AG Geoökologie und Physische Geographie


AG Geoökologie und Physische Geographie, Regionaler Schwerpunkt "Afrika"

Prof. Dr. Jürgen Runge

Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Landschafts- und Klimaentwicklung in den afrikanischen Tropen (Afrika südlich der Sahara) v.a. während des Letzten Glazialen Maximums (LGM) und im Holozän (Paläoumweltforschung). Mit Blick auf die Gegenwart wird im Kon­text mit der Global Change Problematik die Sensitivität der Regenwald-Savannengrenze (z.B. im Projekt ‚ReSaKo’ im Rahmen der DFG-Forschergruppe 510) sowie die Biodiversität in Afrika (z.B. im BMBF BIOTA West Forscherverbund) untersucht. Schwerpunkt­länder sind Burkina Faso, Benin, Togo, Nigeria, Kamerun, Zentralafrikanische Republik, DR Kongo und Ruanda. Neben konventionellen bodenkundlich-geomorphologischen Untersuchungsmethoden werden Remote Sensing Techniken (digitale Satellitenbildauswertung) und GIS eingesetzt.

Angewandte Fragestellungen und Beratungstätigkeit beziehen sich auf die integrierte ländliche Regionalentwicklung in Entwicklungsländern (z.B. Landnutzungsveränderungen, Bodenerosion, thematische Kartierungen, kleinbäuerliche Bewässerungslandwirtschaft, Consulting für Infrastrukturprojekte, Straßenbau, Ausbildung).


Diamantenbewertung  bei BECDOR in Bangui (05.06.2008)


Aktuelles

Im Sommersemester 2017 ist die Sprechstunde (Raum 2.216)

mittwochs 14-15h

sowie nach vorheriger Vereinbarung per E-Mail.


Neuerscheinung

Jürgen Runge & Joachim Eisenberg (Hrsg.):
Zentralblatt für Geologie und Paläontologie, Teil I, Jg. 2016, Heft 1

Interdisziplinäre Afrikaforschung - Umwelt und Mensch im Kontext der Milleniumsziele

151 Seiten mit zahlreichen SW und Farbabbildungen, E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung, 2016, Stuttgart, ISSN 0340-510

Die Afrikagruppe deutscher Geowissenschaftler (AdG) ist seit über 30 Jahren ein loser Verbund von in Afrika tätigen Geographen, Geowissenschaftlern und Fachleuten benachbarter Disziplinen. Interdisziplinär und fächerübergreifend ausgerichtet, treffen sich die Geoforscher an wechselnden Tagungsstandorten traditionell zum Ende des universitären Sommersemesters, um über ihre aktuellen Forschungen und Pläne zu berichten. Auf die Kontaktpflege und den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen in informeller Atmosphäre wird großer Wert gelegt. Das Forum eignet sich besonders für Nachwuchswissenschaftler aus Deutschland und aus Afrika zur Entwicklung und Verstetigung kooperativer Vorhaben im Nord-Süd-Kontext in zahlreichen Ländern des afrikanischen Kontinents.

Der Sonderband präsentiert ausgewählte englisch- und deutschsprachige Beiträge der AdG-Tagungen 2014 in Köln und 2015 in Frankfurt/M. Rahmenthemen waren „Mensch und Umwelt in Afrika – Kultur und Landschaftsgeschichte, Nutzungspotentiale“ (Köln) sowie die „Millenniumsziele in Afrika und die Rolle der Geowissenschaften“ (Frankfurt/M.). Methodenbasierte, empirische Beiträge unter Einsatz von Geographischen Informationssystemen (GIS) und Fernerkundung (remote sensing) aus dem ländlichen Raum (Kenia, Südafrika, Togo) finden sich ebenso, wie aktuelle Umweltfragen des Bergbausektors in Südafrika und Swaziland, und eine kolonialhistorische Abhandlung zu Afrika als „wirtschaftlicher Ergänzungsraum“ im „Dritten Reich“.

Weitere Informationen unter www.schweizerbart.de.


