Andrea Pohling | Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Forschungsinteressen

  • Kindheits- und Jugendforschung
  • Sexualität und sexuelle Gewalt
  • Qualitative Forschungsmethoden
  • Biographieforschung

Abgeschlossenes Forschungsprojekt

  • BMBF-Verbundprojekt „Sprich mit“ - Erhebung von Erfahrungen zu sexualisierter Gewalt von Jugendlichen und Heranwachsenden in Einrichtungen der Jugendhilfe und Internaten und Ableitung von Handlungsempfehlungen für die Praxis am Fachbereich Erziehungswissenschaften, Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung unter Leitung von Frau Prof.’in Sabine Andresen.

Mitgliedschaft

  • pro familia Beratungsstelle Hanau e. V.

Dissertationsprojekt

„Ich hätte früher so nicht reden können“ – Biografische Perspektiven auf Übergänge im Kontext der Bearbeitung sexueller Gewalterfahrungen in Kindheit und Jugend“ (Arbeitstitel)

Auf Grundlage von zwölf biographisch-narrativen Interviews mit Menschen, die sexuelle Gewalterfahrung(en)[1] in Kindheit und Jugend gemacht haben, beschäftigt sich das Dissertationsvorhaben aus einer Biografie theoretischen Perspektive mit der Frage, welche Übergänge Menschen vor dem Hintergrund erfahrener sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend relevant machen und wie sie diese herstellen und gestalten. Die Interviews werden auf der Grundlage der fallrekonstruktiven Biografieanalyse nach Rosenthal (2005) ausgewertet.

In einem ersten Schritt soll dabei geklärt werden, welche Übergänge im Lebenslauf von den Biograf*innen[2] vor dem Hintergrund der sexuellen Gewalterfahrungen relevant gemacht werden, wie diese mithilfe sozialer Handlungen und Praktiken hergestellt und gestaltet werden und drittens welche besonderen Herausforderungen sich in der Herstellung und Gestaltung derselben im Kontext der sexuellen Gewalterfahrung(en) zeigen bzw. ob und wenn ja welche Übergänge relevant gemacht werden, die vor dem Hintergrund der Gewalterfahrung nicht oder nur teilweise hergestellt werden konnten. Die Arbeit schließt an eine erziehungswissenschaftlich ausgerichtete Übergangsforschung an, die nach individuellen Prozessen und Praktiken der Lebensbewältigung fragt (Walther; Stauber, 2016) und diese zugleich in Wechselbeziehung setzt zu pädagogisch institutionalisierten Rahmenbedingungen sowie für die Bearbeitung sexueller Gewalt relevanten gesellschaftlichen Diskursen. Diese Perspektive erweiternd soll in dieser Arbeit das zentrale Augenmerk auf die Frage nach dem Wie der Herstellung und Gestaltung von Übergängen im Lebenslauf von Menschen mit sexuellen Gewalterfahrungen gerichtet werden, um damit nicht nur das „Prekäre“, sondern zugleich das Kreative und Dynamische dieser Übergänge sichtbar zu machen (vgl. doing transitions, Einrichtungsantrag, 2016:9). Die Belastungen und Beeinträchtigungen durch die sexuelle(n) Gewalterfahrung(en) sollen dabei anerkannt, der Fokus jedoch auf die Potentiale von Menschen gelegt werden, sich auch schwierige Erfahrungen biografisch anzueignen und in den weiteren Lebenslauf zu integrieren. Eingebettet und in Beziehung gesetzt werden die Fallrekonstruktionen in eine Analyse des Diskurses über sexualisierte Gewalt in Deutschland.

[1]
                  Es kann sich dabei sowohl um einmalige Ereignisse, als auch um länger andauernde sexuelle Gewalterfahrungen in unterschiedlichen Kontexten handeln.

[2]              Um die Vielfalt an Geschlechtern, Rollen und Identitäten ein Stück weit sichtbar zu machen, wird in diesem Exposé der Genderstern (*) verwendet.