Der Master of Arts Ethnologie

Der Masterstudiengang Ethnologie ist forschungsorientiert und setzt sich schwerpunktmäßig mit aktuellen Arbeitsfeldern sowie mit Debatten auseinander, die für die kritische Interpretation von Formen und Vielfalt menschlichen Handelns und seiner Institutionen notwendig sind. Vor diesem Hintergrund werden Sie eigenständig Forschungsfragen erarbeiten und ein Projekt entwickeln und durchführen. Dabei werden Konzepte ethnographischer und ethnologischer Forschung, praktische methodische Kompetenzen im Forschungsdesign sowie der Datenerhebung und -auswertung behandelt und erprobt.

Aufbau des Masterstudiengangs Ethnologie:

Forschungsprojekte werden in den Modulen 2 bis 4a vorbereitet und in Modul 4b durchgeführt und nachbereitet. Im Rahmen eines von Ihnen  geplanten Projektes werden Sie selbst (individuell oder in Gruppen) über mehrere Wochen oder Monate forschend tätig. Projekte sind zu den verschiedenen Schwerpunkten des Instituts möglich. Besonders begrüßt werden Projekte, die sich an den Rahmenthemen für den MA-Jahrgang 2017/2018 (s. folgender Abschnitt) orientieren. Die Durchführung von davon unabhängig konzipierten Projekten ist ebenfalls möglich; wir empfehlen insbesondere Interessenten, deren Projekte sich nicht an den Rahmenthemen orientieren, den Besuch der Fachstudienberatung des Instituts vor der Bewerbung.

Rahmenthemen für den Jahrgang 2017/2018

Salafismus und Dschihadismus

Im Rahmen des Masterstudienganges Ethnologie bietet Prof. Dr. Susanne Schröter ab dem Wintersemester 2017/2018 den Studienschwerpunkt Salafismus und Dschihadismus an. Beide Phänomene stellen große Herausforderungen für Politik und Gesellschaften in allen islamisch geprägten Ländern und in Staaten mit islamischen Minderheiten dar. Es handelt sich um transnationale Bewegungen mit spezifischen regionalen Ausprägungen, die überall dort entstehen können, wo sich Staaten ihre exekutiven Aufgaben nicht mehr übernehmen und nichtstaatliche Gewaltakteure die Macht übernommen haben. Sie entwickeln sich aber auch in so genannten Parallelgesellschaften westlicher Demokratien und sind Zeugnisse von Integrationsdefiziten. Die Forschung zu diesem Phänomen befindet sich noch am Anfang, und dies gilt auch für präventive Maßnahmen und Deradikalisierungsprogramme, die sich fast überall noch in der Pilotphase befinden. Das Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam, das den Studienschwerpunkt betreut, führt in mehreren Ländern ethnografische Grundlagenforschung zum Thema durch, in die Studierende integriert werden. Die Bereitschaft, unter Anleitung ein eigenes empirisches Projekt zu entwickeln, wird von Bewerber/innen erwartet.

Religiöser Pluralismus in Indien

Im Rahmen des Masterstudiengangs bietet Prof. Dr. Roland Hardenberg ab dem Wintersemester 2017/18 den Studienschwerpunkt „Religiöser Pluralismus in Indien: Zwischen Dialog und Konflikt“ an. Dazu soll im Wintersemester zunächst ein Intensivkurs angeboten werden, der auf eine 12-tägige Exkursion (Dezember-Januar) nach Indien vorbereitet. In Seminaren, Vorlesungen und Kolloquien, zu denen auch indische Gastwissenschaftler eingeladen werden, können sich die Studierende in verschiedene Themen einarbeiten und in Absprache mit einem Team von Dozenten (Prof. Dr. Hardenberg, Dr. Luithle-Hardenberg, Baktygul Tulebaeva) ihre eigenen Projekte zum religiösen Pluralismus konzipieren. Indien wirbt für sich mit dem Slogan „Unity in Diversity“, und dies bezieht sich nicht nur auf die vielfältigen Ethnien und Sprachen, sondern auch auf die Religionen. Diese religiöse Vielfalt hat sich in Dialogen und Interaktionen zwischen den Glaubensrichtungen niedergeschlagen. In Vergangenheit und Gegenwart Indiens finden sich aber auch viele Beispiele dafür, dass dieses Nebeneinander verschiedener Religionen zu ernsthafte Spannungen und sogar gewalttätigen Konflikten geführt hat. Dieser „communalism“, also eine Gruppenbildung entlang ethnischer und religiöser Grenzen, die häufig mit Gewalttätigkeiten einhergeht, bestimmt bis heute in zahlreichen Gebieten Indiens die Beziehungen zwischen Hindus, Muslimen, Christen, Sikhs und Jains. Der Studienschwerpunkt bietet die Möglichkeit, sich mit konkreten Phänomenen des religiösen Pluralismus in Indien auseinanderzusetzen, etwa Hindu-Muslim-Beziehungen, Hindutva-Bewegung, christliche Heilungsrituale, Jain-Pilgerschaft oder religiöse Praxis in Mega-Cities.


