DFG-Projekt
(Regina Toepfer, Johannes Klaus Kipf):

Wissenschaftliches Netzwerk: Humanistische Antikenübersetzung
und frühneuzeitliche Poetik in Deutschland (1450-1620)

Kurzbeschreibung

In der beginnenden Frühen Neuzeit zeichnet sich unter dem Einfluss der humanistischen Bildungsbe­wegung im Verhältnis zur antiken Literatur ein grundlegender Umbruch im Vergleich zur mittelalterli­chen Antikenrezeption ab: Die Schriften der Autoren des klassischen Altertums werden zum Teil wie­derentdeckt, ediert und kommentiert; seit etwa 1450 werden im deutschen Sprachraum zahlreiche Übersetzungen angefertigt. In der intensiven Auseinandersetzung mit dem inhaltlichen und stilisti­schen Vorbild der antiken Werke ergeben sich in der Volkssprache vielfältige Veränderungen in der Literatur und im Selbstverständnis der Autoren und Übersetzer. Auf diese Weise wird der programma­tisch an die Antike anknüpfende Neuansatz der frühneuzeitlichen Poetik durch Martin Opitz und Nachfolger in einigen Punkten vorbereitet, von diesen aber – anders als die französischen und nie­derländischen Vorbilder – nicht gewürdigt. Das Netzwerk möchte die sprachlichen, narratologi­schen und gattungsspezifischen Akzentuierungen der volkssprachlichen Übertragungen des 15. und 16. Jahrhunderts, deren literaturge­schichtliche Bedeutung in der Forschung bisher unterschätzt wurde, untersuchen und dabei besonders den Zusammenhang zwischen den Antikenübersetzungen und der frühneuzeitlichen Poetik herausarbeiten. Ziel ist es, den Beitrag der Übersetzungen für die Ausdiffe­renzierung der deutschen Literatursprache und Literatur in der Frühen Neuzeit zu bestimmen. Die Er­gebnisse sollen in einem Sammelband publiziert werden.

Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert und läuft vom 1. November 2012 bis zum 30.10.2015 (3 Jahre).