Amy aus Ecuador, Lehramt an Gymnasien

"Freunde werden hier zur Familie"

Ich wollte immer woanders studieren und eine neue Sprache lernen, sowie eine neue Kultur kennen lernen. Ein Teil meiner Familie lebt in Deutschland und das hat meine Entscheidung leichter gemacht.

Im ersten Semester war ich sehr unsicher, ob ich bleibe oder nicht, weil ich Heimweh hatte. Aber ich fand gute Freunde, die mich unterstützt haben, meinen Weg in der Uni zu finden. Es war nicht einfach, selbständig den Stundenplan zu gestalten, aber das Gute daran ist, dass ich mich darüber informieren konnte, wie mein Studium funktioniert. Ich war mehrmals in Beratungen, um zu fragen, wie ich am besten den Stundenplan oder die Seminare belegen muss.

Mein besonderer Erfolg war das Erreichen der ersten Staatsprüfung und hier war für mich besonders schön, dass meine Eltern zu meiner Abschlussfeier aus Ecuador kommen konnten, um diesen Erfolg mit mir zu feiern. Den nächsten Erfolg habe ich vor kurzem mit der zweiten Staatsprüfung erreicht.

Die Sprache war eine große Herausforderung, aber ich habe es nicht zu gelassen, dass die Sprache ein Hindernis repräsentiert. Ich erkannte früh, dass ich die deutsche Sprache beherrschen musste, um meine Ziele hierzulande zu erreichen. Deshalb habe ich schon am Anfang fleißig gelernt: Vokabeln und Grammatik. Man sollte darüber hinaus keine Angst haben, Fehler zu machen, bspw. wenn man redet. Das Lernen einer so fremden Sprache ist ein langer Prozess, bei dem man sich stets zutrauen muss, zu sprechen. Wie es so schön heißt: Die Übung macht den Meister.

Neben dem Studium habe ich gearbeitet, um mein Studium zu finanzieren und das war auch manchmal viel, aber ich kann stolz auf mich sein, dass ich es trotzdem geschafft habe.

Was für mich schwer war, war mein Heimweh - vor allem im Winter, der sehr kalt und dunkel ist. Aber ich fand andere Studierende, die dasselbe wie ich durchmachten und wir haben gemeinsam mehr unternommen. Das hat mir geholfen.

Wenn ich noch einmal das Studium von vorne beginnen könnte, würde ich nichts daran ändern. Während meines Studiums habe ich an einer Integrierten Gesamtschule gearbeitet und viel Praxiserfahrung gesammelt.

Ich würde internationalen Studierenden der Goethe-Universität empfehlen, dass sie nicht aufgeben sollen, egal ob der Weg kompliziert oder schwer aussieht. Wenn sie in etwas nicht sicher sind oder Fragen haben, sollen sie immer zu einer Studienberatung gehen. Freunde werden hier zur Familie. Dadurch geht nicht unbedingt das Heimweh weg, aber mit Freunden wird der Weg hier in Deutschland deutlich leichter.