Gesundheitsförderung & Public Health

Die Abteilung Sportmedizin der Goethe-Universität Frankfurt ist Partner zahlreicher kollaborativer Projekte zur Förderung gesundheitswirksamer körperlichen Aktivität in verschiedenen Settings und Zielgruppen innerhalb der Europäischen Union. Nachfolgend finden Sie eine Beschreibung über aktuelle und abgeschlossene EU-Projekte mit unserer Beteiligung.


Abgeschlossene EU-Projekte:

Promoting Physical activity and Health in Ageing (PAHA)                         

The Promoting Physical Activity and Health in Ageing (PAHA) ist ein von der EU-Kommission teilfinanziertes Forschungsprojekt über eine Laufzeit von insgesamt 18 Monate mit Beginn im Januar 2015. PAHA vereint 8 EU-Länder zu einer Kooperationsgemeinschaft für die Zwecke der Entwicklung, Implementierung und Evaluation eines spezifischen und supervisierten Trainingsprogramms. Damit wird das Ziel verfolgt, 55-65-jährige körperlich inaktive Bürgerinnen und Bürger in Europa zur Aufnahme und Aufrechterhaltung eines gesundheitsförderlichen körperlichen Aktivitätsniveaus (gemäß internationaler Empfehlungen) zu befähigen. Um das Trainingsprogramm in der Praxis zu etablieren werden die aus dem Projekt resultierenden Best-Practice-Methoden diversen Akteuren im Sport- und Gesundheitssektor sowie Bildungseinrichtungen zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen: http://www.ehfa-programmes.eu/paha  

A good practice guide Sept. 2016

Shape-Project

Schulsportunterricht hat das Potential, das Gesundheitsverhalten zukünftiger Generationen positiv zu beeinflussen. Vor diesem Hintergrund wird das 2-jährige Projekt einen Rahmenplan erarbeiten, der die EU-weite Umsetzung gesundheitsorientierten Sportunterricht unterstützen soll.  Auf der Basis einer Analyse des Sportcurriculums im öffentlichen Bildungssystem in den jeweiligen Kooperationspartnerländer sollen Best-Practice-Methoden entwickelt werden, um die Implementierung internationaler Empfehlungen gesundheitswirksamer körperlicher Aktivität in der EU-Sportpolitik voranzutreiben. Mit der Umsetzung des Projekts leisten die beteiligten Kooperationspartnerländer und -organisationen einen wesentlichen Beitrag zur Neugestaltung der Rahmenbedingungen für qualitativ hochwertige, komplexe Sport- und Bewegungsprogramme in Schulen innerhalb der Europäischen Union.

European Physical Activity Promotion Forum (MOVE) (2011-2014)           

Die Zusammenarbeit von 7 assoziierten und mehr als 15 Kooperationspartner aus ganz Europa verfolgte das Ziel, gute Praxis zur Bewegungsförderung bei sozial benachteiligten Gruppen zu identifizieren, aus den Praxisbeispielen Handlungsempfehlungen abzuleiten und in Form von Modellprojekten umzusetzen. Das Handbuch „A tool for promoting physical acitivity in socially disadvantaged groups“ stellt das methodische Vorgehen des Projektes sowie exemplarisch Fallbeispiele vor.

Das Handbuch können Sie hier lesen.

Weitere Informationen: http://www.isca-web.org/english/health/move/projectsummary

Ansprechpartner:Dr. Eszter FüzékiFlorian Giesche, M.Sc.


Abgeschlossene Nicht-EU-Projekte:

Bewegungsförderung bei Sozialbenachteiligten/ Third Mission

Für den Personenkreis sozialbenachteiligter Menschen besteht einerseits ein zunehmender Handlungsbedarf bezüglich der Teilnahme an gesundheitsfördernden Maßnahmen, da mit einer prekären Beschäftigungssituation ein deutlich erhöhtes Risiko biopsychosozialer Gesundheitsstörungen einhergeht; andererseits erreichen die üblichen Angebote der Primärprävention diese Gruppe kaum. Deshalb widmet sich die Bewegungsförderung bei sozial benachteiligten Personen der Aufgabe, die individuellen gesundheitlichen und psychosozialen Ressourcen alltagsnah zu stärken.


Mit Migranten für Migranten (MiMi) - Interkulturelle Gesundheitslotsen in Hessen


 Das seit 2006 bestehende Projekt „MiMi - Mit Migranten für Migranten“ als ein Bestandteil eines landesweiten Netzwerkes bildet interkulturelle Gesundheitslotsen in Hessen aus. Mehrsprachige MigrantInnen werden geschult, um in ihrer Muttersprache ihre Landsleute für das Thema Gesundheitsförderung und Prävention zu sensibilisieren und über das deutsche Gesundheitssystem zu informieren.  Die ausgebildeten Gesundheitslotsen werden dabei von professionellen Akteuren des Gesundheitswesens unterstützt, sodass das Ziel der Bestärkung der Eigenverantwortung von MigrantInnen für ihre Gesundheit und damit die „gesunde Integration“ erreicht werden kann.

