Neu: Bachelor Ethnologie ab WiSe 19/20

Inhalte und Kompetenzziele des Studiengangs

In der Ethnologie werden kulturvergleichend und empirisch vor allem außereuropäische Gesellschaften mit dem Ziel untersucht, Übereinstimmungen und Verschiedenheiten menschlicher Kulturen zu erfassen und zu erklären. Sie richtet dabei den Blick zentral auf den Menschen (Anthropos) in seinem kulturellen Umfeld und widmet sich dafür ebenso gegenwartsbezogenen wie historischen Themen, um gesellschaftliche Phänomene als Prozess und Ausdruck vielfältiger Dynamiken zu begreifen. Im Rahmen von Forschung und Lehre werden soziokulturelle Phänomene sowohl auf der lokalen Ebene als auch in einem vergleichenden und glo-balen Kontext betrachtet. Die Ethnologie untersucht dabei v.a. außereuropäische Gesellschaften (bspw. Regionen in Afrika, den Amerikas, Asien, Ozeanien) und von diesen ausgehende globale Verflechtungen, die bspw. durch Migration, transnationale Beziehungen, weltumspannende Ökonomien und als gesellschaftliche Folgen weltweiter Umbruchprozesse hervortreten. Das Fach verfolgt einen qualitativen Forschungsansatz; zentrale Methode der empirischen Untersuchung ist die Feldforschung. Gegenstand des Studiums bildet der reflexive Umgang mit kulturtheoretischen Konzepten, die für die kritische Interpretation von Formen und Vielfalt menschlicher Handlungsstrategien und Institutionen notwendig sind.

Die Studierenden beschäftigen sich empirisch, praktisch und theoretisch mit unterschiedlichen Verbindungen, aber auch Grenzziehungen zwischen (beispielsweise) Wirtschaftsformen, Verwandtschaftsstrukturen, religiösen Konzepten, politischen Institutionen und rechtlichen Fragestellungen sowie auch mit der Bedeutung von materieller Kultur und Konsum oder Dynamiken der Migration. Auf der Grundlage vertiefter regional- sowie themenspezifischer Wissensbestände erarbeiten Studierende die komplexen Zusammenhänge zwischen sozialen Teilphänomenen und berücksichtigen insbesondere deren Prozesshaftigkeit und Wand-lungsfähigkeit. Sie reflektieren dabei eigene als auch gesellschaftliche Vorannahmen kritisch und erproben die Übertragung wissenschaftlicher Erkenntnisse/Ergebnisse in die (insbes. interkulturelle) berufspraktische und/oder forschende Anwendung. Das Fach bietet somit die wissenschaftlichen Grundlagen, um aktuelle gesellschaftliche Phänomene zu erforschen und erfassen und, um Konzepte wie Kulturwandel, Ethnizität, Nationalismus, Traditionalismus, Indigenität oder Globalisierung zu beschreiben und zu hinterfragen.

Der Bachelorstudiengang Ethnologie ist ein grundständiger wissenschaftlicher Studiengang, der zu einem ersten berufsqualifizierenden Abschluss führt. Er hat zum Ziel, wissenschaftliche Grundlagen, Methodenkompetenz und berufsfeldbezogene Qualifikationen zu vermitteln, die es den AbsolventInnen ermöglicht, wissenschaftlichen Problemstellungen der Ethnologie in verschiedenen Aufgabenfeldern der Praxis nachzugehen.

Folgende Kompetenzen und Fähigkeiten werden im Studium erworben:

