Vorlesungsverzeichnis


Unser kommentiertes Vorlesungsverzeichnis finden Sie auch unter diesem Link.
 

Studiengang Klassische Archäologie WiSe 2016/17

 

Vorbemerkungen

 

- Vorlesungen sind unverzichtbare Instrumente der Orientierung im Fach. Die in ihnen behandelten Themen werden in Zukunft verstärkt bei der Auswahl von Prüfungsstoffen berücksichtigt.

- Der Besuch der Vorträge im Rahmen des Kolloquiums „Neue archäologische Funde und Forschungen“ sollte für Hauptfachstudierende selbstverständlich sein. Hier besteht oft die Gelegenheit, Themen und Methoden kennenzulernen, die im Rahmen des Studiums nicht oder nur am Rande zur Sprache kommen, und auswärtige Vortragende persönlich kennenzulernen.

- Bachelorstudiengang: Mit Ende des Sommersemesters 2011/2012 wird der bisherige modularisierte Magisterstudiengang Klassische Archäologie für Studienanfänger eingestellt. An dessen Stelle tritt für Neuimmatrikulierte der Bachelorstudiengang Klassische Archäologie. Das Lehrangebot für die Magisterstudiengänge wird weiterhin aufrechterhalten.

- Seit dem Wintersemester 2015/16 wird der Masterstudiengang Klassische Archäologie (zweisemestrig) angeboten. Absolventen von Universitäten, die einen sechssemestrigen Bachelorstudiengang anbieten, können die fehlenden 60 CP in einem Jahr an der Goethe-Universität nachholen. Die Bewerbung erfolgt über das online-Master-Portal der Goethe-Universität.

 

Semestereinführung für Studienanfänger Klassische Archäologie:

Studierende der Klassischen Archäologie (‚Institutsgruppe‘, stud. Hilfskräfte)

Fr 21. Oktober 2016, 12.00 Uhr, Raum 5.551

Ziel der Veranstaltung ist es, dem Studienanfänger einen ersten Einblick in die Gegebenheiten des Instituts und des Studiums zu geben. Für Kaffee und Kuchen ist gesorgt.

Obligatorische Studienberatung möglichst vor Semesterbeginn oder in der ersten Vorlesungswoche: Alle Studienanfänger müssen zu Beginn des Grundstudiums eine Studien­beratung in Anspruch nehmen und sich bescheinigen lassen (bei PD Dr. Axel Filges oder Dr. Andrea Salcuni und – für Nebenfächler – bei Dr. Matthias Recke); das Gleiche gilt zu Beginn des Haupt- oder Master-Studiums.

 

B.A.-Studiengang

 

PROPAEDEUTIK


Prof. Dr. Anja Klöckner / Dr. Matthias Recke / PD Dr. Axel Filges u. a.

Propaedeuticum Archaeologicum I

Mo 18.15-19.45 Uhr, EG 311 (Beginn: 31.10.2016)

Gemeinsames archäologisches Propaedeuticum KLA-BA-HF-M1

Ziel des Propaedeuticums (und des begleitenden Tutoriums, s. dort) ist es, Fragestellungen, Zielsetzungen, Arbeitstechniken und Methoden der archäologischen Wissenschaften, soweit sie am Institut für Archäologische Wissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität vertreten sind, und der Archäometrie kennen zu lernen. In den Veranstaltungen werden demzufolge die folgenden Haupt- und Nebenfachstudiengänge vorgestellt: Archäologie und Kulturgeschichte des Alten Orients; Archäologie und Geschichte der Römischen Provinzen; Archäologie von Münze, Geld und von Wirtschaft in der Antike; Archäometrie; Klassische Archäologie; Vor- und frühgeschichtliche Archäologie (s. Kommentierte Vorlesungsverzeichnisse der Abt. II und III).

 

Lennart Strommer

Tutorium zum „Propaedeuticum Archaeologicum I“

Mi 8.30-10 oder Fr 14.15-15.45 Raum 5.501 bzw. 5.401 Beginn: s. Aushang

Bitte in die ausliegenden Listen eintragen!

Gemeinsames archäologisches Propaedeuticum KLA-BA-HF-M1

Die das Propaedeuticum Archaeologicum (s. dort) begleitenden Tutorien vertiefen die dort dargestellten Inhalte, geben Anleitungen zu ersten wissenschaftlichen Arbeiten und führen in die fachspezifischen Hilfsmittel ein. Aus diesem Grund wird dringend empfohlen, das Modul in den ersten beiden Semestern zu belegen (Teil I jeweils im Wintersemester, Teil II jeweils im Sommersemester). 


VORLESUNG


Prof. Dr. Anja Klöckner

Architektur und Macht. Kaiserliche Bauprojekte unter Trajan

Mi 10.15-11.45 Uhr, Raum 311 (Beginn: 26.10.2016)

Einführungsmodul: Einführung in die Klassische Archäologie KLA-BA-HF-M2

Basismodul: Methodische Grundlagen u. Materialkenntnis II: Formanalyse – Zeitbestimmung KLA-BA-HF-M4; KLA-BA-NF-M3

Aufbaumodul: Angewandte Methodik – Denkmäler und Befunde III: Architektur, Topographie KLA-BA-HF-M11; KLA-BA-NF-M7

Das römische Weltreich erlebte unter Trajan seine größte Ausdehnung. Aber nicht nur durch seine militärischen Eroberungen, sondern auch in seiner Funktion als Stifter, Wohltäter und Bauherr setzte dieser Kaiser Maßstäbe. In der Vorlesung werden die wichtigsten der von ihm veranlassten Großbauten und Bauprojekte in Rom und in den Provinzen vorgestellt und analysiert, neben dem Trajansforum und den Thermen, dem Ehrenbogen von Benevent oder dem Siegesmonument von Adamklissi z. B auch die Aqua Traiana und die Hafenanlage von Portus.  Im Vordergrund steht dabei neben der Funktionalität dieser Architektur für ihre Nutzer vor allem ihre Leistung im System symbolischer Kommunikation der römischen Kaiserzeit.

Einführende Literatur: P. Zanker, Der Kaiser baut fürs Volk (1997); H. von Hesberg, Römische Baukunst (2005); H. Knell, Kaiser Trajan als Bauherr. Macht und Herrschaftsarchitektur (Darmstadt 2010). 

 

EINFÜHRUNGSKURSE


Prof. Dr. Anja Klöckner

Einführung in die Klassische Archäologie

Fr 10-11.30 Uhr, Raum 311 (Beginn: 21.10.2016)

Einführungsmodul KLA-BA-HF-M2; KLA-BA-NF-M1

Obligatorische Einführung in das Fach in Gestalt zweier Einführungskurse. Gegenstand des einen Kurses (EK I: Einführung in die Klassische Archäologie) ist das Fach in engerem Sinne; Gegenstand des anderen Kurses (EK II: Einführung in die antike Geschichte und Kulturgeschichte) ist darüber hinaus allgemeines Grundlagenwissen zur griechischen und römischen Kultur, ohne welches ein sinnvolles Studium der Klassischen Archäologie nicht möglich ist. Die in beiden Veranstal­tungen vermittelten Kenntnisse werden in Form von Klausuren abgefragt (als Studienleistungen im Laufe des Semesters und als Abschlussprüfungen).

