Vorlesungsverzeichnis


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Studiengang Klassische Archäologie WS 15/16

 

Vorbemerkungen

 

-              Vorlesungen sind unverzichtbare Instrumente der Orientierung im Fach. Die in ihnen behandelten Themen werden in Zukunft verstärkt bei der Auswahl von Prüfungsstoffen berücksichtigt.

 

-              Der Besuch der Vorträge im Rahmen des Kolloquiums „Neue archäologische Funde und Forschungen“ sollte für Hauptfachstudierende selbstverständlich sein. Hier besteht oft die Gelegenheit, Themen und Methoden kennenzulernen, die im Rahmen des Studiums nicht oder nur am Rande zur Sprache kommen, und auswärtige Vortragende persönlich kennenzulernen.

 

-              Bachelorstudiengang: Mit Ende des Sommersemesters 2011/2012 wird der bisherige modularisierte Magisterstudiengang Klassische Archäologie für Studienanfänger eingestellt. An dessen Stelle tritt für Neuimmatrikulierte der Bachelorstudiengang Klassische Archäologie. Das Lehrangebot für die Magisterstudiengänge wird weiterhin aufrechterhalten.

 

 

Semestereinführung für Studienanfänger Klassische Archäologie:

Studierende der Klassischen Archäologie (‚Institutsgruppe‘, stud. Hilfskräfte)

Fr 16. Oktober 2015, 12.00 Uhr, Raum 5.501

Ziel der Veranstaltung ist es, dem Studienanfänger einen ersten Einblick in die Gegebenheiten des Instituts und des Studiums zu geben. Für Kaffee und Kuchen ist gesorgt.

 

 

Obligatorische Studienberatung möglichst vor Semesterbeginn oder in der ersten Vorlesungswoche: Alle Studienanfänger müssen zuBeginn des Grundstudiums eine Studien­beratung in Anspruch nehmen und sich bescheinigen lassen (bei PD Dr. Axel Filges oder Dr. Marta Scarrone); das Gleiche gilt zuBeginn des Hauptstudiums.

 

 

 

B.A.-Studiengang

 

PropaedeutiK

 

PD Dr. Axel Filges u. a.

Propaedeuticum Archaeologicum I

Mo 18.15-19.45 Uhr, EG 311 (Beginn: 26.10.2015)

Gemeinsames archäologisches Propaedeuticum KLA-BA-HF-M1

Ziel des Propaedeuticums (und des begleitenden Tutoriums, s. dort) ist es, Fragestellungen, Zielsetzungen, Arbeitstechniken und Methoden der archäologischen Wissenschaften, soweit sie am Institut für Archäologische Wissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität vertreten sind, und der Archäometrie kennen zu lernen. In den Veranstaltungen werden demzufolge die folgenden Haupt- und Nebenfachstudiengänge vorgestellt: Archäologie und Kulturgeschichte des Alten Orients; Archäologie und Geschichte der Römischen Provinzen; Archäologie von Münze, Geld und von Wirtschaft in der Antike; Archäometrie; Klassische Archäologie; Vor- und frühgeschichtliche Archäologie (s. Kommentierte Vorlesungsverzeichnisse der Abt. II und III).

 

Nathalie Kratzsch

Tutorium zum „Propaedeuticum Archaeologicum I“

Mi 8.30-10 oder Fr 14.15-15.45 Raum 5.501 bzw. 5.401 Beginn: s. Aushang

Bitte in die ausliegenden Listen eintragen!

Gemeinsames archäologisches Propaedeuticum KLA-BA-HF-M1

Die das Propaedeuticum Archaeologicum (s. dort) begleitenden Tutorien vertiefen die dort dargestellten Inhalte, geben Anleitungen zu ersten wissenschaftlichen Arbeiten und führen in die fachspezifischen Hilfsmittel ein. Aus diesem Grund wird dringend empfohlen, das Modul in den ersten beiden Semestern zu belegen (Teil I jeweils im Wintersemester, Teil II jeweils im Sommersemester).

Vorlesung

 

PD Dr. Axel Filges

Römische Triumph- und Ehrenbögen: Entwicklung, räumlicher Kontext und Bildschmuck

Mi 10.15-11.45 Uhr, Raum 311 (Beginn: 14.10.2015)

Einführungsmodul: Einführung in die Klassische Archäologie KLA-BA-HF-M2

Basismodul: Methodische Grundlagen u. Materialkenntnis II: Formanalyse – Zeitbestimmung KLA-BA-HF-M4; KLA-BA-NF-M3

Aufbaumodul: Angewandte Methodik – Denkmäler und Befunde II: Flächenkunst

KLA-BA-HF-M10; KLA-BA-NF-M6

Am Beispiel der Ehren- bzw. Triumphbögen soll die Entwicklung eines spezifisch römischen Bautypus von den formal schlichten Anfängen in republikanischer Zeit bis zum überladenen Konstantinsbogen zu Beginn der Spätantike aufgezeigt werden. Wie an nur wenigen anderen Denkmälergattungen können am Beispiel der Bögen Fragestellungen, Methoden und Probleme der Module Formanalyse und Flächenkunst sinnvoll kombiniert werden. Zudem können Ehren- und Triumphbögen durch literarische Nachrichten und Inschriften fest in ihren historischen Kontext eingeordnet werden, so dass sich die vielfältigen Verbindungen von geschichtlichen Ereignissen, öffentlicher Repräsentation von Feldherrn und Kaisern und den dafür gewählten formalen und figürlichen Gestaltungsprogrammen deutlich abzeichnen.

In der Vorlesung mit Interaktionselementen werden neben dem kulturellen Phänomen des Triumphes die römischen Bögen behandelt: die problematischen augusteischen, der nur von Münzen bekannte neronische, die berühmten stadtrömischen high lights (Titus-, Septimius Severus- und Konstantinsbogen) und solche aus dem italischen Raum sowie aus den west- und östlichen Provinzen (z. B. Susa, Benevent, Mainz, Orange, Lepcis Magna, Thugga, Thessaloniki).

