DFG-Programm Point Sud: Das Forschungszentrum Point Sud in Bamako, Mali

Das Forschungszentrum »Point Sud Lokales Wissen«

Point Sud ist ein internationales, autonomes Forschungsinstitut, das sich auf die Entwicklung neuer Formen der Zusammenarbeit zwischen Ländern des »Südens« einerseits und zwischen diesen Ländern und dem »Norden« konzentriert. Es wurde aufgrund einer lokalen Initiative gebürtiger und im Ausland geborener Malier in Zusammenarbeit mit der Universität Bayreuth, dem Wissenschaftskolleg zu Berlin und mit anderen wissenschaftlichen Anstalten wie der Ecole Des Hautes Etudes en Sciences Sociales, Paris und dem Center for International and Area Studies of Yale University, USA, gegründet.

»Point Sud – Lokales Wissen« analysiert die Interaktionen zwischen lokalem Wissen und Praktiken einerseits und den globalen oder nationalen Projekten der Modernisierung und der Staatsbildung andererseits. Point Sud unterstützt besonders Forschung über die kulturellen Wurzeln lokalen Wissens und dessen Antwort auf die lokale, nationale und globale Dynamik. Die systematische Sammlung oraler Traditionen und anderer oraler Quellen ist deshalb der Schwerpunkt der Forschungsprojekte des Instituts.

Das Zentrum fördert einzelne Forschungsprojekte, die Forscher aus der ganzen Welt zusammenbringen; es organisiert internationale Kolloquien und Kurse, und es bewilligt Studien- und Forschungsbeihilfen für junge afrikanische Forscher. Point Sud wird von Prof. Dr. Mamadou Diawara geleitet, der Professor für Ethnologie an der Goethe-Universität ist. Seit 2004 finanziert die Goethe-Universität die Infrastruktur von Point Sud.

Das DFG-Programm Point Sud

Im Jahr 2008 riefen die Goethe-Universität Frankfurt am Main und die DFG das Programm Point Sud ins Leben. Die Universität trägt die Infrastruktur von Point Sud, während die DFG einen jährlichen Paketantrag für bis zu fünf Veranstaltungen pro Förderungszeitraum finanziert. Anträge können einmal pro Jahr von allen deutschen Wissenschaftlern gestellt werden, unabhängig von Fachrichtung oder Hochschulzugehörigkeit. Die allgemeine Zielsetzung des Programms beinhaltet:

  • die Etablierung eines Zentrums der interdisziplinären Forschung und des Austausches zwischen Wissenschaftlern und Institutionen aus Deutschland, Europa, Afrika und an deren Teilen der Welt,
  • die Vernetzung von afrikanischen Wissenschaftlern und Forschungsinstitutionen so wohl auf der Nord-Süd-Achse als auch innerhalb von Afrika und mit Forschern aus Südamerika und Asien (Süd-Süd-Achse),
  • die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses,
  • die Überwindung von Sprachbarrieren und akademischen Denktraditionen.

Über diese Ziele hinaus strebt das Programm eine enge Kooperation mit der Universität Bamako und anderen in der Hauptstadt ansässigen Forschungsund Lehreinrichtungen an. Das Programm wird von einem Lenkungsgremium gesteuert, dass aus den folgenden Mitgliedern besteht: Prof. Mamadou Diawara (Goethe-Universität Frankfurt am Main), Prof. Andreas Eckert (Humboldt-Universität zu Berlin), Prof. Robert Kappel (GIGA Hamburg), Prof. Dieter Neubert (Universität Bayreuth) und Prof. Brigit Obrist (Universität Basel).

Einen Überblick zur bereits abgeschlossenen Förderphase 2012/2013 sowie weitere Informationen zur aktuellen Förderphase finden Sie hier. In den nächsten vier Förderjahren (2013-2017) wird das Programm von einem Verbund von mehreren Instituten in Burkina Faso, Gabun, Mali, Niger, Senegal und Südafrika durchgeführt. Entsprechend finden die Veranstaltungen an diesen Standorten statt. Dies eröffnet vielfältige neue Vernetzungsmöglichkeiten für die deutsche Afrikaforschung.