Aktuelles Vorlesungsverzeichnis WiSe 2014/15

Aktualisiert am 10.09.2014


Vorbemerkung

  • Ein PDF für den Download oder zum Ausdrucken finden Sie hier.
  • Vorlesungen sind unverzichtbare Instrumente der Orientierung im Fach. Die in ihnen behandelten Themen werden in Zukunft verstärkt bei der Auswahl von Prüfungsstoffen berücksichtigt.
  • Der Besuch der Vorträge im Rahmen des Kolloquiums "Neue archäologische Funde und Forschungen" sollte für Hauptfachstudierende selbstverständlich sein. Hier besteht oft die Gelegenheit, Themen und Methoden kennenzulernen, die im Rahmen des Studiums nicht oder nur am Rande zur Sprache kommen, und auswärtige Vortragende persönlich kennenzulernen. 
  • Bachelorstudiengang: Mit Ende des Sommersemesters 2011/2012 wurde der bisherige modularisierte Magisterstudiengang Klassische Archäologie für Studienanfänger eingestellt. An dessen Stelle tratt für Neuimmatrikulierte der Bachelorstudiengang Klassische Archäologie. Das Lehrangebot für die Magisterstudiengänge wird weiterhin aufrecht erhalten


Kolloquium "Neue Archäologische Funde und Forschungen"

für Hörer aller FB
Di 18 Uhr c.t.
Grüneburgplatz 1, Haupteingang (Q3), EG, Raum 311
Termine s. Aushang oder unter Vorträge

Die meist auswärtigen Gäste berichten über neue Forschungsergebnisse. An die Vorträge schließen sich Diskussionen an.

 

Kolloquium für Hauptfachstudierende
Aktuelle archäologische Themen, Neuerscheinungen und laufende Arbeiten

Do 18.15 - 19.45 Uhr
Raum 5.501
Termine und Beginn s. Aushang und Download

Kolloquiumsmodul: Präsentationen, Moderation und Kritik KLA-BA-HF-M14

Mod. MAG: Kolloquia KLA-MAG-HF-M13; alte MAG: Hauptstudium

In dieser Veranstaltung sollen in Arbeit befindliche Forschungen aus dem Kreis der Studierenden, Doktoranden und Mitarbeiter des Instituts, ggf. auch auswärtiger Vortragender, vorgestellt und diskutiert werden. Wenn die Zeit es erlaubt, werden außerdem wichtige Neuerscheinungen aus dem Fach besprochen. Ein thematischer Rahmen hierfür wird in der ersten Sitzung vereinbart.

 
Semestereinführung für Studienanfänger Klassische Archäologie
Studierende der Klassischen Archäologie (‘Institutsgruppe’, stud. Hilfskräfte)

Fr. 17. Oktober 2014, 10.00 Uhr, Raum 311 und ab ca. 11.30 Uhr Raum 5.551 ("Institutsgruppe stud. Hilfskräfte)

Ziel der Veranstaltung ist es, dem Studienanfänger einen ersten Einblick in die Gegebenheiten des Instituts und des Studiums zu geben. Für Kaffee und Kuchen ist gesorgt.
 
Obligatorische Studienberatung für Erstsemester
Obligatorische Studienberatung möglichst vor Semesterbeginn oder in der ersten Vorlesungswoche: Alle Studienanfänger müssen zu Beginn des Grundstudiums eine Studienberatung in Anspruch nehmen und sich bescheinigen lassen (bei Dr. Scarrone, PD Dr. Filges oder Dr. Mandel); das Gleiche gilt zu Beginn des Hauptstudiums.

B.A.-Studiengang


Propaedeutik


PD Dr. Axel Filges / Dr. Ursula Mandel u.a.

Propaedeuticum Archaeologicum I

Mo 18.15-19.45 Uhr, EG 311 (Beginn: 03.11.2014)

Gemeinsames archäologisches Propaedeuticum KLA-BA-HF-M1

Ziel des Propädeutikums (und des begleitenden Tutoriums, s. dort) ist es, Fragestellungen, Zielsetzungen, Arbeitstechniken und Methoden der archäologischen Wissenschaften, soweit sie am Institut für Archäologische Wissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität vertreten sind, und der Archäometrie kennen zu lernen. In den Veranstaltungen werden demzufolge die folgenden Haupt- und Nebenfachstudiengänge vorgestellt: Archäologie und Kulturgeschichte des Alten Orients; Archäologie und Geschichte der Römischen Provinzen; Archäologie von Münze, Geld und von Wirtschaft in der Antike; Archäometrie; Klassische Archäologie; Vor- und frühgeschichtliche Archäologie (s. Kommentierte Vorlesungsverzeichnisse der Abt. II und III).


Anna Langgartner

Tutorium zum „Propaedeuticum Archaeologicum I"

Mi 8.30-10 oder Fr 14.15-15.45 Raum 5.501 bzw. 5.401 Beginn s. Aushang

Bitte in die ausliegenden Listen eintragen!

Gemeinsames archäologisches Propaedeuticum KLA-BA-HF-M1

Die das Propaedeuticum Archaeologicum (s. dort) begleitenden Tutorien vertiefen die dort dargestellten Inhalte, geben Anleitungen zu ersten wissenschaftlichen Arbeiten und führen in die fachspezifischen Hilfsmittel ein. Aus diesem Grund wird dringend empfohlen, das Modul in den ersten beiden Semestern zu belegen (Teil I jeweils im Wintersemester, Teil II jeweils im Sommersemester).


Vorlesung


PD. Dr. Axel Filges

Statuengruppen des Hellenismus

Mi 10.15-11.45 Uhr, Raum 311 (Beginn: 15.10.2014)

Einführungsmodul: Einführung in die Klassische Archäologie KLA-BA-HF-M2

Basismodul: Methodische Grundlagen u. Materialkenntnis II: Formanalyse – Zeitbestimmung KLA-BA-HF-M4; KLA-BA-NF-M3

Aufbaumodul: Angewandte Methodik – Denkmäler und Befunde I: Plastik – Skulptur

KLA-BA-HF-M9; KLA-BA-NF-M5

Skulpturen der hellenistischen Zeit werden in ihrer Zeitstellung und ihren Aussageabsichten extrem kontrovers diskutiert. Dies gilt insbesondere für die mehrteiligen Ensembles der Statuengruppen, bei denen „das Ganze mehr als die Summe seiner Teile“ sei (Fuchs). Die Objekte lassen sich verschiedenen Themenbereiche zuordnen: Da sind dynastische Repräsentationsbilder (Daochos-Weihgeschenk), athletische Ringergruppen (Ostia, Florenz), Ehrenstatuen (Delos), Erinnerungen an militärische Siege (Großes und Kleines Gallieranathem), Kompositionen mit mythologischem Inhalt (Pasquino, Marsyas, Farnesischer Stier, Laokoon, Blendung des Polyphem, Odysseus und Skylla, Herakles und Prometheus), dionysische Gruppen (sog. Symplegmagruppen, Pan und Aphrodite) oder Kultbildensembles (Klaros, Lykosoura) und die Gruppenbildungen aus dem Umkreis des Pasiteles mit pseudo-mythologischen Themen (Orest und Elektra, Menelaos). Noch stärker als bei Einzelwerken steht bei den Gruppen die Entschlüsselung der Botschaft bzw. die Zugehörigkeit zu regionalen Kunstschulen im Focus der Forschung.

