Lecture series

Winter 2017/2018

Unser alltäglicher Konsum wird zunehmend von räumlich weit verzweigten und fragmentierten Produktionsprozessen bestimmt. Die erforderliche Arbeit, die in der Produktion, Organisation und Aufrechterhaltung dieser Wertschöpfungsketten steckt, bleibt meist unsichtbar. Globale Wertschöpfungsketten und Produktionsnetzwerke funktionieren jedoch nicht automatisch, sondern benötigen kontinuierliche Anstrengungen von Akteuren (Arbeitskräften, Firmen und Staaten) auf multiplen Ebenen. The Work of Global Production zielt darauf ab, diese Akteure und ihre Arbeit in den Fokus zu rücken, bestehende Arbeitsregime und -politiken kritisch zu hinterfragen und die Möglichkeiten einer Umgestaltung transnationaler Produktionsprozesse zu diskutieren. Basierend auf neuen empirischen Forschungsergebnissen und Fallbeispielen von Nord-Süd umspannenden Arbeitsprozessen, erarbeiten die Vorträge dieser Ringvorlesung eine Kritik und konzeptionelle Weiterentwicklung populärer wirtschaftsgeographischer Ansätze globaler Produktionsnetzwerke und Wertschöpfungsketten.

Sarah HALL (University of Nottingham): Reframing labour market mobility in international financial centres: Chinese elites in London’s financial districtabstractVideoaufzeichnung

Dennis ARNOLD (University of Amsterdam): Stunted development, labour politics and low-value global production networksabstractVideoaufzeichnung

Philip KELLY (York University, Toronto): Global post-capitalist networks? Transnational labour migrant connections and development in the PhilippinesabstractVideoaufzeichnung (Ton setzt erst bei Minute 17:40)

Jennifer BAIR (University of Virginia): Governing buyer-driven governance: Labour standards and supply chain interventions in Nicaragua and BangladeshabstractVideoaufzeichnung

Adrian SMITH (Queen Mary University of London): Labour regimes, trade policy and global production networksabstractVideoaufzeichnung

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Sommer 2017

Spätestens seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2007/08 erweist sich (urbane) Austerität als zentrale Dimension der sozialen und politischen Restrukturierungsprozesse in Europa und auch der BRD. Ausgehend vom Ideal ausgeglichener Staatshaushalte werden Ausgaben gekürzt, soziale Rechte abgebaut, demokratisch nicht legitimierte Formen der Haushaltskontrolle etabliert sowie neue Felder der Inwertsetzung erschlossen. Dieses „Zeitalter der Austerität“ (Thomas Edsall) ist durch eine raum-zeitlich ungleiche Entwicklung geprägt, die sich vom europäischen bis zum lokalen Maßstab artikuliert. Während die institutionellen Rahmenbedingungen auf europäischer und nationaler Ebene geschaffen werden, werden die Konsolidierungspolitiken vor Ort unmittelbar alltagsweltlich wirksam und ziehen dort eine Krise der sozialen Reproduktion nach sich.
Vor diesem Hintergrund spannt die Ringvorlesung den Bogen zwischen Europa und den Kommunen und wirft aus unterschiedlichen theoretischen Perspektiven Schlaglichter auf (urbane) Austerität als multiskalaren und zugleich sozial-räumlich konkreten Prozess.
Dina VAIOU (National Technical University of Athens): Restructurings of care: Athens at times of austerityabstract
Angela WIGGER (Radboud University, Nijmegen)The Competitiveness-Crisis Nexus in the EU Politics of Internal Devaluation. A Critical Political Economy Perspectiveabstract
Alexa FÄRBER (HafenCity Universität Hamburg): Sparstadt: Kulturwissenschaftliche Perspektiven auf die Verankerung von Low-budget urbanity im Alltagabstract
Jürgen OSSENBRÜGGE (Universität Hamburg): Strukturwandel der Städte im Regime der Austerität. Die Transformation von Machtfragen in Sachzwänge der deutschen Stadtentwicklungspolitikabstract
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Winter 2016/2017