Einführende Literatur: Chr. Höcker, Metzler Lexikon antiker Architektur (Stuttgart 2004) 260 f.; M. Roehmer, Der Bogen als Staatsmonument (München 1997); E. Künzl, Der römische Triumph (München 1988); S. Fähndrich, Bogenmonumente in der römischen Kunst (Rahden 2005); S. DeMaria, Gli archi onorari di Roma e dell’Italia Romana (Rom 1988).

 

 

EinführungsKurse

 

Dr. Ursula Mandel

Einführung in die Klassische Archäologie

Fr 10-11.30 Uhr, Raum 311 (Beginn: 16.10.2015)

Einführungsmodul KLA-BA-HF-M2; KLA-BA-NF-M1

Obligatorische Einführung in das Fach in Gestalt zweier Einführungskurse. Gegenstand des einen Kurses (EK I: Einführung in die Klassische Archäologie) ist das Fach in engerem Sinne; Gegenstand des anderen Kurses (EK II: Einführung in die antike Geschichte und Kulturgeschichte) ist darüber hinaus allgemeines Grundlagenwissen zur griechischen und römischen Kultur, ohne welches ein sinnvolles Studium der Klassischen Archäologie nicht möglich ist. Die in beiden Veranstal­tungen vermittelten Kenntnisse werden in Form von Klausuren abgefragt (als Studienleistungen im Laufe des Semesters und als Abschlussprüfungen).

Literatur: H. G. Niemeyer, Einführung in die Archäologie 4(Darmstadt 1995); W. R. Biers, Artefacts and Chronology in Classical Archaeology (London 1992); A. Borbein – T. Hölscher – P. Zanker (Hrsg.), Klassische Archäologie. Eine Einführung (Darmstadt 2000); U. Sinn, Einführung in die Klassische Archäologie (München 2000); T. Hölscher (Hrsg.), Grundwissen Klassische Archäologie (Darmstadt 2002); speziell Forschungs­geschichte: A. Rumpf, Archäologie I-II (Berlin 1953. 1956); N. Himmelmann, Utopische Vergangenheit. Archäologie und moderne Kultur (Berlin 1976). Einführung in die antike Geschichte: W. Dahlheim, Die Antike (Paderborn u. a. 1994); H.-J. Gehrke – H. Schneider (Hrsg.), Geschichte der Antike (Stuttgart 2000); D. Stutzinger, Griechen, Etrusker und Römer. Eine Kulturgeschichte der antiken Welt im Spiegel der Sammlungen des Archäologischen Museums Frankfurt (Regensburg 2012).

 

PD Dr. Axel Filges

Einführung in die antike Geschichte und Kulturgeschichte

Fr 12.15-13.45 Uhr, Raum 311 (Beginn: 23.10.2015)

Einführungsmodul KLA-BA-HF-M2; KLA-BA-NF-M1

s. EK Einführung in die Klassische Archäologie

1. Sitzung des EK „Einführung in die Antike Geschichte und Kulturgeschichte“ (16.10.15, 12.15-13.45 Uhr) fällt aus, da zu dieser Zeit (ab 11.30 Uhr) die „Allgemeine Erstsemestereinführung“ stattfindet.

 

Nathalie Kratzsch

Tutorium zum Einführungskurs: Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten

Di 12.15-13.45 Uhr, Mi oder Do 16.15-17.45, Raum HZ 14 bzw. IG 5.501

(Beginn: Januar 2016 s. Aushang)

 

 

Proseminare

 

Dr. des. Michaela Dirschlmayer

Fest datierte Denkmäler der archaischen und klassischen Zeit

Do 14.15-15.45 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 15.10.2015)

Basismodul: Methodische Grundlagen u. Materialkenntnis II: Formanalyse – Zeitbestimmung

KLA-BA-HF-M4; KLA-BA-NF-M3

Archäologische Denkmäler, die auf Grund von Textzeugnissen, bestimmter historischer Ereignisse oder besonderer Fundumstände fest datiert werden können, stehen in diesem Proseminar im Mittelpunkt. Die reliefierten Säulentrommeln des Artemis-Tempels von Ephesos, der Fries und Skulpturenschmuck des Schatzhauses der Siphnier in Delphi, die Reliefs und Giebelskulpturen des Parthenon zu Athen – hierbei handelt es sich um archäologische Zeugnisse, die es ermöglichen, ein chronologisches Netz im Hinblick auf Architektur und Stilentwicklung zu erstellen.

Anhand von Kurzreferaten und der Lektüre ausgewählter Texte wird der Denkmälerbestand, der das Gerüst der absoluten Chronologie in der archaischen und klassischen Zeit darstellt, aufgearbeitet. Durch die Formanalyse der erhaltenen Reliefs und Statuen sollen darüber hinaus die Grundlagen der stilistischen Entwicklung vermittelt werden.

Einführende Literatur: B. Bäbler, Archäologie und Chronologie. Eine Einführung (Darmstadt 2004); W. R, Biers, Art, Artefacts, and Chronology in Classical Archaeology (London/New York 1992); M. Steskal, Der Zerstörungsbefund 480/79 der Athener Akropolis. Eine Fallstudie zum etablierten etablierten Chronologiegerüst (Hamburg 2004); G. Kleine, Untersuchungen zur Chronologie der attischen Kunst von Peisistratos bis Themistokles (Tübingen 1973).

 

Dr. Marta Scarrone

Schlüsselwerke der griechischen Vasenmalerei

Basismodul: Methodische Grundlagen u. Materialkenntnis II: Formanalyse – Zeitbestimmung

KLA-BA-HF-M4; KLA-BA-NF-M3

Di 12.15-13.45 Uhr, Raum 0.457 (Beginn: 20.10.2015)

Die griechische Keramik ist ein höchst aussagekräftiges Material: Bilder spiegeln u.a. Mythen oder Aspekte des alltäglichen Lebens wieder; Formen geben Auskunft über praktische Verwendung bzw. Riten und Ritualen; und ihre gesicherte feinmaschige Chronologie spielt eine zentrale Rolle in der Datierung anderer Denkmäler.

