Didaktik

Projekt_Kritik und Literaturunterricht

Welche Rolle kann und soll Kritik im Deutschunterricht spielen? In den 1970 und 80er Jahren wurde ihr eine große Bedeutung zugemessen, so benennt Stein die Ziele von Schule als die Erkenntnis bestehender Mängel, das Bewusstsein der Änderbarkeit schlechter Zustände und das Engagement für das Bessere (vgl. Peter Stein 1980). Dieser kritische Ansatz blieb nicht unkritisiert, wobei Kritik sich vor allem gegen eine „einseitig rezeptions- und sozialwissenschaftliche Ausrichtung“ richtete, die „den eigentlichen Gegenstand des Deutschunterrichts, die Literatur, aufgelöst“ habe (Dawidowski / Wrobel 2013). Von Kritik im Deutschunterricht war dann irgendwann kaum noch die Rede.

Das Forschungsprojekt untersucht ausgehend von den Konzepten der 1970er Jahre die Entwicklung des Verhältnisses von Kritik und Deutschunterricht. Welche Vorstellungen von Kritik gab und gibt es? Welche Maßstäbe, Handlungsformen, Inhalte soll Literaturunterricht bezogen auf die Hinführung zur Kritikfähigkeit haben?

Ziel ist eine Modellierung kritischer Kompetenz im Literaturunterricht sowie die Entwicklung exemplarischer Vorschläge für den Unterricht. Dabei steht, anders als in den 1970er Jahren, gerade die spezifisch literarische Qualität von Texten im Fokus.

Kontakt: Julia Sander, J.Sander@em.uni-frankfurt.de