In den ersten Sitzungen werden grundsätzliche wissenschaftliche Modelle der Stil- und Themenentwicklung erläutert; in den folgenden Stunden erfolgt die Auseinandersetzung mit den Denkmälern, geordnet nach Themenkreisen. Dabei sollen vor allem die inhaltlichen sowie chronologischen Fragen anhand der Forschungsliteratur diskutiert werden. In der letzten Sitzung wird der Versuch einer Zusammenfassung unternommen.

Eine Anwesenheitspflicht besteht in der Vorlesung gemäß den Bologna-Konventionen nicht, in der Modulprüfung machen die Fragen zur Vorlesung rund ein Viertel der Klausurpunkte aus!

Einführende Literatur: G. Krahmer, Stilphasen der hellenistischen Plastik, RM 38/39, 1923-24, 138-185; E. Künzl, Frühhellenistische Gruppen (Köln 1968); K. Kell, Formuntersuchungen zu spät- und nachhellenistischen Gruppen (Saarbrücken 1988); R. R. R. Smith, Hellenistic Sculpture (London 1991); P. Zanker, Eine Kunst für die Sinne. Zur hellenistischen Bilderwelt des Dionysos und der Aphrodite (Berlin 1998); Chr. Kunze, Der Farnesische Stier und die Dirkegruppe des Apollonios und Tauriskos (Berlin 1998); P. C. Bol (Hrsg.), Hellenistische Gruppen. Gedenkschrift für Andreas Linfert (Mainz 1999); A. Stähli, Die Verweigerung der Lüste. Erotische Gruppen in der antiken Plastik (Berlin 1999); B. Andreae, Skulptur des Hellenismus (München 2001); Chr. Kunze, Zum Greifen nahe. Stilphänomene in der hellenistischen Kunst (München 2002); B. S. Ridgway, Hellenistic Sculpture I-III (Madison 1990-2002)


Einführungskurse


Dr. Ursula Mandel

Einführung in die Klassische Archäologie

Fr 10-11.30 Uhr, Raum 311 (Beginn: 17.10.2014)

Einführungsmodul KLA-BA-HF-M2; KLA-BA-NF-M1

Obligatorische Einführung in das Fach in Gestalt zweier Einführungskurse. Gegenstand des einen Kurses (EK I: Einführung in die Klassische Archäologie) ist das Fach in engerem Sinne; Gegenstand des anderen Kurses (EK II: Einführung in die antike Geschichte und Kulturgeschichte) ist darüber hinaus allgemeines Grundlagenwissen zur griechischen und römischen Kultur, ohne welches ein sinnvolles Studium der Klassischen Archäologie nicht möglich ist. Die in beiden Veranstal­tungen vermittelten Kenntnisse werden in Form von Klausuren abgefragt (als Studienleistungen im Laufe des Semesters und als Abschlussprüfungen).

Literatur: H. G. Niemeyer, Einführung in die Archäologie 4(Darmstadt 1995); W. R. Biers, Artefacts and Chronology in Classical Archaeology (London 1992); A. Borbein – T. Hölscher – P. Zanker (Hrsg.), Klassische Archäologie. Eine Einführung (Darmstadt 2000); U. Sinn, Einführung in die Klassische Archäologie (München 2000); T. Hölscher (Hrsg.), Grundwissen Klassische Archäologie (Darmstadt 2002); speziell Forschungs­geschichte: A. Rumpf, Archäologie I-II (Berlin 1953. 1956); N. Himmelmann, Utopische Vergangenheit. Archäologie und moderne Kultur (Berlin 1976). Einführung in die antike Geschichte: W. Dahlheim, Die Antike (Paderborn u. a. 1994); H.-J. Gehrke – H. Schneider (Hrsg.), Geschichte der Antike (Stuttgart 2000); D. Stutzinger, Griechen, Etrusker und Römer. Eine Kulturgeschichte der antiken Welt im Spiegel der Sammlungen des Archäologischen Museums Frankfurt (Regensburg 2012).


PD Dr. Axel Filges

Einführung in die antike Geschichte und Kulturgeschichte

Fr 12.15-13.45 Uhr, Raum 311 (Beginn: 24.10.2014)

Einführungsmodul KLA-BA-HF-M2; KLA-BA-NF-M1

s. EK Einführung in die Klassische Archäologie

1. Sitzung des EK „Einführung in die Antike Geschichte und Kulturgeschichte“ (17.10.14, 12.15-13.45 Uhr) fällt aus, da zu dieser Zeit (ab 11.30 Uhr) die „Allgemeine Erstsemestereinführung“ stattfindet.


Anna Langgartner

Tutorium zum Einführungskurs: Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten

Di 12.15-13.45 Uhr oder Do 16.15-17.45, Raum HZ 14 bzw. IG 5.501

(Beginn: Januar 2015 s. Aushang)


Proseminare


Dr. des. Michaela Dirschlmayer

Spätantike Kunst

Do 14.15-15.45 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 23.10.2014)

Basismodul: Methodische Grundlagen u. Materialkenntnis II: Formanalyse – Zeitbestimmung

KLA-BA-HF-M4; KLA-BA-NF-M3

Im späten 3. Jahrhundert lässt sich im Römischen Reich ein Umbruch feststellen, von dem das politische System, die Gesellschaft und die Religion betroffen waren. Auch in der Bildkunst vollzog sich ein Stilwandel. Im frühen 20. Jahrhundert bemerkte Alois Riegl hierzu, dass nicht der Verfall des Römischen Reiches die Kunst dieser Epoche geprägt habe, sondern das „Kunstwollen“ eine treibende Kraft gewesen sei. Neben stilistischen Veränderungen finden zudem neue Themen Eingang in die Bildkunst, denn mit dem Christentum dringt eine neue Religion mit ihren Motiven mehr und mehr in die Bereiche der Kunst vor. Es beginnt ein spannendes Nebeneinander von klassischen, antiken und christlichen Bildthemen und längst wird nicht mehr von einem Niedergang der Kunst gesprochen.

Dieses Proseminar dient der Einführung in die Spätantike Kunst und ihre stilistische Vielfalt. Anhand von Kurzreferaten werden die stilistischen Eigenheiten der wichtigsten Denkmäler dieser Zeit von den Seminarteilnehmern erarbeitet. Dabei sind etwa die sog. Historischen Reliefs, die den Kaiser und seine militärischen Erfolge feierten, ebenso zu berücksichtigen, wie die spätantiken Elfenbeinarbeiten. Darüber hinaus erfolgt sowohl eine Einordnung dieser Denkmäler in den historischen Kontext, als auch eine Einarbeitung in die Forschungsdiskussion bezüglich ihrer Einordnung und Deutung.

