Laufende Projekte:


Kommune inklusiv

2017-2022 Aktion Mensch

Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts „Kommune inklusiv“ soll auf drei Ebenen die Wirkung des Projekts auf den jeweiligen Sozialraum untersuchen. Ebene 1 des Vorhabens sieht die Wirkungsanalyse des Gesamtprozesses (Evaluierung der Leistungsmodule) vor und Ebene 2 die Wirkungsanalyse des Vernetzungs- und Umsetzungsprozesses in den fünf ausgewählten Sozialräumen (Sozialraum-Monitoring und Sozialraumanalyse). Methodisch wurde diesbezüglich ein Mixed-Methods-Design entwickelt, das quantitative und qualitative Sozialforschungsmethoden sinnvoll und gewinnbringend miteinander verschränkt. Ebene 3 stellt das subjektive Erleben und die subjektiven Einschätzungen aller am Prozess beteiligten AkteurInnen in den Fokus. Dementsprechend sollen in jeder Kommune und zu jedem Handlungsfeld vertiefende, längsschnittlich angelegte Einzelfallstudien erstellt werden.

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Barrierefreiheit für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung

2017-2018 Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Die übergeordnete Fragestellung des Vorhabens ist: Worin liegen Barrieren der Teilhabe für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen und welche Studien gibt es bereits zu dieser Thematik? Forschungspraktisch sollen in einem ersten Schritt nationale und internationale Studien und Veröffentlichungen zum Thema ‚Kognitive Beeinträchtigung und Barrierefreiheit‘ zusammengetragen werden, um aus diesem Forschungsdiskurs noch offene bzw. weiterführend zu beforschende Fragestellungen abzuleiten, welche dann in einem anschließenden Forschungsprojekt (Hauptstudie) untersucht werden sollen. Dazu werden umfängliche Literaturrecherchen in (a) bezugsrelevanten Fachzeitschriften und (b) Publikationen wie bspw. Monographien oder Forschungsberichten sowohl aus dem nationalen als auch internationalen Diskurs durchgeführt, wobei der Zeitraum der letzten zehn Jahre abgedeckt wird. Die Operationalisierung der Recherchen sieht vor, sich der Thematik in (zunächst) acht Bereichen zu nähern, um so möglichst umfassend relevante Lebensbereiche abdecken zu können. Die Bereiche sind: Freizeit, Arbeit, Schule und Bildung, Wohnen, Alltag, Politische Partizipation, Behörden/Ämter/Öffentliche Verwaltung sowie Sozialräume und Mobilität.
In einem zweiten Schritt sollen 40 halbstandardisierte ExpertInneninterviews mit Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung geführt werden, um Problemfelder in der Praxis erkennen zu können. Die Ergebnisse der Interviews mit diesen ‚ExpertInnen in eigener Sache‘ sollen zu einer Kontrastierung der Recherchen herangezogen werden.

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Inklusion als Herausforderung integrativer Kindertageseinrichtungen

2017-2019 Lebenshilfe e.V.

Das Forschungsvorhaben sucht, gemeinsam mit der Lebenshilfe Frankfurt e.V., die Lebenspraxis innerhalb von sog. ‚integrativen Kindertageseinrichtungen‘ zu beleuchten. Hierfür werden drei strukturell kontrastive Kindertageseinrichtungen des Kooperationspartners in den Blick genommen und auf drei Ebenen untersucht: a) Ebene der pädagogischen Fachkräfte (MitarbeiterInnen-Interviews), b) Ebene der Interaktion (ethnographische Beobachtungen), c) Ebene der strukturellen Begebenheiten (Analyse von Handlungskonzepten, baulichen Strukturen usw.). Ziel des auf zwei Semester ausgelegten Projekts ist es, über die drei gewählten Zugänge einen möglichst umfassenden Einblick in die Lebenspraxis der Einrichtungen zu bekommen und diese vor dem Hintergrund der Forderung nach Inklusion kritisch zu reflektieren. In diesem Zusammenhang ist es der Anspruch des Vorhabens, die herausgearbeiteten Ergebnisse auf unterschiedlichen Wegen wieder in die Handlungspraxis zurück zu geben. 