Das Proseminar, das zum Modul Chronologie-Formanalyse gehört, will sich mit den bedeutendsten Werken der griechischen Keramik als Vertreter des Stils ihrer Zeit beschäftigen. Durch die sorgfältige Analyse von einzelnen Meisterwerken der griechischen Keramik in chronologischer Reihenfolge (z.B. Olpe Chigi, François-Vase, Vasen des Exekias, Euphronios-Krater, Vivenzio-Hydria, Vasen des Meidias-Malers, Hadra-Vasen…) werden wir jeweils die stilistischen Hauptmerkmale einer Zeit beleuchten und Formen und Darstellungen untersuchen.

Studienleistung: regelmäßige und aktive Teilnahme; Lektüreaufgaben, Referate u. ä. 

Einführende Literatur: E. Simon, Die griechischen Vasen (München 1981); J. D. Beazley, The Development of Attic Black-Figure  (Berkley 1964); M. Roberston, The Art of Vase-Painting in Classical Athens (Cambridge/New York 1992); G. Richter – M. Milne, Shapes and Names of Athenian Vases (New York 1935); T. Mannack, Griechische Vasenmalerei (Stuttgart 2002); J. Boardman, Early Greek Vase Painting (London 1998); J. Boardman, Schwarzfigurige Vasen aus Athen (Mainz 1977); J. Boardman, Rotfigurige Vasen aus Athen. Die archaische Zeit (Mainz 1981); J. Boardman, Rotfigurige Vasen aus Athen. Die klassische Zeit (Mainz 1996)

 

 

SEMINARE

 

PD Dr. Axel Filges

Szenische Darstellungen römischer Kaiser in der Flächenkunst

Mo 10-12 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 19.10.2015)

Aufbaumodul: Angewandte Methodik – Denkmäler und Befunde II: Flächenkunst

KLA-BA-HF-M10; KLA-BA-NF-M6

Kaiser und Kaiserinnen wurden nicht nur als Standbilder dem antiken Publikum präsentiert, sondern auch auf vielen anderen Denkmälergattungen. Dazu gehört besonders die Flächenkunst mit Reliefs, Münzen und Gemmen, Metallgefäßen und Sarkophagen. Im Seminar werden Darstellungen analysiert und in den kulturhistorischen Kontext eingebettet, die die Kaiserfiguren nicht als Einzelmotiv zeigen, sondern diese einer größeren Szenerie einfügen. Die Bilder stellen dann pseudohistorische Szenen, Stillleben oder Mischwelten zwischen Realität und göttlicher Sphäre dar. Da Reliefs von Triumphbögen und Ehrensäulen in Vorlesung bzw. Übung behandelt werden, finden sie in diesem Seminar keine Berücksichtigung.

Leitthemen der Veranstaltung sind die Veränderung der Formen und Kontexte der Kaiserrepräsentation im Laufe der Jahrhunderte, die Zuordnung in die Bereiche der öffentlichen und der privaten Kunst und die Abhängigkeit der Ikonographien von dieser potentiellen Zweiteilung. Welche Szenen zeigen Augustus, was ist gegenüber republikanischen Feldherrendarstellungen neu? Was verändert sich im etablierten Kaisertum? Wie geht die Spätantike mit dem Kaiserbild um? Diese und andere Fragen werden exemplarisch an Reliefs (Apotheose des Caesar, Algier-Relief, Ara Pacis, Suovetaurillien-Relief Louvre, Ravenna-Relief, Sebasteion Aphrodisias, Cancelleria-Reliefs, Extispicium-Relief Louvre, Anaglypha Traiani/Hadriani, Partherdenkmal Ephesos, Severisches Dynastenrelief Rom, Fünf-Säulen-Monument Rom), und an Münzen, Metallgefäßen aus Boscoreale, Gemmen, spätkaiserzeitlichen Sarkophagen und Einzelbeispielen aus der Malerei erörtert. Die Vermittlung findet in Form von Kleingruppen-Referaten mit aktivierenden Diskursanstößen statt, die Modulprüfung besteht in einer Hausarbeit.

Einführende Literatur: Es gibt keine Überblicksdarstellung, sondern zahlreiche Aufsätze zu den Einzelthemen. Einen Einblick kann man über J. Pollini, From Republic to Empire (Norman/Oklahoma 2012); N. Hannestad, Roman Art and Imperial Policy (Aarhus 1986) sowie D. E. E. Kleiner, Roman Sculpture (New Haven 1992) gewinnen.

 

Prof. Dr. Jochen Fornasier

Der Pergamonaltar

Di 10.15-11.45 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 20.10.2015)

Aufbaumodul: Angewandte Methodik – Denkmäler und Befunde II: Flächenkunst

KLA-BA-HF-M10; KLA-BA-NF-M6

Der Pergamonaltar aus der ersten Hälfte des 2. Jhs. v. Chr. zählt zu den bekanntesten Monumenten, die uns aus der Antike überliefert sind. Sein in beachtlichen Teilen erhaltener Skulpturenschmuck mit den dargestellten Kämpfen von Göttern gegen Giganten sowie dem Bildzyklus über den mythischen Gründerheros Telephos zeugt noch heute von seiner einstigen prachtvollen Ausgestaltung. Für die archäologische Bildwissenschaft ist er von unschätzbarem Wert für ikonographische und ikonologische Untersuchungen, die unser Verständnis über die Kunst und Kultur der hellenistischen Zeit beträchtlich erweitern. Doch trotz der jahrzehntelangen wissen­schaftlichen Beschäftigung mit dem Pergamonaltar entzieht sich dieses Monument in vielen Bereichen beharrlich einer kulturhistorischen Einordnung. So existiert bis heute über seine Entstehungszeit, den Bauherrn, den Anlass seiner Errichtung oder die eigentliche Funktion des Altars keine communis opinio in der Forschung.

Das Ziel des Seminars ist die kritische Aufarbeitung und Bewertung des aktuellen Forschungsstandes. Allgemeine Fragen zur architektonischen Entwicklungsgeschichte von Großaltären und zur Verwendung mythologischer Themen im sakralen Kontext stehen dabei ebenso im Vordergrund wie die konkreten bildkompositorischen Charakteristika des Skulpturenschmucks und dessen stilistischen Einordnung. Auf diesen grundlegenden Analysen aufbauend sollen im weiteren Verlauf des Seminars dann die vorgeschlagenen Thesen zum eigentlichen Anlass der Errichtung und zur Funktion ausführlich diskutiert und beurteilt werden. War der Pergamonaltar möglicher­weise nicht nur ein sakrales Bauwerk, sondern vielmehr ein politisches Monument?