Einführende Literatur:R. Sörries, Spätantike und frühchristliche Kunst: eine Einführung in die Christliche Archäologie, Köln 2013;P. Veyne,Die Kunst der Spätantike: Geschichte eines Stilwandels, Stuttgart 2009; B. Brenk, Spätantike und frühes Christentum. Propyläen Kunstgeschichte 1985; W. F. Volbach, Frühchristliche Kunst: die Kunst der Spätantike in West- und Ostrom, München 1958; R. Delbrueck, Die Consulardiptychen und verwandte Denkmäler, Berlin 1929.


Dr. Marta Scarrone

Griechische Keramik der Sammlung des Instituts

Basismodul: Methodische Grundlagen u. Materialkenntnis II: Formanalyse – Zeitbestimmung

KLA-BA-HF-M4; KLA-BA-NF-M3

Di 14.15-15.45 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 21.10.2014)

Das Frankfurter Institut besitzt eine kleine, aber sehr interessante Antikensammlung, die von Anfang an didaktischen Zwecken diente und einen guten und konkreten Überblick über die griechische Keramik gibt.

In dem Proseminar werden wir Stücke der Frankfurter Universitätssammlung analysieren und bearbeiten, um die Grundlagen zur Bestimmung und zum Verständnis der antiken Keramik zu gewinnen und deren wichtigste Themen zu untersuchen: die Technik, den Herstellungsprozess, die Datierung, die Figuren des Malers und des Töpfers sowie den Stil der Darstellungen, die Formen, die Ornamente, die Ikonographie und die Funktion der Vasen.

Studienleistung: regelmäßige und aktive Teilnahme; Referate über die Stücke der Sammlung

Einführende Literatur: CVA Frankfurt 4; M. Bentz (Hrsg.), Tonart. Virtuosität antiker Töpfertechnik, Bonn 2010-2011 (Petersberg 2010); T. Mannack, Griechische Vasenmalerei (Darmstadt 2002); M. Roberston, The Art of Vase-Painting in Classical Athens (Cambridge 1992); E. Simon, Die Griechischen Vasen (München 1981).


SEMINARE


PD Dr. Axel Filges

Polyklet und sein Oeuvre. Kritische Analyse der zugeschriebenen Werke

Mo 10-12 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 20.10.2014)

Aufbaumodul: Angewandte Methodik – Denkmäler und Befunde I: Plastik – Skulptur

KLA-BA-HF-M9; KLA-BA-NF-M5

Keinem Bildhauer der hochklassischen Epoche wird eine so große Anzahl von einheitlich wirkenden Werken zugeschrieben wie dem aus Argos oder Sikyon stammenden Polyklet. Zahlreiche antike Schriften berichten über ihn und sein Oeuvre, erhalten haben sich jedoch keine bronzenen Originalstatuen, nur zwei Marmorbasen in Olympia stellen die einzigen unmittelbaren Zeugnisse seines Schaffens dar. So ist die Forschung auf die späthellenistischen und römischen Kopien angewiesen, aus denen sechs Vorbilder erschlossen und in einem komplexen Verfahren mit dem Künstler verbunden werden können. Dies sind das Frühwerk des Diskophoros, der schon in der Antike berühmte Doryphoros, der Herakles, Hermes und Diadumenos sowie die Frauenstatue der Amazone. Daneben gibt es immer wieder Versuche, Standbilder im polykletischen Stil als weitere Schöpfungen von der Hand des Meisters zu plausibilisieren wie z.B. den Kyniskos/Westmacottschen Epheben oder den Dresdner Knaben.

Im Seminar sollen die verlorenen Originale in Form der Kopien vorgestellt und die Gründe für die Zuschreibung zur Diskussion gestellt werden. Auch soll untersucht werden, welche Informationen zu dem Bildhauer und seinem Oeuvre in den antiken Quellen zur Verfügung stehen, wann das charakteristische Standmotiv aufkommt, welche Rolle die Maßverhältnisse – der Kanon des Polyklet – spielen und wie sich das Gesamtwerk in die Plastik des 5. Jhs. v.Chr. einfügt.

Die Sitzungen werden zumeist in Form von Referaten bestritten, die starke Diskussionsanreize enthalten sollen. Die Modulprüfung im Seminar ist eine Hausarbeit, neben der Fragen aus der Vorlesung und Übung auf wenigen Seiten zu beantworten sind.

Einführende Literatur: K. Friederichs, Der Doryphoros desPolyklet, BWPr 23, 1863; Th. Lorenz, Polyklet (Wiesbaden 1972); H. von Steuben, Der Kanon des Polyklet (Tübingen 1973); H. Beck - M. Bückling – P. C. Bol (Hrsg.),Polyklet. Der Bildhauer der griechischen Klassik. Ausstellung im Liebieghaus-Museum Alter Plastik Frankfurt am Main (Mainz 1990); D. Kreikenbom,Bildwerke nach Polyklet. Kopienkritische Untersuchungen zu den männlichen statuarischen Typen nach polykletischen Vorbildern. „Diskophoros“, Hermes, Doryphoros, Herakles, Diadumenos (Berlin 1990); E. Berger (Hrsg.), Der Entwurf des Künstlers. Bildhauerkanon in der Antike und Neuzeit (Basel 1992); H. Beck – P. C. Bol (Hrsg.),Polykletforschungen. Schriften desLiebieghauses (Berlin 1993); W. G. Moon (Hrsg.), Polykleitos, the Doryphoros, and Tradition (Madison 1995); G. Hafner, Polyklet. Doryphoros: Revision eines Kunsturteils (Frankfurt am Main 1997); A. H. Borbein, Polyklet, in: Die griechische Klassik. Idee oder Wirklichkeit? Kat. Berlin (Mainz 2002) 354-363.


Dr. Ursula Mandel

Antike Toreutik

Di 9.30-12 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 21.10.2014)

Aufbaumodul: Angewandte Methodik – Denkmäler und Befunde I: Plastik – Skulptur

KLA-BA-HF-M9; KLA-BA-NF-M5

Das Seminar bietet einen Einstieg in die Gattungen der figürlich verzierten Gefäße und Geräte (Beschläge, Spiegel u. Ä.) aus Bronze und Edelmetall. Erstes Ziel der gemeinsamen Arbeit wird sein, die wichtigsten Materialkomplexe kennenzulernen und die Entwicklung von der griechischen Archaik bis zur römischen frühen Kaiserzeit zu überblicken. Ein Verständnis der Herstellungstechniken und Werkstattpraktiken gehört dazu. Besondere Aufmerksamkeit werden die Blütezeiten bestimmter Objektgattungen in bestimmten Regionen erhalten. Sie scheinen mit gesellschaftlichen Situationen zu korrelieren, in denen privater Luxus als Lebensstil der Eliten toleriert wird – in durchaus unterschiedlichem Ausmaß und in unterschiedlichen Lebensbereichen. Im griechischen Zeitraum ist dabei häufig eine Orientierung an den Luxusobjekten des Vorderen Orients zu beobachten. Beim Bemühen um ein kulturhistorisches Verständnis der Phänomene müssen im Einzelfall chronologische, formgeschichtliche und ikonographische Fragen behandelt werden, um – unter Berücksichtigung sicherer Fundkontexte – die Funktion der Objekte zu erschließen.

