Schulpraktische Studien & Praxissemester

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Das Büro für Schulpraktische Studien konzipiert und organisiert in Kooperation mit den lehrerbildenden Fachbereichen und Schulen die Praktika im Rahmen aller Lehramtsstudiengänge. An der Goethe-Universität Frankfurt werden seit dem Wintersemester (WS) 2014/15 zwei Praxisformen parallel durchgeführt:

  • Die Lehramtsstudiengänge L1, L2 und L5 sowie L3 (alte Studienordnung vor WS 2014/15) absolvieren zwei jeweils fünfwöchige Blockpraktika: Modul 1 und 2 der Schulpraktischen Studien.

  • Der Lehramtsstudiengang L3 absolviert seit WS 2014/15 das 15-wöchige Praxissemester.

Die Praxisformen, Schulpraktische Studien und Praxissemester, bilden die Schnittstelle zwischen Universität und Schule, indem sie die theoriegeleiteten Studieninhalte einerseits mit der schulischen Praxis andererseits verknüpfen. Neben der Herstellung des Berufsfeldbezugs werden gezielt Lerngelegenheiten zur Professionalisierung geschaffen sowie ein Selbstreflexionsprozess der Studierenden über die persönliche Eignung in Bezug auf das angestrebte Berufsfeld initiiert. Die Studierenden sammeln erste Erfahrungen in der Rolle als Lehrkraft und lernen die komplexen Anforderungen des LehrerInnenberufs kennen. Das wissenschaftlich vorbereitete und begleitete Erproben des eigenen Unterrichtshandelns sowie die Analyse von Lernprozessen und Unterrichtsverläufen sind elementar für eine qualitativ hochwertige LehrerInnenausbildung.

Fachdidaktisch und pädagogisch betreut werden die Studierenden von universitären und schulischen Praktikumsbeauftragten. Um diese bei ihrer Betreuungsaufgabe zu unterstützen, haben das Interdisziplinäre Kolleg Hochschuldidaktik (IKH) in Zusammenarbeit mit dem Büro für Schulpraktische Studien eine Schulungsreihe mit Fortbildungsmöglichkeiten entwickelt.


Umgang mit kultureller und religiös-weltanschaulicher Diversität im Schulpraktikum

  • Die Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (ABL) ist eine säkulare Einrichtung, die sich der Wahrung einer kulturell- und religiös-weltanschaulichen Pluralität verpflichtet sieht. Dies umfasst nicht nur die Freiheit, einen Glauben zu haben und diesen auszuüben, sondern auch, keinen Glauben zu haben. Zu dieser Freiheit gehört auch die Verwendung religiöser Symbole und das Tragen religiös motivierter Bekleidung, solange die für den wissenschaftlichen Betrieb notwendige Feststellung der Identität nicht eingeschränkt wird, wie bspw. durch Vollverschleierung in Prüfungssituationen.
  • Die Freiheit aller Universitätsangehörigen ist zu respektieren und jede Form der Diskriminierung abzulehnen.
  • Die Verwendung religiöser Symbole und das Tragen religiös motivierter Bekleidung sind an den Praktikumsschulen erlaubt. Vgl. Erlass des Hessischen Kultusministeriums vom 8.2.2005 (AZ I.1 Va – 050.001.001 – 6 –) und folgende Urteile des Bundesverfassungsgerichts aus den Jahren 2003 und 2015: 2 BvR 1436/02, 1 BvR 471/10, 1 BvR 1181/10.
  • Das Verhalten der (angehenden) Lehrkräfte steht unter dem Neutralitätsgebot. Vgl. HSchG §86 Abs. 3, Satz 2: Insbesondere ist ein Verhalten unzulässig, das objektiv geeignet ist, das Vertrauen in die Neutralität ihrer Amtsführung zu beeinträchtigen oder den politischen, religiösen oder weltanschaulichen Frieden in der Schule zu gefährden.
  • Die Ausübung aller Formen religiöser und nicht-religiöser Lebensweisen ist dann möglich, wenn es die Durchführung von Forschung und Lehre sowie die Teilnahme an Praktika nicht beeinträchtigt. D.h. religiöse oder nicht-religiöse Feiertage (außerhalb der gesetzlich festgelegten) und Bräuche befreien nicht von universitären Veranstaltungen und festgelegten Praktikumszeiträumen.

Kommunikation mit den Praktikumsschulen

  • Die ABL steht in der Kommunikation mit den Praktikumsschulen für ein respektvolles Miteinander hinsichtlich der kulturell- und religiös-weltanschaulichen Pluralität ein. Die ABL ist im Sinne der Fürsorgepflicht gegenüber den Lehramtsstudierenden bemüht, jeglichen Formen der Diskriminierung entgegen zu wirken.
  • Lehramtsstudierende haben bei der Anmeldung zu den Schulpraktika die Möglichkeit, dem Büro für Schulpraktische Studien unter Wahrung des Datenschutzes besondere Aspekte ihres privaten, kulturellen und religiösen Lebens mitzuteilen, die sie bei der Schuleinteilung berücksichtigt sehen und mit der Praktikumsschule vorab kommuniziert wissen möchten, um ihnen ggf. den Einstieg in das Praktikum zu erleichtern. Die Daten werden darüber hinaus nicht weiterverwendet und können auf Wunsch mit sofortiger Wirkung wieder gelöscht werden.

 Beratung und Betreuung im Falle von Diskriminierung

  • Lehramtsstudierende, die Opfer von Diskriminierung geworden sind, können sich an die Beratungsstelle Diversität wenden: Martina Ripplinger, Campus Bockenheim, Juridicum, Raum 1007, Tel: 069 / 798‑23293, m.ripplinger@em.uni-frankfurt.de
  • Auch das Büro für Schulpraktische Studien steht den Lehramtsstudierenden in Praxissituationen jederzeit beratend zur Verfügung: Campus Bockenheim, Juridicum, Raum 1064, Tel: 069 / 798 28034, sps@em.uni-frankfurt.de, praxissemester@em.uni-frankfurt.de