Sport in der Onkologie

- Erwachsene -

Bewegung und körperliches Training gewinnen als präventive und unterstützende Maßnahme vor, während und nach einer Krebserkrankung zunehmend an Bedeutung. Eine Vielzahl wissenschaftlicher Untersuchungen und die Erfahrungen der Arbeitsgruppe Onkologie der Abteilung Sportmedizin zeigen, dass sich angepasste Bewegung in allen Phasen der onkologischen Erkrankung und Therapie positiv auswirkt. Neben einer Stabilisierung oder Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit und einer Verbesserung der Lebensqualität sowie des Wohlbefindens, kann regelmäßige Bewegung dazu beitragen therapie- und krankheitsbedingte Nebenwirkungen wie z.B. Erschöpfung zu reduzieren. Wenngleich die meisten Studien ausschließlich Patientinnen/-en mit Brust- oder Prostatakrebs untersucht haben, empfehlen verschiedene Fachgesellschaften angepasste Bewegung unter Berücksichtigung von individuellen Voraussetzungen für Krebspatienten jeder Tumorart und in jeder Therapiephase.  

Forschungsschwerpunkte der Arbeitsgruppe liegen u.a. in der Untersuchung von tumor- und therapiebedingten funktionellen Defiziten sowie Effekten von verschiedenen Bewegungsinterventionen auf physische und psychosoziale Parameter bei Erwachsenen und Kindern/Jugendlichen mit einer Krebserkrankung. Daneben werden Methoden zur Einschätzung und zum Monitoring der körperlichen und funktionellen Leistungsfähigkeit sowie der Trainings- und Belastungssteuerung evaluiert.

Seit 2009 bietet die Abteilung Sportmedizin in Kooperation mit verschiedenen Kliniken und Sportkreisen ein Beratungs- und Trainingsprogramm für onkologische Patienten an. Das Angebot umfasst eine speziell abgestimmte sportmedizinische Untersuchung mit anschließender Bewegungsberatung sowie spezifische Trainingsangebote an verschiedenen Standorten in Frankfurt und Umgebung. Die Sportmediziner und Sportwissenschaftler ermitteln die aktuelle körperliche Verfassung, legen gemeinsam mit dem Patienten Ziele fest und beraten zum Nutzen und zur Durchführung des Trainings. In Kleingruppen trainieren die speziell ausgebildeten Sporttherapeuten mit ihren Teilnehmer unter Berücksichtigung individueller Besonderheiten.

Wissenschaftliche Beiträge finden Sie hier.

Kontaktperson: Dr. phil. Katharina Schmidt

Aktuelle Studien:

Effekte eines heimbasierten Trainings auf Alltagsaktivitäten, funktionellen Status, Lebensqualität und Therapieverträglichkeit bei Patienten mit fortgeschrittenem Gastrointestinal-Tumor – Eine randomisiert kontrollierte Studie

Bewegung und Ernährung während der Krebstherapie – Informationsstatus und Umsetzung von Empfehlungen (Befragungsstudie)

Kooperationspartner

 

Schwerpunktpraxis Hämatologie/Onkologie

Klinik für onkologie und Hämatologie - Krankhaus Nordwest

Universitäres Centrum für Tumorerkrankungen Frankfurt - UCT Frankfurt

Hochtaunus-Kliniken gGmbH

Landessportbund Hessen

Hessischer Behinderten- und Rehasportverband

Sportkreis Hochtaunus


 


-Pädiatrische Onkologie-

In der BISON-Studie (Bewegung und Sport in der pädiatrischen Stammzelltransplantation) werden Auswirkungen einer Sporttherapie bei krebskranken Kindern und Jugendlichen während und nach einer Stammzelltransplantation untersucht. Dabei soll geklärt werden, ob die aus der Erwachsenenonkologie erhobenen Daten auch auf Kinder reproduzierbar sind. Die randomisierten kontrollierten Studien I und II betrachten zwei verschiedene Phasen der Therapie: In Untersuchung I werden die Patienten während der akuten stationären Phase der Transplantation begleitet. Von der klinischen Aufnahme bis zur Entlassung absolviert die Trainingsgruppe ca. fünf Wochen lang ein tägliches sporttherapeutisches Training. Dies beinhaltet Übungen zur Förderung von Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination. Die Kontrollgruppe erhält stattdessen ein kognitives Training. Im Anschluss an den stationären Aufenthalt erfolgt in Untersuchung II eine ambulante sporttherapeutische Versorgung bis zum Tag 200. In dieser Untersuchung soll die Integrierbarkeit einer ambulanten Sporttherapie sowie deren Effizienz geprüft werden. Inhaltlich baut das Sportprogramm auf den Maßnahmen der Akutphase auf. In beiden Studien werden Testverfahren eingesetzt, die u.a. die Hand- und Beinkraft, Ausdauerleistungsfähigkeit sowie die psychische Verfassung der Patienten erfassen.

Wissenschaftliche Beiträge finden Sie hier.

Kontaktperson: Dr. med. Andreas Rosenhagen

Kooperationspartner

Prof. Bader, Kinderonkologie der Unikinderklinik Frankfurt /M

Förderer

José Carrerras Fondations Nr: CJCLS 10/29 

Adolf Messer-Stiftung Königstein 

Weitere Info:

ClinTrial.gov: NCT01575704