Maja aus Serbien, Germanistik, Soziologie und Politologie

"Ein Höhepunkt in meinem Studium war das Semesterstipendium der Goethe Universität"

Die Goethe Universität hat mich auf Grund ihres Renommees, der Bandbreite an Studienfächern und der Tradition als Studentenstätte angezogen.

Der Anfang meines Aufbautudiums war eine Phase des Zurechtfindens im Bezug auf die Räumlichkeiten, die Studienfächer und überhaupt das Konzept des Studierens in Deutschland, das zu meinem Heimatland Serbien, wo ich meinen ersten Studienabschluss gemacht habe, unterschiedlich war. Da ich in Deutschland ein Aufbaustudium im Anschluss auf mein Studium in Serbien gemacht habe, war es besonders interessant zu beobachten, wie sich die Studienkonzepte in den zwei europäischen Ländern unterscheiden bzw. überschneiden. Besonders herausfordernd war das Konzept des Studiums, wo man nicht mit festen Kommilitonen in eine Studiengruppe eingeteilt war und somit einen beständigen Kreis an Wegbegleitern hatte, wie ich das davor aus meinem Heimatland gewohnt war. In Deutschland war durch die immer wechselnden Vorlesungen und Kommilitonen, das Studium ziemlich individualistisch und nüchtern. Die Studienberatung war nicht im Detail ausgerichtet auf ausländische Studenten, die einen anderen Background und andere Unterrichts- und Lernmethoden mit sich brachten.

Es war nicht immer einfach in der Studienberatung entsprechende Informationen zu bekommen, wo man ansetzen kann, um das alte Wissen mit dem neuen aufzustocken. Die Vergleichbarkeit der Lernstoffe und Inhalte aus dem alten und neuen Studiensystem - war nicht immer kompatibel.

Ein Höhepunkt in meinem Studium war das Semesterstipendium der Goethe Universität: Es war eine besondere Anerkennung für meine erbrachten Studienleistungen und eine Ehre für mich es zu erhalten. Wenn ich mein Studium heute noch einmal von vorne beginnen könnte, würde ich mehr das Internet zur Informationsbeschaffung nutzen. Damals waren die Seiten, das Agbeot, die Inhalte und Nutzung des Internets nicht so ein alltäglicher Bestandteil des Studentenalltags wie sie es heute sind. Dieser Aspekt hat sich zwischenzeitlich zum Positiven weiterentwickelt.

Bei meinem Berufseinstieg in Deutschland musste ich viele Hürden meistern. Ich habe parallel zum Studium und einige Jahre danach in Marketing- und PR-Agenturen gearbeitet, um später auf Kundenseite in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit und Marketing in der Finanzbranche tätig zu werden. In der Phase der Jobsuche, habe ich um die 350 Bewerbungen geschrieben. Trotz des steinigen Weges, mit befristeten Verträgen und ohne Anspruch auf staatliche Unterstützung, habe ich es dennoch geschafft  immer eine Stelle zu finden bis ich mich letztendlich zu einem der größten Arbeitgeber Deutschlands im Finanzsektor durchgearbeitet habe. Ein starker Wille, Durchsetzungsvermögen, Optimismus und eine Prise Glück waren entscheidend dafür.

Meine Tipps für internationale Studierende: Nie den Kopf hängen lassen, die vielen Weiterbildungs- und Netzwerkmöglichkeiten, Beratungs- und Stipendienangebote nutzen. Offen für neue Bekanntschaften sein und sein Ziel nie aus den Augen verlieren. Die Studienzeit soll man auch genießen. Und auch wenn es mal anstrengend wird, durchhalten oder Hilfe und Rat an der Uni suchen. Es lohnt sich und zahlt sich schließlich aus! Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.