Studienleistung: aktiveregelmäßige Teilnahme, Referat; Modulprüfung: Hausarbeit.

Einführende Literatur:D.E. Strong, Greek and Roman Gold and Silver Plate (London 1966); C. Reinsberg, Studien zur hellenistischen Toreutik. Die antiken Gipsabgüsse aus Memphis (Hildesheim 1980); C. Rolley, Les vases de bronze de l'archaïsme récent en Grande-Grèce (Paris 1982); M. Pfrommer, Studien zu alexandrinischer und großgriechischer Toreutik (Berlin 1987); B. Barr-Sharrar, The Hellenistic and Early Imperial Decorative Bust (Mainz 1987); S. Faust, Fulcra. Figürlicher und ornamentaler Schmuck an antiken Betten (Mainz 1989); A. Schwarzmaier, Griechische Klappspiegel. Untersuchungen zu Typologie und Stil (Berlin 1997); H.H. v. Prittwitz u. Gaffron – H. Mielsch, Das Haus lacht vor Silber, Ausstellung Bonn, Rhein.Landesmuseum (Bonn 1997); G. Themeles – I. P. Turatsoglu, Oi taphoi tu Derbeniu (Athen 1997); M. Y. Treister, Hammering techniques in Greek and Roman jewellery and toreutics (Leiden 2001); B. Barr-Sharrar, The Derveni Krater. Masterpiece of classical Greek metalwork (Princeton, NJ 2007).


ÜBUNGEN


Prof. Dr. Vinzenz Brinkmann

Die antike Skulptur und die Nachahmung der Natur

Do 16.15-17.45 Uhr, Liebieghaus Sonderausstellung „Die große Illusion“, (Beginn 23.10.2014 im Liebieghaus)

Basismodul: Methodische Grundlagen u. Materialkenntnis II: Formanalyse – Zeitbestimmung

KLA-BA-HF-M4; KLA-BA-NF-M3

Die Übung wird sich allgemein mit formalen Aspekten der griechischen und römischen Skulptur auseinandersetzen, ein Schwerpunkt wird jedoch auf Fragen der Naturnachahmung gesetzt werden. Offensichtlich war der Wunsch, die Wahrnehmung des Betrachters zu "täuschen", eine der treibenden Kräfte der antiken Kunst. Ziel war hierbei, dem Bild des Gottes, des Helden, Athleten, Politikers und Intellektuellen einen hohen Wahrheitsgehalt und eine veristische Wirkung zu verleihen. Das Bemühen, den Zuhörer oder Betrachter im Bereich seiner natürlichen sinnlichen Wahrnehmung unmittelbar zu berühren, nannten die Griechen "Mimesis", die Römer "imitatio". Die Bedeutung dieser Begriffe soll ebenso in seinem ganzen Umfang hinterfragt werden.


Dr. Lilly Kelperi

Schlüsselwerke der hellenistischen Plastik und Skulptur

Mi 14.15-15.45 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 15.10.2014)

Basismodul: Methodische Grundlagen u. Materialkenntnis II: Formanalyse – Zeitbestimmung

KLA-BA-HF-M4; KLA-BA-NF-M3

In dieser Übung werden die sog. realistischen Figuren in der Plastik hellenistischer Zeit untersucht: Alte, Kinder und Ausübende missachteter Berufe wie Fischer, Hirten, Prostituierte. Diese so heterogene Gruppe verbindet ein gemeinsames Merkmal: Ihre Darstellungsweise weicht vom antiken Schönheitsideal ab, bei dem Götter und Menschen in zeitloser Bestform erscheinen. Zum Verständnis des typisch hellenistischen Phänomens werden wir auch zeitgenössische literarische Quellen hinzuziehen, die das Interesse der Gesellschaft für solche Figuren belegen und die Reaktionen des Betrachters bei ihrem Anblick thematisieren.

Einführende Literatur: P. C. Bol (Hrsg.), Die Geschichte der antiken Bildhauerkunst III. Hellenistische Plastik (Mainz 2007); Chr. Kunze, Zum Greifen nach. Stilphänomene der hellenistischen Skulptur und ihre inhaltliche Interpretation (München 2002); N. Himmelmann, Über Hirtengenre in der antiken Kunst (Opladen 1980); H. P. Laubscher, Fischer und Landleute. Studien zur hellenistischen Genreplastik (Mainz 1982); N. Himmelmann, Alexandria und der Realismus in der griechischen Kunst (Tübingen 1983); G. Zanker, Modes of viewing in Hellenistic poetry and art (Madison 2003)


Annabel Bokern M.A.

Kopfbilder. Zu Material, Farbe und Gestaltung römischer Porträts

Di 16-18 Uhr, Raum 5.501; Beginn: 21.10.2014

Aufbaumodul: Angewandte Methodik – Denkmäler und Befunde I: Plastik – Skulptur

KLA-BA-HF-M9; KLA-BA-NF-M5

Eines der wichtigsten Medien in der römischen Antike waren Porträts. Als Standbilder und Büsten, im Relief gearbeitet oder auf Trägermaterialien gemalt sind sie in vielen Kontexten von der Republik bis in die Spätantike erhalten. In dieser Übung wird das Porträt im eigentlichen Sinne und damit vor allem die Gestaltung von Kopf und Gesicht im Fokus stehen. Es soll der Frage nach der Gestaltung und Produktion von Porträts, den Eigenschaften des verwendeten Materials, dem Einsatz von Farbe sowie deren Auswirkungen auf die Aussagekraft für den jeweiligen Kontext nachgegangen werden. Die Übung ist zu diesem Zweck in mehrere Themenblöcke unterteilt, die aufeinander aufbauen und denen jeweils ein theoretisch-methodisches Einführungsmodul vorangestellt ist. In den Folgesitzungen sollen anhand von Fallstudien die erarbeiteten Fragen am Objekt überprüft werden. Soweit sinnvoll und möglich findet dies in der Gipsabguss-Sammlung oder in der Liebieghaus Skulpturensammlung statt, in der zeitgleich die Sonderausstellung „Die große Illusion. Veristische Skulpturen und ihre Techniken“ gezeigt wird.

Als Studienleistung gelten die in Kleingruppen erarbeiteten Fallstudien, die im Laufe des Semesters von den Teilnehmenden präsentiert und in der Gruppe diskutiert werden. Für alle Teilnehmenden wird regelmäßige Anwesenheit und Mitarbeit sowie die Vorbereitung von Texten für die Theorie-Sitzungen vorausgesetzt. Die Bewertung der Frage zur Hausarbeit findet Eingang in die Abschlussnote des Moduls.