Einführende Literatur:B. Demandt, Die Wohltaten der Götter. König Eumenes II. und die Figuren am großen Fries des Pergamonaltars. Verrätselt – enträtselt (Darmstadt/Berlin 2013); A. Ferretti – F. Grosser – St. Merten –St. Oraschewski, Der Pergamonaltar: Ein politisches Monument? In: L. Petersen – R. von den Hoff (Hrsg.), Skulpturen in Pergamon. Gymnasion, Heiligtum, Palast (Bönen/Westf. 2011) 53–61; W. Raeck, Der Pergamonaltar – hellenistischer Erinnerungsort zwischen Wissenschaft und Politik, in: E. Stein-Hölkeskamp – K.-J. Stein-Hölkeskamp (Hrsg.), Die griechische Welt. Erinnerungsorte der Antike (München 2010) 280–297; F. Queyrel, L’autel de Pergame. Images et pouvoir en Grèce d’Asie (Paris 2005); H. Heres – V. Kästner, Der Pergamonaltar (Mainz 2004); W.-D. Heilmeyer (Hrsg.), Der Pergamonaltar. Die neue Präsentation nach Restaurierung des Telephosfrieses (Tübingen/Berlin 1997); W. Hoepfner, Siegestempel und Siegesaltäre. Der Pergamonaltar als Siegesmonument, in: W. Hoepfner – G. Zimmer (Hrsg.), Die griechische Polis. Architektur und Politik (Tübingen 1993) 111–125; H.-J. Schalles, Der Pergamonaltar. Zwischen Bewertung und Bewertbarkeit (Frankfurt a. M. 1986).

 

 


ÜBUNGEN

 

Übungen Grundstudium

 

Prof. Dr. Jochen Fornasier

Römische Ehrensäulen

Di 14.15-15.45 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 20.10.2015)

Basismodul: Methodische Grundlagen u. Materialkenntnis II: Formanalyse – Zeitbestimmung

KLA-BA-HF-M4; KLA-BA-NF-M3

Die Ehrensäulen für die römischen Kaiser Traian und Marcus Aurelius sind Monumente des 2. Jhs. n. Chr., die auch heute noch das Stadtbild Roms prägen. Auf ihrer Außenseite spiralförmig aufsteigende Friese zeigen szenische Darstellungen erfolgreicher Feldzüge und zeugen auf beeindruckende Weise von einem in Stein manifestierten Herrschaftsanspruch des Kaiserhauses. Gleichzeitig zeigen die Darstellungen in ihren ikonographischen Details eine Fülle an Informationen zur Bewaffnung, Kleidung oder Kriegsgerät, die einen unschätzbaren Wert für die wissenschaftliche Diskussion über die zeitgenössische Wehrtechnik besitzen.

Die Columna Traiana gilt dabei als erstes Monument dieser Art und als Vorbild für weitere römische Ehrensäulen, die in der Folgezeit den Architekturtypus und sicher auch die damit verbundene politische Ausstrahlungskraft übernahmen. Daher soll in der Übung nach einem allgemeinen Überblick über die Denkmälergruppe insgesamt zunächst die Traianssäule wissenschaftlich im Vordergrund stehen. Neben architekturgeschichtlichen Über­legungen werden vor allem ausgewählte Darstellungen des Relieffrieses auf ihre Aussagemöglichkeit für eine Rekonstruktion des kulturhistorischen Umfelds zu Beginn des 2. Jhs. n. Chr. überprüft. In einem zweiten Schritt wird dann die Ehrensäule für Marcus Aurelius in die Betrachtungen mit einbezogen und mittels eines stilistischen und formanalytischen Vergleichs der Traianssäule direkt gegenübergestellt. Erneut sollen Fragen zur Ikonographie Beachtung finden und vorgeschlagene Thesen zum eigentlichen Bildprogramm in gemeinsamer Diskussion ausführlich erörtert und kritisch bewertet werden.

Einführende Literatur: J. Griebel, Der Kaiser im Krieg. Die Bilder der Säule des Marc Aurel (Berlin 2013); R. Pogorzelski, Die Traianssäule in Rom. Dokumentation eines Krieges in Farbe (Mainz 2012); M. Beckmann, The Column of Marcus Aurelius. The Genesis and Meaning of a Roman Imperial Monument (Chapel Hill 2011); I. Ferris, Hate and War. The Column of Marcus Aurelius (Stroud 2009); F. Coarelli, The Column of Marcus Aurelius (Rome 2008); F. Coarelli, The Column of Trajan (Rome 2000); R. Bode, Der Bilderfries der Trajanssäule. Ein Interpretationsversuch, Bonner Jahrbücher 192, 1992, 123-174; H. Philipp, Der Große Trajanische Fries. Überlegungen zur Darstellungsweise am Großen Trajanischen Fries und am Alexandermosaik (München 1991); S. Setti (Hrsg.), La Colonna Traiana (Torino 1988); L. Vogel, The Column of Antoninus Pius (Cambridge 1973).

 

Prof. Dr. Wulf Raeck

Übung zur Formanalyse antiker Plastik

Fr 10.15-11.45 Uhr, Raum 311 (Beginn: 17.10.2015)

Basismodul: Methodische Grundlagen u. Materialkenntnis II: Formanalyse – Zeitbestimmung

KLA-BA-HF-M4; KLA-BA-NF-M3

Die Umsetzung durch Beobachtung ermittelter Sachverhalte in Worte ist eine zentrale Technik archäologischen Arbeitens. Auf ihr beruht z. B. die Nachvollziehbarkeit von Datierungen, die auf dem Wege der Stilkritik erzielt werden. In der Veranstaltung soll diese Technik in doppelter Hinsicht geübt werden:

1. passiv: Durch Lektüre publizierte Texte, deren Verständnis u. U. sich nicht von selbst erschließt, und ggf. durch Erarbeitung von Alternativen

2. aktiv: durch Verfassen eigener Texte.