Auszeichnung für ZIAF-Direktor

Am 10. Dezember 2014 wurde der Direktor des ZIAF, Prof. Dr. Jürgen Runge, für seine langjährigen geowissenschaftlichen Arbeiten und die erfolgreiche Zusammenarbeit im Bereich „Umwelt und Ressourcen“ in der Zentralafrikanischen Republik durch ein Geschenk des Ministers für Energie und Hydrologie, Herrn Jacques Médard Mboliadas, ausgezeichnet und geehrt. Die Glückwünsche und den Dank der zentralafrikanischen Regierung übermittelte der juristische Berater des Ministeriums, Herr Alain Sebiro (im Foto rechts). Er überreicht Prof. Runge die Auszeichnung in Form eines „Perroni-Mosaiks“ im Geozentrum der Goethe-Universität.

Foto: A. Ginau


Wissenschaftliche Tagung an der University of the Free State in Bloemfontein, Südafrika
„From Past to Present – a tribute to Louis Scott“ vom 6.-11. Juli 2014

Changing Climates, Ecosystems and Environments in Arid Southern Africa

Aus Anlass der kürzlich erfolgten Emeritierung von Professor Louis Scott fand im Juli 2014 eine internationale Konferenz und Festkolloquium zum Stand der Paläoumweltforschung im südlichen Afrika an der Universität von Bloemfontein statt. Die University of the Free State, etwa eine Flugstunde von Johannesburg entfernt, gilt seit über 40 Jahren als das Zentrum pollenanalytischer und umweltgeschichtlicher Forschungen in und über das südliche Afrika. Sie hat in jüngerer Zeit auch Beiträge zur Problematik des anthropogenen globalen Klimawandels geliefert. Zu Ehren von Louis Scott, dem wohl bekanntesten südafrikanischen Palynolgen, reisten rund 70 internationale Delegierte in das winterlich kalte Bloemfontein und diskutierten an drei Tagen intensiv über den Stand der südhemisphärischen, interdisziplinären Landschafts- und Klimastudien, und über neue Herausforderungen für zukünftige umweltgeschichtliche Forschungen in Afrika.

Louis Scott promovierte 1979 bei Professor van Zinderen Bakker in Bloemfontein mit einer Arbeit zu „Late Quaternary pollen analytical studies in the Transvaal“. Nach einer kurzen angewandten Berufstätigkeit bei der Southern Oil Exploration Cooperation (SOEKER) in Johannesburg kehrte er nach Bloemfontein zurück und widmete sich bis heute der grundlagenorientierten Paläoumweltforschung. Durch seine innovativen Konzepte zur stratigraphischen Beprobung, Auswertung und Interpretation von Hyrax-Dungsedimenten (dt. Schliefer), kanninchen- bis murmeltiergroßen Säugetieren in Höhlen und Felsüberhängen, erschloss er für aride und semi-aride Gebiete in Südafrika neue Proxydaten Archive, die vor ihm nicht für die Klima- und Vegetationsrekonstruktion genutzt wurden. Durch Originalität und Beharrlichkeit hat Louis Scott sein Institut über viele Jahre geprägt, und es auch während der schwierigen Jahre der Apartheid international sichtbar gehalten.

Professor Runge von Zentrum für interdisziplinäre Afrikaforschung (ZIAF) und dem Institut für Physische Geographie (FB11) an der Goethe Universität vertrat die deutschen Afrika-Fachkollegen in Bloemfontein. In der in Frankfurt herausgegebenen Reihe „Palaeoecology of Africa“, die erstmalig 1966 an der University of the Free State erschien, werden die Fachbeiträge des Festkolloquiums in einem Sonderband durch das Verlagshaus Routledge (UK) bis zum Frühjahr 2015 publiziert. Es bestand die Möglichkeit zahlreiche Kollegen aus dem In- und Ausland wieder zu treffen, neue Kontakte zu knüpfen und zukünftige Aktivitäten, wie z.B. die Anfang 2015 in Kapstadt stattfindende AfQUA Konferenz (The African Quaternary – environments, ecology and humans, www.afqua2015.com) vorzubereiten. Ein Team von Professor Runge wird auch dort präsent sein.