Einführende Literatur:M. Pfanner, Über das Herstellen von Porträts, JdI 104, 1989, 157-282; J.-Ch. Balty, Porträt und Gesellschaft in der römischen Welt, 11. TrWPr (Mainz 1993); B. Borg, Mumienporträts. Chronologie und kultureller Kontext (Mainz 1996); G. Lahusen, Römische Bildnisse aus Bronze. Kunst und Technik (München 2001); J. Fejfer, Roman Portraits in Context.Image and Context 2 (Berlin und New York 2008) 152-180. 228-245; R. Panzanelli (Hrsg.), The Color of Life. Polychromy in Sculpture from Antiquity to the Present (Los Angeles 2008) 40-61; G. Lahusen, Römische Bildnisse.Auftraggeber – Funktionen – Standorte (Darmstadt 2010).

Zur Vorbereitung und Auffrischung empfehlenswert: E-Learning-Programm „Das Porträt in der Antike“ unter http://viamus.uni-goettingen.de/fr/e/uni/


Dr. Marta Scarrone

Die Meister der griechischen Bildhauerkunst

Do 12.15-13.45 Uhr, Raum 0.457 (Beginn: 16.10.2014)

Aufbaumodul: Angewandte Methodik – Denkmäler und Befunde I: Plastik – Skulptur

KLA-BA-HF-M9; KLA-BA-NF-M5

Der Meisterforschung im Allgemeinen und auf dem Gebiet der griechischen Bildhauerkunst im Besonderen – wo sie eng mit dem Namen A. Furtwänglers (1853-1907) verbunden ist – wird heute oft mit Skepsis begegnet. Aber die Geschichte der griechischen Skulptur ist nicht einfach ein anonymer Vorgang, der von einem allgemeinen Kunstwollen ausgetragen wird, sondern das Ergebnis von Experimenten, Innovationen und Interaktionen seitens historischer Künstlerpersönlichkeiten.

Die Identifizierung und Rekonstruktion dieser historischen Künstlerpersönlichkeiten ist das Thema der Übung: anhand der Analyse der vorgeschlagenen Zuschreibungen und der entsprechenden Methode, der antiken Schriftquellen und der archäologischen Befunde werden wir den Corpus der Werke eines Bildhauers testen und erforschen und so in chronologischer Ordnung den Stil der großen Meister der griechischen Bildhauerkunst (wie Phidias, Polyklet, Skopas, Praxiteles, Lysipp, Damophon) untersuchen.

Studienleistung: regelmäßige und aktive Teilnahme; Referate.

Einführende Literatur: A. Furtwängler, Meisterwerke der griechischen Plastik (Leipzig 1893); J. Overbeck, Die antiken Schriftquellen zur Geschichte der bildenden Künste bei den Griechen (Leipzig 1868); G. Lippold, Die griechische Plastik (München 1950); O. Palagia – Pollitt, Personal Styles in Greek Sculpture (Cambridge 1996); V. M. Strocka (Hrsg.), Meisterwerke Symposium aus Anlass des 150. Geburtstages von Adolf Furtwängler (München 2005); A. Stewart, Greek Sculpture. An Exploration (New Haven 1990); P. C. Bol (Hrsg.), Die Geschichte der antiken Bildhauerkunst (Mainz 2002-2010).


Kolloquium für Hauptfachstudierende


PD Dr. Axel Filges / Dr. Ursula Mandel / Dr. Marta Scarrone

Aktuelle archäologische Themen, Neuerscheinungen und laufende Arbeiten

Do 18-20 Uhr c.t., Raum 5.501 (Termine s. Aushang)

Kolloquiumsmodul: Präsentationen, Moderation und Kritik

KLA-BA-HF-M14

In dieser Veranstaltung sollen in Arbeit befindliche Forschungen aus dem Kreis der Studierenden, Doktoranden und Mitarbeiter des Instituts, ggf. auch auswärtiger Vortragender, vorgestellt und diskutiert werden. Wenn die Zeit es erlaubt, werden außerdem wichtige Neuerscheinungen aus dem Fach besprochen. Ein thematischer Rahmen hierfür wird in der ersten Sitzung vereinbart.


Exkursion


PD Dr. Axel Filges / Dr. Ursula Mandel / Dr. Marta Scarrone

Kurz-Exkursionen B.A.

Vorbesprechung: Do 16-18, Raum 5.501, Termin s. Aushang

Museumsmodul I + II KLA-BA-HF-M6; KLA-BA-HF-M12

Die Termine und Ziele der Kurz-Exkursion als obligatorischem Bestandteil des B.A.-Hauptfachmoduls M6, Museumsmodul 1 werden zu Beginn des Wintersemesters bekanntgegeben (Aushänge!).


MAG-Studiengang


Vorlesung


PD Dr. Axel Filges

Statuengruppen des Hellenismus

Mi 10.15-11.45 Uhr, Raum 311 (Beginn: 15.10.2014)

KLA-MAG-HF-M8; KLA-MAG-NF-M7 Plastik/Skulptur; KLA-MAG-HF-M3; KLA-MAG-NF-M3 Formanalyse

Skulpturen der hellenistischen Zeit werden in ihrer Zeitstellung und ihren Aussageabsichten extrem kontrovers diskutiert. Dies gilt insbesondere für die mehrteiligen Ensembles der Statuengruppen, bei denen „das Ganze mehr als die Summe seiner Teile“ sei (Fuchs). Die Objekte lassen sich verschiedenen Themenbereiche zuordnen: Da sind dynastische Repräsentationsbilder (Daochos-Weihgeschenk), athletische Ringergruppen (Ostia, Florenz), Ehrenstatuen (Delos), Erinnerungen an militärische Siege (Großes und Kleines Gallieranathem), Kompositionen mit mythologischem Inhalt (Pasquino, Marsyas, Farnesischer Stier, Laokoon, Blendung des Polyphem, Odysseus und Skylla, Herakles und Prometheus), dionysische Gruppen (sog. Symplegmagruppen, Pan und Aphrodite) oder Kultbildensembles (Klaros, Lykosoura) und die Gruppenbildungen aus dem Umkreis des Pasiteles mit pseudo-mythologischen Themen (Orest und Elektra, Menelaos). Noch stärker als bei Einzelwerken steht bei den Gruppen die Entschlüsselung der Botschaft bzw. die Zugehörigkeit zu regionalen Kunstschulen im Focus der Forschung.

In den ersten Sitzungen werden grundsätzliche wissenschaftliche Modelle der Stil- und Themenentwicklung erläutert; in den folgenden Stunden erfolgt die Auseinandersetzung mit den Denkmälern, geordnet nach Themenkreisen. Dabei sollen vor allem die inhaltlichen sowie chronologischen Fragen anhand der Forschungsliteratur diskutiert werden. In der letzten Sitzung wird der Versuch einer Zusammenfassung unternommen.

Eine Anwesenheitspflicht besteht in der Vorlesung gemäß den Bologna-Konventionen nicht, in der Modulprüfung machen die Fragen zur Vorlesung rund ein Viertel der Klausurpunkte aus!