  • Verstehen zentraler ethnologischer Grundlagen/Themenfelder (bspw. zu sozio-kulturellen Teilphänomenen), Theorien, Methoden und Frage-/Problemstellungen und Perspektiven;
  • Erwerb von grundlegenden regionalspezifischen (bspw. Regionen in Afrika, den Amerikas, Asien, Ozeanien) sowie thematischen Wissensbeständen, bspw. zu soziokulturellen Teilphänomenen wie Religion, Wirtschaft, Verwandtschaft, Politik, Recht, materielle Kultur, Konsum, Migration;
  • Erwerb analytischer Kompetenzen zur systematischen Thematisierung und Problematisierung komplexer gesellschaftlicher Phänomene auch unter Verwendung entsprechender Fachterminologie;
  • Erschließung von vertieften theoretischen, thematischen sowie regionalspezifischen Wissensbeständen, Themen- und Forschungsfeldern zu ausgewählten Schwerpunkten (bspw. Regionen, gesellschaftlichen Teilphänomenen) – unter Anleitung und im kritischen Selbststudium, auf dem Stand aktueller Literatur und Forschungsergebnissen;
  • Kritikfähigkeit: Hinterfragung von gesellschaftlichen und individuellen Vorannahmen und Argumentationen, von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Ergebnissen eigener Forschungsübungen – selbstkritisch, auf ihre wissenschaftliche Plausibilität und auch in der Diskussion eigener Ergebnisse durch eine Gruppe;
  • Entwerfen und Bearbeiten von fachlich relevanten Fragestellungen unter Anwendung des wissenschaftlichen Instrumentariums, d.h. Organisation und Durchführung wissenschaftlicher Recherchen sowie deren differenzierte Aufarbeitung, argumentierte Bewertung und mündliche wie schriftliche Präsentation der Ergebnisse bis hin zur Erstellung wissenschaftlicher Texte;
  • Methodische und methodologische Kompetenz, v.a. zu qualitativen Forschungsmethoden; fallbezogene Auswahl und Anwendung ethnologisch relevanter Erhebungsverfahren sowie Reflektion unter Berücksichtigung gesellschaftlicher und ethischer Implikationen;
  • Projektkonzeption und -durchführung: Planung, Durchführung und Auswertung/Beurteilung eines größtenteils eigenständig konzipierten Projekts (im In- oder Ausland) mit einer fachlich relevanten Forschungsfrage;
  • Organisations- und Medienkompetenz im Kontext von Projektkonzeption und der Vermittlung von Recherche- und Projektergebnissen ;
  • Praxiskompetenz im Hinblick auf Anwendung/Übertragung und Reflexion von fachlichen Inhalten und Kompetenzen in den berufspraktischen und/oder forschenden Kontext;
  • interkulturelle Kompetenz sowohl als Fähigkeit, emische Perspektiven einzunehmen, komplexe gesellschaftliche Prozesse zu analysieren, als auch eigene Fremdheitserfahrung zu reflektieren, zu verarbeiten und verantwortungsvoll zu begegnen;
  • Verknüpfung des fachlichen Profils mit disziplinübergreifenden Inhalten sowie Schlüsselkompetenzen;
  • erweiterte Kenntnisse in drei Fremdsprachen durch Lektüre internationaler Standardliteratur und (optional) durch Auslandsaufenthalte;
  • soziale Kompetenzen hinsichtlich Teamarbeit, der Gestaltung wissenschaftlicher Interaktionsprozesse sowie der Moderation von Diskussionsprozessen.

Der erfolgreiche Abschluss des Studiums qualifiziert für ein Master-Studium in Ethnologie, Sozial- und Kulturanthropologie oder verwandten Fächern. Zugleich stellt der Abschluss einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss dar, der eine Voraussetzung für den beruflichen Einstieg in internationale Arbeitsmärkte oder interkulturelle Kontexte bieten kann. Je nach (fachlicher und berufspraktischer) Schwerpunktsetzung im Studienverlauf sowie ggf. ergänzend Zusatzaus- und Weiterbildungen liegen charakteristische Berufsfelder für Absolventinnen und Absolventen des Bachelorstudiengangs Ethnologie

  • im Museums- und Ausstellungswesen;
  • im Sektor interkultureller Bildung, bspw. Jugend- und Erwachsenenbildung;
  • in öffentlichen Behörden und Einrichtungen der bspw. Integrations- und Migrationsarbeit, auch Polizei und Sicherheitswesen;
  • im (insbesondere interkulturellen) Projekt- und Kulturmanagement, Öffentlichkeitsarbeit und im Tourismussektor;
  • in Medien (wie Presse, Hörfunk, Fernsehen), Journalismus, Verlagswesen und Büchereiwesen;
  • in der Entwicklungszusammenarbeit und in Tätigkeiten für internationale Organisationen;
  • in Unternehmensberatungen, Organisations- und Marktforschungseinrichtungen.

