Ehrenpromotionen am Fachbereich Katholische Theologie

Dr. Wolfgang Riedel
am 06.06.2012

Durch die Ehrenpromotion von Wolfgang Riedel, dem Vorsitzenden des Freundeskreises Kloster Eberbach e.V., soll die akademische Anerkennung seiner außerordentlichen Verdienste um die wissenschaftliche Aufarbeitung der zisterziensischen Geschichte Eberbachs sowie der Kunst- und Kirchengeschichte des Rheingaus zum Ausdruck gebracht werden. Kloster Eberbach ist ein zentraler kirchenhistorischer Erinnerungsort Hessens, dessen religiös-kunstgeschichtliche Dimension durch das Wirken von Wolfgang Riedel nicht nur mustergültig erschlossen, sondern auch durch eine Vielzahl von Veranstaltungen, Ausstellungen und Publikationen im Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit verankert ist.


Prof. Dr. Aloisius Gutheinz
am 12.10.2009

Prof. Dr. Aloisius Gutheinz SJ gehört zu den weltweit renommiertesten Theologen im Kontext Chinas. Er lebt und arbeitet seit fast 50 Jahren sowohl in Taiwan als auch seit drei Jahrzehnten auf dem chinesischen Festland und hat sich in diesem Zeitraum als Hochschullehrer durch sein akademisches Wirken herausragende Verdienste erworben. Insbesondere sein Engagement für den interreligiösen und interkulturellen Dialog zwischen Daoismus, Konfuzianismus, Buddhismus und Christentum im chinesischen Kultur- und Lebensraum machen ihn zum Brückenbauer zwischen Lebenswelten und Religionen vor Ort. Hinzu kommt sein unermüdlicher Einsatz als Vermittler zwischen China und dem christlichen Abendland im weltkirchlichen Geist des II. Vatikanischen Konzils. Zu diesem dialogischen Projekt tragen ganz entscheidend umfängliche Übersetzungsarbeiten theologischer Werke und eigene Schriften bei, die jeweils sowohl den jüdisch-christlichen wie auch europäischen und asiatisch-chinesisch geprägten Denkhorizont berücksichtigen. Dadurch werden die in der von ihm mitbegründeten "Fu Jen Theological Publications Assosciation" erscheinenden Werke auch zu unverzichtbaren Grundlagen für das theologische Studium in China.

Auch "Theologie interkulturell" am Fachbereich Katholische Theologie der Goethe-Universität hat durch die kontinuierliche Mitarbeit von Prof. Gutheinz' an theologisch-interkulturellen Forschungsprojekten seit seiner Gastprofessur im Jahr 2000 maßgebliche Impulse erhalten.

Durch die Ehrenpromotion soll die akademische Anerkennung seiner herausragenden Verdienste um die Theologie als wissenschaftlich verantwortete, interdisziplinäre und interkulturelle Reflexion in den aktuellen kulturellen und politischen Umbruchprozessen Chinas und als Beitrag zur friedlichen Konvivenz der Völker und Religionen zum Ausdruck gebracht werden.


Prof. Dr. Francis X. D'Sa
am 30.11.2006

Prof. Dr. Francis X. D’Sa SJ gehört zu den international renommiertesten Theologen Indiens. Seit dem Beginn seiner Lehrtätigkeit 1973, zuerst als Professor für indische Religion und Theologie der Religionen, später als Professor für Systematische Theologie am Jnana Deepa Vidyapeeth (der Hochschule für Philosophie und Theologie) in Poona, verfolgte er seine große Lebensaufgabe, hinduistische religiöse Traditionen in den Bereich der katholischen Kirche, Spiritualität und Theologie hinein zu vermitteln. Als langjähriger Direktor des von ihm gegründeten Institute for the Study of Religion, das der wissenschaftlichen Erforschung des Hinduismus und dem interreligiösen und interkulturellen Dialog gewidmet ist, hat er nicht nur wichtige Grundlagenwerke zur Hinduismusforschung vorgelegt, sondern auch eine ganze Reihe von interdisziplinären und interreligiösen wissenschaftlichen Konferenzen organisiert. Seit 1975 hatte Prof. D’Sa regelmäßig Gastprofessuren in Europa inne, vor allem an den Universitäten Innsbruck, Frankfurt, Salzburg, Fribourg und Würzburg. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte (Hinduismus-Forschung, indische Philosophie, interkulturelle Theologie, interreligiöser Dialog, Begegnung von Hinduismus und Christentum, interreligiöse Spiritualität) haben sich auch in einer umfangreichen Publikationsliste niedergeschlagen.

