Veranstaltungsarten, Module und Credit Points

Unter dem Begriff Vorlesung kann sich wahrscheinlich jeder etwas vorstellen. Bei Proseminar oder Kolloquium wird es schon schwieriger. An der Universität gibt es eine weitaus größere Vielfalt an Veranstaltungen als Sie es von der Schule her gewohnt sind. Aber keine Bange, Sie gewöhnen sich schnell an die neuen Formen des Lehr- und Lernbetriebes. Hier eine kurze Aufstellung der verschiedenen Veranstaltungstypen:

Vorlesung
Wohl die Veranstaltung, die am meisten an den Frontalunterricht in der Schule erinnert. Ein/e Hochschullehrer/in hält über das ganze Semester hinweg Vorträge zu einem bestimmten Themenkomplex, zu wissenschaftlichen Problemen und deren Lösungsansätzen, unterstützt durch technische Mittel wie Beamer, Overhead-Folien und natürlich die Tafel. Die Vorlesung dient hauptsächlich dazu, sich einen Überblick über das Thema zu verschaffen. Die Teilnehmerzahl ist i.d.R. nicht begrenzt, Diskussionen zwischen den Teilnehmern und/ oder Dozenten finden kaum statt (Fragen sind natürlich erlaubt). Eine eigenständige Vor- und Nachbereitung des Stoffes ist notwendig.

Übung
Eine Übung ist eine Veranstaltung, die der vertiefenden Nachbereitung von Vorlesungsinhalten dient. Die Teilnehmer werden in Übungsgruppen aufgeteilt, die Teilnehmerzahl ist in der Regel beschränkt. Übungen vermitteln spezielle Fertigkeiten durch Bearbeitung und Besprechung exemplarischer Aufgaben unter Anleitung eines Tutors.

Seminar
Ein Seminar ist eine Gruppenveranstaltung und dient der Erörterung wissenschaftlicher Probleme, die oft intensives Selbststudium verlangen. Eine aktive Beteiligung der Teilnehmer wird vorausgesetzt, in der Regel durch Vorträge oder Ausarbeitung einer schriftlichen Arbeit und rege Beteiligung an den im Seminar entstehenden Diskussionen. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Proseminar
Proseminare sind einführende Lehrveranstaltungen mit aktiver Beteiligung der Studierenden an der Unterrichtsgestaltung (Referate, Gruppenarbeit, Diskussionen) sowie Literaturbearbeitung und Übungsaufgaben.

Oberseminar
Eine Veranstaltung, die in der Regel begleitend oder im Anschluss an die Anfertigung der Bachelorarbeit statt findet. Sie findet in Form eines Vortrags über das Thema der Bachelorarbeit und eventueller Präsentation von Ergebnissen statt.

Kurse
In Kursen werden systematische grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt und eingeübt, u.a. Fremdsprachen.

Praktikum
Ein Praktikum ist eine Gruppenveranstaltung mit beschränkter Teilnehmerzahl. Es vermittelt fachbezogene praktische Kenntnisse und Fähigkeiten.

Kolloquium
Kolloquien dienen der Diskussion spezieller Fragestellungen und Forschungsergebnisse des Faches sowie der Erörterung wissenschaftlicher Positionen.

Exkursion
Exkursionen sind universitäre Lehrveranstaltungen, die außerhalb der Hochschule durchgeführt werden.

Module und Credit Points

In den modular aufgebauten Studiengängen werden thematisch und zeitlich aufeinander abgestimmte Lehrund Lerneinheiten als Module bezeichnet. Ein Modul kann sich dabei über ein oder zwei Semester erstrecken und verschiedene Veranstaltungen beinhalten. Man unterscheidet dabei Pflicht- und Wahlpflichtmodule, die der individuellen Schwerpunktsetzung dienen. Details dazu regelt die jeweilige Studien- und Prüfungsordnung.

Für jedes erfolgreich absolvierte Modul erhalten Sie, abhängig von Inhalt und Arbeitsaufwand, eine bestimmte Zahl Credit Points nach den Regeln des European Credit Transfer Systems (ECTS). Ein Credit Point entspricht dabei einer studentischen Arbeitszeit von 30 Stunden (Vor- und Nachbereitung eingerechnet). Für den Erhalt der Credit Points ist nur der erfolgreiche Abschluss des Moduls maßgeblich, nicht die daraus resultierende Note.

Jedes Modul wird mit einer Prüfung abgeschlossen, die in der Regel am Ende des Semesters oder zu Beginn der Semesterferien stattfindet. Modulprüfungen sind abschlussrelevant, sie gehen also prozentual gewichtet in die Gesamtnote ein.