Jürgen Runge (Hrsg.):
Palaeoecology of Africa (Volume 32)

New Studies on former and recent Landscape Changes in Africa

238 Seiten mit zahlreichen SW und Farbabbildungen, Routledge, CRC Press, Taylor & Francis, 2013, London, £ 89,-- ISBN 978-1-13-800116-9  

Seit 2005 wird die südafrikanische Traditionsreihe ‚Palaeoecology of Africa‘ (gegründet 1966) am Institut für Physische Geographie und am Zentrum für interdisziplinäre Afrikaforschung (ZIAF) der Goethe-Universität herausgegeben. ‚Palaeoecology of Africa‘ gehört zu den bedeutendsten internationalen Buchreihen im Hinblick auf das Wissen über Afrikas Klima-, Landschaft- und Umweltgeschichte. Der jetzt erschienene Band 32 zum Thema New Studies on former and recent Landscape Changes in Africa enthält neun aktuelle Originalbeiträge und umfassende Review-Artikel zu theoretischen wie auch zu anwendungsbezogenen Fragestellungen internationaler Autoren. Die von Jürgen Runge als Jahrbuchreihe editierte Veröffentlichung bietet gleichermaßen Studierenden, Post-Docs und Professoren einen umfassenden Fundus an umweltgeschichtlichen Originalaufsätzen und Überblicksartikeln aus über 45 Jahren Afrikaforschung. Neben der jüngeren erdgeschichtlichen (neogenen und quartären) Perspektive widmet sich die Reihe auch Fragen des menschlichen Einflusses auf afrikanische Ökosysteme sowie der Problematik des Global Change in Afrika.

Informationen zur ‚Palaeoecology of Africa'-Reihe unter www.routledge.com/books/series/poa/.


Rezension von Palaeoecology of Africa (Volume 30) durch K. W. Butzer in The Holocene


Monitoring-Standards für Nigeria

Im September 2013 hielten sich im Rahmen des DFG Vorhabens ‚Monitoring-Standards bei der Gewinnung mineralischer Bodenschätze in Nigeria‘ zwei Kollegen von der Obafemi Awolowo University, Ile-Ife, Nigeria, in Frankfurt auf. Herr Professor Dr. Sola Ajayi (links) vom Institut für Agrarwissenschaften und Dr. Segun Awotoye vom Institut für Umweltwissenschaften arbeiteten gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Runge, Institut für Physische Geographie, an einem DFG-Fortsetzungsantrag, der schwerpunktmäßig die Auswirkungen des informellen, artisanalen Bergbausektors im Bundesstaat Osun im Südwesten Nigerias von 2014-2016 untersuchen wird. Das Vorhaben ist modular aufgebaut mit den Teilprojekten ‚Tropische Geomorphologie, Geologie und Ressourcen‘, ‚Landwirtschaft und Biodiversität‘ sowie ‚Multitemporales Monitoring mit Fernerkundungstechniken von informellen Minenstandorten‘. Ferner ist die Entwicklung eines bilateralen Mastermodules (DAAD Förderung) zum ‚Environmental and Social Impact Assessment‘ als angewandte Komponente geplant. Weitere Informationen bei Prof. Dr. Jürgen Runge.


Scientific field trip on the Congo River (UNESCO IGCP 582)

Brazzaville, Republik Kongo

Im Anschluss an die 8. Internationale Konferenz zur Geomorphologie in Paris fand vom 2.-8. September 2013 eine wissenschaftliche Tagung und Fachexkursion im Rahmen des International Geological Cooperation Projects (UNESCO IGCP 582) zu Large Tropical Rivers in Brazzaville, Republik Kongo, statt. Die aktive Teilnahme von Professor Dr. Jürgen Runge vom Institut für Physische Geographie (FB 11) und dem Zentrum für interdisziplinäre Afrikaforschung (ZIAF) an der Goethe-Universität wurde durch eine Reisebeihilfe seitens der Freunde und Förderer ermöglicht.

75 Teilnehmer aus 11 Ländern diskutierten über Fragen der erdgeschichtlichen Entwicklung, der Hydrologie und der Wasserqualität sowie zu den Umwelt- und Verkehrsproblemen im Kontext mit großen tropischen Flüssen am Beispiel des Kongo. Mit einer Länge von 4374 km ist der Kongo nach dem Nil der bedeutendste Fluss Afrikas. In seinem Einzugsbiet, das etwa so groß ist wie Europa, liegen acht Staaten, die auf unterschiedliche Weise (Personen- und Gütertransport, Energiegewinnung, Fischerei, politische Grenze) von dem gewaltigen Fluss abhängig sind.

