Veranstaltungsrückblick

Sondervorstellung des Films '24 Wochen'

im Mal Seh’n Kino in Frankfurt am Main am 13.12.2016


Wir laden Sie im Rahmen des Projekts Mediziniethik in der Klinikseelsorge an der Goethe-Universität Frankfurt herzlich zu einer Sondervorstellung des Films "24 Wochen" am 13.12.2016 um 14 Uhr im Frankfurter Programmkino Mal Seh'n ein.

Im Anschluss an den Film besteht die Möglichkeit zur Diskussion mit Frau Prof. Dr. Hille Haker (Loyola University Chicago). Moderation : Prof. Dr. Christof Mandry.

Die Veranstaltung richtet sich an Klinikseelsorger, Ärzte, Pflegekräfte, Sozialdienstmitarbeitende, Psychologen, Lehrende und Studierende der Theologie und Medizinethik.

Um Anmeldung bis Freitag, 09. Dezember 2016 wird gebeten. Weitere Informationen finden Sie im Veranstaltungsflyer. Unter dem folgenden Link finden Sie den offiziellen Trailer zum Film.

Information und Anmeldung:
Gwendolin Wanderer
Goethe-Universität Frankfurt
FB 07 - Katholische Theologie
Medizinethik in der Klinikseelsorge
Norbert-Wollheim-Platz 1 
D-60626 Frankfurt am Main
Tel. +49 (0) 69 798-33352
ethik-in-der-klinikseelsorge@em.uni-frankfurt.de 
mailto:ethik-in-der-klinikseelsorge@em.uni-frankfurt.de


Feierlicher Beginn des Zertifizierungskurses 2016/2017

Mit einer feierlichen Eröffnung startete am 26. September 2016 der mittlerweile vierte Zertifizierungskurs "Medizinethik in der Klinikseelsorge". Auf Einladung von Professor Dr. Christof Mandry, der den Zertifizierungskurs leitet,  hieß Dekan Professor Dr. Bernd Trocholepczy die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer am Fachbereich herzlich willkommen. Für das Bistum Limburg sprach die neue Leiterin  der Abteilung Pastoral in Netzwerken, Frau Dr. Gorges-Braunwarth, ein Grußwort und wünschte den 16 Klinikseelsorgerinnen und Klinikseelsorgern einen guten und gewinnbringenden Kursverlauf.  Bei Musik und Buffet kamen die neuen Teilnehmenden mit der Kursleitung und weiteren Gäste anschließend in anregende Gespräche.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 4. Zertifizierungskurs Medizinethik in der Klinikseelsorge stammen aus den katholischen Bistümern Limburg, Würzburg, Mainz, Fulda, Trier, Dresden-Meißen, und Aachen, sowie aus verschiedenen evangelischen Landeskirchen. Erstmals nimmt auch eine ehrenamtliche muslimische Klinikseelsorgerin und Islamwissenschaftlerin am Zertifizierungskurs teil.

Bericht auf der Internetseite mit Meldungen des Bistum Limburg.


Zertifizierungskurs 2016/2017


 

Von September 2016 bis September 2017 wird der inzwischen vierte Durchgang des Zertifizierungskurses "Medizinethik in der Klinikseelsorge" an der Goethe Universität Frankfurt am Main stattfinden. Die berufsbegleitende Weiterbildung richtet sich an hauptamtliche Klinikseelsorgerinnen und Klinikseelsorger aller Bistümer und Landeskirchen in Deutschland. Der Zertifizierungskurs wird interdisziplinär und ökumenisch in die Medizinethik einführen und die die wissenschaftlichen Grundlagen der Medizinethik sowie unterschiedliche Ansätze innerhalb der Medizinethik vermitteln. Zudem werden typische Konflikte, die sich in der klinischen und seelsorgerlichen Praxis ergeben, in den Blockseminaren diskutiert werden. Die theologisch-ethische Perspektive erhält im Zertifizierungskurs einen besonderen Stellenwert.

