Projekt LOTSE

Titel: "Entwicklung und Evaluation eines Interventionskonzepts zur Beratung und Begleitung älterer Menschen mit Sehbehinderung und Blindheit"

Projektpartner: Prof. Dr. Frank Oswald, Dr. Ines Himmelsbach, Dr. des. Annette Franke, Dipl. Pflegewirtin (FH) Sonja Driebold, Goethe-Universität Frankfurt am Main (wissenschaftliche Begleitung), Dipl. Psych. Franz-Joseph Esch, Soz. Päd. (BA) Katharina Metzler, Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte (praktische Durchführung), Dipl. Psych. Jürgen Nagel, Deutsche Blindenstudienanstalt e.V., Marburg

Förderung: Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main (Goethe-Universität Frankfurt am Main), Stiftung Almosenkasten (Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte)

Laufzeit: 01.03.2010 - 31.12.2013

Stichworte: Kompetenzeinbußen im Alter, Intervention, Beratung, Sehschädigung, Lebensqualität

Projektbeschreibung: Sehbeeinträchtigungen sind vielfältig in ihrer Art und eine Begleiterscheinung normalen Alterns, aber in ihrer Häufigkeit noch immer unterschätzt. So machen ältere Sehgeschädigte heute bereits einen Anteil von fast 70% aller Sehbehinderten aus. Um eine Verbesserung der Versorgung zu ermöglichen, wird im Rahmen dieses Projekts ein Beratungskonzept entwickelt und evaluiert, das über die Hilfe im technischen Sinne hinaus einen Schwerpunkt auf psychosoziale Beratung legt. Diese ist in der heutigen Versorgung kaum vorhanden. Sie ist aber besonders notwendig, denn von einer Sehschädigung im Alter betroffen zu sein kann bedeuten, die unangenehme Seite des Alterns und den drohenden Verlust von Selbstständigkeit und Lebensqualität durch eine progrediente Sehbeeinträchtigung gebündelt erleben zu müssen. Zudem ist die Angebotsstruktur für ältere sehgeschädigte Menschen stark segmentiert und wenig ausgebaut. Ein ganzheitliches Konzept mit Fokus auf den individuellen Bedürfnissen der älteren Menschen soll die Versorgungslandschaft bereichern. Die Entwicklung und Evaluation des Konzeptes adressiert zwei Ebenen: (1) Auf der Praxisebene bildet der Lotse, also die beratende Person, das Herzstück. Er sucht die ratsuchende Person auf, um sie zu einer anschließenden, selbstständigen Bewältigung der Situation zu befähigen und / oder an spezifischere Hilfsangebote zu vermitteln. (2) Auf der Wissenschaftsebene ist das Ziel die empirisch fundierte Begleitung und Untersuchung der Konzipierung, Anwendung, Weiterentwicklung und Evaluation des Beratungsprogramms. In der ersten Phase (Monat 1-18) liegt der Fokus auf der Programmentwicklung, -optimierung und qualitativen Prozessevaluation, in der zweiten Phase (Monat 19-36) auf der sich anschließenden Programmdurchführung und quantitativen Ergebnisevaluation. Zwei weitere Projektbausteine sollen die nachhaltige Implementierung des entwickelten Programms in die kommunale Versorgung älterer Menschen vorbereiten: regelmäßige Zusammenkünfte, Konsultationen und Beratungen mit dem Projektbeirat und die Untersuchung der Übertragbarkeit in den ländlichen Raum.