Neben dem Konferenzteil an der Université Marien Ngouabi in Kongo’s Hauptstadt Brazzaville unternahm eine Gruppe von 20 Wissenschaftlern einen scientific field trip auf dem Kongo und erkundete von Land wie auch vom Wasser aus diesen beeindruckenden Fluss. Bei den Stromschnellen von Djoué am Rande des Malebo Pools verlässt der Kongo Zentralafrika und wird nach bisher ruhigem Verlauf zu einem tosenden Fluss, der mit großem Gefälle dem Atlantik zuströmt (Foto 1). Flussaufwärts ist der Kongo ein ruhiger und breiter Strom, der über 1500 km bis Kisangani schiffbar ist und eine wichtige ‚Lebensader‘ für Zentralafrika darstellt.

Bei der Lokalität Maluku (Foto 2) wurden mithilfe eines GPS gestützten Sonars Tiefe, Breite und aktueller Abfluss des Kongo bestimmt. Die Messung im Rahmen der Exkursion ergab, dass der hier ruhig dahinfließende Strom eine Breite von knapp 2 km und eine Tiefe von fast 30 Metern hat. Der gemessene Abfluss betrug 34.800 m3 pro Sekunde, was etwa 20mal so viel ist wie beispielsweise der Rhein bei Mainz (Jahresmittelwerte unter 1700 m3/s), ein wahrlicher ‚Large River‘ eben…

Am großen Fluss: die Stromschnellen des Kongo bei Djoué, nahe der kongolesischen Hauptstadt Brazzaville (im Hintergrund am anderen Ufer liegt Kinshasa, Hauptstadt der D.R. Kongo). Im Bild von rechts: Prof. José Steveux, Maringá, Brasilien, Prof. Edguardo Latrubesse, Austin, Texas, USA, Prof. Jürgen Runge, Frankfurt, Germany (Aufnahme: Robert Bean).

Der etwa 2 km breite Kongo bei Maluku, Republik Kongo: hier erfolgte während der Exkursion eine Tiefen- und Abflussmessung (Aufnahme: Jürgen Runge).


Jürgen Runge (Hrsg.):

Republik Togo: Geographische Einblicke zwischen dem Golf von Guinea und der Sudanzone in Westafrika

182 Seiten mit 242 Abbildungen ( 125 in Farbe), Shaker Verlag, Aachen, 2013, EUR 26.80
ISBN 978-3-8440-1709-0

Die westafrikanische Republik Togo, die „Musterkolonie“ (1884-1914) des deutschen Kaiserreichs, ist eines der kleinsten Länder in Afrika: Mit einer Fläche von 56.785 km² ist der Vielvölkerstaat (ca. 6,5 Mio. Einwohner) nur etwas größer als Niedersachsen. Allerdings besitzt er durch seine ausgeprägte Süd-Nord Erstreckung (ca. 650 km) vom tropischen Atlantik bei Lomé bis in die Sudanzone ein breites Spektrum an kulturellen und naturräumlichen Attraktionen (‚Afrika in einem Land‘), was die Region auch für touristische Erkundungen interessant macht.

Zwischen dem 17. Februar und dem 4. März 2012 bereiste im Rahmen einer wissenschaftlichen Exkursion der Goethe-Universität Frankfurt eine Gruppe von 14 Geographie Studierenden unter der Leitung von Professor Jürgen Runge (FB11) Togo. Im Zuge einer umfassenden Vor- und Nachbereitung wurden zahlreiche historisch-politische, gesellschaftliche, wirtschaftsgeographische und naturräumliche Themen durch die Studierenden bearbeitet. Das Ergebnis liegt nun in Form eines verständlich geschriebenen Reise- und Exkursionsberichts vor. Das Buch wendet sich an alle, die sich angesichts der politischen Annäherung zwischen Togo und seinen Partnern wieder mit dem Land beschäftigen möchten, oder die eine Reise nach Togo planen und fachlich fundierte Hintergrundinformationen suchen.

Der verständliche Text (18 Beiträge) wurde von angehenden Master-Studierenden der Physischen Geographie verfasst und dokumentiert ihre Eindrücke aus Togo im Kontext mit zusätzlichen Hintergrundinformationen aus Westafrika . Der Band behandelt die Kolonial- und Stadtgeschichte (Lomé), den Klimaschutz in Togo (Anbau von Jatropha curcas), die Religionen und den Animismus, die Hafenerweiterung (Containerterminal) und den Küstenschutz. Ausführungen zu Energie (Staudämme), Bodenschätzen, Naturraumausstattung und Klima runden den Band ab.