Der Zertifizierungskurs erfüllt die Anforderungen zur Zertifizierung als Ethikberater(in) im Gesundheitswesen(K1) nach dem Curriculum für Ethikberatung im Gesundheitswesen der Akademie für Ethik in der Medizin (AEM).

Eine unverbindliche Anmeldung ist bis zum 15. Mai 2016 möglich.

Das Bistum Limburg leistet einen großen Beitrag an der Finanzierung des Zertifizierungskurses.


Veranstaltungsbericht zum Vortrag von Professor Simon Peng-Keller, Universität Zürich zum Thema: „Spiritual Care – Erkundungen eines neuen Forschungs-, Lehr- und Praxisfeldes“ am 21.04.2016, 18-20 Uhr

Am 21. April 2016 fand im Rahmen des Projekts Medizinethik in der Klinikseelsorge ein Vortrag zum Thema Spiritual Care an der Goethe-Universität Frankfurt statt.
Der Referent Professor Dr. Peng-Keller stellte in seinem Vortrag dar, dass mit dem Begriff Spiritual Care etwas diskutiert wird, was eigentlich schon da ist, eine Dimension, die über die bio-, psycho-, soziale Dimension hinausgeht. Transformationsprozesse innerhalb des Gesundheitswesens als auch eine Transformation des religiös-spirituellen Feldes, dabei insbesondere die religiöse, spirituelle, weltanschauliche und kulturelle Pluralisierung führten zu einer Wiederentdeckung der spirituellen Dimension. Diese wird im Rahmen von Spiritual Care als Forschungs-, Lehr- und Praxisfeld bearbeitet. Herr Peng-Keller erläuterte, dass es verschiedene Modelle von Spiritual Care gibt. Neben klinischen Modellen gibt es auch kommunitäre und holistische Modelle. Spiritual Care ist also nicht allein klinische Praxis sondern kann auch soziale und ethische Praxis innerhalb von Gemeinschaften als auch spirituelle Praxis im Sinne eines Tuns, dass am „umfassenden Heilwerden“ orientiert ist, sein. Nach Peng-Keller gibt es sowohl eine gesellschaftliche als auch eine institutionelle Verantwortung für Spiritual Care. Darüber hinaus ist sie im Sinne von Professional Care als Tugend – als wertschätzende Haltung, gegenüber Patientinnen und Patienten beispielsweise, zu verstehen. Eine Beauftragung zu interprofessioneller Spiritual Care erfolgt durch den Staat, die Gesundheitsinstitutionen oder aber durch die religiösen Gemeinschaften.
Für die Seelsorge benannte Peng-Keller insbesondere zwei Herausforderungen: Erstens gelte es, Formen der interprofessionellen Kommunikation zu finden und zweitens, die konfessionelle Seelsorge so zu pluralisieren, dass die Seelsorgeteams in ihrer Zusammensetzung der Zusammensetzung der Patientinnen und Patienten entsprächen wobei dies schwierig sei und auch gefragt werden könne, ob eine entsprechende Genderzusammensetzung nicht auch sinnvoll sei.
Es zeigte sich in der an den Vortrag anschließenden Diskussion, an der sich viele der etwa 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer lebhaft beteiligten, dass insbesondere die sogenannte spirituelle Anamnese aber auch die Pflicht zur Dokumentation vertraulicher Gespräche in interdisziplinären Teams als auch die Funktionalisierung von Spiritual Care für den Heilungsprozess einerseits und die Interessen der Institution andererseits, problematisch sein können. Dass diese Aspekte auch innerhalb der Forschung und Praxis von Spiritual Care kontrovers diskutiert werden, war eine wichtige Erkenntnis, die die Veranstaltungsteilnehmer, vorwiegend im Bereich Seelsorge Tätige aber auch Ärzte, mit nach Hause nahmen. Flyer


Workshop „Utilitarismus: Einführung in einen philosophischen Ansatz und seinen spezifischen Zugang zu medizinethischen Problemlagen“ am 19. November 2015, 14-17 Uhr

Am 19. November 2015 veranstaltete das Projekt Medizinethik in der Klinikseelsorge in Kooperation mit dem Frankfurter Netzwerk Ethik in der Altenpflege ein Workshop zum Thema Utilitarismus an der Goethe-Universität Frankfurt.

