Unterstützung bei der Studienwahl

Eltern als Begleiter

Früher war alles leichter! In der Grundschule hatte Ihr Kind noch ein ganz klares Berufsziel vor Augen, vermutlich aus den Sparten Feuerwehrmann, Seiltänzerin oder Tierbändiger/in. Jetzt, da der Schulabschluss immer näher rückt, haben die Zukunftsvorstellungen des Nachwuchses vermutlich an Kontur wieder erheblich nachgelassen. Wie können Sie als Eltern in diesem Stadium Hilfestellung geben?

Stärken, Werte, Ziele

Jedes Nachdenken über Studien- und Berufswahl sollte mit den Grundlagen beginnen: Was sind die eigenen Stärken, Werte und Ziele? Sie als Eltern können dabei ein wichtiger Sparringspartner und Spiegel sein. Ermutigen Sie Ihre Kinder über die späteren Ziele im Leben zu reflektieren und zu sprechen: Was ist Ihrem Kind wichtig im Leben? Wo liegen die eigenen Interessen? Worin liegen die persönlichen Stärken? Was davon sollte später unbedingt auch Teil des Berufsalltags sein? Ergänzen Sie das Selbstbild Ihres Kindes mit eigenen Eindrücken, gerade im Bereich Stärken fällt es jungen Menschen oft schwer ihr eigenes Profil zu entdecken, da sie ihre Talente gar nicht als solche wahrnehmen.

Praxiseinblicke

Sie stehen vermutlich selbst im Beruf und/oder haben vielfältige Kontakte zu Menschen aus den unterschiedlichsten Berufssparten. Das macht Sie zu einem Kenner in den Praxisfragen des Berufslebens! Berichten Sie über die eigene Berufswahl, über Ihren Berufsalltag, darüber, was Sie motiviert, jeden morgen zur Arbeit zu gehen, aber auch darüber, was Sie an Ihrer beruflichen Situation nicht mögen. Nutzen Sie Ihre Kontakte zu anderen, um Ihren Kindern durch Gespräche Einblicke in andere Berufsfelder zu gewähren. Eventuell entwickeln sich aus diesen Gesprächen auch Möglichkeiten für Praktika oder zumindest einen Kurzbesuch auf der Arbeitsstelle.     

Recherchehilfen

In Deutschland gibt es etwa 16000 Studiengänge. Bei dieser gigantischen Auswahl den Überblick zu behalten, gestaltet sich für junge Menschen auf der Suche nach dem individuell passenden Studiengang als besonders schwierig. Oft verlieren sie sich in Online-Foren und Chats, ohne am Ende tatsächlich etwas Relevantes herausgefunden zu haben. Hier können Sie als Eltern unterstützend eingreifen, indem Sie dem Rechercheprozess mehr Struktur verleihen: Was soll recherchiert werden? Welche Informationen sollen am Ende der Recherche vorliegen? Was sind sinnvolle Recherchemedien? Datenbanken und Internetseiten, die wir empfehlen können, sind folgende:

http://www.hochschulkompass.de - In dieser Datenbank finden sich alle Studiengänge, die an deutschen Hochschulen angeboten werden mit Kurzinformationen zu Bewerbung, Zulassung und besonderen Schwerpunkten. Im Studieninteressentest lassen sich Studiengänge gemäß der eigenen Interessen herausfiltern.

http://berufenet.arbeitsagentur.de - Eine umfangreiche Datenbank über Berufe und Berufsfelder, die in Deutschland existieren. die Einträge enthalten Informationen über Zugangsvoraussetzungen, Beschreibung der typischen Tätigkeiten, Verdienstaussichten und Weiterbildungsmöglichkeiten.  

http://www.unischnuppern.de - Studiengänge werden mithilfe von Videoclips vorgestellt: Studierende und Professoren erzählen, worum es in dem jeweiligen Studiengang geht und worauf der Schwerpunkt gelegt wird. Vorlesungen können angeschaut werden, um zu testen, ob der angebotene Unterrichtsstoff auch wirklich interessiert.

http://www.osa.uni-frankfurt.de - Der Online-Studienwahl-Assistent der Goethe-Universität gibt nähere Auskünfte über die Studiengänge, die an unserer Universität angeboten werden. Videoclips, Textbeispiele und Wissenstests bieten Einblicke in die Studieninhalte und Voraussetzungen der Fächer. 

Das Wichtigste zum Schluss: Geduld!

Die Berufs- und Studienwahl ist ein langwieriger Prozess, der sich nicht von heute auf morgen vollzieht. Meist bildet auch der Eintritt ins Studium nicht das Ende, sondern erst den Anfang dieses Prozesses, da Ihr Kind durch die Studienerfahrungen der ersten Semester noch ein mal Veränderungen durchlaufen wird. Haben Sie Geduld und ein offenes Ohr, wenn sich herausstellt, dass die zuerst getroffene Studienwahl doch nicht die richtige war und es dann doch in eine ganz andere Richtung geht!