Berufsperspektiven

Der Master Ethnologie bereitet Sie sowohl auf eine weiterführende Promotion als auch auf wissenschaftsnahe berufliche Tätigkeiten vor. Ihre Kompetenzen im Bereich der Kulturvermittlung qualifizieren Sie darüber hinaus für unterschiedliche Berufsfelder. Dazu zählen unter anderem die Entwicklungszusammenarbeit, das Museums- und Ausstellungswesen, der Medienbereich, die Migrations- und Integrationsarbeit, die Konfliktbearbeitung oder auch die Erwachsenenbildung. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist eine inhaltliche Schwerpunktsetzung während Ihres Studiums, bei der wir Sie gern beraten.

Die Career Services der JWGU bieten darüber hinaus durch professionelle Serviceangebote eine Brücke zwischen Studium und Beruf. Ziel ist es, Studierende bereits während des Studiums auf den Einstieg ins Berufsleben vorzubereiten, wertvolle Orientierungshilfen zu geben, mit potentiellen Arbeitgebern in Kontakt zu bringen sowie erste Erfahrungen in der Arbeitswelt zu vermitteln. Studierende und Absolventen/innen werden durch die Mitarbeiter/innen der Career Services umfassend beraten und durch Angebote zum Erwerb berufsqualifizierender Schlüsselqualifikationen auf den Berufseinstieg vorbereitet und unterstützt. Ergänzend bietet auch das Zentrum für Weiterbildung der Johann Wolfgang Goethe- Veranstaltungen zu Schlüsselkompetenzen (soft skills) für Studierende an. 

M.A.Ethnologie auf einen Blick

  • Studiengang: Master of Arts Ethnologie
  • Studienbeginn jeweils zum Wintersemester
  • Regelstudienzeit: 4 Semester
  • 120 Credit Points (= 30 CP pro Semester);  1 CP = 30 Stunden studentischer Arbeitsaufwand

Zulassungsvoraussetzungen

  • BA-Abschluss mit Ethnologie im Haupt- oder Nebenfach
    oder Abschluss in gleicher oder verwandter Fachrichtung. (Bitte beachten: Studierende ohne einen ersten Abschluss in Ethnologie (HF/NF) werden ggf. unter Auflagen zugelassen, d.h. Sie müssen innerhalb des ersten Studienjahres unter Umständen Studienleistungen und Modulprüfungen aus dem Bachelorstudiengang Ethnologie erbringen. Die Leistungen zur Erfüllung der Auflagen werden mit dem oder der Studierenden in einem Konzept oder Portfolio vereinbart. Der oder die Studierende erhält während der Phase der Auflagenerfüllung eine fortlaufende Betreuung. Je nach Umfang kann mit der Erfüllung der Auflagen eine Überschreitung der Regelstudienzeit einher gehen. Ansprechperson: Dr. Susanne Jauernig)
  • gute Deutschkenntnisse (DSH-2), Sprachkenntnisse in Englisch und einer weiteren Fremdsprache (jeweils mind. B1)
  • Nachweis der besonderen Eignung: Bewertung erfolgt auf Grundlage der BA-Note, eines Motivationsschreibens (500-700 Wörter) und der Teilnahme am Bewerbungskolloquiums. Das Motivationsschreiben soll Auskunft über die Studienmotivation, relevante Praxiserfahrung, die angestrebte berufliche Perspektive sowie einen ersten Einblick in eine Projektidee oder Einordnung in eines der Rahmenthemen geben.
  • Detaillierte Informationen zu den Zulassungsanforderungen und –verfahren sowie das Bewerbungsportal finden Sie hier.

Termine

  • Bewerbungsfrist: 01. April bis 15. Juni
  • Bewerbungskolloquium: 14.07.2017


Informationen für Studierende im Masterstudiengang

Die Teilnahme an der obligatorischen Orientierungsveranstaltung zu Beginn des WiSe ist für alle Studierenden obligatorisch. Hier erhalten Sie weitere Informationen zum Studienverlauf. Im ersten Semester belegen Sie zwei Veranstaltungen aus dem MA-Modul M01 (Kultur- und Gesellschaftstheorien I und II) und zwei Veranstaltungen aus dem MA-Modul M02 (nach Wahl) - s. Vorlesungsverzeichnis. Die Anmeldung zu den Veranstaltungen erfolgt per E-Mail an die Dozenten.

Die Fachschaft Ethnologie hat eine Facebook-Gruppe für die Studierenden im MA eingerichtet.