Literatur: H. G. Niemeyer, Einführung in die Archäologie 4(Darmstadt 1995); W. R. Biers, Artefacts and Chronology in Classical Archaeology (London 1992); A. Borbein – T. Hölscher – P. Zanker (Hrsg.), Klassische Archäologie. Eine Einführung (Darmstadt 2000); U. Sinn, Einführung in die Klassische Archäologie (München 2000); T. Hölscher (Hrsg.), Grundwissen Klassische Archäologie (Darmstadt 2002); speziell Forschungs­geschichte: A. Rumpf, Archäologie I-II (Berlin 1953. 1956); N. Himmelmann, Utopische Vergangenheit. Archäologie und moderne Kultur (Berlin 1976). Einführung in die antike Geschichte: W. Dahlheim, Die Antike (Paderborn u. a. 1994); H.-J. Gehrke – H. Schneider (Hrsg.), Geschichte der Antike (Stuttgart 2000); D. Stutzinger, Griechen, Etrusker und Römer. Eine Kulturgeschichte der antiken Welt im Spiegel der Sammlungen des Archäologischen Museums Frankfurt (Regensburg 2012).


PD Dr. Axel Filges

Einführung in die antike Geschichte und Kulturgeschichte

Fr 12.15-13.45 Uhr, Raum 311 (Beginn: 28.10.2016)

Einführungsmodul KLA-BA-HF-M2; KLA-BA-NF-M1

s. EK Einführung in die Klassische Archäologie 1. Sitzung des EK „Einführung in die Antike Geschichte und Kulturgeschichte“
(21.10.16, 12.15-13.45 Uhr) fällt aus, da zu dieser Zeit (ab 12 Uhr) die „Allgemeine Erstsemestereinführung“ stattfindet.



PROSEMINARE


Prof. Dr. Anja Klöckner

Das Pfeilergrabmal der Secundinier aus Igel

Do 14.15-15.45 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 27.10.2016)

Basismodul: Methodische Grundlagen u. Materialkenntnis II: Formanalyse – Zeitbestimmung KLA-BA-HF-M4; KLA-BA-NF-M3

Die sog. Igeler Säule ist eines der am besten erhaltenen Grabdenkmäler der römischen Kaiserzeit. Bemerkenswert ist außer dem architektonischen Aufbau vor allem der reiche Bildschmuck. Lange hat man die Reliefs als Ausdruck einer naiven Erzählfreude und eines ungebremsten Selbstdarstellungsdrangs der Auftraggeber verstanden. Erst in jüngerer Zeit werden diese Interpretationen durch methodisch differenziertere Ansätze erweitert.

In dem Seminar soll das Monument zunächst durch eine gründliche Beschreibung erschlossen werden. Darauf aufbauend soll die Ikonographie der Reliefs vor dem Hintergrund der zeitgenössischen Bildsprache analysiert und das Denkmal als Medium sozialer Repräsentation diskutiert werden.

Einführende Literatur Zum methodenorientierten Einstieg in die Thematik wird empfohlen: S. Ritter, Zur Bildsprache römischer Alltagsszenen. Die Mahl- und Küchenreliefs am Pfeilergrabmal von Igel, BJb 202-203, 2002-2003, 149-170. 

 

Dr. Britta Rabe

Von der Entstehung der griechischen Großskulptur bis zum sog. Perserschutt

Basismodul: Methodische Grundlagen u. Materialkenntnis II: Formanalyse – Zeitbestimmung KLA-BA-HF-M4; KLA-BA-NF-M3

Di 14.15-15.45 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 25.10.2016)

Die im ausgehenden 7. Jh. v. Chr. in Griechenland einsetzende großformatige Skulptur wurde von der frühen Altertumswissenschaft zunächst als „altertümlich“ vernachlässigt. Unter anderem die Funde aus dem ‚Perserschutt‛ auf der Athener Akropolis veränderten das Bild von dieser Epoche maßgeblich.

Welche Merkmale hat die archaische Plastik? Was wurde mit welchen Mitteln dargestellt? Wie lässt sich die Archaik stilistisch von der vorgehenden und nachfolgenden Epoche abgrenzen und gibt es chronologische Fixpunkte?

Das Proseminar vermittelt die Grundlagen im wissenschaftlichen Beschreiben und vergleichenden Sehen und übt das Datieren der archaischen Skulptur mithilfe der Formanalyse und der relativen Chronologie ein. Wir behandeln die wichtigsten Figurentypen, analysieren landschaftliche Unterschiede und betrachten die Neufunde der letzten Jahre. In diesem Proseminar eignen Sie sich ein grundlegendes Instrumentarium für den kunstwissenschaftlichen Umgang mit antiker Skulptur an.

Studienleistung: regelmäßige und aktive Teilnahme; (Klein-)Gruppenarbeit, Kurzreferate u. ä. 

Einführende Literatur: W. Martini, Die archaische Plastik der Griechen (Darmstadt 1990); P. C. Bol (Hrsg.), Die Geschichte der antiken Bildhauerkunst 1. Frühgriechische Plastik (Mainz 2002); K. Karakasi, Archaische Koren (Los Angeles 2003); G. M. A. Richter, Korai. Archaic Greek Maidens. A Study of Kore Type in Greek Sculpture (London 1968); G. M. A. Richter, Kouroi. Archaic Greek Youths. A Study of the Development of the Kouros Type in Greek Sculpture (London 1970).


SEMINARE


PD Dr. Axel Filges

Zwischen West und Ost: Kommagene in Hellenismus und Kaiserzeit

Mo 10-12 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 24.10.2016)

Aufbaumodul: Angewandte Methodik – Denkmäler und Befunde III: Architektur, Topographie KLA-BA-HF-M11; KLA-BA-NF-M7

Die antike Landschaft Kommagene liegt im Südosten der heutigen Türkei, begrenzt wird sie nach Osten durch den Fluss Euphrat. Die Region spielte stets eine besondere Rolle als Bindeglied zwischen dem griechisch-römischen Westen und dem Orient. So wurde sie von Assyrern, Persern und Seleukiden beherrscht, war ein eigenes Königreich von Roms Gnaden und schließlich Teil der römischen Provinz Syria. Entsprechend den zahlreichen Einflüssen finden sich in der Kommagene Kulturäußerungen, die einen einmaligen Mischstil mit anatolisch-griechisch-persischen Elementen aufweisen. Weltberühmt ist die Grabanlage auf dem Nemrud Dağ mit seinen Kolossalfiguren und dem astrologischen Relief, aber auch andere Hinterlassenschaften wie der Grabhügel der königlichen Frauen am Karakuş, die Überreste der Königsstädte Arsameia und Samosata, die mosaikreiche Stadt Zeugma oder das Heiligtum des Dolichenus. Neue Grundlagenforschungen haben in den letzten Jahren das Bild dieser Landschaft komplettiert und verändert.

