Herzlich willkommen bei Theologie Interkulturell!


Auf dieser Seite finden Sie die Grußworte des 1. Vorsitzenden von Theologie Interkulturell, Prof. Dr. Thomas Schreijäck, in deutscher, englischer, spanischer und französischer Sprache. Außerdem können Sie sich über aktuelle und vergangene Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Gastprofessuren informieren und Einblick in die Vereinsarbeit bekommen.

Als 1. Vorsitzender von „Theologie interkulturell e.V.“ begrüße ich Sie sehr herzlich und danke Ihnen für Ihr Interesse an unserem interdisziplinären Forschungs- und Lehrprojekt am Fachbereich Katholische Theologie der Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

„Theologie interkulturell“ feierte im Studienjahr 2014/2015 sein 30-jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Jubiläums erschien die Broschüre „30 Jahre Theologie interkulturell“, die informativ und anschaulich einen Überblick über die drei vergangenen Jahrzehnte der Arbeit von „Theologie interkulturell“ gibt (siehe Publikationen). Sie dokumentiert eine in vielfacher Hinsicht außergewöhnliche Erfolgsgeschichte seit der Gründung des Fachbereichs  Katholische Theologie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main im Jahr 1985. Unser Jubiläum fällt mit dem 100jährigen Gründungsjubiläum der Goethe-Universität und mit dem Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils vor 50 Jahren zusammen. Ohne diese beiden Referenzen wäre „Theologie interkulturell“ in der hier dokumentierten Geschichte nicht denkbar. Wir freuen uns sehr über zahlreiche und wichtige Kontakte sowie wertvolle Freundschaften, die im Laufe der vielen Jahre entstanden sind und zu Kooperationen auf Universitäten, Nationen und Kontinente überschreitender Ebene geführt haben, sowie über die damit in Verbindung stehenden eindrucksvollen Forschungsergebnisse.

Im Gründungsjahr von „Theologie interkulturell“ 1985 klangen sowohl Titel als auch Anliegen dieses Forschungsschwerpunkts noch exotisch und für manche sogar riskant. Heute wird angesichts fortschreitender Globalisierungsprozesse und weltweiter Verstöße gegen die grundlegenden Gebote von Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung wohl kaum jemand die Bedeutung und Dringlichkeit des interkulturellen und interreligiösen Dialogs in Frage stellen. 

Religiöser Glaube, theologisches Denken und solidarisches Handeln aus einer religiösen Grundüberzeugung heraus sind nicht auf ein Christentum westlich-europäischen Zuschnitts begrenzt. Über den Zeitraum von drei Jahrzehnten hat sich „Theologie interkulturell“ zu einem die theologischen Disziplinen umgreifenden und durchdringenden Programm in Forschung und Lehre entwickelt, das so in Deutschland noch immer einmalig ist und von Anfang an zentral zum Standortprofil des Fachbereichs Katholische Theologie der Goethe-Universität in Frankfurt am Main beigetragen hat.

„Theologie interkulturell“ unternimmt den Versuch, auf der Ebene akademisch betriebener Theologie einen Lernprozess anzustoßen, der nicht nur die Forschung in den unterschiedlichen theologischen Fächern betrifft, sondern auch Studierende von Anfang an dafür sensibilisiert, dass religiöser Glaube, theologisches Denken und solidarisches Handeln aus einer religiösen Grundüberzeugung heraus nicht auf ein Christentum westlich-europäischen Zuschnitts begrenzt sind und weltweite Interdependenzen nicht nur auf der Ebene des Marktes bestehen. Das Projekt intendiert die Öffnung für die Spiritualität, Religiosität und für die Art und Weise des Theologietreibens von Frauen und Männern in anderen kulturellen Kontexten – nicht etwa, um die eigene Tradition zu verwerfen, vielmehr um den weltkirchlichen Horizont in Forschung und Lehre mit einer gewissen Selbstverständlichkeit einzubeziehen und so den eigenen theologischen Horizont zu erweitern. 

