Typologie von Lehrveranstaltungen

In Vorlesungen (V)


wird in zusammenhängender Darstellung Grund- und Spezialwissen vermittelt sowie in neueste Forschungsergebnisse und den jeweiligen fachwissenschaftlichen bzw. fachdidaktischen Diskussionsstand eingeführt. Am Seminar für Didaktik der Geschichte werden Vorlesungen eher selten angeboten. Sie können auf Angebote des Historischen Seminars, des Seminars für Vor- und Frühgeschichte und der historischen Ethnologie zurück greifen. Sie sollten dies – abgesehen von inhaltlichen Gründen – auch deswegen tun, weil Sie in ihrem Studium neben den Veranstaltungen, die Sie mit Leistungsnachweisen abschließen, solche belegen müssen, für die lediglich regelmäßige Teilnahme nachzuweisen ist..

Proseminare (P)


führen in grundlegende Fragestellungen des Faches bzw. der Fachdidaktik ein. Für Studierende im Lehramt L 2 und L 5 sind 2 Proseminare – fachwissenschaftlich und fachdidaktisch – verbindlich: ‚Einführung in das Studium der Geschichte’ und ‚Einführung in die Didaktik der Geschichte’. Für Studierende im Lehramt L1 lediglich das fachdidaktische, das in der Regel die Bezeichnung ‚Historisches Lernen im Sachunterricht der Grundschule’ trägt. Für den erfolgreichen Abschluss des Proseminars ist die Teilnahme an einem Tutorium verbindlich. Dieses Tutorium wird von den studentischen Hilfskräften des Seminars gestaltet, erstreckt sich über 4 bis 5 Sitzungen und führt in grundlegende Arbeitstechniken ein: Arbeit in der Bibliothek, Bibliographieren, Erstellen von Referaten und Hausarbeiten. Als Leistungsnachweise für die Proseminare kommen kleinere Aufgaben (Kurzreferate, Didaktische Analyse, bibliographische Übungen) oder Klausuren in Frage.

Übungen (Ü)


dienen dem Zweck, die im Proseminar erworbenen Kenntnisse exemplarisch zu vertiefen. Dies geschieht dadurch, dass Sie sich mit speziellen Aspekten des Faches oder speziellen Arbeitsmethoden auseinandersetzen. Zu unterscheiden sind fachwissenschaftliche (W) und fachdidaktische (D) Übungen.
Beispiele für Themen fachwissenschaftlicher Übungen (W): ‚Karl der Große’ mit einem engen inhaltlichen Zuschnitt, an dem Quellen und Methoden der Mittelalterforschung entwickelt werden. Oder: ‚Interpretation schriftlicher Quellen’ mit einem Fokus auf die zentrale Quellengattung.
Beispiele für Themen fachdidaktischer Übungen (D): ‚Bilder im Geschichtsunterricht’ mit dem Schwerpunkt auf einer wichtigen Fachmethode und ihrer Einsatzmöglichkeiten in der Unterrichtspraxis. Oder: ‚Gruppenarbeit im Geschichtsunterricht’ als ein Versuch, eine allgemeine Sozialform des Unterrichts fachdidaktisch und –methodisch zu verorten.
An Übungen können Sie vom ersten Semester an teilnehmen; einen Schein können Sie allerdings erst dann erwerben, wenn Sie das jeweilige Proseminar erfolgreich abgeschlossen haben. Als Leistungsnachweise werden z.B. Kurzreferate, Vorbereitung und Durchführung von Führungen an außerschulischen Lernorten, Simulationen und schriftliche Reflexionen verlangt.