Im Seminar werden die einzelnen Sitzungen durch Gruppenreferate zu Spezialthemen aus den Bereichen Geschichte, Religion, Architektur, Skulptur, Kleinfunde und Numismatik bestritten, die zusammen ein gültiges Bild dieses einzigartigen Landschaftsraumes bieten können.

Einführende Literatur: M. Blömer – E. Winter, Commagene. An Archaeological Guide (Istanbul 2011); F. K. Dörner, Kommagene. Geschichte und Kultur einer Landschaft, Sondernummer Antike Welt (1975); F. K. Dörner, Der Thron der Götter auf dem Nemrud Dağ (Bergisch Gladbach 1987); J. Wagner, Gottkönige am Euphrat. Neue Ausgrabungen und Forschungen in Kommagene, Sondernummer Antike Welt (2000); W. Hoepfner, Das Hierothesion des Königs Mithradates I., Ist Forsch 33 (Tübingen 1983); J. Wagner, Seleukeia am Euphrat, Zeugma (Wiesbaden 1976).

 

Prof. Dr. Jochen Fornasier

Die griechische Schwarzmeerkolonisation

Di 10.15-11.45 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 25.10.2016)

Aufbaumodul: Angewandte Methodik – Denkmäler und Befunde III: Architektur, Topographie KLA-BA-HF-M11; KLA-BA-NF-M7

Während der großen Kolonisationsbewegungen im 8.–6. Jh. v. Chr. gründeten griechische Siedler entlang der Küstenregionen des Schwarzen Meeres eine Vielzahl an Kolonien, die sich in den meisten Fällen zu überregional sehr bedeutenden Städten entwickeln und beiderseits der heutigen Straße von Kertsch sogar zu einem mächtigen Territorialstaat (dem Bosporanischen Reich) vereinen sollten. Die Genese dieser griechischen Kolonien soll im Seminar vor dem Hintergrund des aktuellen archäologisch-historischen Forschungsstandes exemplarisch aufgearbeitet werden. Allgemeine siedlungsgeschichtliche Aspekte stehen dabei ebenso im Fokus der Betrachtungen wie spezielle Fragen zu den topographischen Charakteristika, zur Architektur oder auch zum Grad einer kulturellen Beeinflussung der griechischen Bevölkerung durch ihre neuen Nachbarn, allen voran die Skythen im nordpontischen Raum.

Das Ziel des Seminars ist eine fundierte Einführung in die Klassische Archäologie einer Region, die in unserer Wissenschaft bis heute immer noch bisweilen als ein Randgebiet betrachtet wird. Die kritische Aufarbeitung und Bewertung des archäologischen Befundes soll demgegenüber zeigen, dass der Schwarzmeerraum in allen wesentlichen Bereichen ein integraler und wichtiger Bestandteil der antiken griechischen Welt gewesen ist.

Einführende Literatur: D. V. Grammenos – E. K. Petropoulos (Hrsg.), Ancient Greek Colonies in the Black Sea (Thessaloniki 2003); E. K. Petropoulos, Hellenic Colonization in Euxeinos Pontos. Penetration, Early Establishment, and the Problem of the “Emporion” Revisted (Oxford 2005); N. Povalahev, Die Griechen am Nordpontos. Die nord­pontische Kolonisation im Kontext der Großen Griechischen Kolonisationsbewegung vom 8. bis 6. Jh. v. Chr. (München 2008); J. Fornasier, Die griechische Kolonisation im nördlichen Schwarzmeerraum vom 7.– 5. Jh. v. Chr. (Bonn 2016).

 

Prof. Dr. Wulf Raeck / Prof. Dr. Frank Bernstein

Das griechische Heiligtum. Formen und Funktionen

Di 16.15-17.45 Uhr, Raum 457 (EG) (Beginn: 25.10.2016)

Aufbaumodul: Angewandte Methodik – Denkmäler und Befunde III: Architektur, Topographie KLA-BA-HF-M11; KLA-BA-NF-M7

Sterbliche und Unsterbliche teilten sich die antike Welt, doch an bestimmten Orten wurde die Präsenz des Göttlichen so stark empfunden, dass es zu einer räumlichen Abgrenzung kam. Heilige Bezirke, durch Grenzsteine oder Mauern markiert, wurden Göttern und Göttinnen wie Heroen und Heroinen übereignet. Heiligtümer entstanden in Höhen wie in Höhlen, an Bäumen und Quellen, in und bei Siedlungen, auch im fernen ländlichen Bereich. Am Anfang stand oft nur ein Kultmal, dann ein Altar, an dem sich die Menschen den Gottheiten opfernd und betend näherten, schon früh wurden solche Kultorte baulich ausgestaltet. Kultbilder erhielten ihr erstes Tempelhaus, Weihungen einen gesonderten Platz in Hallen oder Schatzhäusern. Und doch folgten Zubauten, auch Umbauten, hier und da Zuweisung von göttlichem Landbesitz keinem einheitlichen Muster, genauso wenig wie die heiligen Handlungen, die sich nicht auf Opfer und Gebete beschränkten. Monumentalen Gaben an die Götter bis hin zu vielfigurigen Statuengruppen standen komplexe Rituale, ja performative Akte wie Tanz, Musik und ,Sport‘ zur Seite, die besondere Bauten verlangten und sich zu regelmäßig begangenen Festen verdichten konnten. So vielfältig die Formen, so auch die Funktionen: Heiligtümer konnten hohes Ansehen erlangen, da in ihnen Kranke Heilung fanden, göttlicher Rat in Form von Orakeln erteilt, dem agonalen Ethos der Griechen in Form von Wettkämpfen Raum gegeben, Asyl gewährt, nicht zuletzt: da in ihnen Gemeinschaft erfahren und Öffentlichkeit hergestellt wurde. So gaben Heiligtümer einer weiten griechischen Welt eine Mitte, stifteten Identität, förderten den ideellen und ökonomischen Austausch, kamen Repräsentationsbedürfnissen entgegen, kollektiven wie individuellen, boten Stadt- und Stammstaaten, aber auch Aristokraten, Tyrannen und schließlich hellenistischen Königen eine Bühne zur Profilierung.

In der Veranstaltung werden anhand einer typologischen Umschau Orte mit guter Forschungs- und Publikationslage wie Delphi oder Olympia behandelt. Aus archäologischer Sicht stehen die Vielfalt der Heiligtümer, das Verhältnis zwischen ihren Funktionen und Formen, sowie deren zeit- und ortstypische Merkmale im Vordergrund. Aus althistorischem Blickwinkel soll entsprechend gefragt werden, warum manche dieser abgegrenzten Kultorte ihre lokale bis regionale Bedeutung behielten, andere sogar als panhellenische Heiligtümer überregionale Geltung entfalteten, in denen politische Ansprüche artikuliert und Konflikte ausgetragen wurden.

