Orientierung im IG-Farben-Haus

Die Nummerierung der Querbauten (Q1 bis 6) und der Flurabschnitte (V1 bis 5) dient der Orientierung im Gebäude und der Bezeichnung der Räume.

• Beispiel I: Der Seminarraum IG 6.201 befindet sich im IG-Farben-Haus (IG), 6. Stock (die Zahl vor dem Punkt), Verbindungsflur 2, Raum 01.
• Beispiel II: Raum IG 0.451 befindet sich im Keller (die ›0‹ vor dem Punkt), Verbindungsflur 4, Raum 51.
• Beispiel III: Raum IG 254 befindet sich im Erdgeschoss (keine Zahl vor dem Punkt!), Verbindungsflur 2, Raum 54.
• Beispiel IV: Raum IG 5.215 befindet sich im 5. Stock, Querflügel 2, Raum 15. → Räume, deren Nummer auf 11, 12, 14, 15 etc. enden, sind meist in den Querbauten.

Die äußeren Flügel (Q1 & 6) beherbergen ausschließlich die Institutsbibliotheken. In allen anderen Teilen des Gebäudes, einschließlich des östlichen Nebengebäudes (NG), befinden sich Seminarräume, Dienstzimmer, Sekretariate, Konferenzsäle etc.

Ursprünglich wurde das Gebäude von 1928 bis 1931 nach Plänen des Architekten Hans Poelzig als Firmensitz der I.G. Farbenindustrie AG gebaut. Die 14 Hektar große Parkanlage entstand nach Entwürfen des Frankfurter Gartenbaudirektors Max Bromme und den Künstlern des Bornimer Kreises. Poelzig schuf eines der modernsten Bürogebäude Europas, das nach dem Willen der Bauherren nicht dem Bauhausstil der 1920er Jahre verpflichtet sein sollte, sondern eher einem neoklassizistischen Stil, der in idealtypischer Form Tradition und Moderne miteinander verbinden sollte.

Nach dem Vorbild des General Motors Building in Detroit, zwischen 1917 und 1921 erbaut von Albert Kahn, besteht das Gebäude aus sechs Flügeln, die durch einen leicht geschwungenen Flur miteinander verbunden sind. Die kammartige Anordnung der Querflügel hatte den Zweck, alle Räume optimal mit natürlichem Licht zu versorgen. In der Mittelachse auf der Rückseite befindet sich ein verglaster Rundpavillon, in dem heute ein Café (Eisenhower-Rotunde) untergebracht ist. Besonders markant sind die denkmalgeschützten Paternoster-Aufzüge.