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Der Garten wurde am 1.6.2014 feierlich eröffnet!

Der Botanische Garten mit dem Neuen Senckenbergischen Arzneipflanzengarten ist seit Anfang 2012 in die Obhut der Stadt Frankfurt übergegangen.

Am Campus Riedberg, wo sich mittlerweile auch alle Institute der Biologie befinden, entsteht derzeit der "Wissenschaftsgarten". Ein Teil dieses Areals ist für einen Arzneipflanzengarten bestimmt.


Der Arzneipflanzengarten ist am Hang südwestlich des Biozentrums entstehen. Die Beete schließen sich direkt an die Bereiche mit der systematischen Pflanzeneinteilung an. Die einzelnen Beete mit den Arzneipflanzen sind – ähnlich Schubladen eines Apothekerschrankes – in einer Rasenfläche angelegt.

Wie bereits beim "Neuen Senckenbergischen Arzneipflanzengarten" im Botanischen Garten engagierten sich auch diesmal Prof. Georg Schneider, Prof. Theo Dingermann und Dr. Ilse Zündorf in der Konzeption des Gartens. Zusätzlich hat sich jetzt noch der Nachfolger von Prof. Dingermann, Prof. Robert Fürst in die Planung mit eingebracht. Der Arzneipflanzengarten am Riedberg soll jedoch keine Konkurrenz zum bestehenden in der Frankfurter Innenstadt bilden, sondern vielmehr eine sinnvolle Ergänzung darstellen. Ein wichtiger Unterschied wird die Ordnung nach phytochemischen Inhaltsstoffgruppen sein.

Auch für diesen Garten standen nur begrenzte Mittel von Seiten der Universität zur Verfügung. Mit der Firma Engelhard Arzneimittel GmbH & Co. KG konnte bereits ein großzügiger Sponsor gefunden werden. Prof. Georg Schneider und seine Frau haben sich ebenfalls mit einer signifikanten Spende für die Realisierung des Gartens eingesetzt. Wir danken den über 70 Patinnen und Paten, die sich außerdem gefunden haben, um das Projekt finanziell zu unterstützen.

Die Anlage ist fertig, die Schilder stehen, allerdings sind die Rechnungen noch nicht alle beglichen, so dass wir uns nach wie vor um Paten bemühen (siehe rechts). Wie diese Patenschaft aussieht und wie Sie eine Pflanzen-Patenschaft übernehmen können, lesen Sie hier.


Alkaloide

Alkaloide

Alkaloide

Alkaloide sind eine strukturell extrem vielgestaltige Naturstoffklasse. Man kennt mehr als 15.000 verschiedene Verbindungen, die sich unterschiedlich klassifizieren lassen, z.B. nach der botanischen oder biosynthetischen Herkunft, oder der zugrundeliegenden chemischen Struktur (N-Heterozyklus). Etwa 10 bis 20 % aller Pflanzen bilden Alkaloide, sie kommen aber auch in einigen Bakterien, Pilzen und Tieren vor. Die Besonderheit der Alkaloide ist die sehr ausgeprägte pharmakologische und/oder toxische Wirkung auf den Menschen (Morphin als Schmerzmittel, Aconitin als starkes Gift).

Einfache Phenole

Einfachephenole

Einfache Phenole

Phenolische Verbindungen besitzen eine oder mehrere freie alkoholische Gruppen (OH-Funktionen) an einem Benzolring. Phenole bilden eine der wichtigsten Naturstoffklassen bei Pflanzen, die sich weiter unterteilen lässt in: Phenolglykoside (z.B. Arbutin), Phenolcarbonsäuren (z.B. Salicylsäure), Flavonoide, Cumarine, Lignane, Gerbstoffe und Anthranoide.

Polyphenole

Polyphenole

Polyphenole

Polyphenole sind aromatische Verbindungen mit zwei oder mehr Hydroxylgruppen. Zu diesen sekundären Pflanzeninhaltsstoffen lassen sich die Flavonoide und Gerbstoffe eingruppieren. Flavonoide sind häufig gelb gefärbte Substanzen, die vielfältige Wirkungen auf unseren Körper ausüben können. Gerbstoffe interagieren mit Proteinen und denaturieren sie, was man sich beim Ledergerben zunutze macht.

Fette Öle

Fetteoele

Fette Öle

In der Pharmazie werden drei große Gruppen von Ölen unterschieden: fette Öle (latein.: oleum), ätherische Öle (latein.: aetheroleum; siehe Beet „Ätherische Öle“) und Mineralöle (aus Erdöl). Im Gegensatz zu den flüchtigen ätherischen Ölen hinterlassen fette Öle auf einem Filterpapier den typischen „Fettfleck“. Neben Triacylglycerolen finden sich in fetten Ölen auch Begleitstoffe. In Pflanzen kommen vor allem pflanzliche Sterine (Phytosterine) wie z.B. das beta-Sitosterol vor. Im Gegensatz hierzu ist im tierischen Fett Cholesterol der Hauptbegleitstoff.

Ätherische Öle

Aetherischeoele

Ätherische Öle

Im Gegensatz zu fetten Ölen (siehe entsprechendes Beet) zeichnen sich ätherische Öle durch ihre Flüchtigkeit aus: Sie verdunsten rückstandslos. Definiert sind ätherische Öle als flüchtige, stark riechende, lipophile Stoffgemische von ölartiger Konsistenz, die in Pflanzen vorkommen. Sie werden hauptsächlich durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Besonders häufig findet man ätherische Öle in Vertretern aus den Pflanzenfamilien Apiaceae, Asteraceae, Lamiaceae, Pinaceae, Lauraceae, Rutaceae und Zingiberaceae.

