Unterstützte Kommunikation (UK) ist der Oberbegriff für pädagogische und therapeutische Maßnahmen, die eine Erweiterung der kommunikativen Möglichkeiten von Menschen bezwecken, die sich nicht ausreichend über Lautsprache verständigen können. Im Förderschwerpunkte geistige bzw. körperliche und motorische Entwicklung ist UK eine wichtige Querschnittsaufgabe, weil ein Großteil der Schülerinnen und Schüler auf Unterstützung angewiesen ist, um in den Dialog zu kommen und am Unterricht zu partizipieren.

Das UK-Praxisprojekt kann von Studierenden des Lehramts an Förderschulen im Anschluss an das Seminar Einführung in die Unterstützte Kommunikation belegt werden. Die 12 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begleiten und fördern über ein Schuljahr einmal wöchentlich unterstützt kommunizierende Schülerinnen und Schüler im Klassenunterricht bzw. in der Einzelförderung.

In projektbegleitenden Seminarsitzungen (vier Einzeltermine pro Semester) werden Aspekte der UK-Diagnostik, Unterrichtsstrategien, die Vokabularauswahl, der Einsatz elektronischer Kommunikationshilfen und die Gestaltung des Fördersettings thematisiert. Ziel ist es dabei, die eigene Praxis theoriegeleitet zu reflektieren und weiterzuentwickeln.

Einmal im Semester hospitiert die Seminarleitung an der Schule und führt ein Beratungsgespräch durch.

Die Mentorinnen und Mentoren an der Schule stehen als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung und informieren die Projektstudenten über die Förderziele und das individuelle Kommunikationssystem des UK-Schülers / der UK-Schülerin.

Nach der „Kennenlernphase“ sollen die Studierenden die Möglichkeit bekommen, selbst die Förderung mitzugestalten. In der Regel passiert dies in einer Einzelförderung, die eigenverantwortlich konzipiert wird. Es könnte aber auch z.B. in wiederkehrenden kooperativen Elementen im Klassenunterricht o.ä. stattfinden.

Weitere Tätigkeitsfelder sind bspw. das Erstellen von symbolisch gestalteten Essens- und Tagesplänen, die symbolische „Beschriftung“ von Einrichtungsgegenständen und Räumlichkeiten, das Erstellen von digitalen Bilderbüchern, die symbolisch gekennzeichnete Inhaltsangaben in Liederbüchern, Mitarbeit an Kommunikationsbüchern und Ich-Büchern, Unterstützung von UK-Förderkursen, Mitarbeit an der Übertragung von UK-Lernsequenzen in den Unterricht der gesamten Lerngruppe, die Aktualisierung von Wortschätzen auf Sprachcomputern usw.

Die Erfahrung in den bisherigen Durchläufen zeigt, dass das UK-Projekt zu einer intensiven Lernerfahrung für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wird und die kontinuierliche Arbeit der Studierenden sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch für die Schulen zum Gewinn wird.

Zum kollegialen Austausch und vor Projektende zur Präsentation der Ergebnisse finden Mentorentreffen statt, an denen auch die Studierenden partizipieren.

Das UK-Praxisprojekt wird vom Staatlichen Schulamt für den Landkreis Offenbach und die Stadt Offenbach am Main sowie durch die Dr. Marschner Stiftung gefördert.

 

Ansprechpartner:
Christoph Schyma (Pädagogischer Mitarbeiter)
schyma@em.uni-frankfurt.de