„Theologie interkulturell“ am Fachbereich Katholische Theologie ist durch seine regelmäßige Mitarbeit wesentlich mitgeprägt worden, vor allem durch seine Gastprofessuren 1986 und 2003, durch seine Teilnahme an den Symposien, durch vier gemeinsam organisierte interreligiöse Konferenzen in Indien und durch einen Kooperationsvertrag seit 1992.

Durch die Ehrenpromotion soll seine herausragende wissenschaftliche Leistung als Brückenbauer zwischen Hinduismus und Christentum und als Promotor des interkulturellen und interreligiösen Dialogs die ihr gebührende akademische Anerkennung finden.


Prof. Dr. Dr. h.c. Paulo Suess
am 9.Juli 2004

wegen seiner herausragenden Verdienste um die Theologie als wissenschaftlich verantwortete, mehrperspektivische und interdisziplinäre Reflexion auf eine befreiende Praxis im Einsatz und Kampf für die Rechte der unterdrückten indigenen Kulturen und Völker im Kontext Lateinamerikas. Dies macht ihn zu einem der bekanntesten Vertreter der lateinamerikanischen Theologie der Befreiung, die er wie kaum ein anderer als Brückenbauer in den theologischen Diskurs zum Dialog zwischen Kulturen und Religionen in Europa eingebracht hat - insbesondere durch seine Publikationen, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden.

Paulo Suess hat im lateinamerikanischen Kontext und in weltkirchlicher Dimension über Jahrzehnte hinweg in verschiedenen Funktionen die Theologie und Pastoral nachhaltig beeinflusst und dabei den Stichworten Inkulturation, Kontextualität und Alterität ein neues theologisches Profil gegeben.

Er ist Begründer des Postgraduierten-Studiengangs in Missionswissenschaft an der Universität Nossa Senhora da Assunçao in São Paulo/Brasilien und Präsident der Internationalen Vereinigung für Missionswissenschaft IAMS.

Dafür gebührt Paulo Suess akademische Anerkennung.


Monsignore Dipl.-Psych. Norbert Huber
am 24. Juni 2002

wegen seiner herausragenden Verdienste um eine erkenntnis- wie praxisleitende Verknüpfung von Theologie und pädagogisch orientierter Psychologie in den Aufgabenfeldern der Hilfe für Menschen mit Behinderungen; diese ist ihm vielfältig und vorbildlich gelungen.
Norbert Huber hat durch seinen jahrzehntelangen unermüdlichen Einsatz den Reflexionshorizont und die Handlungsmöglichkeiten in dem gesamten Bereich entscheidend und nachhaltig erweitert. Seine außergewöhnlich erfolgreiche Praxis hat ihre Prägung von einer ständigen mehrperspektivischen Reflexion erhalten und seine daraus hervorgegangenen Publikationen waren nicht selten bahnbrechend. Aus anthropologisch-theologischen Reflexionen wurden Maßstäbe für die Auseinandersetzung mit der alltäglichen und der wissenschaftlichen Empirie; daraus wurden Handlungsnotwendigkeiten erhoben und Handlungsmöglichkeiten erschlossen. Norbert Huber hat am Ort seiner unmittelbaren Tätigkeiten, darüber hinaus in seiner leitenden Verbandsarbeit und in der Aus-, Fort- und Weiterbildung zukunftsweisende Wege mutig beschritten und anderen überzeugend gewiesen. In beispielgebender Weise hat er Theorie in Praxis eingespeist und dabei Theologie und Humanwissenschaften ergebnisreich verknüpft. Die Wissenschaft lebt von Anstößen, die aus einer solchen Praxis kommen.
Dafür gebührt Norbert Huber akademische Anerkennung.


