Caro aus Argentinien, Germanistik und Romanistik

"Ich stellte eines Tages fest, ich war stolz, dort studieren zu können."

Ich bin damals nach Deutschland gekommen, weil ich gerne das Land und die Sprache kennenlernen wollte. An die Goethe-Universität bin ich gekommen, weil ich aufgrund der Familie nicht woanders studieren konnte. Auch, weil ich nach meinem Umzug nach Frankfurt eines Tages das IG-Farbenhaus besucht habe. An dem Tag hat sich der Traum in mir wieder geweckt, irgendwann dort Romanistik studieren zu können.

Das erste Semester war aufregend, jedoch sehr unpersönlich und etwas chaotisch. Keiner wusste richtig, was im Semester zu tun war, die Räumlichkeiten waren schwer zu finden, man musste sogar oft zwischen Westend und Bockenheim wechseln und rannte von Ort zu Ort, von Raum zu Raum, fragte sich durch und kam oft spät zum Unterricht (Ich wählte absichtlich die 3. Person "man", weil es mir nicht nur so ging, sondern vielen Studenten und nicht nur den ausländischen).

Besondere Herausforderungen waren die sprachlichen Anforderungen, aber auch die Hausarbeiten (mit denen ich im Leben nichts zuvor zu tun hatte). Ich bin der Meinung, dass die Techniken und die Wissenschaftssprache in einem der Einführungsseminaren beigebracht werden sollte (mit Anerkennung der Credits) und viel öfters im Unterricht oder in Tutorien eingeübt und überwacht werden sollte. Die Verwaltung hätte organisierter sein können, einheitlicher. So habe ich beispielsweise ein Semester verloren, weil ich die Studienfächer austauschen wollte.

Besonders schön finde ich den Campus Westend. Er ist sehr modern, grün und freundlich. Auch das IG-Farbenhaus-Gebäude fand ich sehr schön und fühlte mich wohl dort. Ich stellte eines Tages fest, ich war stolz, dort studieren zu können.

Die Jobsuche verläuft leider bisher nicht so positiv. Es erweist sich für mich als schwierig, nach einem Philologie Studium einen Job zu bekommen. Nicht zuletzt, weil ich im Deutschen nicht muttersprachlich bin. Im Bereich der Romanistik ist es in Frankfurt nicht leicht, einen Job zu bekommen.

Mein Rat für internationale Studierende: Sich mit Gleichsprachigen auszutauschen. Ich fand die hispanoamerikanische Gruppe sehr interessant, nicht nur aufgrund der Angebote, sondern auch weil wir oft wichtige Sachen voneinander erfahren haben. Außerdem, sollten sich vom Anfang an in den jeweiligen Fachbereichen informieren, WAS sie GENAU im Studium ablegen sollten, um nichts Unnötiges zu belegen (wie ich oft von Studenten gehört habe). Der Besuch von Schreibseminaren würde ich dringendst empfehlen! Sowohl die vom Schreibzentrum im Westend, als auch vom ISZ in Bockenheim.