Als Referent erläuterte Professor i.R. Dr. Dr. h.c. Dieter Birnbacher von der Heinrich Heine Universität Düsseldorf den 36 Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Utilitarismus und seinen spezifischen Zugang zu medizinethischen Problemlagen. Das breite Interesse an der Thematik spiegelt sich nicht nur in der Teilnehmerzahl, sondern auch in ihrer Zusammensetzung wider: Pflegekräfte, Ärzte, Klinikseelsorger, Sozialdienstmitarbeitende, Ethikbeauftragte und Studierenden verschiedener Fachbereiche. Das Ziel der Veranstaltung war es, einen fundierten und differenzierten Einblick in diesen bedeutenden konsequentialistischen Ansatz zu erhalten, der oft nur in reduzierter Art und Weise rezipiert wird. So war zu lernen, dass der Utilitarismus nur einer von verschiedenen folgenorientierten Ansätzen ist und sich innerhalb des Utilitarismus verschiedene Ausprägungen etabliert haben. Daher kann man auch in konkreten medizinethischen Problembereichen, etwa hinsichtlich des assistierten Suizids, gegensätzliche Einschätzungen utilitaristisch begründen. Der Utilitarismus fordert nämlich alle Folgen in die Handlungsbewertung einzubeziehen, einschließlich der langfristigen und der Nebenfolgen, sodass die Gewichtung durchaus zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen führen kann.

Im zweiten Teil der Veranstaltung bearbeiteten die Teilnehmenden ein Fallbeispiel aus dem Bereich der Altenpflege, wozu Professor Birnbacher eine utilitaristische Argumentation und die verschiedenen darauf basierenden ethischen Urteile beisteuerte.

Professor Birnbacher gelang es im Rahmen der dreistündigen Veranstaltung die theoretische Basis des Utilitarismus verständlich darzustellen, immer mit Blick auf mögliche Anwendungsbereiche. Die Diskussionen waren sehr lebendig und fanden in angenehmer Arbeitsatmosphäre statt. Auch wenn die Zeit knapp bemessen war, reichte sie doch, Disziplinen übergreifend zu einer weiteren Beschäftigung mit der Angewandten Ethik im Allgemeinen und dem philosophischen Ansatz des Utilitarismus im Besonderen anzuregen.

Gwendolin Wanderer


Workshop "Utilitarismus: Einführung in einen philosophischen Ansatz und seinen spezifischen Zugang zu medizinethischen Problemlagen" am 19. November 2015, 14-17 Uhr

Am 19. November 2015, 14-17 Uhr, findet an der Goethe-Universität Frankfurt ein Workshop zum Thema "Utilitarismus: Einführung in einen philosophischen Ansatz und seinen spezifischen Zugang zu medizinethischen Problemlagen" unter der Leitung von Prof. i.R. Dr. Dr. h.c. Dieter Birnbacher statt.

Der Workshop richtet sich an Klinikseelsorgerinnen und Klinikseeelsorger, Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte sowie Lehrende und Studierende der philosophischen und theologischen Ethik.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Flyer.


Prä-Konferenzworkshop „Herausforderungen des religiösen und kulturellen Pluralismus für die Klinikseelsorge“ am 24. September 2015, 12-15 Uhr im Rahmen der AEM-Jahreskonferenz

Auf großes Interesse stieß der vom Projekt Medizinethik in der Klinikseelsorge angebotene Prä-Konferenzworkshop „Herausforderungen des religiösen und kulturellen Pluralismus für die Klinikseelsorgeam 24. September 2015: Die Teilnehmerliste musste nach 50 Anmeldungen geschlossen werden. Unmittelbar vor der Eröffnung der Jahrestagung der Akademie für Ethik in der Medizin standen im Frankfurter Haus am Dom drei Stunden für ein anspruchsvolles Programm mit Vorträgen, Erfahrungsaustausch und Diskussionen zur Verfügung.

