch weiterhin ein beträchtlicher Abstand zu den ersten Abschlüssen - FB 01 (ReWi.) 38% Frauenanteil bei den Promotionen, 54% bei Abschlüssen, FB 02 (WiWi.) 31% Frauenanteil bei den Promotionen, 43% bei Abschlüssen.

Zusätzlich zu den Promotionen werden die Frauenanteile an den Studienabschlüssen (ohne Bachelor- und ohne Lehramtsabschlüsse) 2009 bis 2012 dargestellt. Unter der Annahme eines idealtypischen Qualifikationsverlaufs bilden die Absolventinnen und Absolventen dieser Periode die Referenzgruppe für die Promotionen 2014 bis 2016. Für die Darstellung der Mehrjahresentwicklung in den Fachbereichen werden, wie schon bei den Abschlüssen, 3-Jahres-Zeiträume gewählt, dennoch sind zufällige Schwankungen mit in Betracht zu ziehen. 

 


 Habilitationen gesamt (Zeitreihe)

 

Bis 2011 stieg der Frauenanteil an den Habilitationen an (27% 2007, 36% 2011), in den darauffolgenden Jahren stagnierte der Wert. Zuletzt ist wieder ein Anstieg zu beobachten. 2016 sind 22 von 54 abgeschlossenen Habilitationen von Frauen, das sind 45%, im 3-Jahresmittelwert sind es 38%.

Hinsichtlich der Anzahl der Habilitationen finden für Männer und Frauen entgegengesetzte Bewegungen statt: während die Trendlinie für die Anzahl der Habilitationen von Männern deutlich nach unten weist, zeigt die Anzahl der Habilitationen von Frauen eine steigende Tendenz auf.

 Bundesweit sank die Anzahl der Habilitationen zwischen 2002 und 2011 um rund 30%, was auf die zunehmende Diversifizierung von wissenschaftlichen Qualifikationswegen zurückgeführt wird, unter anderem durch die Einführung der Juniorprofessur. Seit 2012 ist der Rückgang gestoppt, die Zahl der bundesweiten Habilitationen ist seither weitgehend konstant. 


Frauenanteil an den Neuberufenen nach Wertigkeit

 

Bei den W3-Berufungen zeigt der rollierender3-Jahres-Mittelwert in der Zeitreihe eine klar steigende Tendenz: beginnend mit 18% 2007 auf 34% 2016.

Bei den Berufungen auf W1- und W2-Professuren variieren die Werte sehr stark.

 


Professuren gesamt (Zeitreihe)

 

Ende 2006 waren 85,0% der Professuren (ohne Berücksichtigung der Juniorprofessuren, der Gast- und Vertretungsprofessuren) an der Goethe-Universität mit Männern und 15,0% mit Frauen besetzt. Bis Ende 2016 stieg der Frauenanteil um knapp acht Prozentpunkte auf 24,1% an. Rechnet man die Juniorprofessuren, Gast- und Vertretungsprofessuren mit ein, lag der Professorinnenanteil Ende 2006 bei 19,0%, zehn Jahre später, Ende 2016, bei 25,0%.

  


 Wissenschaftliche Mitarbeiter_innen gesamt (Zeitreihe)

 

Die Anzahl der wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen an der Goethe-Universität stieg in den vergangenen zehn Jahren deutlich an, von 1.464 Ende 2006 auf 2.203 Ende 2016, das entspricht einem Zuwachs von 50%. Ende 2006 waren Männer mit 59,4% noch deutlich in der Mehrzahl. Zwischen 2006 und 2008 wuchs der Frauenanteil beträchtlich an, von 40,6% auf 45,5%. In den Jahren 2009 und 2010 fand ein besonders starker Aufwuchs an Stellen statt, der mit einem zwischenzeitigen Rückgang des Frauenanteils um rund 2 Prozentpunkte einherging. Ende 2016 beträgt der Frauenanteil 46,8%.

In Vollzeitäquivalenten ausgedrückt ist der Männeranteil um rund 2 Prozentpunkte höher, der Frauenanteil entsprechend niedriger.

Die Informationen in diesem Kapitel beschränken sich aus Gründen der Datenverfügbarkeit überwiegend auf die wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen der Goethe-Universität. Die am Klinikum angestellten wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen des FB Medizin sind nur in einzelnen Auswertungen berücksichtigt. Siehe dazu auch die methodischen Anmerkungen und Datendefinitionen ab S.57. 

 


 Administrativ-Technische Mitarbeiter_innen

 

Je höher die Laufbahngruppe, desto geringer ist der Frauenanteil, allerdings auf hohem Niveau und zuletzt mit nur mehr geringem Abstand: im einfachen und mittleren Dienst sind fast 70% Frauen, im Gehobenen Dienst 65%. Im Höheren Dienst zeigt die Zeitreihe 2010 bis 2016 einen Anstieg des Frauenanteils von etwa 56% auf 60% 2016.

Im ‚Bibliotheksdienst‘ ist der Frauenanteil im Gehobenen Dienst höher als im Einfachen und Mittleren Dienst, allerdings ist auch hier der Frauenanteil in der höchsten Laufbahngruppe am niedrigsten. Eine steigende Tendenz im ausgewiesenen Zeitraum zeigt der Frauenanteil im Gehobenen und im Höheren Dienst der Mitarbeitergruppe ‚Verwaltungsdienst‘.

 

 

 

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