Prof. Dr. Michael Urban
Professur für Erziehung und Bildung im Kontext sozialer Marginalisierung und Leitung des gleichnamigen Arbeitsbereichs.

Beruflicher Werdegang
Nach einem Studium der Soziologie, Psychologie, Politikwissenschaft und Rechtsphilosophie im Rahmen des Diplomstudiengangs Sozialwissenschaften an der Universität Hannover war Michael Urban zunächst von 1998 bis 2011 in der Forschung und Lehre am Institut für Sonderpädagogik der Universität Hannover in den beiden sonderpädagogischen Fachrichtungen Pädagogik bei Lernbeeinträchtigungen und Pädagogik bei Verhaltensstörungen tätig. Er promovierte 2008 mit einer theoretischen Studie zur Systemtheorie und war in der Vorbereitung, Durchführung und Leitung einer großen Anzahl von Forschungsprojekten und in der wissenschaftlichen Begleitung von Schulversuchen tätig. Im Sommersemester 2011 vertrat Michael Urban die Professur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Pädagogik und Didaktik der Fachrichtung Erziehungshilfe an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität und nahm dann zum Wintersemester 2011/12 einen Ruf an die Universität Bielefeld auf eine Professur für Sonderpädagogik mit Schwerpunkt Diagnose und Förderung an, wo er bis zum Sommersemester 2013 zu den beiden sonderpädagogischen Förderschwerpunkten „Lernen“ und „Emotionale und soziale Entwicklung“ forschte und lehrte. Zum 1. August 2013 nahm er einen Ruf auf die Professur für Erziehung und Bildung im Kontext sozialer Marginalisierung an und ist seit dem an der Goethe Universität Frankfurt am Main tätig.

Arbeitsschwerpunkte
Die Professur beschäftigt sich mit den Relationen, die zwischen sozialer Marginalisierung, einschließlich der damit korrelierten psychosozialen Belastungen, und Bildungsprozessen in institutionalisierten Kontextenbestehen sowie mit der Frage, welche Möglichkeiten in Schulen und anderen Bildungsinstitutionen bestehen, mit dieser Art von Problematiken umzugehen. Diese Themen werden zurzeit insbesondere vor dem Hintergrund einer Transformation des Erziehungssystems bearbeitet, die auf die Entwicklung inklusiver Strukturen zielt.
In der Lehre vertritt die Professur die beiden sonderpädagogischen Fachrichtungen Lernhilfe und Erziehungshilfe sowie Fragestellungen, die mit dem Zusammenhang von sozialen Benachteiligungen und Bildungsprozessen und der Gestaltung inklusiver Schulen zu tun haben.

Forschungsschwerpunkt
Aktuelle liegt er im Bereich des Aufbaus neuer Formen der sonderpädagogischen Förderung. Untersucht werden inklusive Prozesse im Schulsystem auf den Ebenen der Steuerung und der organisationalen Implementation, auf der Ebene der Unterrichtsinteraktion und auf der Ebene der subjektiven Erfahrung und Aneignung. Weitere aktuelle Arbeitsschwerpunkte finden sich in den Feldern der frühen Bildung, des Übergangs Kita-Grundschule sowie im Bereich der inklusionsbezogenen Lehrerbildung.