Dabei konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, größtenteils Seelsorgerinnen und Seelsorger verschiedener Konfessionen und Religionen, sich mit den vielfältigen Gestalten und Herausforderungen des religiösen und kulturellen Pluralismus im Krankenhausalltag auseinandersetzen.

Nach dem Einführungsvortrag „Pluralismus als Herausforderung für die Ethik“ von Professor Dr. Christof Mandry gingen Pfarrer i.R. Rainer Frisch und Nisrine Chemlal auf „Ausbildung und Perspektive muslimischer Klinikseelsorgerinnen und Klinikseelsorger“ ein, während Gwendolin Wanderer zum „Religiösen Pluralismus in der Ethik in der Klinikseelsorge als Unterrichtsmodul“ sprach. In der von Professor Dr. Hille Haker moderierten Diskussion wurden zentrale Herausforderungen einer Ethik in der Klinikseelsorge behandelt, wie etwa das Verhältnis von Klinikseelsorge und Spiritual Care, die Diskussion um ethische und religiöse Mindeststandards in der Klinikseelsorge oder konkrete Umsetzungsfragen in der interreligiöser Zusammenarbeit – auch hinsichtlich der Gestaltung von Andachtsräumen

Am Ende wurden verschiedene Zugänge zur Ethik des religiösen Pluralismus‘ in der Klinikseelsorge identifiziert und diskutiert: eine Top Down Ethik, die mit Leitlinien, Mindeststandards, Ge- und Verboten arbeitet, eine Bottom up Ethik, die ihren Ausgang von Erfahrungen nimmt und eine Integration beider Perspektiven in einer Ethik, die erfahrene Grenz- und Fremdheitserfahrungen produktiv aufnimmt, zugleich aber an normativen Standards festhält.

Die engagierten Diskussionen wurden sowohl von den Workshopteilnehmerinnen und Teilnehmern als auch den Referenten als sehr bereichernd empfunden.


Zusatztermin zum Workshop "Moderationstraining Ethikberatung"

Am 14. und 15. September 2015 bietet das am Lehrstuhl für Moraltheologie/Sozialethik angesiedelte Forschungsprojekt Medizinethik in der Klinikseelsorge einen Zusatztermin zum Workshop "Morderationstraining Ethikberatung" an.
Anmeldungen sind bis zum 29. August 2015 möglich. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Flyer.


Zertifizierungskurs 2014/2015

Der Zertifizierungskurs, der in Kooperation der Goethe-Universität Frankfurt mit dem Bistum Limburg 2013/2014 im dritten Durchgang angeboten wird, richtet sich an Klinikseelsorgerinnen und Klinikseelsorger mit abgeschlossenem Theologiestudium.

Der berufsbegleitende Zertifizierungskurs für Klinikseelsorger bietet eine Einführung in den interdisziplinären Bereich der Medizinethik. Es werden die wissenschaftlichen Grundlagen der Medizinethik und unterschiedliche Ansätze innerhalb der Medizinethik vermittelt. Konflikte, die sich in der Praxis ergeben, sind Gegenstand der Diskussionen in den Blockseminaren.

Die theologisch-ethische Perspektive ist ein eigener Schwerpunkt der Weiterbildung.

Die Weiterbildung dient zur Erlangung fundierter Kenntnisse im Bereich der medizinischen Ethik und damit als Qualifikation für die Mitarbeit in Klinikethikkomitees, als Ethikberater und Multiplikator für den Bereich der Medizinethik in der Klinikseelsorge.

Ein solch gezieltes, an eine Universität angegliedertes Zertifizierungsangebot für Klinikseelsorger mit Hochschulabschluss mit dem Ziel eines Kompetenzerwerbs im Bereich einer theologisch fundierten, den aktuellen Stand des Bereichs der Medizinethik aufnehmenden, professionalisierten Ethik in der Klinikseelsorger, die es erst zu entwickeln galt und weiterhin gilt, ist ein bundesweit einzigartiges Projekt.

Das Bistum Limburg leistet einen großen Beitrag an der Finanzierung des Zertifizierungskurses.