Einführende Literatur: G. Krahmer, Stilphasen der hellenistischen Plastik, RM 38/39, 1923-24, 138-185; E. Künzl, Frühhellenistische Gruppen (Köln 1968); K. Kell, Formuntersuchungen zu spät- und nachhellenistischen Gruppen (Saarbrücken 1988); R. R. R. Smith, Hellenistic Sculpture (London 1991); P. Zanker, Eine Kunst für die Sinne. Zur hellenistischen Bilderwelt des Dionysos und der Aphrodite (Berlin 1998); Chr. Kunze, Der Farnesische Stier und die Dirkegruppe des Apollonios und Tauriskos (Berlin 1998); P. C. Bol (Hrsg.), Hellenistische Gruppen. Gedenkschrift für Andreas Linfert (Mainz 1999); A. Stähli, Die Verweigerung der Lüste. Erotische Gruppen in der antiken Plastik (Berlin 1999); B. Andreae, Skulptur des Hellenismus (München 2001); Chr. Kunze, Zum Greifen nahe. Stilphänomene in der hellenistischen Kunst (München 2002); B. S. Ridgway, Hellenistic Sculpture I-III (Madison 1990-2002)


Proseminare


Dr. des. Michaela Dirschlmayer

Spätantike Kunst

Do 14.15-15.45 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 23.10.2014)

KLA-MAG-HF-M3; KLA-MAG-NF-M3 Formanalyse

Im späten 3. Jahrhundert lässt sich im Römischen Reich ein Umbruch feststellen, von dem das politische System, die Gesellschaft und die Religion betroffen waren. Auch in der Bildkunst vollzog sich ein Stilwandel. Im frühen 20. Jahrhundert bemerkte Alois Riegl hierzu, dass nicht der Verfall des Römischen Reiches die Kunst dieser Epoche geprägt habe, sondern das „Kunstwollen“ eine treibende Kraft gewesen sei. Neben stilistischen Veränderungen finden zudem neue Themen Eingang in die Bildkunst, denn mit dem Christentum dringt eine neue Religion mit ihren Motiven mehr und mehr in die Bereiche der Kunst vor. Es beginnt ein spannendes Nebeneinander von klassischen, antiken und christlichen Bildthemen und längst wird nicht mehr von einem Niedergang der Kunst gesprochen.

Dieses Proseminar dient der Einführung in die Spätantike Kunst und ihre stilistische Vielfalt. Anhand von Kurzreferaten werden die stilistischen Eigenheiten der wichtigsten Denkmäler dieser Zeit von den Seminarteilnehmern erarbeitet. Dabei sind etwa die sog. Historischen Reliefs, die den Kaiser und seine militärischen Erfolge feierten, ebenso zu berücksichtigen, wie die spätantiken Elfenbeinarbeiten. Darüber hinaus erfolgt sowohl eine Einordnung dieser Denkmäler in den historischen Kontext, als auch eine Einarbeitung in die Forschungsdiskussion bezüglich ihrer Einordnung und Deutung.

Einführende Literatur:R. Sörries, Spätantike und frühchristliche Kunst: eine Einführung in die Christliche Archäologie, Köln 2013;P. Veyne,Die Kunst der Spätantike: Geschichte eines Stilwandels, Stuttgart 2009; B. Brenk, Spätantike und frühes Christentum. Propyläen Kunstgeschichte 1985; W. F. Volbach, Frühchristliche Kunst: die Kunst der Spätantike in West- und Ostrom, München 1958; R. Delbrueck, Die Consulardiptychen und verwandte Denkmäler, Berlin 1929.


Dr. Marta Scarrone

Griechische Keramik der Sammlung des Instituts

KLA-MAG-HF-M3; KLA-MAG-NF-M3 Formanalyse

Di 14.15-15.45 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 21.10.2014)

Das Frankfurter Institut besitzt eine kleine, aber sehr interessante Antikensammlung, die von Anfang an didaktischen Zwecken diente und einen guten und konkreten Überblick über die griechische Keramik gibt.

In dem Proseminar werden wir Stücke der Frankfurter Universitätssammlung analysieren und bearbeiten, um die Grundlagen zur Bestimmung und zum Verständnis der antiken Keramik zu gewinnen und deren wichtigste Themen zu untersuchen: die Technik, den Herstellungsprozess, die Datierung, die Figuren des Malers und des Töpfers sowie den Stil der Darstellungen, die Formen, die Ornamente, die Ikonographie und die Funktion der Vasen.

Studienleistung: regelmäßige und aktive Teilnahme; Referate über die Stücke der Sammlung

Einführende Literatur: CVA Frankfurt 4; M. Bentz (Hrsg.), Tonart. Virtuosität antiker Töpfertechnik, Bonn 2010-2011 (Petersberg 2010); T. Mannack, Griechische Vasenmalerei (Darmstadt 2002); M. Roberston, The Art of Vase-Painting in Classical Athens (Cambridge 1992); E. Simon, Die Griechischen Vasen (München 1981).


Seminare


PD Dr. Axel Filges

Polyklet und sein Oeuvre. Kritische Analyse der zugeschriebenen Werke

Mo 10-12 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 20.10.2014)

KLA-MAG-HF-M8; KLA-MAG-NF-M7 Plastik/Skulptur

Keinem Bildhauer der hochklassischen Epoche wird eine so große Anzahl von einheitlich wirkenden Werken zugeschrieben wie dem aus Argos oder Sikyon stammenden Polyklet. Zahlreiche antike Schriften berichten über ihn und sein Oeuvre, erhalten haben sich jedoch keine bronzenen Originalstatuen, nur zwei Marmorbasen in Olympia stellen die einzigen unmittelbaren Zeugnisse seines Schaffens dar. So ist die Forschung auf die späthellenistischen und römischen Kopien angewiesen, aus denen sechs Vorbilder erschlossen und in einem komplexen Verfahren mit dem Künstler verbunden werden können. Dies sind das Frühwerk des Diskophoros, der schon in der Antike berühmte Doryphoros, der Herakles, Hermes und Diadumenos sowie die Frauenstatue der Amazone. Daneben gibt es immer wieder Versuche, Standbilder im polykletischen Stil als weitere Schöpfungen von der Hand des Meisters zu plausibilisieren wie z.B. den Kyniskos/Westmacottschen Epheben oder den Dresdner Knaben.

Im Seminar sollen die verlorenen Originale in Form der Kopien vorgestellt und die Gründe für die Zuschreibung zur Diskussion gestellt werden. Auch soll untersucht werden, welche Informationen zu dem Bildhauer und seinem Oeuvre in den antiken Quellen zur Verfügung stehen, wann das charakteristische Standmotiv aufkommt, welche Rolle die Maßverhältnisse – der Kanon des Polyklet – spielen und wie sich das Gesamtwerk in die Plastik des 5. Jhs. v.Chr. einfügt.

Die Sitzungen werden zumeist in Form von Referaten bestritten, die starke Diskussionsanreize enthalten sollen. Die Modulprüfung im Seminar ist eine Hausarbeit, neben der Fragen aus der Vorlesung und Übung auf wenigen Seiten zu beantworten sind.