Unser Forschungs- und Lehrprojekt lebt von dem Engagement der Beteiligten, von Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Um es auch in Zukunft erfolgreich weiterführen zu können, sind wir besonders auf finanzielle Förderung angewiesen. Ich möchte Sie dazu einladen, sich über Geschichte und Anliegen von „Theologie interkulturell“, die mittlerweile 30 bisherigen Gastprofessorinnen und Gastprofessoren und ihre Arbeiten sowie über die interdisziplinär und interkulturell angelegten Forschungsprojekte und Symposien seit der Gründung von „Theologie interkulturell“ und ebenso über den das Projekt tragenden Verein und seine Fördermöglichkeiten auf unserer Homepage zu informieren.

Ich wünsche Ihnen eine reichmachende Reise durch drei Dekaden „Theologie interkulturell“!

Prof. Dr. Thomas Schreijäck

As the first chairman of “Theologie interkulturell e.V.", I would like to welcome you and thank you for taking an interest in our interdisciplinary research and teaching project at the Department for Catholic Theology at the Johann Wolfgang Goethe University in Frankfurt-on-Main.

In 2014/2015, “Theologie interkulturell" celebrated its 30th anniversary. On this occasion, we have published our new brochure “30 Jahre Theologie interkulturell", which provides an informative and clear overview of what “Theologie interkulturell" has achieved over the past three decades (see publishings). In many respects, the brochure documents an extraordinary success story since the founding of the Department for Catholic Theology at the Goethe University in Frankfurt-on-Main in 1985. Our jubilee coincides with the 100th anniversary of the Goethe University and with the closure of the Second Vatican Council, which lies 50 years ago. In this documented history, “Theologie interkulturell" would be inconceivable without those two references. 

We are delighted by the numerous important contacts and precious friendships that have emerged over the years. This has led to a cooperation between universities, nations and continents, generating impressive research results.

In 1985, the year “Theologie interkulturell" was founded, both the title and the aim of this research focus still sounded exotic, to some people even hazardous. Today, given intensified globalization processes and the worldwide violation of the fundamental notions of justice, peace and the preservation of creation, barely anyone would question the significance and urgency of intercultural and interreligious dialogue.

Religious faith, theological reflection and social action founded on religious conviction are not confined to Western or European Christianity. Over the last three decades, “Theologie interkulturell" has developed to a project embracing and pervading both research and teaching across the subdisciplines of theology, which has remained unique in Germany and contributed to the standard profile of the Department for Catholic Theology at the Goethe University in Frankfurt am Main.

“Theologie interkulturell" attempts to create a learning process on an academic level that does not only affect research within the different areas of theology. It also attempts to make students aware that religious faith, theological reflection and social action are not confined to Western and European Christianity and that global interdependence does not only exist at market level. This project intends to open up to the spirituality, faith and specific theology of women and men in different cultural contexts. This does not mean that we have to reject our own traditions. Rather, it implies that we have to include the dimensions of the universality of the church into research and teaching with a matter of course, and to expand personal theological horizons.

“Theologie interkulturell" depends on the commitment of its participants, on membership fees and donations. We are reliant on financial support in order to continue our project. I would like to invite and encourage you to use our website to discover more about the history and concerns of “Theologie interkulturell", about our previous 30 guest professors and their work, and about the interdisciplinary and intercultural research projects and symposia that have unfolded since “Theologie interkulturell" was founded. I would also be delighted if you found time to use this website to learn more about the society sustaining this project, and the opportunities to support it.

I wish you an enriching voyage through 30 years of “Theologie interkulturell"!

Prof. Dr. Thomas Schreijäck


Como presidente de “Theologie interkulturell" e.V. les agradezco su interés por el proyecto interdisciplinario de la Facultad de Teología Católica de la Universidad“ Johann Wolfgang Goethe“ en Francfort del Meno.