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Abgeschlossene Projekte:


Wohin mit dem Wohnheim? – Institutionsanalyse und Organisationsentwicklung in der Stationären Behindertenhilfe

2016-2017 (Lebenshilfe e.V.)

Die Gestaltung und Organisation stationärer Wohnformen stellt eine zentrale Herausforderung der Behindertenhilfe dar. Gemeinsam mit der Lebenshilfe Frankfurt e.V. sollen Wohnheimstrukturen analysiert und alle Ergebnisse praxisnah rückgekoppelt werden. Ziel dabei ist es, die individuellen Wohnbedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner stationärer Einrichtungen in den Mittelpunkt zu stellen. Daneben werden zusätzlich Perspektiven professionell Tätiger erfasst, die den Lebensraum Heim mit entstehen lassen. Als dritte Perspektive werden objektive Vorgaben, diese reichen von baulichen Gegebenheiten, über konzeptionelle Vorgaben des Trägers bis hin zu Verordnungen, die durch Kostenträger vorgegeben werden, miteinbezogen.

Das Projekt versteht sich einerseits als Forschungsunternehmen im Bereich der sonderpädagogisch-sozialwissenschaftlichen Grundlagenforschung, andererseits aber auch als Praxisprojekt, da insbesondere durch den ständigen dialogischen Austausch aller Beteiligten, Wohnkonzepte neu gedacht und schlussendlich auch entwickelt werden sollen.

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Lebensentwürfe von Menschen mit geistiger Behinderung

2015-2017 (Praunheimer Werkstätten gGmbH)

Gegenständlich sollen Biographien von erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung rekonstruiert werden. Neben Menschen, die darüber selbst Auskunft geben können, sollen explizit auch Biographien von Menschen rekonstruiert werden, die als 'nicht verbalsprachlich' gelten. Dazu wird sich mit Biographien einer möglichst heterogenen Gruppe von Menschen mit geistiger Behinderung beschäftigt. Dies reicht von Klienten aus dem Bereich 'Ambulant Betreutes Wohnen' bis zu Klienten einer 'Intensiv-Wohngruppe', betrifft Männer und Frauen, Menschen, die noch bei den Eltern und solche, die in der eigenen Wohnung leben, junge Erwachsene, die in einer Tagesförderstätte tätig sind, werden ebenso beforscht, wie ältere, berentete Menschen. Besondere Foki sind dabei a) Ablösungskonflikte und die Rolle der Herkunftsfamilie, b) Persönlichkeitsentwicklung und Zukunftsperspektiven, insbesondere auch im Kontext von institutionalisierten Betreuungsstrukturen. Aufbauend auf den Ergebnissen sollen Strategien entwickelt werden, Menschen mit (schwerer) geistiger Behinderung pädagogisch so zu unterstützen, um individuelle Lebens- und Zukunftsentwürfe bestmöglich zu entwickeln bzw. zu realisieren.



Inklusion: Politische Partizipation von Menschen mit Behinderung in Deutschland (Expertise / Gutachtenauftrag)

2016 (Deutsches Institut für Menschenrechte)

