Über das Fach

Die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (AVL) bietet Studierenden eine literaturwissenschaftliche Bildung, die über die Beschäftigung mit einzelnen Sprachen oder Kulturräumen weit hinausgeht. Die AVL – oft auch als Komparatistik bezeichnet – befasst sich mit den vielfältigen Beziehungen zwischen all den verschiedenen Sprachen und Kulturen, Medien und Literaturen der Welt. Von diesem Interesse geleitet weist die AVL deshalb auch Schnittstellen zu anderen Fächern auf wie etwa Philosophie, Kunstgeschichte, Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Rechts- und Religionswissenschaften, Historische Ethnologie, Linguistik und Politikwissenschaft. Besonders am Frankfurter Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft können Studierende von einer sehr engen Vernetzung und Kooperation der einzelnen Fächer profitieren.

Das Studium der AVL eröffnet Studierenden die Möglichkeit, sprach- und kulturübergreifende Zusammenhänge zu bedenken sowie die dazu erforderlichen Sprachkenntnisse zu festigen und zu erweitern. Insbesondere wird durch die AVL die Fähigkeit gefördert, über nationalsprachliche und fachspezifische Grenzen hinweg Texte und Medien in größere theoretische und gesellschaftliche Kontexte einzuordnen. Daraus ergeben sich jedes Semester neue spannende Seminare und Veranstaltungen wie beispielsweise zu einer „Theorie des Lachens“, „Paranoia: Vom Lesen im Beziehungswahn“, „Literatur in der Zeitung“ oder auch zu „Unverständlichkeit, Nonsens, Sinnleere“ – dies nur als kleiner Ausschnitt aus einer vielfältigen Bandbreite an bisherigen Seminaren, die am Institut für AVL in Frankfurt gelehrt wurden.

Was bedeutet Allgemeine Literaturwissenschaft?

Die Allgemeine Literaturwissenschaft untersucht, was Literatur ist und was sie eigentlich ausmacht. Sie widmet sich grundlegenden Fragestellungen zur Art und Weise, wie Literatur sich analysieren und begreifen lässt, wie sie entsteht, sich verbreitet und rezipiert wird. Zu diesem Zweck werden verschiedene Literaturtheorien herangezogen, die sich mit literarischen Texten und ihren ästhetischen, stilistischen und rhetorischen Merkmalen auseinandersetzen, mit Fragen zu Gattung und Textsorte oder dem Stil eines Autors/einer Autorin oder auch einer Autorengruppe. Wichtig sind darüber hinaus theoretische Überlegungen und Diskussionen der verschiedenen Eigenschaften unterschiedlicher Medien und Künste (Medientheorien) und eine Reflexion über die Unterschiede zwischen den Sprachen (Übersetzungstheorien), um diese für Literatur- und Sprachtheorien fruchtbar machen. Ein zentraler Aufgabenbereich der Allgemeinen Literaturwissenschaft ist die Einbeziehung unterschiedlicher theoretischer Ansätze wie Hermeneutik, Strukturalismus, Dekonstruktion oder Diskursanalyse. Diese Forschungsansätze bringen dabei oftmals andere Wissenschaften wie die Philosophie, Sprachwissenschaft, Soziologie oder die Kulturwissenschaften mit der Literaturwissenschaft zusammen und können so dazu beitragen, allgemeine, fächerübergreifende Themen zu erörtern.

Was bedeutet Vergleichende Literaturwissenschaft?

Die Vergleichende Literaturwissenschaft schließt unmittelbar an die Allgemeine Literaturwissenschaft an, indem sie deren Fragestellungen nicht auf eine nationalsprachliche Literatur beschränkt, sondern alle Literaturen der Welt einbezieht und miteinander vergleicht. Der Schwerpunkt des Vergleichs liegt dabei auf den anglophonen, deutschsprachigen und französischsprachigen Literaturen. Dadurch lassen sich Theorien zu möglichen Eigenheiten oder universellen Eigenschaften von literarischen Kulturen aufstellen und untersuchen. Diese Theorien befassen sich beispielsweise mit dem Vergleich von neueren Werken zu antiker oder mittelalterlicher Literatur, mit Analysen von Formen oder Gattungen aus verschiedenen Literaturen und deren Wandel im Laufe der Zeit, Fragen zur Rezeption und zum Einfluss literarischer Werke in verschiedenen Ländern oder zu verschiedenen Zeitpunkten sowie mit Studien zum Verhältnis von Literatur zu Künsten bzw. Medien (Intermedialität) sowie von Literatur zu Kultur(en) (Interkulturalität). Auch in diesem Aufgabenbereich weist die Vergleichende Literaturwissenschaft zahlreiche Anknüpfungspunkte zu anderen Wissenschaften auf, wie z.B. den Einzelphilologien (Anglistik, Amerikanistik, Germanistik, Romanistik, Skandinavistik, usw.), Kunst-, Medien- und Kulturwissenschaften oder auch Soziologie und Psychologie. Die Vergleichende Literaturwissenschaft betont die vielfältigen Bezugnahmen literarischer Stoffe, Formen und Werke unter- und miteinander, und widmet sich der historischen und systematischen Erforschung dieses Beziehungsgeflechts.