Die Voraussetzung für beide Vorgehensweisen bildet die eingehende Untersuchung des jeweils behandelten Objekts anhand von Abgüssen oder Fotos.

 

 

Übungen Hauptstudium

 

Prof. Dr. Vinzenz Brinkmann

Die klassische Bauskulptur in Athen und Attika

Do 16.15-17.45 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 15.10.2015)

Aufbaumodul: Angewandte Methodik – Denkmäler und Befunde II: Flächenkunst

KLA-BA-HF-M10; KLA-BA-NF-M6

Im Zuge der zweimaligen Zerstörung von Athen und Attika durch das persische Heer des Xerxes und Mardonios waren 480/479 v. Chr. sämtliche Heiligtümer einschließlich ihrer Bilderwelt vernichtet worden. Erst durch ein gewaltiges Kulturprogramm, das ein Viertel Jahrhundert später durch den Politiker Perikles initiiert worden war, kommt es zu einer umfassenden Neugestaltung des gesamten sakralen Raumes.

Die Übung soll einen Überblick über das reiche erhaltene Material der Skulptur an den Gebäuden der Heiligtümer liefern. Darüber hinaus soll untersucht werden, ob die einheitliche Neuplanung womöglich einem Masterplan folgte, der eine exakte Abstimmung der steinernen Bilder untereinander ermöglichte.

 

Dr. Marta Scarrone

Die griechische Großmalerei

Mi 14.15-15.45 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 14.10.2015)

Aufbaumodul: Angewandte Methodik – Denkmäler und Befunde II: Flächenkunst

KLA-BA-HF-M10; KLA-BA-NF-M6

Obwohl die Großmalerei – sie umfasst Wandmalerei und Tafelgemälde (pinakes) – eine der wichtigsten Gattungen der griechischen Kunst ist, sind nur wenige Werke von ihr erhalten (spätklassisch-hellenistische makedonische Grabwandmalerei). Aber ist die griechische Großmalerei tatsächlich komplett verloren und nicht rekonstruierbar?

Einschlägige Schriftquellen (z. B. Plinius, Naturalis Historia Buch 35) sprechen über die Großmalerei, beschreiben Gemälde und nennen wichtige technische und stilistische Charakteristika der großen Maler (wie Polygnotos oder Apelles). Echos oder Nachahmungen der Großmalerei kann man nicht nur in den anderen Gattungen erkennen – Vasenmalerei und vor allem Mosaiken –, sondern auch in anderen Regionen oder Epochen, etwa in archaischen lykischen und in etruskischen Grabmalereien sowie in römischen Mosaiken und Gemälden.

Durch eine intensive Auseinandersetzung mit den Schriftquellen, mit den bildlichen Zeugnissen und vor allem durch eine genaue Analyse der Originale (z. B. Persephone-Grab oder Grab von Philipp II.) und römischen Kopien (z. B. das Alexander-Mosaik) werden wir die chronologische Entwicklung dieser so bedeutenden Gattung der antiken Kunst und ihre Rolle in ihrem historisch-kulturellen Kontext rekonstruieren.

Einführende Literatur: Der Neue Overbeck. Die antiken Schriftquellen zu den bildenden Künsten der Griechen (Berlin 2014); J. J. Pollitt, The Cambridge History of Painting in the Classical World (Cambridge 2014); I. Scheibler, Griechische Malerei der Antike (München 1994); P. Moreno, Pittura greca: da Polignoto ad Apelle (Mailand 1987); S. Descamps-Lequime (Hrsg.), Peinture et couleur dans le monde grec antique (Paris 2007); S. G. Miller, The Tomb of Lyson and Kallikles. A Painted Macedonian Tomb (Mainz 1993)

 

Dr. Ursula Mandel / Marie-Christine Junghans

Übung in der Originalsammlung

Blockveranstaltung Fr Nachmittag bis Dezember 2015, Skulpturensaal Raum 7.511,

Beginn: 23.10.2015, Termine s. Aushang

Praxismodul: KLA-BA-HF-M13

Die Praxis-Übung gibt Gelegenheit zur Arbeit am konkreten archäologischen Objekt, insbesondere werden Objektbestimmung und -dokumentation im Rahmen musealer Archivierungspraxis eingeübt.

Zulassungsbeschränkt. Persönliche Anmeldung bei Dr. Ursula Mandel.

 

 

Kolloquium für Hauptfachstudierende

 

PD Dr. Axel Filges / Dr. Marta Scarrone

Aktuelle archäologische Themen, Neuerscheinungen und laufende Arbeiten

Mo 18-20 Uhr c.t., Raum 5.501 (Termine s. Aushang)

Kolloquiumsmodul: Präsentationen, Moderation und Kritik

KLA-BA-HF-M14

In dieser Veranstaltung sollen in Arbeit befindliche Forschungen aus dem Kreis der Studierenden, Doktoranden und Mitarbeiter des Instituts, ggf. auch auswärtiger Vortragender, vorgestellt und diskutiert werden. Wenn die Zeit es erlaubt, werden außerdem wichtige Neuerscheinungen aus dem Fach besprochen. Ein thematischer Rahmen hierfür wird in der ersten Sitzung vereinbart.

 

 

eXkursion

 

PD Dr. Axel Filges / Dr. Ursula Mandel

Einmaliger Besuch Frankfurter Antikenmuseum

Termin s. Aushang

Museumsmodul IKLA-BA-HF-M6,1

Termin im Jan. oder Feb. 2016, s. Aushang.

 

PD Dr. Axel Filges / Dr. Marta Scarrone

Kurz-Exkursionen B.A.

Vorbesprechung: Raum 5.501, Termin s. Aushang

Museumsmodul I + IIKLA-BA-HF-M6; KLA-BA-HF-M12

Die Termine und Ziele der Kurz-Exkursion als obligatorischem Bestandteil des B.A.-Hauptfachmoduls M6, Museumsmodul 1 werden zu Beginn des Wintersemesters bekanntgegeben (Aushänge!).

