Die universitäre Sammlung als lebendes Archiv

Lehre und Forschung im Spannungsfeld von Materialität und Medialität

Gegenstand des Forschungsvorhabens ist eine ethnografische Untersuchung von Nutzungsweisen digitaler Objekt-Datenbanken. In diesem Kontext liegt unser Fokus auf dem_der Nutzer_in, welche_r von einer bestimmten Fragestellung geleitet mit digitalisierten Objekten in bereits angelegten Objekt-Datenbanken arbeitet. Ziel des Vorhabens wird es somit sein, eine Einsicht in die Herangehensweise der Nutzer_innen im Umgang mit dem digitalen Objekt zu gewinnen. Dabei ist zu beachten, dass der Digitalisierungsprozess in den einzelnen Sammlungen beziehungsweise der Museumsbestände neue Formen des Zugriffs ermöglicht. Gegenwärtig wird dieser Prozess von diversen Einrichtungen eingeleitet, überarbeitet und ausgeweitet, weswegen sich die Umsetzung an vielen Institutionen noch in der Entwicklungsphase befindet. Aus diesem Grund fokussiert sich die Erhebung auf das Konzept des virtuellen Museums in Bezug auf dessen Entstehung und Umsetzung, um hierauf aufbauend, die Perspektive der Endnutzer_innen zu ergründen. Denn obwohl die Digitalisierung von Sammlungen stetig voranschreitet, wurde das genaue Herantreten sowie die Fragestellung der Nutzer_innen an das virtuelle Objekt in der bisherigen Forschung kaum thematisiert. Im Zentrum der Ausarbeitung steht somit vor allem die Antwort auf die Frage, welche Interessen die verschiedenen Datenbank-Befragungen lenken. In einer vergleichenden Bewertung jener Nutzungs-Charakteristiken ist es deswegen unsere Absicht, unterschiedliche Herangehensweisen der Nutzer_innen im Umgang mit dem digitalen Objekt herauszuarbeiten. 

Diese Form der Ergründung von Nutzungsweisen und Fragestellungen an das digitale Objekt liefert dringend benötigte Erkenntnisse für die Digitalisierungs-Expert_innen, wenn man bedenkt, dass die Konsultierung des physischen Objekts durch die digitale Version eines Tages ersetzt werden könnte. Die Frage nach der Verwertbarkeit der digitalen Datenbanken bei Endnutzer_innen ist daher von großer Relevanz und setzt sich zum Ziel, Vorteile beziehungsweise Nachteile, die sich aus der Anwendung ergeben, zu benennen. Auch kann die Forschung Aufschluss darüber geben, ob sich den Nutzer_innen durch die Arbeit an Digitalisaten gänzlich neue Forschungsfragen ergeben.Das hiesige Forschungsunterfangen soll somit dazu beitragen, digitale Datenbanken sowie das virtuelle Museum im Zusammenhang mit den neuen, in diesen institutionellen Zusammenhängen entstehenden, Praxen zu untersuchen.

Laufzeit: 02/2017–02/2020
Leitung: Prof. Dr. Hans Peter Hahn
Bearbeiterin: Julia Rice, M.A. ("Praktiken der Arbeit mit virtuellen Objekt-Datenbanken")