Didaktik

Projektidee: Ein Textkörper in vielen Gewändern Wie können aus der Summe der Wörter (Daten) eines Textes alternative Erscheinungsformen erzeugt (generiert) werden?

Zwei Ausgangspunkte bilden die Grundlage für die Idee:

1.) Literarische und Sach-Texte werden im DU gerade bei kanonischen Texten oftmals in einer sehr ähnlichen Erscheinungsform präsentiert. Eine Vielzahl von Gestaltungs-möglichkeiten, wie Farbwahl, Größe, Abstände, Schriftarten und vor allem Abbildungen werden hierbei häufig außeracht gelassen. Sofern man bei der Texgestaltung von einem kontinuierlichen Text sprechen kann, erfolgt die Leserichtung bei diesen Texten zudem in ähnlicher Form. Dadurch besteht für ungeübtere Leserinnen die Gefahr, dass Texte, deren Inhalte höchst unterschiedlich sein können, als äußerlich gleich oder zumindest ähnlich wahrgenommen werden. Bei unerfahreneren Leserinnen, die beispielsweise noch nicht über genügend Textartenwissen oder Lesetechniken bzw. -strategien verfügen, wird der Zugang vor allem bei längeren Texten dadurch erschwert. Texte wirken somit nicht für jeden einladend.

Gleichzeitig nehmen Bilder und Abbildungen in den Rezeptionsgewohnheiten der Kinder und Jugendlichen im Zeitalter der Digitalisierung und Informationsflut einen beachtlichen Teil ein, sodass die Bedeutung der Bilder für das Verstehen und das Behalten zunimmt. Die Forschung zur Text-Bild-Didaktik, die die wechselseitige Beziehung von Wort und Bild zum Gegenstand hat, ist dahingehend in den letzten Jahren intensiviert worden (Multi- bzw. Visual Literacy). Moderne Lehrwerke versuchen bereits dies zu berücksichtigen, indem immer mehr und vielseitigere Bilder und Abbildungen aufgenommen werden.

 

2.) Eine Text-Bild-Didaktik bemüht sich darum, die Chancen einer Informationsvisualisierung zu erkennen und für die Leserinnen aufzubereiten. Auch wenn Blickbewegungsstudien belegen, dass die meisten Leserinnen zuerst die Bilder einer Seite überfliegen, um anschließend größtenteils beim Text zu bleiben, soll nicht der Eindruck eines Vorzugs von Bildern bzw. Abbildungen gegenüber dem Text entstehen. Vielmehr soll im Rahmen der Projektidee die Vielfalt an sinnvollen Bezugsmöglichkeiten von Sprache und (Ab-)Bild erschlossen werden.

Diese Vielfalt kann bei der rezeptiven vor allem aber bei der produktiven Auseinandersetzung mit alternativen Text-Entwürfen dabei helfen, den Ausgangstext auf vielfältige Weise zu erschließen. Begünstigt durch moderne Computerprogramme und Auswertungsverfahren zur quantitativen Inhaltsanalyse sowie einer wachsenden Anzahl digitalisierter Primär- und Sekundärtexte können alternative Textformen generiert werden und anschauliche(re) und damit unterstützende Angebote für mögliche Textzugänge zur Verfügung gestellt werden. Als Beispiel können hierbei frei zugängliche Programme angeführt werden, mit deren Hilfe Word-Clouds kreiert werden können und deren didaktisches Potential zu verschiedenen Zwecken im Literaturunterricht genutzt werden kann (wie zum Beispiel: Vorstellungsentwicklung oder Wahrnehmung sprachlicher Gestaltung).

Für Hinweise über weitere bereits bestehende, frei zugängliche Programme, künftige Projektvorhaben oder Anwendungsbeispiele aus der Schule bin ich sehr dankbar:

 

Kontakt: bepuetz@em.uni-frankfurt.de

 

Stichworte: Visual Literarcy; Informationsvisualisierung; Quantitative Datenanalyse