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Der Schwerpunkt der Religionswissenschaft im Fachbereich 7 liegt auf dem Gebiet einer vergleichenden, problemorientierten Religionsphänomenologie.

Die problemorientierte Religionsphänomenologie versteht sich als eine Geisteswissenschaft, die sich mit den unterschiedlichen Erscheinungsformen und Aspekten von Religion in einer fach- und kulturübergreifenden Weise beschäftigt und die sich dabei vor allem auf die Grundprobleme zu konzentrieren versucht. Im Zentrum ihres Forschungsinteresses stehen daher die Antwortversuche der Weltreligionen auf jene Grundfragen, die die Menschheit seit jeher beunruhigt haben: Fragen nach dem Verhältnis von Gott und Mensch, Heiligem und Profanem, Endlichem und Unendlichem, Schicksal und Freiheit, Heil und Unheil, Ordnung und Chaos, Gut und Böse und insbesondere die Frage nach dem Sinn, auch dem Sinn der Erforschung der Welt der Religionen.

 Im Rahmen einer interkulturellen Religionswissenschaft wird erkennbar, dass sich nicht nur die Antwortversuche auf die bleibenden religiösen Grundfragen, sondern bereits die Frageweisen erheblich voneinander unterscheiden, wodurch die heute für einen gelingenden „Dialog der Religionen“ notwendige Pluralitäts- und Toleranzfähigkeit gefördert wird. Vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung mit den sehr unterschiedlichen Menschen- und Weltbildern beteiligt sich die problemorientierte Religionsphänomenologie im Sinne einer angewandten, engagierten Religionswissenschaft mit kulturübergreifenden Beiträgen an den aktuellen Diskussionen um die Religion und das Heilige, die nach wie vor zumeist in einem eurozentrischen Denkrahmen erfolgen. In der anwendungsorientierten Vermittlung von Grundkenntnisse über die faszinierende, vielgestaltige Welt der Religionen sieht eine engagierte Religionswissenschaft ihre Hauptaufgabe im heutigen Kontext der Begegnung der Religionen. Für diese neue Richtung der Religionswissenschaft ist die Erforschung des religiösen Phänomens kein Selbstzweck, sondern diese kann insofern dem tieferen Verstehen des Fremden und einer besseren kulturübergreifenden Verständigung dienen, als sie auf das den Religionen innewohnende Friedens- und Gewaltpotential und damit auf die Chancen und Gefahren des religiösen Bewussteins aufmerksam macht. Die Frage nach einer möglichen Einheit der Religionen und der Einheit der immer stärker fragmentarisierten Religionswissenschaft bleibt eine unerledigte Grundfrage der problemorientierten Religionsphänomenologie. Gibt es „die“ Religion in den Religionen?

Weiterführende Links und Fachbereiche an denen die Religionswissenschaft angegliedert ist: