Hunger macht Geschichte: Repräsentationen von Mangel in der skandinavischen Literatur

Hunger ist ein Motor der modernen Geschichte Skandinaviens und an der Herausbildung nationaler Identitäten skandinavischer Länder beteiligt. Die Erfahrung oder Überwindung von Armut und Mangel, das Ringen mit einer kargen Natur und der Wandel der landwirtschaftlichen Lebenswelt sind wichtige Motive in der skandinavischen Literatur. Dennoch ist die Bedeutung von Hunger in der skandinavischen Literatur kaum erforscht. Hier setzt das Projekt an.

Die Wahrnehmung von Hunger und der Umgang mit ihm beschreiben spezifische Verhältnisse von Mensch und Natur, Bevölkerung und Regierung, Körper und Gesellschaft. Ausgehend von diesen Überlegungen untersucht das Projekt Konzepte von Hunger in der skandinavischen Literatur mit einem Schwerpunkt auf Texten aus der ersten Hälfte 20. Jahrhunderts. Es fragt danach, wie sich diese Konzepte und Vorschläge zu wissenschaftlichen und politischen Diskursen über Hunger verhalten und in welcher Beziehung sie zur Geschichte des Hungers und seiner Bekämpfung stehen. Dabei nimmt es unterschiedliche ästhetische Strategien der Repräsentation von Hunger in den Blick.