Workshop on environmental and social impact assessment (ESIA) of artisinal mining in Nigeria

Vom 6. bis zum 13. April 2013 fand an der Obafemi Awolowo University in Ile-Ife, Nigeria im Rahmen des DFG Vorhabens ‚Monitoring-Standards bei der Gewinnung mineralischer Bodenschätze in Nigeria‘ ein Workshop mit nigerianischen und deutschen Experten zum Thema Environmental and Social Impact Assessment (ESIA) im artisanalen Minensektor (ASM) statt. Es wurden Arbeitsgruppen gebildet, welche die Missstände im ASM-Sektor in Nigeria identifizierten und mögliche Forschungsfelder für die Entwicklung von Lösungsansätzen erarbeiteten. An drei Tagen erfolgten Geländebegehungen im Südwesten Nigerias gemeinsam mit Mitgliedern der Regierungsorganisation National Environmental Standards and Regulations Enforcement Agency (NESREA), die für den ESIA im Minensektor Nigerias verantwortlich ist.

Die Arbeitsgruppe Runge war vertreten durch (v.l.): Dr. Mark Sangen, Prof. Dr. Jürgen Runge, Jakob Zoltobrocki, Hans-Michael Peiter, Nadia Anoumou und Dr. Joachim Eisenberg


Tectonic, Palaeoclimate and Landscape Evolution of Central Africa

Gemeinsam mit Professor R.O. Greiling, KIT Karlsruhe, und Professor B. Kankeu, IRGM, Yaoundé, unterstützt Professor J. Runge, IPG, Frankfurt, das neue interdisziplinäre UNESCO-IGCP-SIDA 616-Projekt über "Tectonic, Palaeoclimate and Landscape Evolution of Central Africa", das Anfang Dezember 2012 mit einem Kick-Off-Workshop im Goethe-Institut in Yaoundé, Kamerun, beginnt.

Weitere Informationen und Download des zweiten Zirkulars unter:

http://www.unesco.org/new/en/natural-sciences/environment/earth-sciences/international-geoscience-programme/igcp-projects/earth-resources/project-616-sida/


Neues DFG Forschungsvorhaben und Kooperation mit Nigeria – Professor Runge zu Besuch an der Obafemi Awolowo University in Ile-Ife

Die Obafemi Awolowo University (OAU) ist eine staatliche nigerianische Universität und gilt als die renommierteste Universität Nigerias. Sie liegt in der alten Kulturstadt der Yoruba Ile-Ife im Bundesstaat Osun. Gegenwärtig sind mehr als 30.000 Studierende in Ile-Ife eingeschrieben. Die Universität beschäftigt über 1000 Lehrkräfte und 6000 technische Angestellte in 12 Fakultäten. Der im Stil britischer Gartenstädte großzügig angelegte Campus ist weitgehend autark und erstreckt sich über eine Fläche von 50 km2. Felsige Berge, ein Stausee mit Fischteichen und ein landwirtschaftlicher Großbetrieb, Supermärkte, Konferenzzentrum und ein Hospital gehören ebenfalls zum Campus.

Auf Einladung von Professor Ayobami Salami vom Institute of Ecology and Environmental Studies und durch Förderung eines gemeinsamen deutsch-nigerianischen DFG Projektes zur Internationalisierung (Nord-Süd Kooperation) besuchte Professor Dr. Jürgen Runge als visiting scientist zwischen dem 03. und 17.10.2012 erneut die Obafemi Awolowo University.

Das Forschungsvorhaben untersucht die Auswirkungen des informellen Minensektors (Gold, Tantal, Kaolin) auf die Umwelt und analysiert Landnutzungskonflikte, die durch ungeregelte Bergbautätigkeit entstehen. Darüber hinaus sollen neue Monitoring-Standards für den in Nigeria bislang vernachlässigten mineralischen Minensektor entwickelt und implementiert werden.