Einführende Literatur: K. Friederichs, Der Doryphoros desPolyklet, BWPr 23, 1863; Th. Lorenz, Polyklet (Wiesbaden 1972); H. von Steuben, Der Kanon des Polyklet (Tübingen 1973); H. Beck - M. Bückling – P. C. Bol (Hrsg.),Polyklet. Der Bildhauer der griechischen Klassik. Ausstellung im Liebieghaus-Museum Alter Plastik Frankfurt am Main (Mainz 1990); D. Kreikenbom,Bildwerke nach Polyklet. Kopienkritische Untersuchungen zu den männlichen statuarischen Typen nach polykletischen Vorbildern. „Diskophoros“, Hermes, Doryphoros, Herakles, Diadumenos (Berlin 1990); E. Berger (Hrsg.), Der Entwurf des Künstlers. Bildhauerkanon in der Antike und Neuzeit (Basel 1992); H. Beck – P. C. Bol (Hrsg.),Polykletforschungen. Schriften desLiebieghauses (Berlin 1993); W. G. Moon (Hrsg.), Polykleitos, the Doryphoros, and Tradition (Madison 1995); G. Hafner, Polyklet. Doryphoros: Revision eines Kunsturteils (Frankfurt am Main 1997); A. H. Borbein, Polyklet, in: Die griechische Klassik. Idee oder Wirklichkeit? Kat. Berlin (Mainz 2002) 354-363.


Dr. Ursula Mandel

Antike Toreutik

Di 9.30-12 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 21.10.2014)

KLA-MAG-HF-M8; KLA-MAG-NF-M7 Plastik/Skulptur; KLA-MAG-HF-M7; KLA-MAG-NF-M6 Kleinkunst, Gerät, Realia

Das Seminar bietet einen Einstieg in die Gattungen der figürlich verzierten Gefäße und Geräte (Beschläge, Spiegel u. Ä.) aus Bronze und Edelmetall. Ein erstes Ziel des Seminars ist es, die wichtigsten Materialkomplexe kennenzulernen und die Entwicklung von der griechischen Archaik bis zur römischen frühen Kaiserzeit zu überblicken. Ein Verständnis der Herstellungstechniken und Werkstattpraktiken gehört dazu. Besondere Aufmerksamkeit werden die Blütezeiten bestimmter Objektgattungen in bestimmten Regionen erhalten. Sie scheinen mit gesellschaftlichen Situationen zu korrelieren, in denen privater Luxus als Lebensstil der Eliten toleriert wird – in durchaus unterschiedlichem Ausmaß und in unterschiedlichen Lebensbereichen. Im griechischen Zeitraum ist dabei häufig eine Orientierung an den Luxusobjekten des Vorderen Orients zu beobachten. Beim Bemühen um ein kulturhistorisches Verständnis der Phänomene müssen im Einzelfall chronologische, formgeschichtliche und ikonographische Fragen behandelt werden, um – unter Berücksichtigung sicherer Fundkontexte – die Funktion der Objekte zu erschließen.

Studienleistung: aktiveregelmäßige Teilnahme, Referat; Modulprüfung: Hausarbeit.

Einführende Literatur:D.E. Strong, Greek and Roman Gold and Silver Plate (London 1966); C. Reinsberg, Studien zur hellenistischen Toreutik. Die antiken Gipsabgüsse aus Memphis (Hildesheim 1980); C. Rolley, Les vases de bronze de l'archaïsme récent en Grande-Grèce (Paris 1982); M. Pfrommer, Studien zu alexandrinischer und großgriechischer Toreutik (Berlin 1987); B. Barr-Sharrar, The Hellenistic and Early Imperial Decorative Bust (Mainz 1987); S. Faust, Fulcra. Figürlicher und ornamentaler Schmuck an antiken Betten (Mainz 1989); A. Schwarzmaier, Griechische Klappspiegel. Untersuchungen zu Typologie und Stil (Berlin 1997); H.H. v. Prittwitz u. Gaffron – H. Mielsch, Das Haus lacht vor Silber, Ausstellung Bonn, Rhein.Landesmuseum (Bonn 1997); G. Themeles – I. P. Turatsoglu, Oi taphoi tu Derbeniu (Athen 1997); M. Y. Treister, Hammering techniques in Greek and Roman jewellery and toreutics (Leiden 2001); B. Barr-Sharrar, The Derveni Krater. Masterpiece of classical Greek metalwork (Princeton, NJ 2007)


Übungen


Prof. Dr. Vinzenz Brinkmann

Die antike Skulptur und die Nachahmung der Natur

Do 16.15-17.45 Uhr, Liebieghaus Sonderausstellung „Die große Illusion“, (Beginn 23.10.2014 im Liebieghaus)

KLA-MAG-HF-M3; KLA-MAG-NF-M3 Formanalyse

Die Übung wurde sich allgemein mit formalen Aspekten der griechischen und römischen Skulptur auseinandersetzen. Es wird jedoch ein Schwerpunkt auf Fragen der Naturnachahmung gesetzt werden. Offensichtlich war der Wunsch, die Wahrnehmung des Betrachters zu "täuschen", eine der treibenden Kräfte der antiken Kunst. Ziel war hierbei, dem Bild des Gottes, des Helden, Athleten, Politikers und Intellektuellen einen hohen Wahrheitsgehalt und eine veristische Wirkung zu verleihen. Das Bemühen, den Zuhörer oder Betrachter im Bereich seiner natürlichen sinnlichen Wahrnehmung unmittelbar zu berühren, nannten die Griechen "Mimesis", die Römer "imitatio". Die Bedeutung dieser Begriffe soll ebenso in seinem ganzen Umfang hinterfragt werden.


Dr. Lilly Kelperi

Schlüsselwerke der hellenistischen Plastik und Skulptur

Mi 14.15-15.45 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 15.10.2014)

KLA-MAG-HF-M3; KLA-MAG-NF-M3 Formanalyse

In dieser Übung werden die sog. realistischen Figuren in der Plastik hellenistischer Zeit untersucht: Alte, Kinder und Ausübende missachteter Berufe wie Fischer, Hirten, Prostituierte. Diese so heterogene Gruppe verbindet ein gemeinsames Merkmal: Ihre Darstellungsweise weicht vom antiken Schönheitsideal ab, bei dem Götter und Menschen in zeitloser Bestform erscheinen. Zum Verständnis des typisch hellenistischen Phänomens werden wir auch zeitgenössische literarische Quellen hinzuziehen, die das Interesse der Gesellschaft für solche Figuren belegen und die Reaktionen des Betrachters bei ihrem Anblick thematisieren.

Einführende Literatur: P. C. Bol (Hrsg.), Die Geschichte der antiken Bildhauerkunst III. Hellenistische Plastik (Mainz 2007); Chr. Kunze, Zum Greifen nach. Stilphänomene der hellenistischen Skulptur und ihre inhaltliche Interpretation (München 2002); N. Himmelmann, Über Hirtengenre in der antiken Kunst (Opladen 1980); H. P. Laubscher, Fischer und Landleute. Studien zur hellenistischen Genreplastik (Mainz 1982); N. Himmelmann, Alexandria und der Realismus in der griechischen Kunst (Tübingen 1983); G. Zanker, Modes of viewing in Hellenistic poetry and art (Madison 2003)


Annabel Bokern M.A.