Wir leben in finanzialisierten Zeiten, wo das Wohlergehen von Staaten, Unternehmen und Haushalten zunehmend durch Finanzmärkte oder eine Politik bestimmt wird, die sich an Finanzmärkten orientiert. Die finanzielle Ökonomisierung von fast allem drückt sich aus in der historisch gewordenen Dominanz des Finanzsektors über andere Bereiche der Ökonomie sowie der Inkorporation immer neuer Grenzregionen in globale Finanzkreisläufe. In den Wirtschaftswissenschaften, aber auch in den Medien werden Finanzmärkte oft als anonyme Entitäten gerahmt, die nach eigenen Gesetzmäßigkeiten funktionieren. Diese Repräsentation von Finanzmärkten hat im Zuge der Finanzkrise aber nochmal Zuspitzung erfahren. „Die Märkte“ seien nervös oder verlören sogar Vertrauen in ganze Staaten sind mediale Phrasen die wir nur allzu gut kennen. Diese Ringvorlesung lässt solche Abstraktionen hinter sich und beleuchtet die praktischen Operationen globaler Finanzmärkte aus unterschiedlichen wirtschaftsgeographischen Perspektiven. Dabei stehen die vielfältigen Grenzregionen im Fokus, die als neue Akkumulationsfelder in globale Finanzkreisläufe integriert werden.
David Bassens (University of Brussles):
Gatekeeping the Islamic Frontier: A Relational Urban Political Economy of Islamic Finance ♦ abstract ♦ Videoaufzeichnung
Costis Hadjimichalis (Harokopio University of Athens):
Schuldenkrise und Landraub in Griechenland ♦ abstract
Karen Lai (National University of Singapore):
Financialisation and the State: A Developmentalist View from Asia ♦ abstract ♦ Videoaufzeichnung
Sarah Bracking (University of Manchester/University of KwaZulu Natal):
The Financialisation of Power: Has the Global Economy Remade Power in Africa? ♦ abstract ♦ Videoaufzeichnung
Brett Christophers (University of Uppsala):
Seeing financialization?abstract ♦ Videoaufzeichnung
Paul Langley (University of Durham):
Financial Folds: Making Markets, Remaking the Social ♦ abstract ♦ Videoaufzeichnung
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Sommer 2016

‘Disruptions and breakdowns in normal geographies of circulation allow us to excavate the usually hidden politics of flow and connection, of mobility and immobility, within contemporary societies.’ (Graham 2010, Disrupted Cities)

Urbanization is interacting with more and more complex infrastructural circuits and materialities of the city. Failures or ‘disruptions’ of these infrastructures (e.g., electricity, food, water, waste, transport, information) impact the daily life in cities in various ways. They may both threaten the continuity and stability of cities and also provide opportunities for policy and behaviour change. From a theoretical perspective ‘disruptions’ allow us to rethink and retheorize the material flows in cities. From a policy perspective new opportunities for change may arise (Graham 2010). In the lecture series we take a closer look at various types of disruptions and related opportunities for policy and behaviour changes.

Jillian ANABLE (University of Leeds):
Disruption: unlocking the potential for low carbon change in travel behaviour?
Manuel AALBERS (University of Leuven):
The financialization of housing: mechanisms, sectors, geographies
Katharina MANDERSCHEID (Universität Luzern):
Driving the Future? Selbstfahrende Autos und die Aushandlung von zukünftiger Mobilität
Debbie HOPKINS (University of Oxford):
The use of ‘mobility cultures’ to examine low carbon-transitions: the case of generation Y
Veronique VAN ACKER (University of Amsterdam & Ghent University):
Mobility: lust or must? The added value of including soft factors in travel behaviour research
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Winter 2015/2016

Eine Ökonomie „jenseits“ des Marktes ist heute kaum mehr vorstellbar. Jahrzehnte neoliberaler Politik haben zwar nicht dazu geführt, dass marktwirtschaftliche Prinzipien bruch- und reibungslos sämtliche Bereiche des gesellschaftlichen Lebens strukturieren, aber als normativer Bezugspunkt sind sie fast nirgends mehr wegzudenken. Selbst die Kritik am Markt beruht nur mehr selten auf alternativen Vorstellungen der Organisation von Produktion, Distribution und Konsum, sondern beschränkt sich auf die Forderung nach Anpassung der ordnungspolitischen Rahmenbedingungen oder kontextspezifischen regulativen Eingriffen. Economies Beyond the Market zielt darauf ab, diese „Denkblockade“ zu hinterfragen. Zur Diskussion gestellt werden kritische Perspektiven auf das Marktmodell, welche in völlig unterschiedlichen theoretischen Traditionen verwurzelt sind, sich mit konkreten Alternativen befassen oder aufzeigen, wie unscharf und fragil die Grenze zwischen dem Markt und seinem konstitutiven „Anderen“ ist. 