Einführende Literatur: U. Sinn, Heiligtümer, in: A. H. Borbein (Hrsg.), Das alte Griechenland. Geschichte und Kultur der Hellenen, München 1995, 144–189. 


ÜBUNGEN

ÜBUNGEN Grundstudium

 

Annabel Bokern M.A.

Das römische Kaiserporträt

Di 16.15-17.45 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 25.10.2016)

Basismodul: Methodische Grundlagen u. Materialkenntnis II: Formanalyse – Zeitbestimmung KLA-BA-HF-M4; KLA-BA-NF-M3

Jeder hat schon einmal Bildnisse von Römern gesehen. In fast jeder Sammlung antiker Kunst trifft man sie an, so auch in der Liebieghaus Skulpturensammlung. Auffällig ist dabei, dass Bildnisse von Römern in allen nur denkbaren Kunstgattungen auftreten, in unterschiedlichen Formaten und Größen. Rundplastische Bildnisse wurden in großer Zahl vor allem für das Herrscherhaus, aber auch für Personen im nicht-kaiserlichen Kontext – für Männer, Frauen und Kinder angefertigt. Von den Porträts der Herrscher und ihrer Familien kennen wir ein umfangreiches Typenrepertoire, auf dessen Grundlage sich die Formensprache, die Funktion und die Aussage römischer Porträts erarbeiten lassen. Im Fokus der Übung stehen daher die Typologie und der Stil der kaiserlichen Bildnisse. Unter Einbeziehung der verwendeten Statuentypen und der jeweiligen Aufstellungskontexte sollen Aussagen zu den dargestellten Personen sowie zur Chronologie römischer Porträtplastik der Kaiserzeit erschlossen werden. Welche Bildformeln, Attribute und Typen kommen für die Selbstdarstellung der Kaiser zum Einsatz und wie unterscheiden sich diese Bildnistypen von den zeitgleichen ‚Privatporträts‛?

Die Teilnehmenden eignen sich Grundkenntnisse zur Ikonographie der römischen Kaiser und Kaiserinnen an und machen sich mit den Methoden der Porträtforschung vertraut. Die Übung findet zum Teil in der Gipsabguss-Sammlung und in der Liebieghaus Skulpturensammlung statt.

Einführende Literatur: A. Alexandridis, Die Frauen des römischen Kaiserhauses. Eine Untersuchung ihrer bildlichen Darstellung von Livia bis Iulia Domna (Mainz 2004); J.-Ch. Balty, Porträt und Gesellschaft in der römischen Welt, 11. TrWPr (Mainz 1993); G. Lahusen, Römische Bildnisse. Auftraggeber, Funktionen, Standorte (Mainz 2010); J. Fejfer, Roman Portraits in Context. Image & Context 2 (Berlin 2009); M. Pfanner, Über das Herstellen von Porträts, JdI 104, 1989, 157–257; K. Trillmich, Zur Formgeschichte von Bildnistypen, JdI 86, 1971, 179–213.

http://viamus.uni-goettingen.de/

 

Dr. Andrea Salcuni

Antike Großbronzen

Mi 14.15-15.45 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 19.10.2016)

Basismodul: Methodische Grundlagen u. Materialkenntnis II: Formanalyse – Zeitbestimmung KLA-BA-HF-M4; KLA-BA-NF-M3

Den Schriftquellen nach zu urteilen spielte Bronze in der griechischen, etruskischen und römischen Großplastik eine weitaus bedeutendere Rolle, als die vergleichsweise wenigen erhaltenen Werke vermuten lassen. Größtenteils wurden Bronzestatuen bereits in der Antike oder im Mittelalter eingeschmolzen und das wertvolle Material wiederverwendet. Entsprechend wichtig für unser Verständnis der antiken Plastik sind Funde wie die beiden Krieger von Riace oder der ,Thermenherrscher‛ und der Faustkämpfer in Rom, aber auch diejenigen bronzenen Standbilder, die aus verschiedenen Gründen wohl nie unter die Erde gelangt sind, etwa die Reiterstatue des Marc Aurel in Rom, die Pferde von San Marco und der Koloss von Barletta. In den letzten Jahrzehnten hat sich unsere Kenntnis antiker Bronzestatuen dank vieler Neufunde, vor allem aber durch intensivierte Forschung - nicht zuletzt in technologischer Hinsicht - erheblich erweitert. In der Übung werden wir uns anhand ausgewählter Exemplare aus unterschiedlichen Epochen und Gebieten mit Herstellungsverfahren, Formen und Themen dieser faszinierenden Plastiken ebenso beschäftigen wie mit ihren Bedeutungen und Funktionen in den antiken Aufstellungskontexten. Den Lernzielen des Moduls entsprechend wird der Analyse von Formphänomenen und den Möglichkeiten und Grenzen stilistischer wie fertigungstechnischer Datierungskriterien besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Zu den Studienleistungen gehören neben der regelmäßigen und aktiven Teilnahme die Übernahme eines Kurzreferates und Lektüreaufgaben. Die modulabschließende Klausur enthält Fragen zu den Inhalten der Übung.

Einführende Literatur: P. C. Bol, Antike Bronzetechnik. Kunst und Handwerk antiker Erzbildner (München 1985); G. Zimmer, Griechische Bronzegusswerkstätten (Mainz 1990); D. Haynes, The Technique of Greek Bronze Statuary (Mainz 1992); C. C. Mattusch, Classical Bronzes. The Art and Craft of Greek and Roman Statuary (Ithaca 1996); G. Lahusen - E. Formigli, Römische Bildnisse aus Bronze. Kunst und Technik (München 2001); V. Brinkmann (Hrsg.), Zurück zur Klassik. Ausstellungskatalog Frankfurt (München 2013); Gebrochener Glanz. Römische Großbronzen am UNESCO-Welterbe Limes. Ausstellungskatalog Bonn – Aalen – Nijmegen (Mainz 2014); J. Daehner – K. Lapatin (Hrsg.), Power and Pathos. Bronze Sculpture of the Hellenistic World. Ausstellungskatalog Florenz – Los Angeles – Washington (Los Angeles 2015). 

 

ÜBUNGEN Hauptstudium


Prof. Dr. Vinzenz Brinkmann

Automatisation in Skulptur und Architektur des Hellenismus

Do 16.15-17.45 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 27.10.2016)

Aufbaumodul: Angewandte Methodik – Denkmäler und Befunde III: Architektur, Topographie KLA-BA-HF-M11; KLA-BA-NF-M7

Seit Homer beschäftigt griechische Schriftsteller, Künstler und Ingenieure die Vision und Praxis der sich autonom bewegenden Skulptur, aber auch der automatisierten Abläufe in Theater und Architektur. Homer berichtet so von „Robotern“, die der Schmiedegott Hephaistos gefertigt hat. Bereits Aristoteles nutzt die Anschauung der mechanischen Prozesse des vollautomatischen Theaters in seiner Arbeit über die Bewegung der Lebewesen. Sehr anschaulich, ja regelrecht als Anleitung für den Nachbau, stellen sich die Beschreibungen automatischer Skulpturen und pneumatisch betriebener Effekte bei Heron von Alexandria (in den Schriften „Pneumatika und Automata“).