Inwiefern partizipieren Menschen mit Behinderung am politischen Leben in Deutschland? Dies war die zentrale Fragestellung des Projekts, welches im Auftrag des Deutschen Instituts für Menschenrechte durchgeführt wurde. Gegenständlich ging es darum, herauszufinden, ob Menschen mit Behinderung am politischen Leben in Deutschland partizipieren und wenn ja, in welchem Maße. Außerdem interessierte, inwieweit und wodurch ihre Partizipation möglicherweise beschränkt wird. Zentral war hier a) die Ebene des Informationszugangs, also die Frage danach, ob Menschen mit Behinderung gleiche Möglichkeiten haben, sich über Politik und gesellschaftliches Leben zu informieren. Weiterhin wurde auf einer zweiten Ebene b) der Frage nachgegangen, inwiefern Menschen mit Behinderung tatsächlich ihr aktives Wahlrecht wahrnehmen und wo hierbei immer noch Barrieren zu identifizieren sind. Darüber hinaus wurde sich auf einer dritten Ebene c) damit auseinandergesetzt, inwiefern Menschen mit Behinderung ihr passives Wahlrecht ausüben. Auch hier galt es, mögliche Barrieren zu identifizieren. Abschließend wurden verschiedene politische und rechtliche Handlungsoptionen diskutiert, um Menschen mit Behinderung mehr politische Partizipation zu ermöglichen. Die Expertise floss in den unabhängigen Bericht zur Umsetzung von OSZE-Verpflichtungen zu Menschenrechten und Demokratie ein, den das Deutsche Institut für Menschenrechte im Auftrag des Auswärtigen Amtes erstellte.

Näheres zur Expertise

Gesamtbericht und Expertise als PDF (S.96-108)


Freizeit als Fenster zur Inklusion. Konstruktionen von Teilhabe und Ausschluss für erwachsene, institutionalisiert lebende Menschen mit ‚geistiger Behinderung‘

2013-2015 (Praunheimer Werkstätten gGmbH)

Mittels eines mehrstufigen, multimethodalen Forschungssettings wurden Möglichkeiten erörtert, wie es gelingen kann, Menschen mit ‚geistiger Behinderung‘ inklusiv am gesellschaftlichen Strukturbereich ‚Freizeit‘ teilhaben zu lassen bzw. Menschen mit ‚geistiger Behinderung‘ in ‚normale‘ Freizeitaktivitäten einzubinden. Dabei wurden a) prinzipielle Möglichkeiten und damit eventuell verbundene manifeste sowie (potenzielle) latente Teilhabebarrieren erforscht, b) der Alltag von Menschen mit ‚geistiger Behinderung‘ und deren Bedürfnisse dahingehend untersucht, welche Möglichkeiten/Hemmungen/Wünsche etc. auf Seiten der Rezipienten bestehen und c) die Rolle, die eine Versorgungsinstitution hinsichtlich der Freizeit- und Lebensgestaltung der Klienten spielt, einer kritischen Betrachtung unterzogen.



Wohnräume als pädagogische Herausforderung. Institutionelle Alltagsgestaltung in Einrichtungen für Menschen mit ‚geistiger Behinderung‘

2014-2015 (Praunheimer Werkstätten gGmbH)

Mittels eines mehrstufigen, multimethodalen Forschungssettings wurde die Wohnsituation von institutionalisiert lebenden Menschen mit geistiger Behinderung untersucht. Zentral zu untersuchende Aspekte waren dabei: a) Individualität und Gemeinschaftsleben, b) die Bedeutung des Privaten, c) der institutionelle Rahmen, d) Alltagserleben, e) Wohnen und Freizeit. Besonderer Fokus lag dabei auch auf Menschen mit verbalsprachlichen Beeinträchtigungen. Dies erforderte methodisch, dass neben Interviews insbesondere Alltagsbeobachtungen durchgeführt werden mussten. Aufbauend auf den Analysen der entstandenen Protokolle wurden gemeinsam mit dem Kooperationspartner (Praunheimer Werkstätten gGmbH) mögliche Handlungsoptionen eruiert, um die Lebenssituation von institutionalisiert lebenden Menschen mit geistiger Behinderung allen Alters zu verbessern.