Christian SCHULZ (University of Luxembourg):
Post-Growth and Alternative Economies:  Conceptual and Empirical Challenges for Economic Geography ♦ abstractZur Videoaufzeichnung des Vortrags
Andrew CUMBERS (University of Glasgow):
Reclaiming Public Ownership: Making Space for Economic Democracy ♦ abstract
Gernot GRABHER (HafenCity University Hamburg):
Valuation in the Emerging Sharing Economy: The Intricate Relation Between Societal Values and Economic Value abstract
Katherine GIBSON (University of Western Sydney):
Commoning as a Postcapitalist Politics abstract
Patrick BRESNIHAN (Trinity College, Dublin):
The More-Than-Human Commons: From Commons to Commoning abstract
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Sommer 2015

Die Ringvorlesung stellt Perspektiven und Methodologien vor, mit denen Migration nicht als einfache Bewegung über Grenzen von Nationalstaaten und „in“ deren Gesellschaften gedacht wird. Denn Migrationen haben europäische Gesellschaften dauerhaft verändert und verändern sie weiterhin. Die Beiträge der Reihe fragen, wie Migrationen gesellschaftlich und politisch geformt werden, wie sie sich in städtische Räume oder Ökonomien einschreiben, wie sich diese aus Perspektive der Migration denken lassen und wie in diesen Dynamiken Machtverhältnisse und gesellschaftliche Hierarchien produziert werden.“

Prof. Dr. Andreas POTT (Universität Osnabrück):
Urbane Migrationsregime. Potentiale der Regimeperspektive für die Geographische Migrationsforschung
Dr. Karin SCHWITER (Universität Zürich):
(Im)Mobilisierungen von Pendelmigrantinnen in der live-in Altenbetreuung
Prof. Linda MCDOWELL (University of Oxfort):
Moving stories: gender, transnational migration and writing a new economic geography
Dirk GEBHARDT (Universitat Pompeu Fabra, Barcelona):
Städte und die Regulierung von urban citizenship für Immigranten
Dr. Jonathan DARLING (The University of Manchester):
Forced migration and the city: sanctuary, protest and the politics of asylum

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Winter 2014/2015

 Gesellschaft stabilisiert sich in Technologie, Technologie setzt Gesellschaft global in Bewegung. Dieses Zusammenspiel aus Ordnung und Unordnung, aus Festsetzung und Mobilisierung lässt sich als Aufforderung verstehen, die sozio-technischen Rekonfigurationen globaler Gesellschaft auf verschiedenen Feldern zu diskutieren. Logistik ist der Kampf mit und um Lieferketten. Sie organisiert die technologische Mobilisierung von Menschen und Dingen und erschließt neue globale Territorien. Reproduktionstechnologien und Leihmüttermärkte erlauben die Herstellung von Familie auf transnationaler Ebene. Infrastruktursysteme operationalisieren politische Utopien und offenbaren gleichzeitig deren Schwachstellen. Vor allem aber ist es die binäre Weltsprache digitaler Technologien, die – vermittelt durch biometrische Systeme, Big Data, smart phones und smart homes – Mensch-Technik-Assoziationen neu formatiert. Mit diesen und weiteren Themenkomplexen setzt sich die Ringvorlesung zu „Global Technologies – Technologies of the Global“ anhand aktueller Fallbeispiele auseinander.

Deborah COWEN (University Toronto):
The (Techno) Science of Circulation: Global Economy, Unending War, and the Rise of Logistics Spaceabstract
Carolin SCHURR (Zürich):
The A.R.T. of making global familiesabstract
Rob KITCHIN (Maynooth):
Smart cities and the politics of urban data
Antina VAN SCHNITZLER (New York):
Democracy's Infrastructure: Techno-Politics After Apartheid
Louise AMOORE (Durham):
Life Beyond Big Data: Governing with Little Analytics

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Lecture series

Sommer 2014

In der Ringvorlesung werden städtische Auseinandersetzungen und Kämpfe unterschiedlichen Typs aus Athen, Calgary, Kapstadt und Tel Aviv vorgestellt und diskutiert.

Städte sind in ihrer sozialen und baulichen Verfasstheit Resultat, Terrain und Mittel gesellschaftlicher Auseinandersetzungen. Überall auf der Welt verdichten sich in Städten Widersprüche und spitzen sich Konflikte zu, es entstehen neue Problemlagen und Überkreuzungen von Machtverhältnissen, zugleich bilden sich in Städten Koalitionen und Widerstände heraus, überall wird um Gestalt und Bedeutung der gebauten Umwelt, über die Nutzung von Räumen, über den Metabolismus mit der Natur und die Verteilung von Infrastrukturen gerungen. Dieses Ringen nimmt mitunter die Form offener Revolten an, mitunter findet es in zähen Aushandlungen und unterhalb des Radars politischer Öffentlichkeit statt.