Runge war auf Vorschlag der Green Development Initiative Nigeria zu einem weiteren Seminar zur Umweltforschung und zur nachhaltigen Entwicklung in Nigeria als Gastwissenschaftler an die Obafemi Awolowo University eingeladen worden. Durch seine zwischen 2007 und 2010 für die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ, jetzt GIZ) durchgeführten Arbeiten zur Ressourcennutzung und Transparenz im zentralafrikanischen Bergbausektor, war er während seines Aufenthaltes an der OAU ein gefragter Fachkollege. Es konnte festgestellt werden, dass sich die Rohstoff- und Ressourcenproblematik im sub-saharischen Afrika seit dem verstärkten Engagement von Schwellenländern wie China und Indien weiter verschärft hat. In einem Blockseminar vor Studenten und Kollegen der OAU betonte Runge wiederholt die Notwendigkeit von Transparenz, guter Regierungsführung und Nachhaltigkeit als entscheidend für ein stabiles und Zukunft orientiertes Wirtschaftswachstum und eine daran gekoppelte Armutsbekämpfung in Schwellen- und Entwicklungsländern.

Vom 6. bis 14. April 2013 wird es in Ile-Ife an der OAU einen Workshop zu dem Rahmenthema geben, der darauf abzielt, die inhaltlichen Grundlagen für einen Antrag im Rahmen des DFG/BMZ Programmes „Kooperation mit Entwicklungsländern“ zu legen.

Prof. Ayobami Salami (links) und Prof. Jürgen Runge kooperieren im Rahmen des neuen DFG Projektes „Umweltauswirkungen durch Bergbau und Monitoring Standards bei der Gewinnung mineralischer Bodenschätze in Nigeria“ (Aufnahme: Segun Awotoye, 15.10.2012).

Informeller, artisanaler Goldbergbau in Flussniederungen im Regenwald bei Itagunmodi führt zur Landschaftsdegradation und zu Konflikten mit Landwirten (Aufnahme: Jürgen Runge, 09.10.2012).


Nach 10 Jahren Biodiversitätsforschung in Westafrika im BIOTA-Projekt (BMBF) ist nun ein 3-bändiger Biodiversitätsatlas erschienen. Er führt detailliert in die Thematik ein, stellt überregionale sowie lokale Forschungsergebnisse aus Westafrika vor und diskutiert unterschiedliche Zukunftsszenarien. Jeder Band besteht aus einem überregionalen Teil und einem Nationalteil mit den Länderschwerpunkten Benin, Burkina Faso und Côte d'Ivoire, deren Inhalte von über 100 Autoren zusammengetragen wurden. Umfangreiches Karten- und Bildmaterial erläutert die komplexen Inhalte auf über 1500 Seiten.


Jahrestagung der Afrikagruppe deutscher Geowissenschaftler (AdG) 2010 in Frankfurt, 25.-26.06.10


27. Nov. - 01. Dez. 2009: Workshop für Projektantrag in Frankfurt


Geologische Ressourcen und Good Governance in Zentralafrika
24 - 25 September 2009, Yaounde, Kamerun


Afrikatagung deutscher Geowissenschaftler in Berlin 2009


neue Veröffentlichungen:

Runge, J. (2016): Soils and Duricrusts. In: Knight, J. & Grab, S.W. (eds.): Quaternary Environmental Change in Southern Africa. Physical and Human Dimensions. Cambridge University Press, Cambridge, UK, pp. 234-249.

Runge, J. & Eisenberg, J. (eds.) (2016): Interdisziplinäre Afrikaforschung - Umwelt und Mensch im Kontext der Millenniumsziele. Afrikagruppe deutscher Geowissenschaftler, Jahrestagung 2014 in Köln und 2015 in Frankfurt/M. Zentralblatt für Geologie und Paläontologie Teil I. Jahrgang 2016, Heft 1/2, p. 151.

Runge, J. (ed.) (2015): Changing Climates, Ecosystems and Environments within Arid Southern Africa and Adjoining Regions. Palaeoecology of Africa, 33, Taylor & Francis Publ. UK, pp. 1-230.

Runge, J. & Seaman, M.T. (2015): From Past to Present: Louuis Scott Tribute Conference. In: J. Runge (ed.): Changing Climates, Ecosystems and Environments within Arid Southern Africa and Adjoining Regions. Palaeoecology of Africa, 33, Taylor & Francis Publ. UK, pp. 1-18.

Runge, J. (2015): Vom Kongobecken zum zentralafrikanischen Rift. Geographische Rundschau, 6: 32-40.