Kopfbilder. Zu Material, Farbe und Gestaltung römischer Porträts

Di 16-18 Uhr, Raum 5.501; Beginn: 21.10.2014

KLA-MAG-HF-M8; KLA-MAG-NF-M7 Plastik/Skulptur

Eines der wichtigsten Medien in der römischen Antike waren Porträts. Als Standbilder und Büsten, im Relief gearbeitet oder auf Trägermaterialien gemalt sind sie in vielen Kontexten von der Republik bis in die Spätantike erhalten. In dieser Übung wird das Porträt im eigentlichen Sinne und damit vor allem die Gestaltung von Kopf und Gesicht im Fokus stehen. Es soll der Frage nach der Gestaltung und Produktion von Porträts, den Eigenschaften des verwendeten Materials, dem Einsatz von Farbe sowie deren Auswirkungen auf die Aussagekraft für den jeweiligen Kontext nachgegangen werden. Die Übung ist zu diesem Zweck in mehrere Themenblöcke unterteilt, die aufeinander aufbauen und denen jeweils ein theoretisch-methodisches Einführungsmodul vorangestellt ist. In den Folgesitzungen sollen anhand von Fallstudien die erarbeiteten Fragen am Objekt überprüft werden. Soweit sinnvoll und möglich findet dies in der Gipsabguss-Sammlung oder in der Liebieghaus Skulpturensammlung statt, in der zeitgleich die Sonderausstellung „Die große Illusion. Veristische Skulpturen und ihre Techniken“ gezeigt wird.

Als Studienleistung gelten die in Kleingruppen erarbeiteten Fallstudien, die im Laufe des Semesters von den Teilnehmenden präsentiert und in der Gruppe diskutiert werden. Für alle Teilnehmenden wird regelmäßige Anwesenheit und Mitarbeit sowie die Vorbereitung von Texten für die Theorie-Sitzungen vorausgesetzt. Die Bewertung der Frage zur Hausarbeit findet Eingang in die Abschlussnote des Moduls.

Einführende Literatur:M. Pfanner, Über das Herstellen von Porträts, JdI 104, 1989, 157-282; J.-Ch. Balty, Porträt und Gesellschaft in der römischen Welt, 11. TrWPr (Mainz 1993); B. Borg, Mumienporträts. Chronologie und kultureller Kontext (Mainz 1996); G. Lahusen, Römische Bildnisse aus Bronze. Kunst und Technik (München 2001); J. Fejfer, Roman Portraits in Context.Image and Context 2 (Berlin und New York 2008) 152-180. 228-245; R. Panzanelli (Hrsg.), The Color of Life. Polychromy in Sculpture from Antiquity to the Present (Los Angeles 2008) 40-61; G. Lahusen, Römische Bildnisse.Auftraggeber – Funktionen – Standorte (Darmstadt 2010).

Zur Vorbereitung und Auffrischung empfehlenswert: E-Learning-Programm „Das Porträt in der Antike“ unter http://viamus.uni-goettingen.de/fr/e/uni/


Dr. Marta Scarrone

Die Meister der griechischen Bildhauerkunst

Do 12.15-13.45 Uhr, Raum 0.457 (Beginn: 16.10.2014)

KLA-MAG-HF-M8; KLA-MAG-NF-M7 Plastik/Skulptur

Der Meisterforschung im Allgemeinen und auf dem Gebiet der griechischen Bildhauerkunst im Besonderen – wo sie eng mit dem Namen A. Furtwänglers (1853-1907) verbunden ist – wird heute oft mit Skepsis begegnet. Aber die Geschichte der griechischen Skulptur ist nicht einfach ein anonymer Vorgang, der von einem allgemeinen Kunstwollen ausgetragen wird, sondern das Ergebnis von Experimenten, Innovationen und Interaktionen seitens historischer Künstlerpersönlichkeiten.

Die Identifizierung und Rekonstruktion dieser historischen Künstlerpersönlichkeiten ist das Thema der Übung: anhand der Analyse der vorgeschlagenen Zuschreibungen und der entsprechenden Methode, der antiken Schriftquellen und der archäologischen Befunde werden wir den Corpus der Werke eines Bildhauers testen und erforschen und so in chronologischer Ordnung den Stil der großen Meister der griechischen Bildhauerkunst (wie Phidias, Polyklet, Skopas, Praxiteles, Lysipp, Damophon) untersuchen.

Studienleistung: regelmäßige und aktive Teilnahme; Referate.

Einführende Literatur: A. Furtwängler, Meisterwerke der griechischen Plastik (Leipzig 1893); J. Overbeck, Die antiken Schriftquellen zur Geschichte der bildenden Künste bei den Griechen (Leipzig 1868); G. Lippold, Die griechische Plastik (München 1950); O. Palagia – Pollitt, Personal Styles in Greek Sculpture (Cambridge 1996); V. M. Strocka (Hrsg.), Meisterwerke Symposium aus Anlass des 150. Geburtstages von Adolf Furtwängler (München 2005); A. Stewart, Greek Sculpture. An Exploration (New Haven 1990); P. C. Bol (Hrsg.), Die Geschichte der antiken Bildhauerkunst (Mainz 2002-2010).


Kolloquium für Hauptfachstudierende


PD Dr. Axel Filges / Dr. Ursula Mandel / Dr. Marta Scarrone

Aktuelle archäologische Themen, Neuerscheinungen und laufende Arbeiten

Do 18.15-19.45 Uhr, Raum 5.501 (Termine und Beginn s. Aushang)

Kolloquiumsmodul KLA-MAG-HF-M13

In dieser Veranstaltung sollen in Arbeit befindliche Forschungen aus dem Kreis der Studierenden, Doktoranden und Mitarbeiter des Instituts, ggf. auch auswärtiger Vortragender, vorgestellt und diskutiert werden. Wenn die Zeit es erlaubt, werden außerdem wichtige Neuerscheinungen aus dem Fach besprochen. Ein thematischer Rahmen hierfür wird in der ersten Sitzung vereinbart.


Exkursionen


PD Dr. Axel Filges / Dr. Ursula Mandel / Dr. Marta Scarrone

Kurz-Exkursionen

Vorbesprechung: Do 16-18, Raum 5.501, Termin s. Aushang

KLA-MAG-HF/NF-M5; KLA-MAG-HF-M7; KLA-MAG-NF-M6

Die Termine und Ziele der Kurz-Exkursionen als obligatorischen Bestandteilen der Grund- und Hauptstudiumsmodule KLA-MAG-HF/NF-M5, KLA-MAG-HF-M7 und KLA-MAG-NF-M6 werden zu Beginn des Wintersemesters bekanntgegeben (Aushänge!).