Das Hessische Sozialministerium, der BKK Landesverband Hessen, der BKK Bundesverband und das Bundesministerium für Gesundheit förderten den Aufbau unter Leitung des Ethno-Medizinischen Zentrum e. V. (EMZ). Das Projekt Chance50plus der MainArbeit in Offenbach stellte ebenso eigene Mittel zur Verfügung.


Bewegung als Investition in Gesundheit (BIG)


Das Modellprojekt BIG beabsichtigt im Bereich der Präventionsforschung des Bundes die Gesundheitsförderung durch Bewegung von Frauen in schwierigen Lebenslagen. Es gilt als allgemein bekannt, dass Bewegung vielfältige positive gesundheitliche Effekte erzielt. Durch einen sowohl verhältnis- als auch verhaltenspräventiven Ansatz will BIG die Chancen der Frauen verbessern, an diesen Vorteilen von Bewegung teilzuhaben und somit Bewegung als eine Investition in die Gesundheit nutzen.

Der umfassende Ansatz der Partizipation, wodurch eine enge Kooperation der Frauen in schwierigen Lebenslagen und lokalen Gesundheitsexperten entsteht, gilt als ein innovativer Aspekt. Aktivposten für Bewegungsförderung werden somit identifiziert und in die Maßnahmenentwicklung und –umsetzung.

 Partner:

• Institut für Sportmedizin (J.W. Goethe-Universität Frankfurt a.M.)

• Institut für Gesundheitsökonomie (GSF-Forschungszentrum)

• European Office for Investment for Health & Development (Weltgesundheitsorganisation WHO)

• Deutscher Olympischer Sportbund

• Siemens AG/Siemens-Betriebskrankenkasse/Stadt Erlangen/Turnverein 1848 Erlangen

Auftraggeber:

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BIG)

Bay. Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (BIGff)

Bundesministerium für Gesundheit (BIGGER)

Zeitraum: 2005-2009


Gesundheitsförderung bei Erwerbslosigkeit (abgeschlossen)

Das Gesundheitsförderprojekt AGILer – Aktivierende GesundheitsInitiantive für Langzeiterwerbslose - der Abteilung Sportmedizin bietet Gesundheitsberatung für ältere Erwerbslose auf höchstem wissenschaftlichen Niveau.

Neben finanziellen und sozialen Veränderungen geht Arbeitslosigkeit mit einem veränderten Bewegungsverhalten und erheblichen gesundheitlichen Risiken einher. Trotzdem sind insbesondere Langzeitarbeitslose besonders schwer für klassische Angebote der Bewegungs- und Gesundheitsförderung empfänglich.

Seit 2006 bietet die Abteilung Sportmedizin der Goethe-Universität Frankfurt mit ihrem Konzept AGILer innerhalb des durch das Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) geförderten Beschäftigungsprogramms Perspektive 50plus, in enger Kooperation mit Jobcentern der Rhein-Main Region, ein spezielles Beratungs- und Vermittlungsangebot zu den Themen Bewegung und Ernährung an.

Das Angebot richtet sich an alle Akteure der Beschäftigungsförderung und beauftragte Bildungsträger.

Das Projekt AGILer wird gefördert durch   AGILer ist Fallstudie guter Praxis der WHO
   

Modellprojekt WHO

AGILer wurde von der WHO als Modellprojekt guter Praxis im Bereich der körperlichen Aktivierung sozial benachteiligter Gruppen ausgewählt.

AGILer ist Fallstudie guter Praxis der WHO


Kooperationspartner

Jobcenter Wetterau   Main Arbeit GmbH Offenbach

 
 

Preise

AGILer mit 1. Hessischen Gesundheitspreis ausgezeichnet

Das Gesundheitsförderprojekt AGILer wurde am 08.11.2012 im Rahmen der Initiative gesund leben gesund bleiben des hessischen Sozialministeriums mit dem 1. Hessischen Gesundheitspreis, in der Kategorie "Gesund Bleiben", für seine herausragende Leistung auf dem Gebiet der Prävention und Gesundheitsförderung, durch den hessischen Sozialminister ausgezeichnet.

WHO-Auszeichnung für AGILer

Hohe Vermittlungsrate durch gesundheitsbezogene Aktivierung. Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft - Kommission Gesundheit. mehr

Ausgewählte Publikationen zum Thema finden sie hier.

Das Projekt wurde über die gesamte Laufzeit wissenschaftlich durch die Abteilung Sportmedizin der Goethe-Universität Frankfurt a. M. begleitet und evaluiert.

Im Fokus der Forschung stehen gesundheits- und vermittlungsrelevante Daten der Teilnehmer wie das Bewegungsverhalten, der Gesundheitsstatus und Daten zur psychischen Gesundheit sowie der Arbeitsfähigkeit.