Prof. Dr. Dr. h. c. Günther Böhme

 

Professor für Bildungsphilosophie und Bildungsgeschichte.

Mitbegründer der Universität des Universität des 3. Lebensalters an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. 1984 bis 2012 Vorsitzender der U3L, von 2012 bis 2016 ihr stellvertretender Vorsitzender.

1923* (Dresden) - gest. 2016 (Wiesbaden)

 

Curriculum Vitae

1953-1956: Stellvertreter von Franz Hilker in der Pädagogischen Arbeitsstelle Wiesbaden.
Universität Frankfurt a.M.: Professor für Bildungsphilosophie und Bildungsgeschichte, wiederholt Dekan und Vorsitzender von Prüfungsämtern sowie Mitbegründer des  Lehrstuhls für "Pädagogik in der 3. Welt", des ersten in Deutschland; Gastprofessuren in Indonesien (zweimal), Peru, Mexiko (dreimal), Costa Rica, Mongolei, wiederholt in Litauen und Estland, seit 1989 regelmäßig in Lettland, 1991 Ehrendoktor der Staatsuniversität in Riga und dort (bis heute)  alljährlich Vorträge zu Fragen der Bildungsphilosophie, -theorie und Bildungspolitik; viele Monographien zur Bildungsphilosophie und insbesondere zur Geschichte und Wirkungsgeschichte des Humanismus, zuletzt 2008 "Kultur und pädagogische Reform"; zahlreiche Aufsätze zu Bildungsgeschichte, Bildungstheorie und Erwachsenenbildung (über 100) in deutschen  Fachzeitschriften, darunter auch Übersetzungen in englischer, französischer, spanischer, litauischer, lettischer Sprache;  Mitherausgeber der pädagogischen Fachzeitschrift "Skolotais" (Schule) in Lettland bis 2010;

1982 Mitbegründer und seit 1984 bis 2012 Vorsitzender der Universität des 3.  Lebensalters  an der Goethe-Universität Frankfurt a.M., seit 2012 stellvertr. Vorsitzender, Ausbau zur wahrscheinlich größten deutschen Institution dieser Art; In dieser Funktion ferner: Vorlesungen und Seminare zur Geistesgeschichte und Philosophie Europas und zum christlichen Humanismus, auch zu Fragen der Bildung im dritten Lebensalter; Herausgeber einer Schriftenreihe zur Gerontologie, darunter mehrere eigene Publikationen zur Alternsforschung; Partnerschaft mit der Seniorenuniversität zu Chemnitz, Kontakte zur Universität des 3. Lebensalters in Slupsk (Stolp)/ Polen; Leitung vieler Studienreisen "auf den Spuren Goethes" in Verbindung mit Vorlesungen über Goethe und sein Werk;

Volkshochschule und Erwachsenenbildung

seit 1954 (bis heute) Seminarleiter und Dozent an der Volkshochschule Wiesbaden (zur Philosophie, zur Ethik, anfangs auch zu Psychologie und Arbeitspsychologie)

1962-1992 im Vorstand, ab 1968 Vorsitzender der Volkshochschule  Wiesbaden,

1974 – 2016 Redakteur, dazwischen 1998-2008 Leitender Redakteur der Hessischen Blätter für Volksbildung, Zeitschrift für Erwachsenenbildung, darin viele eigene Abhandlungen und Aufsätze zur Theorie und Geschichte der Erwachsenenbildung;

seit 1975 alljährlich eine Studienreise in die europäische Sowjetunion bzw. nach Rußland und in die Ukraine, zuletzt 2006;

seit 1956 (bis heute) alljährlich kabarettistische Abende mit eigenen humorvoll-satirischen Gedichten, Publikation mehrerer Gedichtbändchen;

1958 -2008 "Oberschlaraffe" und einer der Vorsitzenden des Vereins Schlaraffia e.V. Wiesbaden, 1978-2015 Mitglied des Deutschen Schlaraffischen Schiedsgerichts.

Besondere Initiativen im Rahmen der U3L 

  • Frankfurter Gerontologische Tage, jährlich im Oktober bis 2002
  • Austausch mit den Seniorenakademien (o. ä.) in Leipzig, Rostock, Chemnitz, Berlin, Mittweida, Halle a. d. Saale sowie in Slupsk (Stolp) / Polen.
  • Leitung von Studienreisen nach Mitteldeutschland, nach Böhmen, Italien und ins Elsass "Auf den Spuren Goethes"
  • Forschungsprojekte zu Fragestellungen der Gerontologie (s. Schriften)
  • Stiftungsgastdozentur für Gerontologie
  • Lehrauftrag für psychologische Gerontologie
  • Einrichtung einer Sommerakademie auf Norderney, zuerst 2008

Auszeichnungen

  • Träger des Bundesverdienstkreuzes I. Klasse
  • Inhaber der Bürgermedaille in Gold der Stadt Wiesbaden
  • Ehrenvorsitzender der Volkshochschule Wiesbaden
  • Ehrendoktor der Universität Riga
  • Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt a.M.
  • Ehrenmedaille der Goethe-Universität Frankfurt a.M.
  • Ehrenvorsitzender des Vereins Schlaraffia Wiesbaden