Die Übung wird sich mit dieser Berührung von antiker Technologie und mit antiker Ästhetik auseinander setzen, um sowohl die literarischen Utopien, als auch die tatsächlich realisierten Automata aufzuspüren und zu bewerten.

 

PD Dr. Axel Filges

Datierung von Bauornamentik öffentlicher Bauten aus dem antiken Kleinasien

Do 12.15-13.45 Uhr, Raum 0.457 (Beginn: 20.10.2016)

Aufbaumodul: Angewandte Methodik – Denkmäler und Befunde III: Architektur, Topographie KLA-BA-HF-M11; KLA-BA-NF-M7

Die Hauptstudiumsübung ist als Veranstaltung geplant, in der die Bauornamentik wichtiger kleinasiatischer Tempel und anderer öffentlichen Bauten wie Hallen oder Brunnenanlagen gemeinsam in Einzelsitzungen analysiert wird. Viele Elemente der Bauornamentik können nur im Vergleich mit anderen Baukörpern datiert und in ihre landschaftlichen Zusammenhänge eingeordnet werden. Die Zeitspanne der zu besprechenden Objekte reicht von der archaischen Zeit bis in kaiserzeitliche Epoche, wobei der Schwerpunkt in den Jahrhunderten um die Zeitenwende liegen wird. Gemeinsam werden wir uns berühmte Bauwerke, aber auch fast unbekannte Monumente aussuchen und durch Parallelen kunsthistorisch einzuordnen versuchen. Der Focus wird weniger auf Kapitellen oder Basen liegen, sondern sich auf Kymatien, Anthemien und Rankenprofile sowie die Gestaltung von Architraven und Friesen erstrecken. Auch wenn dies recht ‚trocken‘ klingen mag: Bauornamentik macht –besonders wenn wir selbst ‚puzzeln‘  – großen Spaß!

Auf Referate wird verzichtet, stattdessen werden Gruppen- und Einzelarbeit sowie gemeinsame Syntheseleistungen im Vordergrund stehen.

Einführende Literatur: J. Lipps (Hrsg.), Antike Bauornamentik. Grenzen und Möglichkeiten ihrer Erforschung (Wiesbaden 2014); F. Rumscheid, Untersuchungen zur kleinasiatischen Bauornamentik des Hellenismus (Mainz 1994); L. Vandeput, The Architectural Decoration in Roman Asia Minor (Turnhout 1997); D. Pohl, Kaiserzeitliche Tempel in Kleinasien unter besonderer Berücksichtigung der hellenistischen Vorläufer (Bonn 2002); R. Köster, Die Bauornamentik von Milet (Berlin 2004); S. Pülz, Untersuchungen zur kaiserzeitlichen Bauornamentik von Didyma, IstMitt Beih. 35 (Mainz 1984).

 

Dr. Matthias Recke

Antike Bautechnik

Fr 10.15-11.45 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 21.10.2016)

Aufbaumodul: Angewandte Methodik – Denkmäler und Befunde III: Architektur, Topographie KLA-BA-HF-M11; KLA-BA-NF-M7

In der Übung sollen die wichtigsten Methoden der antiken Bautechnik, vom Fundament zum Dach, von verschiedenen Mauerbautechniken, Versatz- und Konstruktionsmethoden an konkreten Beispielen kennengelernt und zeitlich verortetet werden. Viele Aspekte des antiken Bauvorgangs lassen sich bis heute an den erhaltenen Bauteilen – gerade durch den meist fragmentarischen Erhaltungszustand – besser nachvollziehen, als dies bei den fertig gestellten, vollendeten Gebäuden der Fall war. Der Schwerpunkt wird dabei auf den wichtigsten Vertretern der griechischen Architektur liegen, doch werden auch Beispiele der italischen und römischen Bautechnik herangezogen werden.

Einführende Literatur: A. Hoffmann u.a. (Hrsg.), Bautechnik der Antike. Int. Koll. Berlin, 15.-17.2.1990 (Mainz 1991); J.-P. Adam, La construction romaine. Materiaux et techniques (Paris 1984); ders., Roman Building. Materials & Techniques (London 1994); R. Ginouvès, Dictionnaire Méthodique de l'Architecture Grecque et Romaine. I: Matériaux, Techniques de Construction, Techniques et Formes du Décor (Paris 1985); M.-C. Hellmann, L'Architecture Grecque I. Les principes de la construction (Paris 2002); T. Rook, Roman Building Techniques (Stroud 2013).

 

Dr. Matthias Recke

Griechische Terrakotten in der Antikensammlung der Frankfurter Goethe-Universität

Fr 12.15-13.45 Uhr, Raum IG 5.501 und Skulpturensaal Raum 7.511, Beginn: 21.10.2016

Praxismodul: KLA-BA-HF-M13

Zu den zahlreichen Originalwerken der universitären Antikensammlung in Frankfurt gehört auch eine repräsentative Sammlung antiker Terrakotten. Sie umfasst Werke von der mykenischen Bronzezeit bis in die römische Kaiserzeit, die ein breites Spektrum von Formen und Motiven abdecken. Die Übung soll anhand der figürlichen Stücke einen Einblick in die Produktionsweise und Themenwelt antiker Koroplasten bieten, markante Unterschiede zwischen den Epochen und verschiedenen Produktionszentren anschaulich machen und anhand von Vergleichsmaterial der Frage nach dem jeweiligen Verwendungszweck nachgehen. Geplant ist eine Aufarbeitung der wichtigsten Stücke, die nicht nur wissenschaftlich bestimmt und beschrieben werden, sondern auch durch kurze, ansprechende Texte und selbst zu erstellende Photographien einer interessierten Leserschaft zugänglich gemacht werden sollen, etwa in Form einer Rubrik „Objekts des Monats“ auf der Homepage des Instituts.

Einführende Literatur: P. Hommel, Antike Kleinkunst aus der Sammlung des Archäologischen Instituts der Universität Frankfurt (Frankfurt 1991); F. W. Hamdorf, Die figürlichen Terrakotten der Staatlichen Antiken­sammlungen München. Band 1-2 (München 2014); E. Schmidt, Katalog der antiken Terrakotten, Teil 1: Die figürlichen Terrakotten. Martin-von-Wagner-Museum Würzburg (Mainz 1994); B. Vierneisel-Schlörb, Die figürlichen Terrakotten, I. Spätmykenisch bis späthellenistisch. Kerameikos, Ergebnisse der Ausgrabungen, Bd. XV (Mainz 1997); W. Schürmann, Katalog der antiken Terrakotten im Badischen Landesmuseum Karlsruhe. SIMA 84 (Göteborg 1989); R. A. Higgins, Catalogue of the Terracottas in the Department of Greek and Roman Antiquities. British Museum. Vol. I-III (London 1954-2001). 