Seminare (S)


sind Lehrveranstaltungen des Hauptstudiums, an denen Sie erst teilnehmen können, wenn Sie die jeweils erforderlichen Proseminare erfolgreich abgeschlossen haben. In ihnen geht es um die gemeinsame Untersuchung wichtiger komplexer Forschungsergebnisse sowie um die Erprobung selbstständigen wissenschaftlichen Arbeitens.
Beispiele für Themen fachwissenschaftlicher Seminare (W): ‚Deutschland als Kolonialmacht’ konzentriert sich auf einen inhaltlichen Aspekt deutscher Außenpolitik im Kaiserreich und untersucht den komplexen Zusammenhang von politischen, wirtschaftlichen und sozialen Interessen und Motiven sowie die Verflechtungen mit imperialen Bestrebungen anderer Großmächte. Oder :’Die langen 50er Jahre’, ein Seminarzuschnitt, in dem politik-, sozial- und wirtschaftshistorische Akzente neben alltags- und mentalitätsgeschichtlichen Fragen zur Sprache kommen.
Beispiele für fachdidaktische Themen (D): ‚Geschichtsdidaktik und Konstruktivismus’, ein Seminar, in dem es u.a. um die Frage geht, ob oder inwieweit konstruktivistisches Denken Theorien und Konzepte historischen Lernens beeinflussen kann. Oder ‚Empirische Untersuchungen zum Geschichtsbewusstsein von Jugendlichen’, ein Seminar, in dem die Lernvoraussetzungen und Geschichtsbilder genauso thematisiert werden wie die Frage, was beim Geschichtsunterricht ‚herauskommt’, um Schlussfolgerungen für Didaktik und Methodik gewinnen zu können.
Leistungsnachweise in Seminaren sind in der Regel Referat/Präsentation und eine schriftliche Hausarbeit, in fachdidaktischen Seminaren kann statt der Hausarbeit ein Portfolio Leistungsnachweis sein.

Vor- und Nachbereitung von Schulpraktika


Schulpraktika können Sie im Fach Geschichte immer als fünfwöchiges Blockpraktikum im Anschluss an das Wintersemester machen. Wenn Sie das Praktikum im Fach Geschichte ablegen, erhöht sich die Zahl der zu belegenden Semesterwochenstunden von 36 auf 40. Auch Studierende im Lehramt L 1 können ihr zweites Praktikum im Fach Geschichte machen. Im Wintersemester findet eine Veranstaltung zur Praktikumsvorbereitung statt. In ihr werden didaktische und methodische Aspekte unter Einbeziehung der gültigen Lehrpläne und der aktuellen Schulbücher vertieft, konkretisiert und für entsprechende Lerngruppen aufbereitet. An das Schulpraktikum schließt sich im Sommersemester eine Auswertungsveranstaltung an, die in der Regel als anderthalbtägiges Blockseminar durchgeführt wird. Neben der Auswertung der Erfahrungen geht es in dieser Veranstaltung auch um Reflexionen über Schwerpunktsetzungen für das weitere Studium. Als Leistungsnachweis ist von Ihnen ein Praktikumsbericht anzufertigen, dessen Bestandteile und Kriterien in der Vorbereitungsveranstaltung mitgeteilt werden.

Beim Examenskolloquium (KO)


handelt es sich um ein Angebot an Studierende, die ihre wissenschaftliche Hausarbeit in Fach Geschichte schreiben wollen (L1 wie L2). Es findet während der Vorlesungszeit jeweils am ersten Mittwoch im Monat von 18-20 Uhr statt. Sie können hier die Chance nutzen, gemeinsam mit anderen Examenskandidatinnen und –kandidaten und den Dozenten Ihre Ideen für die wissenschaftliche Hausarbeit (thematischer Zuschnitt, besondere fachwissenschaftliche oder fachdidaktische Akzente) zu diskutieren. Darüber hinaus ist das Kolloquium aber auch ein Forum, in dem Probleme aller Art (von der Frage des Umfangs der Arbeit über das korrekte Zitieren bis hin zu den kleinen oder mittleren ‚Katastrophen’) zur Sprache gebracht werden können. Die Teilnahme ist für den genannten Personenkreis freiwillig und macht vor allem dann Sinn, wenn es um die Vorbereitung der Arbeit geht.