En el año académico 2014/2015 “Theologie interkulturell” celebró su trigésimo aniversario. Con motivo de este acontecimiento se publicó el folleto, “Treinta Años de Theologie interkulturell” en el cual se ofrece, de una manera informativa e ilustrativa, una visión panorámica del trabajo de “Theologie interkulturell” en las pasadas tres décadas. Este folleto documenta desde diversos puntos de vista el exitoso devenir de nuestro proyecto, desde su fundación en 1985 en el seno de la facultad de Teología Católica de la Universidad J.W. Goethe en Francoforte del Meno. Nuestro aniversario coincide con el centenario de la fundación de la Universidad J.W. Goethe y con el cincuentenario de la clausura del Concilio Vaticano II. Sin estas dos referencias no sería concebible el desarrollo de “Theologie interkulturell” en la historia aquí documentada. 

A lo largo de las tres décadas de vida de este proyecto hemos ido acumulando innumerables contactos de importancia y sobre todo amistades muy valiosas lo cual es motivo de entusiasmo y alegría pues todos ellos nos han llevado a establecer vínculos de cooperación con universidades, naciones y continentes, mismos que, a su vez, han fructificado en investigaciones con resultados impresionantes.

Cuando en 1985 se fundó “Theologie interkulturell”, a algunos les aparecía el título y los objetivos del proyecto como algo exótico; para otros, incluso, era un proyecto arriesgado. Hoy en día, sin embargo, ante los procesos progresivos de globalización y las violaciones a nivel mundial de los principios elementales de justicia, paz y conservación de la creación, nadie cuestiona más el significado y la perentoriedad del diálogo intercultural e interreligioso.

Durante estas tres décadas pasadas, “Theologie interkulturell” se ha desarrollado como un programa comprensivo en la investigación y en la enseñanza que impregna y atraviesa todas las disciplinas teológicas, lo cual es todavía único en Alemania y decisivo para el perfil académico de la facultad de Teología Católica de la Universidad de Francoforte del Meno.

“Theologie interkulturell” pretende impulsar al nivel de la teología académica un proceso educativo que no se limite solamente a la investigación en las diversas disciplinas teológicas, sino que sensibilice desde el principio a los estudiantes con respecto a que la fe, el pensamiento teológico y el compromiso solidario basado en una convicción religiosa no son exclusivos del cristianismo en Europa Occidental, además de que las interdependencias a un nivel global no sólo existen a nivel del mercado. El proyecto se abre a la espiritualidad, religiosidad y a la forma distintiva de hacer teología de hombres y mujeres de otros contextos culturales, esto no con la intención de negar la propia tradición sino con la pretensión de integrar, de una manera natural, al horizonte mundial de la iglesia en la enseñanza e investigación de la teología y de esta manera ampliar el propio horizonte teológico.

Nuestro proyecto educativo y de investigación vive gracias al compromiso de sus miembros, a sus cuotas y a las diversas donaciones exteriores. Para poder seguir sosteniendo este proyecto de manera exitosa en el futuro dependemos cada vez más de subsidios económicos. Quiero aquí invitarlos a informarse sobre la historia y los objetivos de “Theologie interkulturell”, así como acerca de los profesores invitados y sus trabajos, sobre los proyectos de investigación, simposios interdisciplinarios e intercambios culturales que se han llevado a cabo desde su fundación. También podrán informarse sobre la asociación que financia y fomenta el proyecto así como sobre las posibilidades de apoyo económico al mismo.

¡Les deseo un viaje enriquecedor a través de más de tres décadas de “Theologie interkulturell”!

Prof. Dr. Thomas Schreijäck


En tant que Président de «Theologie interkulturell» je vous souhaite la bienvenue et vous remercie de vous intéresser à ce projet interdisciplinaire de recherche et d'enseignement de la Section de Théologie Catholique de l'Université Goethe de Francfort-sur-le-Main.