Workshop "Ethik und Gerechtigkeit im Praxisfeld Gesundheit" am 10.12.2013

Programm

9.00      Ankunft / Beginn mit Begrüßung
9.30-11.00 Der Begriff der Gerechtigkeit in der Ethik
11.00-11.30  Kaffeepause
11.30-13.00 Gerechtigkeit als Grundbegriff der Institutionenethik: Das Erbe von John Rawls
13.00-14.00  Mittagessen
14.00-15.00 Gerechtigkeit und Ethik in der Medizin: von der (ärztlichen/ pflegerischen/ seelsorgerlichen) Tugendethik zur Institutionenethik
15.00-15.30  Kaffeepause
15.30-16.30 Gerechtigkeit und Theologische Medizinethik
16.30-17.00 Abschlussdiskussion

Zum Flyer hier klicken


Expertengespräch zum Thema "Ethische Implikationen der Schweigepflicht in interdisziplinären Krankenhausteams" am 20.11.2012

Es wurde in diesem Expertengespräch, zu dem ein kleiner Kreis von Klinikseelsorgerinnen und Klinikseelsorgern, Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften sowie Medizinethikerinnen und Medizinethikern geladen wurde, gemeinsam diskutiert, wie sich der Anspruch einer professionseigenen Schweigepflicht mit einer Zusammenarbeit in interdisziplinären Krankenhausteams sinnvoll miteinander vereinbaren lassen kann. Ausgehend von einem Papier der Evangelischen Kirche in Deutschland, das von Herrn Pfarrer Lutz Krüger vom Zentrum Seelsorge und Beratung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau vorgestellt und von Herrn Dr. Kurt Schmidt vom Zentrum für Ethik in der Medizin am AGAPLESION Markus Krankenhausin den Kontext medizinethischer Auseinandersetzung gestellt wurde, wurden gemeinsam die ethischen Implikationen der Schweigepflicht im Krankenhaus diskutiert.


Workshop zum Thema "Der Ansatz der Ethics of Care und ihr Ertrag für die Medizinethik" am 30.11.2011

In (medizin-)ethischen Fallbesprechungen in Klinischen Ethikkomitees und Ethik-Konsilien auf Station wird in der Regel auf die ethischen Prinzipien mittlerer Reichweite, wie sie von Tom L. Beauchamp und James F. Childress in dem Buch „Principles of Biomedical Ethics“ 1979 zuerst vorgestellt wurden, zurückgegriffen: Autonomie, Wohltun, Nicht-Schaden und Gerechtigkeit. Dieser sogenannte Principlism wird allerdings - unter anderem aufgrund nicht vorhandener Kriterien zur Gewichtung der vier Prinzipien und Schwächen in der auf „faktischem Konsens“ beruhenden Begründung - kritisch gesehen. Alternativ zu einem solchen zunächst anwendungsfreundlichen Principlism gibt es verschiedene Ansätze, die bei medizinethischen Fragestellungen zum Einsatz kommen können, wie beispielsweise die Ethics of Care (im deutschen Sprachraum als Ethik der Achtsamkeit oder auch Fürsorgeethik bekannt), die im Rahmen dieses Workshops näher beleuchtet werden soll.
Neben einer Einführung in die Geschichte und aktuelle Positionen der Ethics of Care soll diese auf ihre Tragfähigkeit für den medizinethischen Diskurs in Theorie und Praxis beleuchtet und diskutiert werden. Dabei soll der Ertrag der Ethics of Care anhand von Beispielen aus dem Klinikalltag, auch aus dem Bereich der Klinikseelsorge ausprobiert werden.
Der Workshop richtet sich an Klinikseelsorger, Ärzte, Pflegekräfte, Psychologen, Lehrende und Studierende der Theologie und Medizinethik.


Internationale Fachtagung zum Thema "Religious Pluralism in Health Care Chaplaincy" vom 10. bis 11.06.2010

Die migrationsbedingten Veränderungen der Bevölkerungsstruktur in Deutschland führen nicht nur dazu, dass unterschiedliche Kulturen aufeinander treffen, sondern auch, dass verschiedenen Religionsgemeinschaften und Religionspraxen Rechnung getragen werden muss. Dies gilt – unter anderem – auch für den Bereich des Gesundheitswesens.