Zur Ehrung von Prof. Böhme sind erschienen

  • Dabo-Cruz, Silvia/Winter, Christian: Günther Böhmes Wirken an der Universität des 3. Lebensalters, in Hessische Blätter für Volksbildung 2/2013
  • Hessische Blätter für Volksbildung: Bildung - Alter - Kultur Hrsg.: Hessischer Volkshochschulverband Frankfurt/Main Heft 3 / 2003
  • Lexikon der Pädagogik. Gröner Verlag
  • Gertrude Deninger-Polzer, Christian Winter, Silvia Dabo-Cruz: Das Denken und seine Folgen. Wege des Denkens aus der Sicht unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen. Idstein 2008
  • Hessische Blätter für Volksbildung, Heft 2/2013

 


Aufsätze

    ca. 40 zur Bildungsphilosophie und – theorie
    ca. 20 zur Bildungsgeschichte
    ca. 60 zur Erwachsenenbildung und Gerontologie,
          darunter mehrere übersetzt ins Englische, Spanische, Litauische, Lettische

Monographien

  • Psychologie der Erwachsenenbildung. München 1960
  • Der pädagogische Beruf der Philosophie, München 1968
  • Das Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht und seine Leiter. Neuburgweier 1971
  • Die philosophischen Grundlagen des Bildungsbegriffs. Eine Propädeutik. Kastellaun 1976
  • Mündigkeit und Anspruch des Geistes, Kastellaun 1979
  • Bildungsgeschichte des frühen Humanismus. Darmstadt 1984
  • Bildungsgeschichte des europäischen Humanismus. Darmstadt 1986
  • Urbanität, Frankfurt am Main und Zürich, 1987
  • Wirkungsgeschichte des Humanismus im Zeitalter des Rationalismus. Darmstadt 1988
  • Einführung in die Historische Pädagogik (mit Heinz-Elmar Tenorth). Darmstadt 1990
  • Goethe - Naturwissenschaft, Humanismus, Bildung. Frankfurt a. M./New York/Bern 1991
  • Verständigung über das Alter oder Bildung und kein Ende. Idstein 1992
  • Humanismus zwischen Aufklärung und Postmoderne. Idstein 1994
  • Erfahrung in Wissenschaft und Alltag (mit Klaus Potyka), Idstein 1995
  • Forschung als Herausforderung (mit Frank-Olaf Brauerhoch und Silvia Dabo-Cruz) Idstein 1998
  • Studium im Alter. Ein Handbuch für das Studium im 3. Lebensalter. Frankfurt am Main 2001
  • Schulalltag zwischen Ideologie und Wirklichkeit (mit Christine Hamann) Idstein 2001
  • Über den Umgang des Alters mit sich selbst. Schulz-Kirchner-Verlag, Idstein 2004
  • Kultur und pädagogische Reform. Zur Aktualität einer humanistischen Bildung. Schulz-Kirchner-Verlag, Idstein 2008
  • Lust an der Bildung: Resultate eines gerontologischen Projekts zu Studienverläufen im dritten Lebensalter. Idstein 2010 zusammen mit Frank-Olaf Brauerhoch und Silvia Dabo-Cruz
  • Verständigung über das Alter oder Bildung und kein Ende. Eine gerontologische Studie, Idstein 1992, 2. erw. Aufl. 2012

Als Herausgeber

  • Bildungsbedürfnisse - Ursachen und Folgen. Auswahl aus Veröffentlichungen der OECD. Frankfurt am Main 1981
  • Zeitgeschichte im Spiegel einer Stadt. Frankfurt am Main 1986
  • Erfahrung und Subjektivität - Der ältere, der alternde, der alte Mensch im Horizont gesellschaftlicher Bezüge (Hrsg. gem. mit Silvia Dabo-Cruz), Idstein 1991
  • Zeit haben und Zeit finden Idstein 1992
  • Kindheit - Über die Relation von Alter und Kindheit. Idstein 1994
  • Geschichte und Geschichten Idstein 1997
  • Die Frankfurter Gelehrtenrepublik. Idstein 1999
  • Hugo Mennemann: Sterben und Tod zwiwschen Verdrängung und Akzeptanz. Idstein 2000
  • Martin, Mike: Verfügbarkeit und Nutzung menschlicher Ressourcen im Alter. Idstein 2001
  • Die Frankfurter Gelehrtenrepublik. Neue Folge. Idstein 2002 
  • Gerontologie in Bildungstheorie und Praxis. Idstein 2003 (Hrsg. gem. mit Silvia Dabo-Cruz) Jubiläumsschrift der Universität des 3. Lebensalters.

Mitarbeit an Sammelwerken

  • Neue Deutsche Biographie, München 1972
  • Lexikon der philosophischen Werke, Stuttgart 1992
  • Großes Lexikon der philosophischen Werke, Stuttgart 2001
  • Europa Forum Philosophie, Philosophische Aspekte einer demokratisch verfassten Gesellschaft, Minden, Dokumentation, Feb. 2002
  • Bildung, Frankfurt am Main 2011