Nguepjouo, D. & Runge, J. (2014): Geological resources, nature of mining and interest of Asian companies to invest in Cameroon and Central African Republic (CAR). Zentralblatt für Geologie und Paläontologie Teil I. Jahrgang 2014, Heft 1: 75-93.

Ouedraogo, I., Runge, J., Eisenberg, J., Barron, J. & Sawadogo-Kaboré, S. (2014): The Re-Greening of the Sahel: Natural Cyclicity or Human-Induced Change? Land, 3(3): 1075-1090.

Runge, J. (ed.) (2014): New Studies on former and recent Landscape Changes in Africa. Palaeoecology of Africa, 32, Taylor & Francis Publ. UK, pp. 1-238.

Runge, J. (ed.) (2013): Republik Togo - Geographische Einblicke zwischen dem Golf von Guinea und der Sudanzone in Westafrika. Große Geographische Exkursion 2012, Institut für Physische Geographie, Goethe-Universität Frankfurt. Frankfurt am Main, pp. 1–182.

Runge, J. (ed.) (2012): Landscape Evolution, Neotectonics and Quaternary Environmental Change in Southern Cameroon. Palaeoecology of Africa, 31, Taylor & Francis Publ. UK, pp. 1-291.

Eisenberg, J. (2012): Geomorphic evolution of the Nyong and Ntem river basins in southern Cameroon considering neo-tectonic influences. - In: Runge, J. (ed.): Landscape evolution, neotectonics and Quaternary Environmental change in southern Cameroon. Palaeoecology of Africa, 31: 31-136.

Sangen, M. (2012): Late Quaternary Palaeoenvironments in Southern Cameroon as evidenced by alluvial sediments from the tropical rain forest and savanna domain. - In: Runge, J. (ed.): Landscape evolution, neotectonics and Quaternary Environmental change in southern Cameroon. Palaeoecology of Africa, 31: 137-236.

Runge, J. (2011): Africa’s Natural Resources, Transparency and Sustainable Management: Stories from the Ground… In: A.T. Salami & O.O.I. Orimoogunje (eds.): Environmental Research and Challenges of Sustainable Development in Nigeria. Obafemi Awolowo University Press, Ile-Ife, Nigeria, pp. 1-14.

Runge, J. & Becker, E. (eds.) (2011): Afrika 2010 - Natürliche Ressourcen und nachhaltige (?) Entwicklung. Afrikagruppe deutscher Geowissenschaftler, Jahrestagung 2010 in Frankfurt. Zentralblatt für Geologie und Paläontologie Teil I. Jahrgang 2009, Heft 1/2, p. 129.

Runge, J. & J. Shikwati (eds.) (2011): Geological Resources and Good Governance in Sub-Saharan Africa. Holistic Approaches to Transparency and Sustainable Development in the Extractive Sector. Taylor & Francis Publ. UK, pp. 1-292.

Sangen, M., Neumann, K. & J. Eisenberg (2011): Climate induced fluvial dynamics in tropical Africa around the last glacial maximum? Quaternary Research, 76: 417-429.

Sangen, M. (2011): New results on palaeoenvironmental conditions in equatorial Africa derived from alluvial sediments of Cameroonian rivers. Proceedings of the Geologists' Association, 122: 212-223.

Konaté, S. & D. Kampmann (eds.) (2010):Biodiversity Atlas of West Africa. Volume III, Côte d'Ivoire. Goethe University, Abidjan, Frankfurt /Main, 1-526.

Runge, J. (ed.) (2010): African Palaeoenvironments and Geomorphic Landscape Evolution. Palaeoecology of Africa, 30, Taylor & Francis Publ. UK, pp. 1-306.

Runge, J. (2010): Geologische Ressourcen und Transparenz im Rohstoffsektor Zentralafrikas – eine GTZ Fallstudie. –Zbl. Geol. Paläont. Teil I, Jg. 2008, 1/2: 107-126.

Sinsin, B. & D. Kampmann (eds.) (2010): Biodiversity Atlas of West Africa. Volume I, Benin. Goethe University, Cotonou, Frankfurt /Main, 1-726.

Thiombiano, A. & D. Kampmann (eds.) (2010): Biodiversity Atlas of West Africa. Volume II, Burkina Faso. Goethe University, Ouagadougou, Frankfurt /Main, 1-592.