Au cours de l'année universitaire 2014/2015, «Theologie interkulturell» a célébré son trentième anniversaire. A l'occasion de cet anniversaire nous avons publié la nouvelle brochure «30 Jahre Theologie interkulturell», qui donne un aperçu informatif et clair sur le travail effectué par «Theologie interkulturell» au cours des trois dernières décennies (voir registre de publication). Elle documente de multiples manières une réussite extraordinaire depuis la fondation de la Section de Théologie Catholique à l'Université Goethe de Francfort-sur-le-Main en 1985. Notre anniversaire coïncide avec le 100ème anniversaire de la fondation de l'Université Goethe et avec la clôture du Concile Vatican II il y a 50 ans. Sans ces deux références «Theologie interkulturell» ne serait pas concevable dans cette histoire documentée. Nous nous réjouissons des multiples et importants contacts créés, ainsi que des précieuses amitiés nées au cours de nombreuses années qui ont conduit à des coopérations interuniversitaires, internationales et intercontinentales. Nous sommes vraiment ravis des résultats impressionnants de la recherche liée à toutes ces coopérations.

En 1985, date de la fondation de «Theologie interkulturell», le titre ainsi que l'objectif de ce centre de recherche pouvaient paraître exotiques, voire risqués. Aujourd'hui, face à la mondialisation croissante et à la violation des préceptes fondamentaux de justice, de paix et de préservation de la création partout dans le monde, nul ne peut remettre en question l'importance et l'urgence d'un dialogue interculturel et interreligieux.  

La foi religieuse, la réflexion théologique et l'action solidaire basées sur une conviction religieuse ne se limitent pas à un christianisme de caractère européen occidental.  En l'espace de trois décennies «Theologie interkulturell» a développé un programme embrassant et recouvrant les disciplines théologiques dans le domaine de la recherche et de l'enseignement qui, tel qu'il se présente, est encore unique en Allemagne, et qui a marqué depuis le début le profil standard de la Section de Théologie Catholique de l'Université Goethe à Francfort-sur-le-Main.

«Theologie interkulturell» entreprend l'essai d'engager un processus d'apprentissage au niveau de la théologie académique qui ne touche pas seulement la recherche dans les différentes matières théologiques, mais qui sensibilise aussi dès le début les étudiants au fait que la foi religieuse, la réflexion théologique et l'action solidaire basées sur une conviction religieuse ne se limitent pas à un christianisme de caractère européen occidental et que des interdépendances à l'échelle mondiale n'existent pas seulement sur le plan du marché économique. Le projet ouvre la voie à une spiritualité, une religiosité et une théologie de femmes et d'hommes vivants dans d'autres contextes culturels – non pas pour rejeter ses propres traditions, mais plus pour intégrer de façon naturelle les églises du monde dans la recherche et l'enseignement et ainsi d'élargir son propre horizon théologique.

Notre projet de recherche et d'enseignement s'appuie sur l'engagement des participants, des dons et cotisations des membres. Pour pouvoir le poursuivre avec succès dans le futur nous dépendons fortement d'un soutien financier. Je vous invite à vous informer par l'intermédiaire de notre site internet de l'histoire et des intentions de «Theologie interkulturell», des 30 professeurs qui ont été jusqu'ici les hôtes de notre association et de leurs travaux, ainsi que des projets de recherche et des symposiums interdisciplinaires et interculturels réalisés depuis la création de «Theologie interkulturell». Je vous invite également à découvrir l'association qui finance notre projet et à vous informer sur les possibilités de promouvoir ce dernier.

Je vous souhaite un voyage enrichissant à travers trois décennies de «Theologie interkulturell»!

Prof. Dr. Thomas Schreijäck

Aktuelles

Geboren in der Demokratischen Republik Kongo, Studium der Philosophie, Literaturwissenschaften und Theologie in Kinshasa, Promotion 2007 an der Universität Münster zum Thema „Gerechtigkeit kann es nur für alle geben. Globalisierungskritik aus afrikanischer Perspektive“. 

Es folgte eine Ausbildung im Konflikt-management bei der Akademie für Konflikttransformation in Bonn. Seit 2008 arbeitet er als Koordinator der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika (KASA) in der Werkstatt Ökonomie/Heidelberg mit dem Schwerpunktthema Handelspolitik. 2015 erhielt er von der IKvu den „Dorothee Sölle-Preis für aufrechten Gang“. 

Neben seiner Tätigkeit für die KASA arbeitet er auch als Trainer für Antirassismus und Entwicklungspolitik mit verschiedenen Institutionen. Er ist Mitglied der nationalen Fachkommission „Fluchtursachen“.

