Über uns

Das ZIAF bündelt und koordiniert seit 2003 die vielfältige Afrikaforschung der Goethe-Universität und ihrer Partner in einem Kompetenznetzwerk. Derzeit sind rund 100 WissenschaftlerInnen aus neun Fachbereichen daran beteiligt, mit einem deutschlandweit einmaligen disziplinären Spektrum: Afrikanistik, Anglistik, Archäobotanik, Archäologie, Biologie, Ethnologie, Filmwissenschaften, Geophysik, Humangeographie, Medizin, Paläobiologie, Physische Geographie, Politikwissenschaft, Romanistik und Wirtschaftswissenschaft. Weitere Mitglieder der Partnerinstitutionen (Frobenius-Institut, Forschungsinstitut Senckenberg und Naturmuseum Frankfurt, Hessische Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung, Institut für sozial-ökologische Forschung) arbeiten aktiv im ZIAF mit. Zudem koordiniert das ZIAF die Vernetzung der Afrikaforschung im Rahmen der Rhein-Main-Allianz der Universitäten in Frankfurt, Mainz und Darmstadt.

Ziele und Struktur des ZIAF

Das ZIAF als zentrale Netzwerkplattform hat sich zum Ziel gesetzt

  • Interdisziplinarität im Bereich der afrikabezogenen Forschung zu fördern
  • innovative Forschungsschwerpunkte und neue Forschungsprojekte zu initiieren
  • interdisziplinäre und Nord-Süd-übergreifende Nachwuchsförderung zu stärken
  • die Kooperation mit afrikanischen Partnern zu fördern
  • ein Netzwerk mit nationalen und internationalen Einrichtungen aus Forschung, Wirtschaft, Entwicklungszusammenarbeit und Kultur zu bilden
  • Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, um ein differenziertes Bild afrikanischer Wirklichkeit zu vermitteln

Es verfügt über eine Geschäftsstelle, um die vielfältigen Aktivitäten durchzuführen und zu koordinieren. Ein Direktorium sowie der Geschäftsführende Direktor und dessen Stellvertreter entscheiden über die strategische Ausrichtung des Zentrums und die Verwendung der ZIAF-Mittel. Beraten wird das ZIAF durch einen Beirat aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik.

Forschungsschwerpunkte der ZIAF-Mitglieder

I. Transregionale Studien

Die Forschungen setzen sich mit den neuen Interaktionen zwischen Afrika und anderen Weltregionen auseinander, wobei es um das systematische Ausloten, Konzeptualisieren und theoretische Verorten transregionaler »Zwischenräume« geht.

II. Kulturgeschichte und ökologischer Wandel

Im Fokus stehen Siedlungsgeschichte, Ökonomie und die Herausbildung politischer Strukturen, ferner die prähistorische Kunst in ihrem sozialen, kulturellen und ökologischen Kontext. Die Paläoökologie erforscht die Entstehung der Kulturlandschaft unter dem Einfluss des Menschen, sowie Klima- und Vegetationsveränderungen im Wechselspiel mit der Kulturentwicklung.

III. Sprache, Diskurse, Kommunikation

Diese Sektion widmet sich sowohl der linguistischen Analyse und Sprachsoziologie zu Fragen des Sprach- und Kulturwandels, der Rolle von Medien und der Veränderung kommunikativer Praktiken bei Migration, als auch komplexen diskursiven Prozessen im Kontext politischer Machtverhältnisse, sozialer Institutionen, ökonomischem Handeln und religiösen Überzeugungen.

IV. Nachhaltiges Ressourcenmanagement

Bio- und geowissenschaftliche Forschungen zur Nachhaltigkeit befassen sich mit pflanzlichen Ressourcen, der Degradation landschaftlicher Ökosysteme, der Versorgungsinfrastruktur und den Umweltauswirkungen von Bergbau. Fragen zur zukünftigen Verfügbarkeit von Rohstoffen, politische Transparenz und gute Regierungsführung werden dabei ebenfalls thematisiert.

V. Tropenmedizin und Public Health

Schwerpunkte der interdisziplinären Gesundheitsforschung sind Armut verursachende Tropenkrankheiten, zwischen Tier und Mensch übertragbare Krankheiten sowie notfallmedizinische und chirurgische Probleme in Krisen- und Konfliktsituationen.

Netzwerk-Programme: Innovative Ansätze und Nachwuchsförderung

Das ZIAF managet und unterstützt interdisziplinäre Programme, um die Vernetzung mit afrikanischen und europäischen Partnern zu fördern und innovative Forschungsperspektiven zu generieren (DFGProgramm Point Sud) sowie Nachwuchsförderung zu betreiben. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Mitarbeit im Maria Sibylla Merian Institute for Advanced Studies in Africa (MIASA), das neben der Förderung von Fellows über ein vom ZIAF organisiertes afrikaweites Veranstaltungsprogramm verfügen wird.

Nachwuchsförderung

Im Bereich der Lehre finden zahlreiche Veranstaltungen mit Afrikabezügen an der Goethe-Universität statt. Durch fachübergreifende Workshops und Nachwuchsveranstaltungen fördert das ZIAF eine Vernetzung über die disziplinären Grenzen hinweg. Fieldschools mit NachwuchswissenschaftlerInnen aus afrikanischen Ländern und Deutschland gehören ebenso zu den wichtigen Aktivitäten des ZIAF wie die Durchführung des Fellowship-Programms der Volkswagen Stiftung in den Human- und Sozialwissenschaften zur  Weiterqualifikation exzellenter junger afrikanischer Postdocs.

Öffentlichkeitsarbeit

Das ZIAF initiiert und konzipiert zu innovativen Themen Vorträge, Konferenzen und Ausstellungen, um ein differenziertes Bild afrikanischer Wirklichkeit zu vermitteln. Eine jährlich stattfindende ZIAF-Lecture bringt hochkarätige VertreterInnen aus Kunst, Kultur, Politik und Wissenschaft an die Goethe-Universität, die zu aktuellen Grundfragen der African Studies sprechen und sich an ein Fachpublikum ebenso wie an die afrikainteressierte Öffentlichkeit in Frankfurt wenden. Zudem werden wissenschaftlich begleitete Afrikareisen durchgeführt.