Über uns

Das ZIAF wurde 2003 als zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Goethe-Universität gegründet, um die vielfältigen Frankfurter Afrika-Aktivitäten in einem Kompetenznetzwerk zu bündeln. Dem Netzwerk gehören derzeit 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus sieben verschiedenen Fachbereichen der Goethe-Universität Frankfurt am Main sowie weitere assoziierte Mitglieder, z.B. des Senckenberg Forschungsinstituts, des Instituts für sozialökologische Forschung (ISOE), des Frobenius Instituts und der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) an. Das Spektrum der beteiligten Disziplinen ist dabei deutschlandweit einmalig. Es umfasst Afrikanische Sprachwissenschaften, Anglistik, Archäobotanik, Archäologie, Botanik, Ethnologie, Humangeographie, Medizin, Ökologie, Paläoanthropologie, Physische Geographie, Geophysik, Politikwissenschaften, Roma nistik, Theologie, Wirtschafts wissenschaften und Zoologie.

Ziele und Struktur des ZIAF

Das ZIAF als zentrale Netzwerkplattform hat sich zum Ziel gesetzt

  • Interdisziplinarität zu fördern, um komplexe wissenschaftliche Fragestellungen besser bearbeiten zu können
  • neue Drittmittelprojekte mit innovativen Forschungsschwerpunkten zu initiieren
  • intensiven Austausch mit nationalen und internationalen Forschungsförderungseinrichtungen zu pflegen
  • interdisziplinäre und Nord-Süd-übergreifende Nachwuchsförderung zu betreiben
  • die Kooperation mit afrikanischen Partnern zu fördern
  • sich mit nationalen und internationalen Institutionen aus Forschung, Wirtschaft, Entwicklungszusammenarbeit und Kultur zu vernetzen
  • eine Anlaufstelle für Forschungsanfragen aus Wirtschaft, Entwicklungszusammenarbeit und anderen außeruniversitären Organisationen zu bieten
  • Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, um ein differenziertes Bild afrikanischer Wirklichkeit zu vermitteln.

Zur Durchführung dieser Aufgaben verfügt das ZIAF über eine Geschäftsstelle, die die vielfältigen Aktivitäten und Aufgaben des ZIAF organisiert und koordiniert. Ein zwölfköpfiges Direktorium sowie der Geschäftsführende Direktor und dessen Stellvertreter entscheiden über die strategische Ausrichtung des Zentrums und die Verwendung der ZIAF-Mittel. Beraten wird das ZIAF durch einen Beirat aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik.

Forschungsschwerpunkte und Schwerpunktregionen

Eine zentrale Rolle im ZIAF spielen die interdisziplinären Projektverbünde, die sowohl in inhaltlicher als auch zeitlicher Perspektive ein weites Spektrum umfassen:

  • Im Bereich Biologie und Geographie befassen sie sich mit Fragen der Biodiversität, der Ökosystemdienstleistungen von Savannen unter Einfluss von Klima- und Landnutzungswandel sowie der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen unter veränderten Umweltbedingungen.
  • Im Bereich der Archäologie und Archäobotanik wird die Nok-Kultur im Nigeria des ersten vor- und nachchristlichen Jahrtausends erforscht, wobei auch Rekonstruktionen der Umweltbedingungen und Siedlungsgeschichte durchgeführt werden.
  • Im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften liegt ein großer Schwerpunkt auf der Erforschung der Interaktionen zwischen Afrika und Asien auf allen gesellschaftlichen Ebenen im Rahmen des neu bewilligten Forschungsverbundes »Afrikas asiatische Optionen« (AFRASO). Das Projekt liefert darüber hinaus auch Beiträge zur konzeptuellen Weiterentwicklung von Regionalstudien in Deutschland.
  • Zahlreiche weitere Projekte der verschiedenen Disziplinen runden das breite Spektrum ab.

Schwerpunktländer, in denen seit vielen Jahren zahlreiche Forschungsaktivitäten stattfinden, sind Benin, Burkina Faso und Nigeria. Seit 2003 liegt ein weiterer Fokus auf den Ländern Mali und Malawi, wo das ZIAF aktiv das von Prof. Friedemann Schrenk gegründete »Cultural and Museum Centre Karonga« (Malawi) sowie das von Prof. Mamadou Diawara geleitete Forschungsinstitut »Point Sud« (Mali) unterstützt. Durch weitere Projekte in den letzten Jahren und durch aktuelle Vorhaben wird die Liste noch durch Äthiopien, Gambia, Ghana, Guinea, Kamerun, Kenia, Niger, Senegal, Südafrika, Südsudan, Tansania, Uganda und die Zentralafrikanische Republik erweitert.

Nachwuchsförderung

Im Bereich der Lehre finden zahlreiche Veranstaltungen mit Afrikabezügen an der Goethe-Universität statt. Durch fachübergreifende Workshops und Nachwuchsveranstaltungen fördert das ZIAF eine Vernetzung über die disziplinären Grenzen hinweg. Fieldschools mit NachwuchswissenschaftlerInnen aus afrikanischen Ländern und Deutschland gehören ebenso zu den wichtigen Aktivitäten des ZIAF wie die Durchführung des Fellowship-Programms der Volkswagen Stiftung in den Human- und Sozialwissenschaften zur  Weiterqualifikation exzellenter junger afrikanischer Postdocs.

Öffentlichkeitsarbeit

Die Öffentlichkeitsarbeit ist ein weiterer Schwerpunkt des ZIAF. Zu innovativen Themen werden Workshops, Konferenzen und Vortragsveranstaltungen initiiert und organisiert. Darüberhinaus arbeitet das ZIAF an Ausstellungen zu verschiedensten Themen mit Afrikabezügen sowohl in Deutschland als auch in Afrika mit und inititiert diese zum Teil auch. Eine jährlich stattfindende ZIAF-Lecture bringt hochkarätige VertreterInnen aus Kunst, Kultur, Politik und Wissenschaft an die Goethe-Universität, die zu aktuellen Grundfragen der African Studies sprechen und sich an ein Fachpublikum ebenso wie an die afrikainteressierte Öffentlichkeit in Frankfurt wenden.