Schwefelhaltige Stoffe

Schwefelhaltige

Schwefelhaltige Stoffe

In Arzneipflanzen kommen nur wenige schwefelhaltige Sekundärstoffe vor. Zu nennen sind hier die Alliine, die z.B. im Knoblauch und in der Küchenzwiebel vorkommen und die Glucosinolate, die dem Senf oder auch dem Meerrettich die bekannte Schärfe geben.

Mono-/Sesquiterpene

Monosesquiterpene

Mono-/Sesquiterpene

Werden zwei Isopreneinheiten verknüpft, erhält man die Monoterpene, von denen sich die bitteren Iridoide ableiten. Kommt noch eine Isopreneinheit dazu, erhält man die Sesquiterpene („Sesqui“ bedeutet „anderthalb“). Sesquiterpene bilden innerhalb der Naturstoffklasse der Terpene die größte Untergruppe. Man unterscheidet regulär von irregulär gebauten Sesquiterpenen: Während sich die regulären in drei Isopreneinheiten (C5) zerlegen lassen, ist dieser Aufbau bei den irregulären Sesquiterpenen aufgrund von Ringspaltungen, Wanderung von funktionellen Gruppen u.ä. nicht mehr so leicht zu erkennen.

Di-/Triterpene

Di triterpene

Di-/Triterpene

Ihrem Namen gemäß bestehen Diterpene (C20) aus zwei Monoterpen-, d.h. vier Isopreneinheiten. In regulären Diterpenen ist dieser Grundbaustein leicht wiederzuerkennen. Triterpene setzen sich aus sechs Isopreneinheiten zusammen, es finden sich fast ausschließlich tetra- und pentazyklische Vertreter (z.B. Cycloartenol, C30). Eine sehr wichtige, von den Triterpenen abgeleitete Stoffgruppe sind die Steroide, bei denen im Verlauf ihrer Biosynthese drei C-Atome abgespaltet werden (Cholesterol, C27).

Saponine

Saponine

Saponine

Der Name „Saponin“ leitet sich von der lateinischen Bezeichnung für „Seife“ (sapo) ab. Werden Saponine wie ein Detergenz mit Wasser geschüttelt, bilden sie einen stabilen Schaum. Einige Saponine können hämolytisch wirken, d.h. sie lösen rote Blutkörperchen (Erythrozyten) auf. Biosynthetisch gehören sie zu den Triterpenen und kommen als deren Glykoside (C30-Körper) oder als Glykoside von Steroiden (C27) vor. 

Schleimstoffe

Schleimstoffe

Schleimstoffe

Schleimstoffe sind eine Gruppe von Substanzen, die aus heterogen zusammengesetzten Kohlenhydratketten bestehen (Heteropolysaccharide). Diese langen und mehrfach verzweigten Zuckerketten enthalten neutrale und saure Komponenten. Entsprechend der Zusammensetzung und dem Auf-bau der Polysaccharidketten gibt es neutrale und saure Schleimstoffe. Schleimstoffe können in den Gewebszellen der Pflanze als Anlagerungsprodukte an die sekundäre Zellwand oder als Zellinhaltsschleime in der Vakuole vorkommen. Sie sind im Wesentlichen als Reservepolysaccharide anzusehen.

Sonstige

Sonstige

Sonstige

Einige Arzneipflanzen werden aufgrund von Inhaltsstoffen verwendet, die sich nicht in die großen Gruppen der sekundären Pflanzeninhaltsstoffe, wie wir sie hier im Arzneipflanzengarten Riedberg zusammengefasst haben, eingliedern lassen. Trotzdem sollen die Pflanzen und auch ihre pharmazeutische Bedeutung vorgestellt werden. Aus diesem Grund ist das Beet "Sonstige" entstanden.


Die Arzneipflanzen-Patenschaft

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Interessierte können die Realisierung des Arzneipflanzengartens am Riedberg durch eine Pflanzen-Patenschaft unterstützen. Zur Auswahl stehen eine Persönliche sowie eine Institutionelle Patenschaft.

Eine Persönliche Patenschaft kann jede Privatperson für 300 Euro übernehmen.

Firmen, Apotheken, Vereine, etc. können für 1000 Euro Arzneipflanzen-Pate werden.

Natürlich können Sie gerne auch mehr spenden.


Für Ihre Spende erhalten Sie eine Spendenquittung und werden, falls nicht ausdrücklich anders gewünscht, im Zusammenhang mit "Ihrer" Pflanze genannt:

  • auf dem bei der Pflanze angebrachten Informationsschild
  • auf der Homepage des Arzneipflanzengartens, auf der Übersichtliste unserer Arzneipflanzen, gern auch mit Link zu Ihrer eigenen Homepage

Und so einfach funktioniert es:
Sie suchen sich aus der Liste unserer Arzneipflanzen Ihre Lieblingspflanze aus, füllen das Patenschaftsformular aus und schicken es an die angegebene Adresse. Dann müssen Sie nur noch die Spende überweisen. Sobald wir Ihr Patenschafts-Formular erhalten haben, werden Sie Ihrer Pflanze auf der Liste zugeordnet. Die Spendenquittung für die Patenschaft können Sie steuerlich geltend machen.

Falls Sie sich nicht für eine bestimmte Pflanze entscheiden wollen, können wir gerne die Auswahl der Patenpflanze übernehmen.

Hier sind unsere Arzneipflanzen nach alphabetischer Liste der deutschen Pflanzennamen und der wissenschaftlichen Pflanzennamen.