Seminar "Postkoloniale Theologien. Ansätze aus und zu Afrika"

Gastprofessor Dr. Boniface Mabanza Bambu (Südafrika), Prof. Dr. Thomas Schreijäck

Wie wurden und werden die Anderen dargestellt und welche Auswirkungen haben diese Darstellungen auf Selbst- und Fremdbilder der Dargestellten? Wie schlagen sich die Bilder der Anderen in Machtbeziehungen, wirtschaftlichen Dominanzstrukturen und politischen Strukturen nieder? Welche Kontinuitäten und Diskontinuitäten gibt es von der Kolonialzeit bis heute? Dies sind nur einige der Fragen, die im Zentrum der postkolonialen Studien stehen. Inwiefern sind diese Fragen, welche in den Sozialwissenschaften epistemologische Verschiebungen bewirken, relevant für die Theologie?

Im Seminar soll diesen Fragen nachgegangen werden, indem Ansätze aus und zu Afrika in den Blick genommen werden. Ziel ist es, die Ausdrucks- und Wiederaneignungs-weisen des Christentums verschiedenster Traditionen in kolonialen und postkolonialen Situationen zu analysieren.

Oberseminar "Die Wirklichkeit auf den theologischen Begriff bringen. Zur Anschlussfähigkeit der Theologie"

Gastprofessor Dr. Boniface Mabanza Bambu (Südafrika), Prof. Dr. Thomas Schreijäck

Theologie, zumindest in ihrer befreienden Tradition, geht von der Erfahrung und von der Wirklichkeit aus. Sie verlangt ein Eintauchen in die Dynamiken der jeweils unterschiedlichen Kontexte, um darin das Wirken Gottes auszudrücken. Dabei macht Theologie nichts anderes, als die Wirklichkeit auf den eigenen Begriff zu bringen und die Bedeutung der Gotteslehre für Gesellschaftsprozesse zu artikulieren. In dieser Doppelbewegung, von der Wirklichkeit zu den theologischen Kategorien und von diesen zurück zur Wirklichkeit, stellt sich die Frage nach der geeigneten Sprache, die der Theologie ermöglicht, die Anschlussfähigkeit zu bewahren. Diese Frage verschärft sich in von Säkularisierung geprägten Kontexten, in denen sich viele Menschen in ihrem Handeln an christlichen Traditionen orientieren, ohne sich dessen bewusst zu sein und sich dies zuzugestehen. Mit den Fragen nach kontextueller Versprachlichung des Christlichen und dessen
(Un-)Bewusstsein will sich dieses Oberseminar auseinandersetzen.

Gastprofessor Dr. Boniface Mabanza Bambu (Südafrika):

"25 Jahre Regenbogen-Nation. Eine Bestandsaufnahme aus theologischer Perspektive"

16.10.2019  Das Kairos-Dokument (1985): Das Manifest südafrikanischer Befreiungstheologie

23.10.2019  Das Ende der politischen Apartheid und dessen Bedeutung für Theologie und Kirche

30.10.2019  Gerechtigkeit und Versöhnung im südafrikanischen Kontext

06.11.2019  Rasse, Klasse, Gender. Drei Perspektiven auf die südafrikanische Wirklichkeit

13.11.2019  “Fees must fall", “Rhodes must fall". Postkoloniale Ansätze in Südafrikas Postapartheidskontext

20.11.2019  Zur religiösen Landschaft im gegenwärtigen gesellschaftlichen Kontext

27.11.2019  Armut, Ungerechtigkeit und gefährdeter Demokratisierungsprozess

04.12.2019  Südafrika und der afrikanische Kontinent: Handel, Migration und Regionalintegration

11.12.2019  Südafrika und Deutschland: Komplizierte Beziehungen und Anfragen aus theologischer Perspektive

Die Gastprofessur „Theologie interkulturell“ wird jährlich für drei Monate (Oktober-Dezember) eingerichtet. Es werden Probleme der Inkulturation von Christentum, Kirche und Theologie in einem außereuropäischen Kulturkreis („Kultur“ hier in einem umfassenden Sinn verstanden) sowie Probleme der interkulturellen und interreligiösen Kommunikation behandelt. Neben anderen Formen des Austausches und der Zusammenarbeit gehört zu den Aufgaben der Gastprofessur:

