Lectures series im Wintersemester 2019/2020

Was haben Smartphones, Moskitonetze, ein molekularbiologisches Labor und ein Innovation Hub gemeinsam? Es sind Technologien, die ein modernes Leben voll von Gleichberechtigung, Gesundheit und beruflicher Selbsterfüllung versprechen. Lösen sie das Versprechen ein? Accra, Lusaka oder Kawanda werden in der Ringvorlesung zu Orten digitaler Selbstunternehmer*innen, zu Orten, an denen Innovation Hubs nach intersektionaler Inklusion streben, wo insektizide Moskitonetze zu lebensrettenden humanitären Gütern werden und Biolog*innen eine Karriere in transnationalen Forschungsprojekten verfolgen. An diesen globalen Orten evidenz-basierter Wissens- und Technologieproduktion offenbart sich allerdings auch der stets experimentelle Charakter der Moderne. Die Referentinnen der Ringvorlesung problematisieren das einseitige Narrativ von Fortschritt und Entwicklung durch neue (digitale) Technologien, indem sie unter anderem das Spannungsfeld zwischen vermeintlichen „technological fixes“ und strukturellen Herausforderungen wie selbstausbeuterischer Prekarität, Reproduktion von Gender-Ungleichheiten, Marginalisierung lokaler Ökonomien und körperlichen Gefahren durch fehlende Infrastrukturen aufzeigen.

Das Vortragsprogramm kann HIER als PDF heruntergeladen werden.


Technologies & Global South

20. November 2019
Andrea JIMENEZ (Sheffield): Where the Global meets the Local. Unpacking the Multiple Spaces of Innovation Hubs

18. Dezember 2019
Seyram AVLE (Amherst): Survival Innovation and the Labors of Tech Entrepreneurship

29. Januar 2020
Sandra CALKINS (Berlin): Testing Plants. Places of Evidence in a Ugandan-Australian Research Collaboration

5. Februar 2020
Ulrike BEISEL (Bayreuth): Experimenting Mosquitoes. Genetic Engineering and Multispecies Worlding in West Africa