Je nach regional- und themenspezifischer Schwerpunktsetzung im Studium sind weitere Berufsfelder möglich.


Bewerbung und Zugang

Der Studiengang ist nicht zulassungsbeschränkt. Die Aufnahme des Studiums ist nur zum Wintersemester möglich.

Für die Einschreibung ist die Teilnahme am Online Studienwahlassistenten (OSA) erforderlich. Mit der Bewerbung muss zudem ein Motivationsschreiben eingereicht werden.

Informationen zu den Zulassungsbedingungen finden Sie auf den zentralen Informationsseiten der Goethe-Universität (LINK folgt).

Zur Immatrikulation wenden Sie sich an das Studien-Service-Center (SSC).


Informationen zu Studienbeginn

Genauere Informationen zu Studienverlauf und -planung erhalten Sie zu Beginn Ihres Studiums in der "Obligatorischen Orientierungsveranstaltung". Der Besuch dieser Veranstaltung ist zu Studienbeginn verpflichtend. Die jeweils aktuellen Termine der Veranstaltung sind im QIS (Vorlesungsverzeichnis > Lehrveranstaltungen des FB 08 > Ethnologie > Bachelor) veröffentlicht.

In der Orientierungsveranstaltung erhalten Sie auch die Checkliste zu Studienbeginn (LINK wird ergänzt) sowie das Anmeldeformular zur Eröffnung Ihres Notenkontos beim Prüfungsamt (LINK wird ergänzt). Ebenfalls wird Ihnen das Anmeldeverfahren zu einzelnen Veranstaltungen erläutert. Angaben dazu finden Sie auch im Vorlesungsverzeichnis.

Im Anschluss an die obligatorische Studienfachberatung findet zu Beginn eines jeden Wintersemesters die Vorstellung der Lehrenden statt; der genaue Termin wird im QIS bekannt gegeben. Die Veranstaltung bietet Studierenden die Möglichkeit, die Lehrenden kennenzulernen und bei einem anschließenden Umtrunk Fragen zum Lehrangebot zu stellen. Studierende aller Semester sind herzlich Willkommen!

Außerdem bietet die Institutsfachschaft Ethnologie eine umfassende Erstsemester-Einführungswoche an. Mehr Informationen dazu erhalten Sie unter „Aktuelles“, unter www.ethno-fachschaft.de und in der facebook-Gruppe: "Ethno-Studierende in Frankfurt".


Studienverlauf und Modulinformationen

Studienverlauf

Für ein Bachelor-Studium innerhalb der Regelstudienzeit von sechs Semestern wird von einem Vollzeitstudium ausgegangen. Das Studium kann auch ganz oder teilweise als Teilzeitstudium durchgeführt werden.

Der Bachelorstudiengang Ethnologie ist ein „Ein-Fach-Studiengang“. Er gliedert sich in sechs Studienphasen, die zum Teil parallel studiert werden können.

In der Einführungsphase (1.-2. Semester) erarbeiten die Studierenden die Grundlagen der Fachdisziplin: Im Einführungsmodul I (Einführung) erhalten sie einen Überblick über die wichtigsten Themenfelder der Ethnologie und setzen sich mit der ethnologischen Perspektive sowie den Techniken wissenschaftlichen Arbeitens auseinander. Im Einführungsmodul II (Grundfragen der Ethnologie in historischer Perspektive) werden den Studierenden die historische Entwicklung zentraler Fragestellungen und theoretischer Strömungen des Faches vermittelt. Parallel dazu erlangen die Studierenden in der Basisphase (1.-2. Semester) im Modul Regionale Teilgebiete regionalspezifische Grundkenntnisse und im Modul Schwerpunkte der Ethnologie Grundkenntnisse zu verschiedenen Themen und Theorien der Forschungsschwerpunkte der Frankfurter Ethnologie. Zum Abschluss der Basisphase absolvieren die Studierenden eine Studienverlaufsberatung, die sie auf die Profilbildung in den folgenden Semestern vorbereitet.