Mediale Repräsentanz von geistiger Behinderung

2015

In Diskursen werden Repräsentanzen von Gegenständen, Personen oder Sachverhalten hervorgebracht, die die öffentliche Wahrnehmung beeinflussen und zur Meinungsbildung beitragen. Medien können dabei als Aufführungsort öffentlicher Diskurse verstanden werden, die eine je spezifische Inszenierung ihres jeweiligen Gegenstands vornehmen. Das so produzierte öffentliche ‚Bild‘ zieht wiederum entsprechende Praxen nach sich. Mit Blick auf den hiesigen Gegenstand heißt das, dass davon ausgegangen wird, dass die mediale Darstellung von Menschen mit geistiger Behinderung Auswirkungen darauf hat, wie in der Öffentlichkeit Menschen mit geistiger Behinderung begegnet wird. Es interessiert hier also die Frage, inwiefern die Repräsentanz von Menschen mit geistiger Behinderung, beispielsweise in gängigen Zeitschriften oder Zeitungen, zu einer (Re)Produktion von behinderungsspezifischen Praxen beitragen. Insgesamt wurden so 20 Print- und Onlinemedien aus den Bereichen ‚Qualitätspresse‘ (Tages-/Wochenzeitungen), ‚Boulevardpresse‘ (z.B. Brigitte, Super Illu) sowie ‚Magazine‘ (z.B. NEON, Spiegel) anhand sequenzanalytischer Verfahren untersucht. Analysefokus war dabei die Frage danach, wie Menschen mit geistiger Behinderung in den jeweiligen Medien dargestellt werden.

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Demenz und Diskurs

2013-2014

Ziel war es, die Pflege- und Betreuungssituation demenziell erkrankter Menschen als kulturelle Diskurspraxis bzw. Vollzug normativer Diskurse am dementen Subjekt nachzuweisen und bestehende Diskursteilhabebarrieren aufzuzeigen. Hierzu wurden leitfadengestützte Interviews mit ExpertInnen aus dem beruflichen Umfeld der psychosozialen Betreuung und Pflege von Menschen mit Demenz geführt. Forschungsleitend war dabei die Frage, inwieweit die Handlungspraxis in der Demenzversorgung dem sonderpädagogischen Paradigma der Selbstbestimmung gerecht wird. Es handelte sich um eine Vorstudie zu einem breiter angelegten Forschungsprojekt, in dem sonderpädagogische Zugänge zu Demenz auf Basis diskursanalytischer Dekonstruktion der öffentlichen sowie naturwissenschaftlich-medizinischen Wahrnehmung von Demenz erschlossen werden sollen.



TOLL-Magazin für Wundertage

2013-2015

Ziel war es, ein Print- und Online-Magazin von und mit Menschen mit ‚geistiger Behinderung‘ zu etablieren, um bestehende Diskursteilhabebarrieren abzubauen. Ausgehend von der Annahme, dass das öffentliche Bild von ‚geistiger Behinderung‘ noch immer stark durch tradierte Ansichten und Vorurteile geprägt ist und dort primär als pathologische Abweichung von einer gesellschaftlichen Norm definiert wird, suchte das Forschungsunternehmen nach Wegen und Potenzialen des Aufbruchs jener Denktraditionen. Gegenständlich ging es um die Begleitung und Evaluation des Magazins „TOLL – Magazin für Wundertage“ (http://www.toll-magazin.de/). Handlungsleitende Intention war es, über dessen feste Etablierung ein Sprachrohr bzw. ein Stück Diskursteilhabe für Menschen mit ‚geistiger Behinderung‘ zu schaffen und mit einer Redaktion, in welcher vorwiegend Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen tätig sind, einen Ort der Selbstrepräsentanz zu eröffnen. Mittels eines mehrschichtigen, multimethodalen Forschungssettings wurden eine qualitative sowie eine quantitative Wirkungsstudie zum Magazin durchgeführt, um dessen Potenziale zu erörtern. Anschließend wurden Experteninterviews mit Medienfachleuten und Menschen mit ‚geistiger Behinderung‘ geführt, um einerseits die Potenziale der Selbstrepräsentanz bewerten zu lassen und andererseits die Wirkung des Magazins bei der Gruppe der Repräsentierten zu überprüfen.