In erster Linie kommt die Aufgabe der Neuausrichtung in Bezug auf den Religionspluralismus im Rahmen der Gesundheitseinrichtungen der Klinikseelsorge zu. Eine rein konfessionsorientierte Klinikseelsorge ist heute nicht mehr möglich und auch nicht wünschenswert; eine einfache additive Aufnahme „anderer“ Religionen in die bestehenden christlich ausgerichteten Seelsorge-Institutionen wird jedoch kaum den unterschiedlichen Religionen gerecht.


Zertifizierungskurs 2010

Der Zertifizierungskurs, der in Kooperation der Goethe-Universität Frankfurt mit dem Bistum Limburg 2010/2011 im ersten Durchgang angeboten wird, richtet sich an Klinikseelsorgerinnen und Klinikseelsorger mit abgeschlossenem Theologiestudium.
Der berufsbegleitende Zertifizierungskurs für Klinikseelsorger bietet eine Einführung in den interdisziplinären Bereich der Medizinethik. Es werden die wissenschaftlichen Grundlagen der Medizinethik, und unterschiedliche Ansätze innerhalb der Medizinethik vermittelt. Konflikte, die sich in der Praxis ergeben, sind Gegenstand der Diskussionen in den Blockseminaren.
Die theologisch-ethische Perspektive ist ein eigener Schwerpunkt der Weiterbildung.
Die Weiterbildung dient zur Erlangung fundierter Kenntnisse im Bereich der medizinischen Ethik und damit als Qualifikation für die Mitarbeit in Klinikethikkomitees, als Ethikberater und Multiplikator für den Bereich der Medizinethik in der Klinikseelsorge.
Ein solch gezieltes, an eine Universität angegliedertes Zertifizierungsangebot für Klinikseelsorger mit Hochschulabschluss mit dem Ziel eines Kompetenzerwerbs im Bereich einer theologisch fundierten, den aktuellen Stand des Bereichs der Medizinethik aufnehmenden, professionalisierten Ethik in der Klinikseelsorger, die es erst zu entwickeln galt und weiterhin gilt, ist ein bundesweit einzigartiges Projekt.
Das Bistum Limburg leistet einen großen Beitrag an der Finanzierung des Zertifizierungskurses.


Studientag zum Thema "Ethik in der Psychatrieseelsorge" am 28.10.2009

Die Psychiatrieseelsorge steht besonderen Herausforderungen gegenüber. Zum einen geht es im Rahmen einer professionalisierten Medizinethik in der Klinikseelsorge darum, die Entwicklungen der modernen Medizin ethisch auf ihre Auswirkungen für alle an der Behandlung oder Forschung Beteiligten zu reflektieren. Zum anderen gilt es zu berücksichtigen, dass es sich bei Psychiatriepatienten um eine besonders verletzliche Klientel handelt. PsychiatrieseelsorgerInnen sind nicht nur Ansprechpersonen für Patienten und Angehörige, auch das Klinikpersonal sucht ihre Einschätzung. Häufige ethische Konflikte sind z.B. Vertraulichkeit und Schweigepflicht, Autonomie und Zwang oder Patientenanwaltschaft und Loyalität. Inwiefern verstärken religiöse Praktiken in bestimmten Situationen ein Krankheitsbild bzw. wann und in welchem Maß ist Spiritualität hilfreich in der Begleitung?
Der Thementag stellte aufgrund mangelnder Kompendienliteratur im deutschsprachigen Bereich eine wichtige Möglichkeit des fachlichen Austauschs dar. Die Referenten und Referentinnen bearbeiteten die drei Felder „Sorge um die Seele“, „Religion“ und „Ethik“ in der Psychiatrie. Ein Podium aus Seelsorgern, leitenden Ärzten und Lehrbeauftragten in der Pflege diskutierte diese Beiträge.


Studientag zum Thema "Die Klinikseelsorgerin/ der Klinikseelsorger als Mitlgied im Ethik-Komitee" am 17.09.2007