 

 

 

Bildbeschaffung für Referate

 

Benutzung der Bilddatenbank

-          Digitale Bilder stehen über die Instituts-Bilddatenbank ArKuBiD zur Verfügung: http://archaeologie-bilder.uni-frankfurt.de Sie bietet die Bildersuche, den Download und die Bestellung von neuen Abbildungen.

-          Für die Benutzung ist der Browser Firefox notwendig!

-          Vor Benutzung ist eine Anmeldung nötig: Die Registrierung erfolgt auf der Startseite an einem Rechner in der Diathek oder bei einem der Dozenten. Die Freischaltung kann ein bis zwei Tage dauern, dann ist Suche und Download sofort möglich.

-          Andere an der Goethe-Universität verfügbare Bilddatenbanken sind PROMETHEUS (freier Zugang im Uni-Netz über die Campuslizenz): http://prometheus.uni-koeln.de und ARACHNE (kostenfrei, Registrierung per e-Mail): http://www.arachne.uni-koeln.de

-          Sollte das gesuchte Bild weder in ArKuBiD noch in den anderen Bilddatenbanken vorhanden sein, kann man es anfertigen lassen: Das entsprechende Buch muss herausgesucht, die Abbildungen im Buch durch eingelegte beschriftete Zettel mit Seitenzahl und Abbildungsnummer gekennzeichnet und ein Zettel mit Namen, Seminar und Referatstermin hinzugelegt werden. Stammt das Buch aus der BzG-Bibliothek, wird es dort ins Bildstellenregal (Raum 6.621) gelegt. Bei bibliotheksexternen Werken oder UB-Büchern kann es in der Diathek (Raum 5.551) abgegeben werden.

-          Die Anfertigung und Einstellung in die Datenbank dauert ca. 2-3 Wochen; danach ist der Download aus ArKuBiD möglich.

 

Ausleihe von Dias

-          Die Öffnungszeiten der Diathek Raum 5.551 sind dem HiWi-Dienstplan neben der Zimmertür zu entnehmen.

-          Die Dias werden gemeinsam mit einer studentischen Hilfskraft ausgesucht.

-          Sollten die gewünschten Dias noch nicht vorhanden sind, ist eine rechtzeitige Bestellung und Neuanfertigungen notwendig: schwarz-weiß Dias 2 Wochen vor Referatstermin; Farbdias 3 Wochen.

-          Dias können nicht nach Hause ausgeliehen werden, sie verbleiben stets im Institut.

-          Dias dürfen nicht mit Punkten beklebt oder gar beschriftet werden.

 

 

 


 

MAG-Studiengang

 

Vorlesung

 

PD Dr. Axel Filges

Römische Triumph- und Ehrenbögen: Entwicklung, räumlicher Kontext und Bildschmuck

Mi 10.15-11.45 Uhr, Raum 311 (Beginn: 14.10.2015)

KLA-MAG-HF-M10; KLA-MAG-NF-M9 Flächenkunst

Am Beispiel der Ehren- bzw. Triumphbögen soll die Entwicklung eines spezifisch römischen Bautypus von den formal schlichten Anfängen in republikanischer Zeit bis zum überladenen Konstantinsbogen zu Beginn der Spätantike aufgezeigt werden. Wie an nur wenigen anderen Denkmälergattungen können am Beispiel der Bögen Fragestellungen, Methoden und Probleme der Module Formanalyse und Flächenkunst sinnvoll kombiniert werden. Zudem können Ehren- und Triumphbögen durch literarische Nachrichten und Inschriften fest in ihren historischen Kontext eingeordnet werden, so dass sich die vielfältigen Verbindungen von geschichtlichen Ereignissen, öffentlicher Repräsentation von Feldherrn und Kaisern und den dafür gewählten formalen und figürlichen Gestaltungsprogrammen deutlich abzeichnen.

In der Vorlesung mit Interaktionselementen werden neben dem kulturellen Phänomen des Triumphes die römischen Bögen behandelt: die problematischen augusteischen, der nur von Münzen bekannte neronische, die berühmten stadtrömischen high lights (Titus-, Septimius Severus- und Konstantinsbogen) und solche aus dem italischen Raum sowie aus den west- und östlichen Provinzen (z. B. Susa, Benevent, Mainz, Orange, Lepcis Magna, Thugga, Thessaloniki).

Einführende Literatur: Chr. Höcker, Metzler Lexikon antiker Architektur (Stuttgart 2004) 260 f.; M. Roehmer, Der Bogen als Staatsmonument (München 1997); E. Künzl, Der römische Triumph (München 1988); S. Fähndrich, Bogenmonumente in der römischen Kunst (Rahden 2005); S. DeMaria, Gli archi onorari di Roma e dell’Italia Romana (Rom 1988).

 

 

SEMINARE

 

PD Dr. Axel Filges

Szenische Darstellungen römischer Kaiser in der Flächenkunst

Mo 10-12 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 19.10.2015)

KLA-MAG-HF-M10; KLA-MAG-NF-M9 Flächenkunst

Kaiser und Kaiserinnen wurden nicht nur als Standbilder dem antiken Publikum präsentiert, sondern auch auf vielen anderen Denkmälergattungen. Dazu gehört besonders die Flächenkunst mit Reliefs, Münzen und Gemmen, Metallgefäßen und Sarkophagen. Im Seminar werden Darstellungen analysiert und in den kulturhistorischen Kontext eingebettet, die die Kaiserfiguren nicht als Einzelmotiv zeigen, sondern diese einer größeren Szenerie einfügen. Die Bilder stellen dann pseudohistorische Szenen, Stillleben oder Mischwelten zwischen Realität und göttlicher Sphäre dar. Da Reliefs von Triumphbögen und Ehrensäulen in Vorlesung bzw. Übung behandelt werden, finden sie in diesem Seminar keine Berücksichtigung.