  • eine öffentliche Vorlesungsreihe (9 Vorlesungen in deutscher Sprache),
  • ein gemeinsames Seminar mit Mitgliedern des Fachbereichs,
  • ein Oberseminar für Doktorandinnen und Doktoranden (ab sofort häufiger auch in englischer Sprache).

Hier finden sie alle vorangegangenen Gastdozenturen und ihre jeweiligen Vorlesungsreihen.

Veröffentlichungen

Veröffentlichungen

Schreijäck, Thomas & Serikov, Vladislav: Das Heilige interkulturell. Ostfildern: Grünewald 2017.

Eine Liste mit vorangegangenen Publikationen finden Sie hier:

Veranstaltungen - Gastprofessuren

2018 - Das Land der Zukunft kehrt um: Religiöse Ambiguitäten in Brasilien 50 Jahre nach Medellín (Dr. Leandro Luis Bedin Fontana, Brasilien)

2017 - Wandel religiöser Identitäten in einer globalisierten Welt. Annäherungen in indisch-interkultureller Perspektive (Prof. Dr. Felix Wilfred, Indien)

2016Das Prinzip der "Harmonie" in den Religionen Japans. Herausforderungen und Perspektiven (Prof. Dr. Haruko K. Okano, Japan)

2015 - Die Religionen in der globalen Zivilgesellschaft. Eine ASIEN-PAZIFIK-Perspektive (Prof. Dr. Dr. John D'Arcy May, Australien)

2014 - Tajimat Pujút /„gut leben“. Prophetischer Einspruch und Anspruch aus Amazonien im Zeitalter der Globalisierung (Dr. Birgit Weiler, Peru)

2013 - Wieder einmal. Das Markusevangelium aus Amerika (Prof. Dr. Leif E. Vaage, Kanada)

2012 - Ästhetik und Theologie. Eine interkulturelle hindu-christliche Perspektive (Prof. Dr. Anand Amaladass, Indien)

2011 - Das Leben bejahen. Elemente einer Theologie des Lebens aus kongolesischer Perspektive (Dr. Boniface Mabanza, Kongo)

2010 - Religion und Theologie im andinen Kontext Lateinamerikas (Prof. Dr. Josef Estermann, Bolivien)

2009 - Ein Blick in dier Werkstatt der chinesisch-christlichen Theologie (Prof. Dr. Dr. Luis Gutheinz SJ, Taiwan)

2008 - Theologie und Kirche Lateinamreikas auf dem Weg. Stolpersteine und Wegmarken diesseits von Medellín und jenseits von Aparecida (Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Paulo Suess, Brasilien)

2007 - Christentum und chinesische Kultur: eine spannungsvolle Begegnung (Prof. Dr. Maria Ko Ha Fong, China)

2006 - Christliche Spiritualität im indischen Kontext. Der Beitrag einer Minderheitenreligion zum interreligiösen Lernen (Prof. Dr. Clemes Mendonca, Indien)

2005 - Kreolische Kultur und Religion in Mauritius (Prof. Dr. Danielle Palmyre-Florigny, Mauritius)

2004 - "Menschen der Erde": Tradition und Utopie - Das Volk der Mapuche in Chile vor den Herausforderungen der Globalisierung (Prof. Dr. Fernando Diaz, Chile)

2003Einheit in der Vielfalt der Religionen. Zwischen Babel und Pfingsten - eine indische Vision (Prof. Dr. Francis X. D'Sa SJ, Indien)

2002 - Religionen und Frauen in Asien. Wege zu einer lebensfördernden Spiritualität (Prof. Dr. Mary John Mananzan OSB, Philippinen)

2001 - Afrikanische Mythen, Riten und Lebensformen in der Begegnung mit Islam, Christentum und Moderne - Das Beispiel Kamerun (Prof. Dr. Nazaire Bitoto Abeng, Kamerun)