 

KOLLOQUIUM für Hauptfachstudierende


Prof. Dr. Anja Klöckner

Aktuelle archäologische Themen, Neuerscheinungen und laufende Arbeiten

Mo 18-20 Uhr c.t., Raum 5.501 (Termine s. Aushang)

Kolloquiumsmodul: Präsentationen, Moderation und Kritik KLA-BA-HF-M14

In dieser Veranstaltung sollen in Arbeit befindliche Forschungen aus dem Kreis der Studierenden, Doktoranden und Mitarbeiter des Instituts, ggf. auch auswärtiger Vortragender, vorgestellt und diskutiert werden. Wenn die Zeit es erlaubt, werden außerdem wichtige Neuerscheinungen aus dem Fach besprochen. Ein thematischer Rahmen hierfür wird in der ersten Sitzung vereinbart. 


EXKURSIONEN

 

Prof. Dr. Anja Klöckner / PD Dr. Axel Filges

Einmaliger Besuch Frankfurter Antikenmuseum

Termin s. Aushang

Museumsmodul IKLA-BA-HF-M6,1

Termin im Jan. oder Feb. 2017, s. Aushang.

 

Prof. Dr. Anja Klöckner / PD Dr. Axel Filges

Kurz-Exkursionen B.A.

Vorbesprechung: Raum 5.501, Termin s. Aushang

Museumsmodul I + IIKLA-BA-HF-M6; KLA-BA-HF-M12

Die Termine für Karlsruhe und Kassel als Ziele der Kurz-Exkursion als obligatorischem Bestandteil des B.A.-Hauptfachmoduls M6, Museumsmodul 1 werden zu Beginn des Wintersemesters bekanntgegeben (Aushänge!). 

 

PRAKTIKA

 

PD Dr. Axel Filges

Grabungspraktikum in Priene

Zulassungsbeschränkt. Persönliche Anmeldung und Terminabsprache bei PD Dr. Axel Filges.

 

Prof. Dr. Jochen Fornasier

Grabungspraktikum in Olbia

Zulassungsbeschränkt. Persönliche Anmeldung und Terminabsprache bei Prof. Dr. Jochen Fornasier.

 

Christoph Röder M.A.

Grabungspraktikum: Internationale Sommerakademie in Kooperation mit der hessenArchäologie

28.8. bis 11.9. 2016 auf dem Glauberg

Zulassungsbeschränkt. Persönliche Anmeldung und Terminabsprache bei Prof. Dr. Anja Klöckner.

 

 

 

MAG-Studiengang

 

VORLESUNG


Prof. Dr. Anja Klöckner

Architektur und Macht. Kaiserliche Bauprojekte unter Trajan

Mi 10.15-11.45 Uhr, Raum 311 (Beginn: 26.10.2016)

KLA-MAG-HF-M9; KLA-MAG-NF-M8 Architektur und Topographie

Das römische Weltreich erlebte unter Trajan seine größte Ausdehnung. Aber nicht nur durch seine militärischen Eroberungen, sondern auch in seiner Funktion als Stifter, Wohltäter und Bauherr setzte dieser Kaiser Maßstäbe. In der Vorlesung werden die wichtigsten der von ihm veranlassten Großbauten und Bauprojekte in Rom und in den Provinzen vorgestellt und analysiert, neben dem Trajansforum und den Thermen, dem Ehrenbogen von Benevent oder dem Siegesmonument von Adamklissi z. B auch die Aqua Traiana und die Hafenanlage von Portus.  Im Vordergrund steht dabei neben der Funktionalität dieser Architektur für ihre Nutzer vor allem ihre Leistung im System symbolischer Kommunikation der römischen Kaiserzeit.

Einführende Literatur: P. Zanker, Der Kaiser baut fürs Volk (1997); H. von Hesberg, Römische Baukunst (2005); H. Knell, Kaiser Trajan als Bauherr. Macht und Herrschaftsarchitektur (Darmstadt 2010). 

 

SEMINARE


PD Dr. Axel Filges

Zwischen West und Ost: Kommagene in Hellenismus und Kaiserzeit

Mo 10-12 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 24.10.2016)

KLA-MAG-HF-M9; KLA-MAG-NF-M8 Architektur und Topographie

Die antike Landschaft Kommagene liegt im Südosten der heutigen Türkei, begrenzt wird sie nach Osten durch den Fluss Euphrat. Die Region spielte stets eine besondere Rolle als Bindeglied zwischen dem griechisch-römischen Westen und dem Orient. So wurde sie von Assyrern, Persern und Seleukiden beherrscht, war ein eigenes Königreich von Roms Gnaden und schließlich Teil der römischen Provinz Syria. Entsprechend den zahlreichen Einflüssen finden sich in der Kommagene Kulturäußerungen, die einen einmaligen Mischstil mit anatolisch-griechisch-persischen Elementen aufweisen. Weltberühmt ist die Grabanlage auf dem Nemrud Dağ mit seinen Kolossalfiguren und dem astrologischen Relief, aber auch andere Hinterlassenschaften wie der Grabhügel der königlichen Frauen am Karakuş, die Überreste der Königsstädte Arsameia und Samosata, die mosaikreiche Stadt Zeugma oder das Heiligtum des Dolichenus. Neue Grundlagenforschungen haben in den letzten Jahren das Bild dieser Landschaft komplettiert und verändert.

Im Seminar werden die einzelnen Sitzungen durch Gruppenreferate zu Spezialthemen aus den Bereichen Geschichte, Religion, Architektur, Skulptur, Kleinfunde und Numismatik bestritten, die zusammen ein gültiges Bild dieses einzigartigen Landschaftsraumes bieten können.

Einführende Literatur: M. Blömer – E. Winter, Commagene. An Archaeological Guide (Istanbul 2011); F. K. Dörner, Kommagene. Geschichte und Kultur einer Landschaft, Sondernummer Antike Welt (1975); F. K. Dörner, Der Thron der Götter auf dem Nemrud Dağ (Bergisch Gladbach 1987); J. Wagner, Gottkönige am Euphrat. Neue Ausgrabungen und Forschungen in Kommagene, Sondernummer Antike Welt (2000); W. Hoepfner, Das Hierothesion des Königs Mithradates I., Ist Forsch 33 (Tübingen 1983); J. Wagner, Seleukeia am Euphrat, Zeugma (Wiesbaden 1976)

 

Prof. Dr. Jochen Fornasier

Die griechische Schwarzmeerkolonisation

Di 10.15-11.45 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 25.10.2016)

KLA-MAG-HF-M9; KLA-MAG-NF-M8 Architektur und Topographie

Während der großen Kolonisationsbewegungen im 8.–6. Jh. v. Chr. gründeten griechische Siedler entlang der Küstenregionen des Schwarzen Meeres eine Vielzahl an Kolonien, die sich in den meisten Fällen zu überregional sehr bedeutenden Städten entwickeln und beiderseits der heutigen Straße von Kertsch sogar zu einem mächtigen Territorialstaat (dem Bosporanischen Reich) vereinen sollten. Die Genese dieser griechischen Kolonien soll im Seminar vor dem Hintergrund des aktuellen archäologisch-historischen Forschungsstandes exemplarisch aufgearbeitet werden. Allgemeine siedlungsgeschichtliche Aspekte stehen dabei ebenso im Fokus der Betrachtungen wie spezielle Fragen zu den topographischen Charakteristika, zur Architektur oder auch zum Grad einer kulturellen Beeinflussung der griechischen Bevölkerung durch ihre neuen Nachbarn, allen voran die Skythen im nordpontischen Raum.