Prof. Dr. Elisabeth Gössmann
am 6. Juli 1994

wegen ihrer hervorragenden Verdienste um die Förderung der theologischen Wissenschaft in drei wichtigen Aufgabenfeldern heutiger Theologie, im Bereich der philosophie- und theologiegeschichtlichen Traditionsvermittlung, in der theologischen Frauenforschung und im interkulturellen Dialog.
Insbesondere durch ihre mediävistischen Untersuchungen hat Frau Gössmann bedeutsame Traditionen wiederentdeckt und für die gegenwärtige Theologie und Kirche neu erschlossen. Darin werden außerdem Perspektiven und Gehalte wirksam, die über den engeren Bereich der Theologie hinaus Bedeutung haben, etwa für eine philosophische Anthropologie, für Kenntnis und Anerkennung des hervorragenden Beitrages von Frauen in der Geistes- und Kulturgeschichte sowie für ein praktisches Engagement gegen die fortwirkende Benachteiligung von Frauen in Kirche und Gesellschaft.
Zeiten und Kontinente übergreifend hat Frau Gössmann - viele Vorurteile aufdeckend und überwindend -, aber auch vielen Widerständen und Schwierigkeiten mit großer Geduld standhaltend - einen wichtigen Beitrag zur gegenwärtigen Theologie, zur geistigen und praktischen Orientierung in dieser Zeit und zur Begegnung zwischen europäischer und japanischer Kultur geleistet.
Dafür gebührt ihr akademischer Dank und Respekt.


Prof. Dr. Alfons Auer
am 21. April 1993

wegen seiner Verdienste um die Förderung der theologischen Wissenschaft im interdisziplinären Dialog. Ausgehend von den ethischen Problemen der modernen Gesellschaft hat Professor Dr. Alfons Auer schöpferisch und kritisch unter Bestehen auf angemessener Rationalität und Kommunikabilität die ethischen Impulse eines christlichen Sinnhorizonts für das menschliche Handeln neu zu erfassen gelehrt. In seiner Achtung gegenüber anderen wissenschaftlichen Zugängen und theologischen Ansätzen und seiner selbstkritischen Haltung wird seine Ethik des Respekts selbst praktisch.
Im Lebenswerk Professor Auers sind Grundlagen formuliert, die weit über den Bereich der christlichen Ethik hinaus für Theologie, Philosophie, die Humanwissenschaften und die Gesellschaft bedeutsam sind. Zugleich hat er die Kirche ethisch bewohnbar gemacht.


Gotthard Fuchs, Direktor der Katholischen Akademie Rabanus Maurus in Wiesbaden-Naurod
am 12. Juli 1989

wegen seiner Verdienste um die Förderung der theologischen Wissenschaft im Dialog zwischen christlichem Glauben und moderner Kultur. In zahlreichen wissenschaftlichen Beiträgen hat sich Gotthard Fuchs fundamentaltheologisch und theologisch-praktisch mit Fragen der neuzeitlichen Kultur, Gesellschaft und Religion auseinandergesetzt und vernachlässigte Glaubens- und Lebenstraditionen wiedererschlossen. Als Direktor der Rabanus-Maurus-Akademie hat er sich einem offenen und kritischen Dialog mit den vielfältigen Strömungen der Gegenwart gestellt. Er hat sich so als ein schöpferischer und inspirativer Grenzgänger zwischen Theologie, Humanwissenschaften und Gegenwartskultur erwiesen.