Frankfurter schriften

 

 

Islam im Diskurs

Reihenherausgeber: Ömer Özsoy

 

Band 1: „Geschichtsschreibung zum Frühislam“
Herausgeber: Ayşe Başol, Ömer Özsoy

Das frühislamische Quellenmaterial ist sowohl für die neu etablierte Islamische Theologie in Deutschland
als auch für die seit über 200 Jahren bestehende Orien­talistik ein wichtiger Ausgangspunkt für die
Forschung. Die Beiträge dieses Bandes geben Einblicke in unterschiedliche Themenbereiche, die für die Frühgeschichte des Islams und die Ḥadīṯforschung von Bedeutung sind, und bilden zugleich den Diskurs über die so genannte Innen- und Außenperspektive in den islamisch-theologischen Studien und der Islamwissenschaft ab. Dabei wird u. a. deutlich, wie neue Theorien der Geschichts- und
Literaturwissenschaft und die historisch-kritische Herangehensweise an Texte und Überlieferungen in
einen islamischen Referenzrahmen integriert werden können.   

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Band 2: „Zur Theorie einer teleologischen Methode in der islamischen Normenlehre“
Autor: Muhammet Sait Duran

Glaube und Praxis stehen im Islam in einem sehr engen Verhältnis. Die auf die Praxis bezogenen
normativen Forderungen der Scharia spielten für das islamische Religionsverständnis von Anfang
an eine zentrale Rolle. Im 9. Jahrhundert entstand aus den religionsrechtlichen Anwendungs-
zusammenhängen eine Methodologie der islamischen Normenlehre (uṣūl al-fiqh). In der Reifphase
dieser Denktradition hat sich die Idee der Absichten der Scharia (maqāṣid aš-šarīʿa) als wichtiger
Bestandteil der normativen Theorie etabliert. Sie verbindet die Normen der Scharia mit dem
Nützlichkeitsprinzip und setzt die Absichten der Scharia mit dem diesseitigen und jenseitigen Wohl der
Menschen gleich. Die Bewahrung der fünf lebensnotwendigen Dinge (Religion, Leben, Vernunft,
Nachkommenschaft, Vermögen) wird als die fundamentale praktische Funktion der Normen aufgefasst.
Im Zentrum der vorliegenden Untersuchung steht das Konzept des Gelehrten aš-Šāṭibī (gest. 790/1388),
das einen Meilenstein für die Systematisierung der Absichten der Scharia darstellt. Innerhalb des
deontologisch geprägten Normensystems des Islams werden die Bedingungen der Möglichkeit einer
teleologischen Betrachtung auf methodologischer und ethischer Ebene untersucht. Das Verhältnis von
Moral und Recht wird dabei als eine der zentralen Fragen behandelt.    

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Band 3: „Methoden zur Normderivation im islamischen Recht“
Autor: Serdar Kurnaz

Mit dem Ableben des Propheten und dem Abschluss der Offenbarung waren die Muslime vor die
Herausforderung gestellt, aus den in Koran und Sunna für konkrete Anlässe festgehaltenen
Regelungen allgemeine Regeln zu erschließen, um neu Fälle zu bewerten und weitere Regelungen
daraus abzuleiten. Der Autor des vorliegenden Bandes untersucht die hierbei angewandten vielfältigen
Methoden zur Interpretation und Normderivation und geht den ihnen zugrunde liegenden
hermeneutischen Prinzipien und juristisch-exegetischen Strategien nach. Ein besonderer Schwerpunkt
liegt auf der Analyse der zentralen Rolle, die kommunikationstheoretische Ansätze in den
rechtsmethodischen Quellen spielen. Indem der Autor die Entstehung, Begründung und Anwendung
der Normderivationsmethoden kritisch hinterfragt, wird zugleich ein Beitrag geleistet, die 
erkenntnistheoretischen Grundlagen der uṣūl al-fiqh zu klären.  

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Band 4: „Historizität und Traszendenz im Islam“
Autor: Jameleddine Ben Abdeljelil

Der Band widmet sich den Maximen des islamischen Rechts in zwei Aufsätzen, die beide einen in die Thematik einführenden Charakter haben und sich zugleich inhaltlich wie auch methodisch ergänzen. Der erste Aufsatz von Jameleddine Ben Abdeljelil verortet die maqāṣid konzeptionell in der Diskurslandschaft der islamischen Tradition, insbesondere im System der islamischen religiösen und juristischen Wissenschaften, und verknüpft damit Überlegungen zu einer modernen islamischen Rechtsphilosophie. Die Untersuchung von Serdar Kurnaz stellt das Instrumentarium und die historische Entwicklung elementarer Begriffe der islamischen Rechtsmethodik vor und unterstreicht die Bedeutung der maqāṣid aš-šarīʿa für die Bewahrung der Dynamik des islamischen Rechts.    