Das Ziel des Seminars ist eine fundierte Einführung in die Klassische Archäologie einer Region, die in unserer Wissenschaft bis heute immer noch bisweilen als ein Randgebiet betrachtet wird. Die kritische Aufarbeitung und Bewertung des archäologischen Befundes soll demgegenüber zeigen, dass der Schwarzmeerraum in allen wesentlichen Bereichen ein integraler und wichtiger Bestandteil der antiken griechischen Welt gewesen ist.

Einführende Literatur:D. V. Grammenos – E. K. Petropoulos (Hrsg.), Ancient Greek Colonies in the Black Sea (Thessaloniki 2003); E. K. Petropoulos, Hellenic Colonization in Euxeinos Pontos. Penetration, Early Establishment, and the Problem of the “Emporion” Revisted (Oxford 2005); N. Povalahev, Die Griechen am Nordpontos. Die nord­pontische Kolonisation im Kontext der Großen Griechischen Kolonisationsbewegung vom 8. bis 6. Jh. v. Chr. (München 2008); J. Fornasier, Die griechische Kolonisation im nördlichen Schwarzmeerraum vom 7.– 5. Jh. v. Chr. (Bonn 2016).

 

Prof. Dr. Wulf Raeck / Prof. Dr. Frank Bernstein

Das griechische Heiligtum. Formen und Funktionen

Di 16.15-17.45 Uhr, Raum 457 (EG) (Beginn: 25.10.2016)

KLA-MAG-HF-M9; KLA-MAG-NF-M8 Architektur und Topographie

Sterbliche und Unsterbliche teilten sich die antike Welt, doch an bestimmten Orten wurde die Präsenz des Göttlichen so stark empfunden, dass es zu einer räumlichen Abgrenzung kam. Heilige Bezirke, durch Grenzsteine oder Mauern markiert, wurden Göttern und Göttinnen wie Heroen und Heroinen übereignet. Heiligtümer entstanden in Höhen wie in Höhlen, an Bäumen und Quellen, in und bei Siedlungen, auch im fernen ländlichen Bereich. Am Anfang stand oft nur ein Kultmal, dann ein Altar, an dem sich die Menschen den Gottheiten opfernd und betend näherten, schon früh wurden solche Kultorte baulich ausgestaltet. Kultbilder erhielten ihr erstes Tempelhaus, Weihungen einen gesonderten Platz in Hallen oder Schatzhäusern. Und doch folgten Zubauten, auch Umbauten, hier und da Zuweisung von göttlichem Landbesitz keinem einheitlichen Muster, genauso wenig wie die heiligen Handlungen, die sich nicht auf Opfer und Gebete beschränkten. Monumentalen Gaben an die Götter bis hin zu vielfigurigen Statuengruppen standen komplexe Rituale, ja performative Akte wie Tanz, Musik und ,Sport‘ zur Seite, die besondere Bauten verlangten und sich zu regelmäßig begangenen Festen verdichten konnten. So vielfältig die Formen, so auch die Funktionen: Heiligtümer konnten hohes Ansehen erlangen, da in ihnen Kranke Heilung fanden, göttlicher Rat in Form von Orakeln erteilt, dem agonalen Ethos der Griechen in Form von Wettkämpfen Raum gegeben, Asyl gewährt, nicht zuletzt: da in ihnen Gemeinschaft erfahren und Öffentlichkeit hergestellt wurde. So gaben Heiligtümer einer weiten griechischen Welt eine Mitte, stifteten Identität, förderten den ideellen und ökonomischen Austausch, kamen Repräsentationsbedürfnissen entgegen, kollektiven wie individuellen, boten Stadt- und Stammstaaten, aber auch Aristokraten, Tyrannen und schließlich hellenistischen Königen eine Bühne zur Profilierung.

In der Veranstaltung werden anhand einer typologischen Umschau Orte mit guter Forschungs- und Publikationslage wie Delphi oder Olympia behandelt. Aus archäologischer Sicht stehen die Vielfalt der Heiligtümer, das Verhältnis zwischen ihren Funktionen und Formen, sowie deren zeit- und ortstypische Merkmale im Vordergrund. Aus althistorischem Blickwinkel soll entsprechend gefragt werden, warum manche dieser abgegrenzten Kultorte ihre lokale bis regionale Bedeutung behielten, andere sogar als panhellenische Heiligtümer überregionale Geltung entfalteten, in denen politische Ansprüche artikuliert und Konflikte ausgetragen wurden.

Einführende Literatur: U. Sinn, Heiligtümer, in: A. H. Borbein (Hrsg.), Das alte Griechenland. Geschichte und Kultur der Hellenen, München 1995, 144–189. 

 

ÜBUNGEN Hauptstudium


Prof. Dr. Vinzenz Brinkmann

Automatisation in Skulptur und Architektur des Hellenismus

Do 16.15-17.45 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 27.10.2016)

KLA-MAG-HF-M9; KLA-MAG-NF-M8 Architektur und Topographie

Seit Homer beschäftigt griechische Schriftsteller, Künstler und Ingenieure die Vision und Praxis der sich autonom bewegenden Skulptur, aber auch der automatisierten Abläufe in Theater und Architektur. Homer berichtet so von „Robotern“, die der Schmiedegott Hephaistos gefertigt hat. Bereits Aristoteles nutzt die Anschauung der mechanischen Prozesse des vollautomatischen Theaters in seiner Arbeit über die Bewegung der Lebewesen. Sehr anschaulich, ja regelrecht als Anleitung für den Nachbau, stellen sich die Beschreibungen automatischer Skulpturen und pneumatisch betriebener Effekte bei Heron von Alexandria (in den Schriften „Pneumatika und Automata“).

Die Übung wird sich mit dieser Berührung von antiker Technologie und mit antiker Ästhetik auseinander setzen, um sowohl die literarischen Utopien, als auch die tatsächlich realisierten Automata aufzuspüren und zu bewerten.

