Eric aus Kenia, Soziologie und Politikwissenschaft

"Ich mag Frankfurt sehr, denn von allen Städten in Deutschland ähnelt sie meiner Geburtsstadt Nairobi am ehesten"

Ich bin nach Deutschland gekommen um mein Freiwilliges Soziales Jahr zwischen Schule und Studium zu absolvieren. Die Entscheidung für die Goethe Uni war insofern rein zufällig, als das ich zum Zeitpunkt der Bewerbung in der Nähe wohnte. Insofern war es keine bewusste und gezielte Entscheidung für die GU sondern eine, die sich aus meiner damalige Lebenslage ergeben hat. Dennoch war die Entscheidung richtig, denn bald nach meine Annahme lernte ich, dass die GU deutschlandweit eine der besten Unis für Soziologie/Politikwissenschaften ist. Zudem mag ich Frankfurt sehr, denn von allen Städten in Deutschland ähnelt sie meiner Geburtsstadt Nairobi am ehesten, vor allem wegen der Skyline und der Internationalität.

Das erste Semester war aufregend und spannend, sehr viel hat sich in meinem Leben und meinem Umfeld verändert, und ich musste sehr schnell selbständig werden um alles gut organisiert zu bekommen: Umzug, Stundenplan, Nebenjob, Engagement, Visum etc.

Ich habe während meines Studiums ein Praktikum im Haus am Maiberg, eine Akademie für soziale und Politische Bildung in Heppenheim gemacht. Zwischen meinem Bachelor und Master habe ich dann noch bei dem Entwicklungspolitische Netzwerk Hessen (Frankfurt) und im Deutschen Bundestag durch Praktika spannende Praxiserfahrungen gesammelt. Neben meinem Studium habe ich mich regelmäßig bei STUBE Hessen, das Forum Entwicklungspolitik (ESG/KHG) und bei der Organisation Kenianischer Studierender in Hessen engagiert. Letztere Organisation habe ich mitgegründet.

Herausforderungen im Studium waren, dass ich hin und wieder Finanzierungsprobleme hatte, da ich kein Bafög oder Stipendium bekommen habe. Ich habe die ganze Zeit nebenbei gearbeitet um mein Studium zu finanzieren, auch wenn ich ab und an Unterstützung aus dem privaten und universitären Umfeld bekommen habe. Ich bin ich heute stolz, dass ich mein Studium mehr oder weniger selbst finanziert habe, aber es war nicht immer einfach. Auch deswegen habe ich relativ lange studiert. Ich habe mir die Zeit genommen, um mich selber kennenzulernen und über den Sinn des Lebens nachzudenken.

Wenn ich mein Studium noch einmal von vorne beginnen könnte, wäre ich mutiger was Stipendien angeht. Ich habe gedacht, dass ich nicht gut genug bin. Der Spruch "Probieren geht über Studieren" trifft bei Stipendien absolut zu, denn das schlimmste was passieren kann, ist eine Absage.

Besondere Höhepunkte gab es natürlich auch: 1. Mein Abschluss, natürlich!
2. Den (dotierten!) DAAD Preis für hervorragende Leistungen von ausländischen Studierenden im Jahr 2013
3. Die Reise nach New York City im Rahmen des Studiums mit dem National Model United Nations der GU, eine spannende und sehr horizonterweiternde Erfahrung.

Mein Rat für internationale Studierende: Seid Mutig, ihr seid mehr als (nur) gut genug. Geht euren Träumen nach und fragt, wenn ihr Hilfe braucht, sprecht Menschen an die euren Traumberuf ausüben oder die spannende Projekte, Firmen, Filme, Startups, Stiftungen etc auf die Beine gestellt haben. Fragen kostet nichts, und ihr werdet staunen, was daraus erwachsen kann (Praktika, Jobs, lebenslange Freundschaften, Kooperationsprojekte etc.).