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Band 5: „Das Böse als Gottesbeweis“
Autor: Hureyre Kam

Abū Manṣūr al-Māturīdī (gest. 333/944) gilt neben seinem Zeitgenossen Abū l-Ḥasan al-Ašʿarī (gest. 324/936) als eine der prägenden Figuren des sunnitischen Islams und genießt bis heute eine große Autorität. Die Denkschule der Māturīdiyya fand breite Anerkennung in der islamischen Welt und ist heute vom Balkan über die Türkei bis nach Zentralasien prominent vertreten. Dennoch ist unser Wissen über sein Denken sehr begrenzt, da seine Schriften lange Zeit als verschollen galten, bis in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts sein maßgebliches kalām-Werk, das Kitāb at-Tawḥīd, ediert wurde und neue Forschungen anregte.
Das Theodizeeproblem ist eine zentrale und hochkomplexe Fragestellung für jede monotheistische Religion. Wie kann im angesichts eines omnipotenten und absolut guten Gottes die Existenz von Bösem erklärt werden? Die islamische Theologie hat seit ihren Anfängen Antworten auf dieses Problem gesucht, wobei auch naturwissenschaftliche Erkenntnisse und weltanschauliche Überlegungen für die Apologie bemüht wurden. Während die meisten Antworten auf eine Leugnung oder Bonisierung des Bösen in der Welt hinausliefen, ist al-Māturīdīs Ansatz bis heute einzigartig in der Geschichte der islamischen Theologie und wartet noch immer darauf weitergedacht zu werden: Das Böse in der Welt ist ein Hinweis auf die Existenz eben des einen, allweisen und allmächtigen Gottes.

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Band 6: „Der Koran als Rede und Text“
Autorin: Nimet Seker

Ausgehend von der kommunikationstheoretischen Überlegung, dass der Koran als eine ursprünglich mündliche Offenbarung nach dem Ableben des Propheten Muhammad zu einer kanonischen Schrift wurde, stellt sich die Frage, wie sich die Koranhermeneutik auf dieser Grundlage entwickelt hat. Wie haben Exegeten den Koran einerseits als einen in sich kohärenten, kanonischen Text und zugleich als eine auf seinen Offenbarungskontext bezogene göttliche Rede ausgelegt? Dazu werden hermeneutische Prämissen und Methoden der Koranexegese in ausgewählten sunnitischen Quellen der uṣūl at-tafsīr und ʿulūm al-qurʾān untersucht. Zur Einordung der Fragestellung werden zeitgenössische Lesestrategien des Korans aus einer literaturtheoretischen Perspektive, die Genese des Korantexts sowie aktuelle Fragen der Koranhermeneutik erörtert. In diesem Zusammenhang diskutiert die Arbeit das Geschichtsverständnis muslimischer Koranexegeten und zeigt anschließend methodische und offenbarungstheologische Spannungsfelder in ihrem Denken auf. Damit richtet sich die Arbeit an interessierte Leserinnen und Leser aus der Theologie und Textwissenschaft, insbesondere der Hadithwissenschaft und Koranexegese.

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Islam im Diskurs - Studienreihe

Reihenherausgeber: Ömer Özsoy

 

Band 1: "Maqāṣid aš-Šarī ʿa: Die Maximen des islamischen Rechts"
Autoren: Jameleddine Ben Abdeljelil, Serdar Kurnaz

Der Band widmet sich den Maximen des islamischen Rechts in zwei Aufsätzen, die beide einen
in die Thematik einführenden Charakter haben und sich zugleich inhaltlich wie auch
methodisch ergänzen. Der erste Aufsatz von Jameleddine Ben Abdeljelil verortet die
maqāṣid konzeptionell in der Diskurslandschaft der islamischen Tradition, insbesondere
im System der islamischen religiösen und juristischen Wissenschaften, und verknüpft
damit Überlegungen zu einer modernen islamischen Rechtsphilosophie. Die Untersuchung
von Serdar Kurnaz stellt das Instrumentarium und die historische Entwicklung
elementarer Begriffe der islamischen Rechtsmethodik vor und unterstreicht die Bedeutung
der maqāṣid aš-šarīʿa für die Bewahrung der Dynamik des islamischen Rechts.    

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Band 2: "Untersuchungen zu Sure 33 al-Aḥzāb"
Autorin: Ayşe Başol |Hg.|

Wer sich allgemein mit der Entstehungsgeschichte des Islam oder spezi­fisch mit der Biographie
Muḥammads (sīra) befasst, findet gerade in Sure 33 al-Aḥzāb eine Fülle von Themen, die bisher
noch nicht ausreichend herausgearbeitet worden sind. Das Besondere an dieser Sure ist
nämlich, dass ihre Passagen über Geschehnisse reflektieren, die sich in einer mehr oder weniger
bestimmbaren und relativ kurzen Zeitspanne ereignet haben (ca. 627), sich ihre Inhalte im
Wesentlichen direkt an die Gläubigen und an die Ehefrauen Muḥammads richten und dabei immer
wieder Muḥammads Stellung innerhalb seiner Gemeinschaft und seiner Familie betonen, seine
Person hervorheben oder ihm einen Sonderstatus einräumen. Die Beiträge dieses Bandes geben
einen Einblick in die unterschiedlichen Themenbereiche, die durch diese Besonderheit geprägt
und für die Frühgeschichte des Islams, die Ḥadīṯforschung und die islamische Theologie von
Bedeutung sind.  

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