Dita aus Tschechien, Psychologie

"Für mich war es sehr hilfreich spannende Bereiche zu finden, die für Einheimische nicht interessant sind"

Nach Frankfurt gekommen bin ich, weil ich mich in Deutschland selbst beim Studium finanzieren konnte. In Frankfurt hatte ich bereits Freunde, daher die Johann Wolfgang Goethe-Uni.

Im ersten Semester habe ich Soziologie studiert. Ich fand es langweilig und fühlte mich, durch die Dozenten bzw. durch die von ihnen vorgeschlagenen Themen für mich, in die Migrantenrolle gedrängt.

Ein besonderer Höhepunkt war daher, dass ich für das Psychologiestudium zugelassen wurde.

Eine Herausforderung war die deutsche Sprache. Erst habe ich den Veranstaltungen nicht folgen können. Danach wurde ich nicht verstanden, unter anderem durch meinen starken Akzent. Trotzdem habe ich nie daran gedacht aufzuhören und in mein Heimatland zurückzukehren.

Während dem Studium, habe ich immer meist mehrere Jobs gehabt, nach dem Vordiplom meist Hilfskraftstellen und in der Sozialarbeit (JVA, Sozial-Psychiatrie, Einrichtungen für Drogenabhängigkeit, DIPF, Uni).

Mein Berufseinstieg lief folgendermaßen: Ich habe meinen ersten Job in der Uniklinik der Goethe-Uni bekommen. Hierzu waren für mich meine früheren Praktika und Hiwi-Tätigkeit unter anderem in der Uniklinik hilfreich. Ich wurde übernommen. Ausschlaggebend für die Einstellung waren jedoch meine Statistikkenntnisse, die ich nicht zuletzt im Rahmen meiner Diplomarbeit in der Abteilung der Methodenlehre bzw. im DIPF (Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung) erworben habe. Ich fand den Job in der Uniklinik sehr interessant, abwechslungs- und lehrreich.

Mein Tipp für internationale Studierende: Für mich war es sehr hilfreich spannende Bereiche zu finden, die für Einheimische nicht interessant sind und mich in diesen Bereichen zu qualifizieren (Statistik, Forensik, Arbeit mit älteren Menschen). Zudem habe ich mich nicht vom „Mainstream“ an der Uni beeinflussen lassen. Ich habe das Studium der Psychologie gewählt, da ich schon als Kind mit Jung, Freud etc. beschäftigt war. Trotz der „Propaganda“ der Verhaltenstherapie habe ich nun als psychoanalytisch orientierte Psychotherapeutin deutlich mehr Niederlassungschancen, aufgrund des Überschusses an Verhaltenstherapeuten. Daher würde ich diese zwei Strategien als Ratschlag geben.