Barbara aus Ungarn, Psychologie

"Seid offen und seid international"

Ich wollte schon immer nach Deutschland, da ich bereits im Kindergarten die deutsche Sprache und die deutsche Kultur kennenlernen durfte. Die Goethe-Uni habe ich mit Hilfe meiner Bekannten aus Hessen und durch meine Recherche ausgewählt. Die Stadt hat mich sehr angesprochen, da ich davor noch nie in einer Großstadt gewohnt habe. Außerdem fand ich das Mentorenprogramm und die Einführungswoche der Goethe-Uni sehr ansprechend.

Das erste Semester war sehr spannend und ereignisreich für mich. Ich habe viele tolle und interessante Persönlichkeiten kennengelernt und mit meinen neuen Freunden konnte ich mich in Frankfurt schnell einleben. Die Uni war auch sehr spannend und – obwohl ich damals noch nicht wirklich verstanden habe, wie alles funktioniert – war ich sehr glücklich mit meiner Wahl.

Worauf ich sehr stolz bin ist das autonome Tutorium, was ich mit meinem Kommilitonen geleitet habe. Es hat sehr viel gebracht, mich in das Thema „Lucid Dreaming“ reinzufuchsen, nicht nur fachlich, sondern auch persönlich. Durch diese Möglichkeit habe ich zahlreiche motivierte Studenten kennengelernt, mit vielen habe ich noch heute Kontakt.

Während des Studiums habe ich außerdem zwei Pflichtpraktika absolviert, im Bereich Gehirnforschung und Suchtberatung, und immer als Werkstudent gearbeitet. Das war super, beim Max-Planck Institut habe ich den Arbeitsalltag von den Forschern kennengelernt, auch habe ich mich als Recruiter ausprobiert. Diese Erfahrungen haben mich weitergebracht und sind auch heute sehr wertvoll für mich – mein Berufseinstieg war aufgrund dieser Referenzen einfacher.

Herausforderungen gab es natürlich auch: Da ich neben dem Studium viel arbeiten musste, um das Studium zu finanzieren, hatte ich oft finanzielle Schwierigkeiten und konnte vieles nicht machen, was für meine Kommilitonen selbstverständlich war. Jetzt im Nachhinein bin ich sehr dankbar, dass ich gearbeitet habe und diese Erfahrungen sammeln konnte.

Außerdem hat mir am Anfang ein Überblick im Studium gefehlt und dass mir jemand sagt, dass es vollkommen in Ordnung ist, wenn ich mein Studium nicht in der Regelstudienzeit schaffe. Die Prüfungsanmeldung und –abmeldung war oft schwierig oder bürokratisch. Ansonsten fand ich die Uni sehr flexibel und war sehr zufrieden.

Daran gedacht aufzuhören habe ich definitiv nicht. Ich hatte FreundInnen in meinem Heimatland, die das gleiche Studium gemacht haben, aber nicht in Deutschland. Die Unterschiede waren sehr groß und ich hatte mehr Möglichkeiten, meine praktischen Kenntnisse zu vertiefen. Ansonsten fand ich die Solidarität und Akzeptanz in Deutschland super – das kennt man in Ungarn nicht immer so.

Mein Rat für internationale Studierende: Es ist okay, wenn eure Grammatik nicht perfekt ist. Was zählt ist 110% zu geben, aber auch gleichzeitig das Leben als Student zu genießen. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, Kontakte zu schließen und Freunde zu finden. Engagiert euch an der Uni, probiert vieles aus, macht mit und helft anderen, die Hilfe brauchen. Außerdem seid offen und seid international. Bestimmt ist es schön, wenn man mit Bekannten aus dem Heimatland rumhängt, aber Diversity ist alles. Nur so lernt man alle Aspekte kennen und findet tolle Freundschaften an der Uni.