Leitthemen der Veranstaltung sind die Veränderung der Formen und Kontexte der Kaiserrepräsentation im Laufe der Jahrhunderte, die Zuordnung in die Bereiche der öffentlichen und der privaten Kunst und die Abhängigkeit der Ikonographien von dieser potentiellen Zweiteilung. Welche Szenen zeigen Augustus, was ist gegenüber republikanischen Feldherrendarstellungen neu? Was verändert sich im etablierten Kaisertum? Wie geht die Spätantike mit dem Kaiserbild um? Diese und andere Fragen werden exemplarisch an Reliefs (Apotheose des Caesar, Algier-Relief, Ara Pacis, Suovetaurillien-Relief Louvre, Ravenna-Relief, Sebasteion Aphrodisias, Cancelleria-Reliefs, Extispicium-Relief Louvre, Anaglypha Traiani/Hadriani, Partherdenkmal Ephesos, Severisches Dynastenrelief Rom, Fünf-Säulen-Monument Rom), und an Münzen, Metallgefäßen aus Boscoreale, Gemmen, spätkaiserzeitlichen Sarkophagen und Einzelbeispielen aus der Malerei erörtert. Die Vermittlung findet in Form von Kleingruppen-Referaten mit aktivierenden Diskursanstößen statt, die Modulprüfung besteht in einer Hausarbeit.

Einführende Literatur: Es gibt keine Überblicksdarstellung, sondern zahlreiche Aufsätze zu den Einzelthemen. Einen Einblick kann man über J. Pollini, From Republic to Empire (Norman/Oklahoma 2012); N. Hannestad, Roman Art and Imperial Policy (Aarhus 1986) sowie D. E. E. Kleiner, Roman Sculpture (New Haven 1992) gewinnen.

 

Prof. Dr. Jochen Fornasier

Der Pergamonaltar

Di 10.15-11.45 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 20.10.2015)

KLA-MAG-HF-M10; KLA-MAG-NF-M9 Flächenkunst

Der Pergamonaltar aus der ersten Hälfte des 2. Jhs. v. Chr. zählt zu den bekanntesten Monumenten, die uns aus der Antike überliefert sind. Sein in beachtlichen Teilen erhaltener Skulpturenschmuck mit den dargestellten Kämpfen von Göttern gegen Giganten sowie dem Bildzyklus über den mythischen Gründerheros Telephos zeugt noch heute von seiner einstigen prachtvollen Ausgestaltung. Für die archäologische Bildwissenschaft ist er von unschätzbarem Wert für ikonographische und ikonologische Untersuchungen, die unser Verständnis über die Kunst und Kultur der hellenistischen Zeit beträchtlich erweitern. Doch trotz der jahrzehntelangen wissen­schaftlichen Beschäftigung mit dem Pergamonaltar entzieht sich dieses Monument in vielen Bereichen beharrlich einer kulturhistorischen Einordnung. So existiert bis heute über seine Entstehungszeit, den Bauherrn, den Anlass seiner Errichtung oder die eigentliche Funktion des Altars keine communis opinio in der Forschung.

Das Ziel des Seminars ist die kritische Aufarbeitung und Bewertung des aktuellen Forschungsstandes. Allgemeine Fragen zur architektonischen Entwicklungsgeschichte von Großaltären und zur Verwendung mythologischer Themen im sakralen Kontext stehen dabei ebenso im Vordergrund wie die konkreten bildkompositorischen Charakteristika des Skulpturenschmucks und dessen stilistischen Einordnung. Auf diesen grundlegenden Analysen aufbauend sollen im weiteren Verlauf des Seminars dann die vorgeschlagenen Thesen zum eigentlichen Anlass der Errichtung und zur Funktion ausführlich diskutiert und beurteilt werden. War der Pergamonaltar möglicher­weise nicht nur ein sakrales Bauwerk, sondern vielmehr ein politisches Monument?

Einführende Literatur:B. Demandt, Die Wohltaten der Götter. König Eumenes II. und die Figuren am großen Fries des Pergamonaltars. Verrätselt – enträtselt (Darmstadt/Berlin 2013); A. Ferretti – F. Grosser – St. Merten –St. Oraschewski, Der Pergamonaltar: Ein politisches Monument? In: L. Petersen – R. von den Hoff (Hrsg.), Skulpturen in Pergamon. Gymnasion, Heiligtum, Palast (Bönen/Westf. 2011) 53–61; W. Raeck, Der Pergamonaltar – hellenistischer Erinnerungsort zwischen Wissenschaft und Politik, in: E. Stein-Hölkeskamp – K.-J. Stein-Hölkeskamp (Hrsg.), Die griechische Welt. Erinnerungsorte der Antike (München 2010) 280–297; F. Queyrel, L’autel de Pergame. Images et pouvoir en Grèce d’Asie (Paris 2005); H. Heres – V. Kästner, Der Pergamonaltar (Mainz 2004); W.-D. Heilmeyer (Hrsg.), Der Pergamonaltar. Die neue Präsentation nach Restaurierung des Telephosfrieses (Tübingen/Berlin 1997); W. Hoepfner, Siegestempel und Siegesaltäre. Der Pergamonaltar als Siegesmonument, in: W. Hoepfner – G. Zimmer (Hrsg.), Die griechische Polis. Architektur und Politik (Tübingen 1993) 111–125; H.-J. Schalles, Der Pergamonaltar. Zwischen Bewertung und Bewertbarkeit (Frankfurt a. M. 1986).

 

 

Übungen Hauptstudium

 

Prof. Dr. Vinzenz Brinkmann

Die klassische Bauskulptur in Athen und Attika

Do 16.15-17.45 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 15.10.2015)

KLA-MAG-HF-M10; KLA-MAG-NF-M9 Flächenkunst

Im Zuge der zweimaligen Zerstörung von Athen und Attika durch das persische Heer des Xerxes und Mardonios waren 480/479 v. Chr. sämtliche Heiligtümer einschließlich ihrer Bilderwelt vernichtet worden. Erst durch ein gewaltiges Kulturprogramm, das ein Viertel Jahrhundert später durch den Politiker Perikles initiiert worden war, kommt es zu einer umfassenden Neugestaltung des gesamten sakralen Raumes.

Die Übung soll einen Überblick über das reiche erhaltene Material der Skulptur an den Gebäuden der Heiligtümer liefern. Darüber hinaus soll untersucht werden, ob die einheitliche Neuplanung womöglich einem Masterplan folgte, der eine exakte Abstimmung der steinernen Bilder untereinander ermöglichte.

