Willkommen auf der Homepage von „Theologie interkulturell“!

Als 1. Vorsitzender von „Theologie interkulturell e.V.“ begrüße ich Sie sehr herzlich und danke Ihnen für Ihr Interesse an unserem interdisziplinären Forschungs- und Lehrprojekt am Fachbereich Katholische Theologie der Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

„Theologie interkulturell“ feiert im Studienjahr 2014/2015 sein 30-jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Jubiläums erschien die Broschüre „30 Jahre Theologie interkulturell“, die informativ und anschaulich einen Überblick über die drei vergangenen Jahrzehnte der Arbeit von „Theologie interkulturell“ gibt (siehe Publikationen). Sie dokumentiert eine in vielfacher Hinsicht außergewöhnliche Erfolgsgeschichte seit der Gründung des Fachbereichs  Katholische Theologie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main im Jahr 1985. Unser Jubiläum fällt mit dem 100jährigen Gründungsjubiläum der Goethe-Universität und mit dem Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils vor 50 Jahren zusammen. Ohne diese beiden Referenzen wäre „Theologie interkulturell“ in der hier dokumentierten Geschichte nicht denkbar. Wir freuen uns sehr über zahlreiche und wichtige Kontakte sowie wertvolle Freundschaften, die im Laufe der vielen Jahre entstanden sind und zu Kooperationen auf Universitäten, Nationen und Kontinente überschreitender Ebene geführt haben, sowie über die damit in Verbindung stehenden eindrucksvollen Forschungsergebnisse.

Im Gründungsjahr von „Theologie interkulturell“ 1985 klangen sowohl Titel als auch Anliegen dieses Forschungsschwerpunkts noch exotisch und für manche sogar riskant. Heute wird angesichts fortschreitender Globalisierungsprozesse und weltweiter Verstöße gegen die grundlegenden Gebote von Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung wohl kaum jemand die Bedeutung und Dringlichkeit des interkulturellen und interreligiösen Dialogs in Frage stellen. 

Religiöser Glaube, theologisches Denken und solidarisches Handeln aus einer religiösen Grundüberzeugung heraus sind nicht auf ein Christentum westlich-europäischen Zuschnitts begrenzt. Über den Zeitraum von drei Jahrzehnten hat sich „Theologie interkulturell“ zu einem die theologischen Disziplinen umgreifenden und durchdringenden Programm in Forschung und Lehre entwickelt, das so in Deutschland noch immer einmalig ist und von Anfang an zentral zum Standortprofil des Fachbereichs Katholische Theologie der Goethe-Universität in Frankfurt am Main beigetragen hat.

„Theologie interkulturell“ unternimmt den Versuch, auf der Ebene akademisch betriebener Theologie einen Lernprozess anzustoßen, der nicht nur die Forschung in den unterschiedlichen theologischen Fächern betrifft, sondern auch Studierende von Anfang an dafür sensibilisiert, dass religiöser Glaube, theologisches Denken und solidarisches Handeln aus einer religiösen Grundüberzeugung heraus nicht auf ein Christentum westlich-europäischen Zuschnitts begrenzt sind und weltweite Interdependenzen nicht nur auf der Ebene des Marktes bestehen. Das Projekt intendiert die Öffnung für die Spiritualität, Religiosität und für die Art und Weise des Theologietreibens von Frauen und Männern in anderen kulturellen Kontexten – nicht etwa, um die eigene Tradition zu verwerfen, vielmehr um den weltkirchlichen Horizont in Forschung und Lehre mit einer gewissen Selbstverständlichkeit einzubeziehen und so den eigenen theologischen Horizont zu erweitern. 

Unser Forschungs- und Lehrprojekt lebt von dem Engagement der Beteiligten, von Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Um es auch in Zukunft erfolgreich weiterführen zu können, sind wir besonders auf finanzielle Förderung angewiesen. Ich möchte Sie dazu einladen, sich über Geschichte und Anliegen von „Theologie interkulturell“, die mittlerweile 30 bisherigen Gastprofessorinnen und Gastprofessoren und ihre Arbeiten sowie über die interdisziplinär und interkulturell angelegten Forschungsprojekte und Symposien seit der Gründung von „Theologie interkulturell“ und ebenso über den das Projekt tragenden Verein und seine Fördermöglichkeiten auf unserer Homepage zu informieren.

Ich wünsche Ihnen eine reichmachende Reise durch drei Dekaden „Theologie interkulturell“!

Prof. Dr. Thomas Schreijäck