Die erste von zwei Praxisphasen, die Phase Berufsfeldqualifizierende Qualifikationen (Praxisphase 1) (ab 3. Semester), dient der beruflichen Orientierung der Studierenden: Im Wahlpflichtmodul „Berufsfelder der Ethnologie“ setzen sich Studierende unter Beteiligung von Fachvertretern aus der beruflichen Praxis mit konkreten Aufgaben und Anforderungen verschiedener ethnologischer Tätigkeitsfelder auseinander. Alternativ dazu sammeln sie im Wahlpflichtmodul „Ethnologisches Berufspraktikum“ erste praktische Arbeitserfahrung in einem spezifischen Tätigkeitsfeld und erproben die Anwendung ethnologischer Erkenntnisse in der Praxis. Das Modul „Schlüsselkompetenzen“ (Optionalmodul) ermöglicht den Studierenden den Erwerb fachübergreifender berufsqualifizierender Kompetenzen und trägt zur Entwicklung eines individuellen beruflichen Profils bei.

Parallel dazu und aufbauend auf den grundlegenden Kompetenzen und Kenntnissen aus der Einführungs- und Basisphase, zielt die Profilphase (ab 3. Semester) auf die fachliche und fachübergreifende Profilbildung der Studierenden. Sie dient der akademischen Qualifikation: In den Profilmodulen I und II setzen sich Studierende weiterführend und vertiefend mit regionalspezifischen und systematischen, forschungsorientierten Schwerpunkten des Instituts für Ethnologie (nach Wahl) auseinander. Neben der Aneignung weiterführender fachspezifischer Kenntnisse und der Auseinandersetzung mit zeitgenössischen, soziokulturellen Prozessen in historischer Tiefe üben die Studierenden hierbei den kritischen Umgang mit Texten und Theorien. Die Profilmodule III (disziplinübergreifend) und IV (Fremdsprachen) ergänzen das individuelle fachliche Studierendenprofil durch die Vertiefung fremdsprachlicher Kenntnisse und die Auseinandersetzung mit fachfremden Arbeitsformen und Ansätzen. In den Modulen der Profilphase werden fachliche sowie fachübergreifende, theoretische als auch regionalspezifische Grundlagen geschaffen, die zum eigenen Projekt in der Praxisphase 2 hinführen.

In der Projektphase (Praxisphase 2) (ab 3. Semester) erproben Studierende ethnologische (Forschungs-)Praxis anhand eines eigenen Projekts. Unter der Betreuung von DozentInnen erarbeiten sich die Studierenden im Projektmodul I (Methoden der Ethnologie) die methodisch sowie methodologisch relevanten Grundlagen, konzipieren/entwickeln im Projektmodul II (Projekt-Vorbereitung) unter Anleitung ihr eigenes Projekt und führen dieses im Projektmodul III (Projekt-Durchführung) selbständig im In- oder Ausland durch. Im Rahmen der Projektdurchführung wird der Umgang mit qualitativen Forschungsmethoden intensiv und anwendungsorientiert geübt; die Projektphase ermöglicht den Studierenden zudem die direkte Verknüpfung von Forschungs- und Berufsfeldorientierung. Alternativ konzipieren und führen Studierende in der Praxisphase 2 ein Forschungspraktikum oder ein Auslandsstudium durch. Weitere Informationen zur Projektphase beinhalten die Projektrichtlinien des Instituts für Ethnologie (LINK).

Die Ergebnisse der Projektmodule können Grundlage für die Bachelor-Arbeit bilden, welche die Studierenden in der Abschlussphase (BA-Modul) verfassen und in einem Plenum zur Diskussion stellen.


Profilbildung und Projekt

Weitere Informationen folgen....


Modulinformationen - Übersicht

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Modulen enthält das

Eine Übersicht über den Studienverlauf bieten die Modulverlaufspläne:

Bei Fragen wenden Sie sich an die Studienfachberatung (LINK) oder an die Modulbeauftragten (LINK).


Einführungsphase

Weitere Informationen folgen...


Basisphase

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Praxisphase 1: Berufsfeldqualifizierung

Weitere Informationen folgen...


Profilphase

Weitere Informationen folgen...


Praxisphase 2: Projektphase

Weitere Informationen folgen...


Abschlussphase

Weitere Informationen folgen...


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