 

Dr. Marta Scarrone

Die griechische Großmalerei

Mi 14.15-15.45 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 14.10.2015)

KLA-MAG-HF-M10; KLA-MAG-NF-M9 Flächenkunst

Obwohl die Großmalerei – sie umfasst Wandmalerei und Tafelgemälde (pinakes) – eine der wichtigsten Gattungen der griechischen Kunst ist, sind nur wenige Werke von ihr erhalten (spätklassisch-hellenistische makedonische Grabwandmalerei). Aber ist die griechische Großmalerei tatsächlich komplett verloren und nicht rekonstruierbar?

Einschlägige Schriftquellen (z. B. Plinius, Naturalis Historia Buch 35) sprechen über die Großmalerei, beschreiben Gemälde und nennen wichtige technische und stilistische Charakteristika der großen Maler (wie Polygnotos oder Apelles). Echos oder Nachahmungen der Großmalerei kann man nicht nur in den anderen Gattungen erkennen – Vasenmalerei und vor allem Mosaiken –, sondern auch in anderen Regionen oder Epochen, etwa in archaischen lykischen und in etruskischen Grabmalereien sowie in römischen Mosaiken und Gemälden.

Durch eine intensive Auseinandersetzung mit den Schriftquellen, mit den bildlichen Zeugnissen und vor allem durch eine genaue Analyse der Originale (z. B. Persephone-Grab oder Grab von Philipp II.) und römischen Kopien (z. B. das Alexander-Mosaik) werden wir die chronologische Entwicklung dieser so bedeutenden Gattung der antiken Kunst und ihre Rolle in ihrem historisch-kulturellen Kontext rekonstruieren.

 

Einführende Literatur: Der Neue Overbeck. Die antiken Schriftquellen zu den bildenden Künsten der Griechen (Berlin 2014); J. J. Pollitt, The Cambridge History of Painting in the Classical World (Cambridge 2014); I. Scheibler, Griechische Malerei der Antike (München 1994); P. Moreno, Pittura greca: da Polignoto ad Apelle (Mailand 1987); S. Descamps-Lequime (Hrsg.), Peinture et couleur dans le monde grec antique (Paris 2007); S. G. Miller, The Tomb of Lyson and Kallikles. A Painted Macedonian Tomb (Mainz 1993)

 

 

Kolloquium für Hauptfachstudierende

 

PD Dr. Axel Filges / Dr. Marta Scarrone

Aktuelle archäologische Themen, Neuerscheinungen und laufende Arbeiten

Mi 16-18 Uhr c.t., Raum 5.501 (Termine s. Aushang)

Kolloquiumsmodul

KLA-MAG-HF-M13

In dieser Veranstaltung sollen in Arbeit befindliche Forschungen aus dem Kreis der Studierenden, Doktoranden und Mitarbeiter des Instituts, ggf. auch auswärtiger Vortragender, vorgestellt und diskutiert werden. Wenn die Zeit es erlaubt, werden außerdem wichtige Neuerscheinungen aus dem Fach besprochen. Ein thematischer Rahmen hierfür wird in der ersten Sitzung vereinbart.

 

 

Exkursionen

 

PD Dr. Axel Filges / Dr. Marta Scarrone

Kurz-Exkursionen

Vorbesprechung: Raum 5.501, Termin s. Aushang

KLA-MAG-HF-HF-M7

Die Termine und Ziele der Kurz-Exkursionen als obligatorischen Bestandteilen der Grund- und Hauptstudiumsmodule KLA-MAG-HF-M7 werden zu Beginn des Wintersemesters bekanntgegeben (Aushänge!).

 

 

Bildbeschaffung für Referate

 

Benutzung der Bilddatenbank

-          Digitale Bilder stehen über die Instituts-Bilddatenbank ArKuBiD zur Verfügung: http://archaeologie-bilder.uni-frankfurt.de Sie bietet die Bildersuche, den Download und die Bestellung von neuen Abbildungen.

-          Für die Benutzung ist der Browser Firefox notwendig!

-          Vor Benutzung ist eine Anmeldung nötig: Die Registrierung erfolgt auf der Startseite an einem Rechner in der Diathek oder bei einem der Dozenten. Die Freischaltung kann ein bis zwei Tage dauern, dann ist Suche und Download sofort möglich.

-          Andere an der Goethe-Universität verfügbare Bilddatenbanken sind PROMETHEUS (freier Zugang im Uni-Netz über die Campuslizenz): http://prometheus.uni-koeln.de und ARACHNE (kostenfrei, Registrierung per e-Mail): http://www.arachne.uni-koeln.de

-          Sollte das gesuchte Bild weder in ArKuBiD noch in den anderen Bilddatenbanken vorhanden sein, kann man es anfertigen lassen: Das entsprechende Buch muss herausgesucht, die Abbildungen im Buch durch eingelegte beschriftete Zettel mit Seitenzahl und Abbildungsnummer gekennzeichnet und ein Zettel mit Namen, Seminar und Referatstermin hinzugelegt werden. Stammt das Buch aus der BzG-Bibliothek, wird es dort ins Bildstellenregal (Raum 6.621) gelegt. Bei bibliotheksexternen Werken oder UB-Büchern kann es in der Diathek (Raum 5.551) abgegeben werden.

-          Die Anfertigung und Einstellung in die Datenbank dauert ca. 2-3 Wochen; danach ist der Download aus ArKuBiD möglich.

 

Ausleihe von Dias

-          Die Öffnungszeiten der Diathek Raum 5.551 sind dem HiWi-Dienstplan neben der Zimmertür zu entnehmen.

-          Die Dias werden gemeinsam mit einer studentischen Hilfskraft ausgesucht.

-          Sollten die gewünschten Dias noch nicht vorhanden sind, ist eine rechtzeitige Bestellung und Neuanfertigungen notwendig: schwarz-weiß Dias 2 Wochen vor Referatstermin; Farbdias 3 Wochen.

-          Dias können nicht nach Hause ausgeliehen werden, sie verbleiben stets im Institut.

-          Dias dürfen nicht mit Punkten beklebt oder gar beschriftet werden.