Außerhalb des Schwerpunktes findet ein Vortrag zur Mobilitätsforschung statt.

Costis Hadjimichalis (Harokopio University Athen):
Crisis in Greece Beyond Macroeconomics: Militant Protest and Emancipatory Solidarity Social Networks
Byron Miller (University of Calgary):
Sustainable City Betrayed? Calgary’s Neoliberal Sustainability Politics and Its Consequences
Myriam Houssay-Holzschuch (Université Joseph Fourier, Grenoble):
Watch This Space: Vacant Land and Urban Struggles in Cape Town

Vortrag außerhalb des Schwerpunktes

Patricia L. Mokhtarian (Georgia Institute of Technology):
The Impact on Mode Choice of Activities Conducted while Traveling: An Investigation of Northern California Commuters

Tovi Fenster (Tel Aviv University):
Address and the Micro – Politics of Home in Israeli Contested Urban Spaces

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Winter 2013/2014

Die kontinuierliche Ausweitung der Gültigkeit des Marktprinzips zählt wohl zu den prägendsten gesellschaftspolitischen Veränderungen der letzten Jahrzehnte. Zu den wenigen Bereichen, die von diesem Prozess lange Zeit weitgehend unberührt zu bleiben schienen, gehört das, was umgangssprachlich als „Natur“ bezeichnet wird wie beispielsweise Luft und Wasser, ökologische Vielfalt und Ästhetik, genetische Codes und menschliche Organe. Die Gründe dafür sind vielfältig. Manches wurde als öffentliches Gut angesehen, anderes aufgrund eines normativen Konsenses als schützenswert erachtet und in wieder anderen Fällen galten ethische Kriterien und das Marktprinzip als unvereinbare Gegensätze. Dies hat sich mittlerweile fundamental geändert. Wo es einmal darum ging, den Auswirkungen des Marktprinzips durch gesetzliche Eingriffe zu begegnen, dienen Eingriffe heute dazu, Märkte – beispielsweise für CO2-Emissionen – neu zu schaffen um den Umgang mit Natur zu regeln. Anhand aktueller Fallbeispiele zeigen die Vortragenden der Ringvorlesung Economizing Nature, wie widerspruchsvoll dieser Ansatz ist und wie problematisch seine Implikationen sind.

Sian Sullivan (Birkbeck University of London)
The Natural Capital Myth
Bram Büscher (Erasmus University Rotterdam, The Hague)
The Logic of the ‚Green Economy‘ or the Emergence of ‚Fictitious Conversation‘
David Lansing (University of Maryland, Baltimore)
Becoming Neutral:  The Spaces of Carbon‘s Economization
Becky Mansfield (Ohio State University)
Neoliberal Biopolitics of Environmental Health: Inequality and Responsibility in Governance
of Toxic Exposures
Bronwyn Parry (King‘s College London)
The Practice of Bodily Commodification

  • Alle Vorträge finden Sie auch HIER als Videoaufzeichnung.
  • Das Programm der Ringvorlesung gibt es HIER auch als PDF zum Herunterladen.

Sommer 2013

Plakat
Stephen Collier (The New School, New York/Gastprofessor Goethe-Universität Frankfurt)
Neoliberalism and Natural Disaster: Insurance and the Government of Urban Vulnerability
Mary Gilmartin (National University of Ireland, Maynooth)
Migration and spatial justice in urban Ireland
Tim Schwanen (University of Oxford)
Decarbonising Mobility Habits
Sabine Horlitz (CMS, TU Berlin)
Wohnraum dem Markt entziehen. Kollektive Eigentumsmodelle von Community
Land Trust bis Mietshäusersyndikat
Henrik Gutzon Larson (Lund University)
The Housing Question revisited in contemporary Copenhagen

Winter 2012/2013

Plakat
Mark Graham (University of Oxford)
Digital Divides and Uneven Geographies of Knowledge
Neil Coe (National University of Singapore)
Placing Networks and Networking Places: Mapping the Global Economy
Jamie Peck (University of British Columbia, Vancouver)
Fast Policy, and the Global Reproduction of Variegated Neoliberalism
Ananya Roy (University of California, Berkeley)
Renewing Capitalism amidst Crisis: Monetizations of Poverty in the Global
Adam Dixon (University of Bristol)
Sovereign Wealth Funds and the New Global Geography of Finance