 

PD Dr. Axel Filges

Datierung von Bauornamentik öffentlicher Bauten aus dem antiken Kleinasien

Do 12.15-13.45 Uhr, Raum 0.457 (Beginn: 20.10.2016)

KLA-MAG-HF-M9; KLA-MAG-NF-M8 Architektur und Topographie

Die Hauptstudiumsübung ist als Veranstaltung geplant, in der die Bauornamentik wichtiger kleinasiatischer Tempel und anderer öffentlichen Bauten wie Hallen oder Brunnenanlagen gemeinsam in Einzelsitzungen analysiert wird. Viele Elemente der Bauornamentik können nur im Vergleich mit anderen Baukörpern datiert und in ihre landschaftlichen Zusammenhänge eingeordnet werden. Die Zeitspanne der zu besprechenden Objekte reicht von der archaischen Zeit bis in kaiserzeitliche Epoche, wobei der Schwerpunkt in den Jahrhunderten um die Zeitenwende liegen wird. Gemeinsam werden wir uns berühmte Bauwerke, aber auch fast unbekannte Monumente aussuchen und durch Parallelen kunsthistorisch einzuordnen versuchen. Der Focus wird weniger auf Kapitellen oder Basen liegen, sondern sich auf Kymatien, Anthemien und Rankenprofile sowie die Gestaltung von Architraven und Friesen erstrecken. Auch wenn dies recht ‚trocken‘ klingen mag: Bauornamentik macht –besonders wenn wir selbst ‚puzzeln‘  – großen Spaß!

Auf Referate wird verzichtet, stattdessen werden Gruppen- und Einzelarbeit sowie gemeinsame Syntheseleistungen im Vordergrund stehen.

Einführende Literatur: J. Lipps (Hrsg.), Antike Bauornamentik. Grenzen und Möglichkeiten ihrer Erforschung (Wiesbaden 2014); F. Rumscheid, Untersuchungen zur kleinasiatischen Bauornamentik des Hellenismus (Mainz 1994); L. Vandeput, The Architectural Decoration in Roman Asia Minor (Turnhout 1997); D. Pohl, Kaiserzeitliche Tempel in Kleinasien unter besonderer Berücksichtigung der hellenistischen Vorläufer (Bonn 2002); R. Köster, Die Bauornamentik von Milet (Berlin 2004); S. Pülz, Untersuchungen zur kaiserzeitlichen Bauornamentik von Didyma, IstMitt Beih. 35 (Mainz 1984).

 

Dr. Matthias Recke

Antike Bautechnik

Fr 10.15-11.45 Uhr, Raum 5.501 (Beginn: 21.10.2016)

KLA-MAG-HF-M9; KLA-MAG-NF-M8 Architektur und Topographie

In der Übung sollen die wichtigsten Methoden der antiken Bautechnik, vom Fundament zum Dach, von verschiedenen Mauerbautechniken, Versatz- und Konstruktionsmethoden an konkreten Beispielen kennengelernt und zeitlich verortetet werden. Viele Aspekte des antiken Bauvorgangs lassen sich bis heute an den erhaltenen Bauteilen – gerade durch den meist fragmentarischen Erhaltungszustand – besser nachvollziehen, als dies bei den fertig gestellten, vollendeten Gebäuden der Fall war. Der Schwerpunkt wird dabei auf den wichtigsten Vertretern der griechischen Architektur liegen, doch werden auch Beispiele der italischen und römischen Bautechnik herangezogen werden.

Einführende Literatur: A. Hoffmann u.a. (Hrsg.), Bautechnik der Antike. Int. Koll. Berlin, 15.-17.2.1990 (Mainz 1991); J.-P. Adam, La construction romaine. Materiaux et techniques (Paris 1984); ders., Roman Building. Materials & Techniques (London 1994); R. Ginouvès, Dictionnaire Méthodique de l'Architecture Grecque et Romaine. I: Matériaux, Techniques de Construction, Techniques et Formes du Décor (Paris 1985); M.-C. Hellmann, L'Architecture Grecque I. Les principes de la construction (Paris 2002); T. Rook, Roman Building Techniques (Stroud 2013). 

 

KOLLOQUIUM für Hauptfachstudierende


Prof. Dr. Anja Klöckner

Aktuelle archäologische Themen, Neuerscheinungen und laufende Arbeiten

Mo 18-20 Uhr c.t., Raum 5.501 (Termine s. Aushang)

KLA-MAG-HF-M13 Kolloquiumsmodul

In dieser Veranstaltung sollen in Arbeit befindliche Forschungen aus dem Kreis der Studierenden, Doktoranden und Mitarbeiter des Instituts, ggf. auch auswärtiger Vortragender, vorgestellt und diskutiert werden. Wenn die Zeit es erlaubt, werden außerdem wichtige Neuerscheinungen aus dem Fach besprochen. Ein thematischer Rahmen hierfür wird in der ersten Sitzung vereinbart. 

 

Bildbeschaffung für Referate

 

Benutzung der Bilddatenbank

- Digitale Bilder stehen über die Instituts-Bilddatenbank ArKuBiD zur Verfügung: http://archaeologie-bilder.uni-frankfurt.de Sie bietet die Bildersuche, den Download und die Bestellung von neuen Abbildungen.

- Für die Benutzung ist der Browser Firefox notwendig!

- Vor Benutzung ist eine Anmeldung nötig: Die Registrierung erfolgt auf der Startseite an einem Rechner in der Diathek oder bei einem der Dozenten. Die Freischaltung kann ein bis zwei Tage dauern, dann ist Suche und Download sofort möglich.

- Andere an der Goethe-Universität verfügbare Bilddatenbanken sind PROMETHEUS (freier Zugang im Uni-Netz über die Campuslizenz): http://prometheus.uni-koeln.de und ARACHNE (kostenfrei, Registrierung per e-Mail): http://www.arachne.uni-koeln.de

- Sollte das gesuchte Bild weder in ArKuBiD noch in den anderen Bilddatenbanken vorhanden sein, kann man es anfertigen lassen: Das entsprechende Buch muss herausgesucht, die Abbildungen im Buch durch eingelegte beschriftete Zettel mit Seitenzahl und Abbildungsnummer gekennzeichnet und ein Zettel mit Namen, Seminar und Referatstermin hinzugelegt werden. Stammt das Buch aus der BzG-Bibliothek, wird es dort ins Bildstellenregal (Raum 6.621) gelegt. Bei bibliotheksexternen Werken oder UB-Büchern kann es in der Diathek (Raum 5.551) abgegeben werden.

- Die Anfertigung und Einstellung in die Datenbank dauert ca. 2-3 Wochen; danach ist der Download aus ArKuBiD möglich.

 

Ausleihe von Dias

- Die Öffnungszeiten der Diathek Raum 5.551 sind dem HiWi-Dienstplan neben der Zimmertür zu entnehmen.

- Die Dias werden gemeinsam mit einer studentischen Hilfskraft ausgesucht.

- Sollten die gewünschten Dias noch nicht vorhanden sind, ist eine rechtzeitige Bestellung und Neuanfertigungen notwendig: schwarz-weiß Dias 2 Wochen vor Referatstermin; Farbdias 3 Wochen.

- Dias können nicht nach Hause ausgeliehen werden, sie verbleiben stets im Institut.

- Dias dürfen nicht mit Punkten beklebt oder gar beschriftet werden.