Olga aus Russland, Quantitative Management

"Ein besonderer Erfolg war für mich der Tag, als ich ein Deutschlandstipendium bekommen habe"

Während meines Bachelorstudiums in Moskau, habe ich ein Austauschsemester in Deutschland gemacht und an der Technische Universität in Dresden studiert. Das Studium und die Methoden haben mir sehr gefallen, deswegen wollte ich meinen Master unbedingt in Deutschland absolvieren. Das quantitative Managementprogramm an der GSEFM hat mich deswegen sehr interessiert, weil es einen sehr starken mathematischen Schwerpunkt hatte und eine Möglichkeit bot, parallel zum Master auch ein PhD-Studium zu belegen.

Das Studium an der Goethe Universität war seit den ersten Tagen sehr anspruchsvoll und gleichzeitig sehr spannend, da man jede Woche Problem-Sets abgeben musste. Dadurch und durch den sehr internationalen Studiengang hatte ich sehr schnell Anschluss gefunden. Gleichzeitig hatte ich eine gute Möglichkeit, deutsche Kultur besser zu verstehen, da ich mit meinen Kommilitonen oft unterwegs war und viele typische deutsche Sachen, wie die Straßenfeste und den Weihnachtsmarkt erlebt habe.

Ein besonderer Erfolg war für mich der Tag, als ich ein Deutschlandstipendium bekommen habe. Es war für mich eine große Freude und Anerkennung, da ich erst vor ein paar Wochen nach Deutschland gekommen bin und in einem neuen, fremden Land war.

In meinem Bachelor waren die meisten Prüfungen mündlich und für ein Teil der Note hat immer die Arbeit während des Semesters gezählt. Deswegen war es für mich sehr schwierig, wieder schriftliche Prüfungen schreiben zu müssen, in denen die komplette Note nur von einer Stunde Prüfung abhängt.

Am Anfang fand ich es sehr schwierig mit der deutschen Bürokratie (z.B. GEZ, Auslandsamt) zurechtzukommen. Dazu war es für mich am Anfang schwierig zu verstehen was die Professoren von Studierenden erwarten. Obwohl alle Kurse auf Englisch waren, haben die Professoren deutsche Methoden benutzt, um die Seminararbeiten und Klausuren zu bewerten, was man als ausländische Studierende nicht kennt. Erst ab dem zweiten Jahr habe ich mich mehr mit unterschiedlichen Angeboten für Studierende vertraut gemacht und einige Workshops für internationale Studierende absolviert.

Auch in schwieriger Zeiten habe ich nie darüber nachgedacht, zurückzukehren. Ich wusste, dass ich in Deutschland viel interessantere Projekte in der Arbeit haben könnte und dass ich hier in einigen Branchen arbeiten kann, in denen ich in Russland, gerade als Frau, nicht tätig werden könnte.

Ich glaube, jeder lernt von seinen Fehlern. Ich denke, wenn ich mal wieder mit dem Studium anfangen sollte, würde ich mich viel besser mit der Arbeitsweise und dem Bewertungssystem im Voraus vertraut machen.

Nach dem Abschluss habe ich mich viel für verschiedene Positionen beworben und oft war es schwierig, weil man wochenlang keine Antwort bekommen hat. Meinen ersten Job habe ich aber über Xing gefunden, wo ich von einem Berater angeschrieben wurde. Deswegen würde ich empfehlen, in Sozialen Medien präsent zu sein, da man oft über Netzwerke einen guten Job finden kann.

Um Praxiserfahrung zu sammeln habe ich an der Goethe Universität als wissenschaftliche Hilfskraft gearbeitet, da man es sehr gut mit Studium kombinieren kann. Als ich Deutschlandstipendiatin war, war Union Investment mein Förderer. Mein Interesse zu Kapitalmärkten war geweckt und ich war als Praktikantin 6 Monate lang im Portfoliomanagement tätig.

Internationalen Studierenden möchte ich mitgeben, dass man immer offen für neue Herausforderungen sein sollte, da sich die Welt um uns herum ständig ändert. Als junge Absolventen haben wir den Vorteil, weil wir schnell neue Sachen oder Programme lernen können. Dazu sollten wir als internationale Studierende flexibel bleiben, da man sich oft in der Arbeit in einer anderen Kultur oder einem anderen Arbeitsstil befindet und man sich anpassen muss.