Promotionsvorhaben

  • Samuel Keller (abgeschlossen)

„Fotografien als ausschließliche Datengrundlage: ‚iconic turn’ und die andere Sicht auf Perspektiven und Beteiligung in der Kindheitsforschung. Zur theoretischen und methodologischen Relevanz von Artefaketn in der familialen Wohnumgebung für das Aufwachsen in früher Kindheit.“ (Arbeitstitel)
Im Erkenntnisinteresse der Arbeit steht einerseits die theoretische Frage nach den für Kinder relevanten Orten und Gegenständen in der nah-familialen Umgebung, andererseits die methodologische Frage nach Möglichkeiten einer intensivierten, akteursbezogenen Berücksichtigung der Perspektiven von Kindern im Alter zwischen 3 und 6 Jahren in der Kindheitsforschung. Entdeckungs- und Begründungszusammenhang sind auf eine Befragung von Adoptivfamlien zurückzuführen, bei der eine geeignete Methode zur nicht-reaktiven, partizipativen Erhebung der Sicht der Kinder auf ihre Lebenswelten als eine wichtige Well-Being-Dimension gefunden werden musste. Zur Gewinnung methodologischer Kreativität wird der ursprünglich kunstwissenschaftliche Paradigmenwechsel des „iconic-turn“ sozialwissenschaftlich reflektiert und in den Diskurs der Kindheitsforschung transferiert

Kontakt: samuel.keller@zhaw.ch 


  • Sophie Künstler

„ ‚Verwerfende‘ Adressierungen. Zum Verhältnis von Anrufung, Anerkennung und Verwehrung imSubjektivierungsprozess erwerbsloser Mütter“ (Arbeitstitel) 
Das Dissertationsprojekt untersucht wie veränderte Adressierungen an (erwerbslose) Mütter im Subjektivierungsprozess wirksam werden und wie daran anschließend das Verhältnis von Anrufung, Anerkennung und Verwehrung in diesem grundsätzlich verstanden werden kann. Wie wird ‚gute‘ Mutterschaft diskursiv im Prozess selbst hervorgebracht und in welchen Zusammenhang werden dabei Beteiligung am ‚regulären Erwerbsleben‘ und Elternschaft gesetzt? Wie setzen sich erwerbslose Mütter zu ‚verwerfenden‘ Adressierungen als gefährdete und gefährliche ‚Risikomütter‘ in Bezug und wie ist dies subjektivierungstheoretisch zu verstehen? Dabei basiert das Projekt auf einer ethnographischen Diskursforschung in ‚Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung in den Arbeitsmarkt‘ für momentan erwerbslose (junge) Mütter.

Kontakt: kuenstler@em.uni-frankfurt.de


  • Ulrike Mund 

„Sprechen über Sexualisierung von Gewalt“ (Arbeitstitel)
Gegenstand des Vorhabens ist eine Analyse von Diskursen, innerhalb der Sexualisierung von Gewalt in der Nachkriegsgeschichte der Bundesrepublik verhandelt wird, wie und worüber gesprochen bzw. geschrieben wird und worüber nicht. Meine zentrale Hypothese ist, dass die Art und Weise des Sprechens über Sexualisierung von Gewalt ermöglicht oder verhindert wird durch eine Verschränkung mit dem Diskurs Nationalsozialismus - sowohl auf der Macro-Ebene als auch auf der Micro-Ebene. Die Mechanismen und Auswirkungen der Verschränkung sollen für den von mir als zentral identifizierten Diskursstrang "Fremdtäter" anhand der Analyse spezifischer Text- bzw. Bildbeispiele untersucht werden.

Kontakt: u.mund@eigensinn.org 


  • Andrea Pohling

„Und dann habe ich einfach entschlossen, mich beim Jugendamt hinzusetzen.“– biografische Perspektiven Jugendlicher auf Übergänge im Rahmen der Bearbeitung sexueller Gewalterfahrungen  (Arbeitstitel) 

Auf der Grundlage von zehn biographisch-narrativen Interviews mit Jugendlichen, die sexuelle Gewalterfahrung(en)  haben, beschäftigt sich das Dissertationsvorhaben aus einer Biografie theoretischen Perspektive mit der Frage, wie diese Übergänge in der Jugendphase vor dem Hintergrund erfahrener sexueller Gewalt bewältigen, d. h. herstellen und gestalten. Die Arbeit schließt an eine erziehungswissenschaftlich ausgerichtete Übergangsforschung an, die u. a. nach individuellen Prozessen und Praktiken der Lebensbewältigung fragt und diese zugleich in Wechselbeziehung setzt zu pädagogisch institutionalisierten Rahmenbedingungen sowie für die Bearbeitung sexueller Gewalt relevanten Diskursen.

Kontakt: Pohling@em.uni-frankfurt.de


  • Kristina Schierbaum (abgeschlossen)

„Janusz Korczak neu (ge)lesen: Professionelles soziales Handeln auf der Folie von Andersheit- und Fremdheit“
Die geplante historische Studie hat das Leben und Werk Janusz Korczaks (*1878/79 – †1942) zum Kernstück. Sie geht in einem ersten Schritt von seiner Familie aus und deutet ihre Geschichte als eine des Hin und Her. In einem zweiten Schritt sollen die Grundzüge seiner Pädagogik rekonstruiert werden, um in einem dritten Schritt sein pädagogisches soziales Handeln auf der Folie von Anders- und Fremdheit (inter)kulturell zu deuten. 

Kontakt: kristinaschierbaum@gmx.de 


  • Aysel Sultan

“Contextualizing Recovery Narratives of Adolescent Drug Users: The Ontological Turn” (Arbeitstitel)

This qualitative, ethnographic research project seeks to explain the coping strategies of young people in their mid-adolescence who are engaged or were in the recent past engaged in the high-risk use of illicit drugs. Most centrally, this study aims to understand how adolescents in Germany and Azerbaijan make sense of their HRDU, as well as which coping strategies and culturally informed practices do they develop through the process. The project revolves around the narratives of young people to address the gap in culturally-sensitive research by exploring an insider’s perspective. Participant accounts are analyzed in line with several interconnected themes emphasizing the parental role and social discourse. A further implication is that cultural nuances can inform a better intervention.

Kontakt: aysel.sultan@stud.uni-frankfurt.de


  • Miriam Zeleke

„Verdeckte Verletzlichkeit- Zum Kindheitskonzept in der Child-Well-Being-Forschung“
Dem sozialkonstruktivistischen Bild vom subjektiven kindlichen Wohlbefinden (Child-Well-Being/ CWB)  ist immanent, was eine Gesellschaft als derer Verletzlichkeit vermutet. Aus diesem Grund ist eine konzeptionelle und kritische Untersuchung des Begriffs „Well-Being“ in der Kindheitsforschung notwendig, um herauszufinden, worin Kindheitsforscher die impliziten Gefahren, die Verletzlichkeit, die Vulnerabilität von Kindern konstruieren. Hierfür soll in den Konzepten des CWB ein theoretischer Bezugrahmen für „Vulnerabilität“ gefunden werden, der im zweiten Schritt einer empirischen Überprüfung anhand der Daten aus der Children´s Worlds Studie standhalten muss. Der dritte Teil sieht eine Verschränkung der CWB-Forschung und „Vulnerabilität“ vor, mit dem Ziel, ein eigenes Konzept zu beschreiben.

Kontakt: miri.zeleke@gmail.com