2000- China im Wandel - Kultur und Religionen Chinas und das Christentum (Prof. Dr. Luis Gutheinz SJ, Taiwan)

1999 - Zusammenprall der Kulturen und Religionen - Das Beispiel Sri Lanka (Prof. Dr. Seemampillai J. Emmanuel, Sri Lanka)

1998 - Weltweit entwurzelt. Das Inkulturationsparadigma auf dem Prüfstand - Lateinamerika und Brasilien vor den Herausforderungen des XXI. Jahrhunderts (Prof. Dr. Dr. h.c. Paulo Suess, Brasilien)

1997 - Afrikanische Kulturen und christlicher Glaube in Nigeria - Eine Gesellschaft im Übergang (Prof. Dr. Obiora F. Ike, Nigeria)

1996 - An den Ufern des Ganges - Neue Aufbrüche der Theologie in Indien (Prof. Dr. Felix Wilfred, Indien)

1995 - Abschied vom Gott der Europäer - Auf dem Weg zu einer neuen Katholizität (Prof. Dr. Robert Schreiter, USA)

1994 - Christliche Theologie im japanischen Kontext (Prof. Dr. Haruko K. Okano, Japan)

1993 - Christliche Theologie im Kontext des Islam (Prof. Dr. Louis J. Mascarenhas, Pakistan)

1992 - 1492 - Die Entdeckung Amerikas oder die "Verdeckung des Anderen"? (Prof. Dr. Enrique Dussel, Mexiko)

1991 - Russland und das Christentum (Prof. Dr. Wladimir Iwanow, Russland)

1990 - Das kosmische Jen - Eine Begegnung von Christentum und Konfuzianismus (Prof. Dr. Thaddaeus T'ui chieh Hang, Taiwan)

1989 - Theologie der Befreiung in Lateinamerika (Prof. Dr. Juan Carlos Scannone, Argentinien)

1988 - Theologie im Pazifik (Prof. Dr. Dr. John D'Arcy May, Australien)

1987 - Christliche Theologie im Kontext philippinischer Kultur und Gesellschaft (Prof. Dr. Benigno P. Beltran, Philippinen)

1986 - Christliche Theologie im Kontext indischer Hochreligion (Prof. Francis X. D'Sa SJ, Indien)

1985 - Afrikanische Theologie in ihrem gesellschaftlichen Kontext (Prof. Dr. Bénézet Bujo, Kongo)

Veranstaltungen in Kooperation

Paulo Suess: Neue Wege der Amazonassynode - Jetzt!


Gastvortrag am Dienstag, 29. Oktober 2019

Veranstalter: THI und der FB 07 - Katholische Theologie


Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Paulo Suess / Brasilien

Neue Wege der Amazonassynode – Jetzt!
„Es gibt nichts Gutes, es sei denn man tut es“

Dienstag, 29.10.2019, 18.00 Uhr c.t.
Ort: Campus Westend | IG Nebengebäude | Raum 1.731

Plakat


Kolumbien: Kollektives Gedächtnis und Friedensprozess

Symposium vom 27. - 29. November 2019

Organisatoren: THI in Kooperation mit dem Institut für Romanische Sprachen und Literatur (FB10)

Ort der Veranstaltung: Goethe Universität Frankfurt, Campus Westend (Anfahrtsplan)


Tagungsräume:

Mittwoch, 27.11.2019 - IG R. 311
Donnerstag, 28.11.2019 - KHG, Großer Saal
Freitag, 29.11.2019 - KHG, Großer Saal

Kontakt: Sara Gómez de los Ríos
Tel: +49 69 798 32021, Email: gomezdelosrios[ a ]gmail.com

Programm

Vereinsarbeit

Am 13. Februar 1985 haben die Professoren der damaligen Wissenschaftlichen Betriebseinheit Katholische Theologie den Verein „Theologie interkulturell“ gegründet, um auf diese Weise die gleichzeitig ins Leben gerufene gleichnamige jährliche Gastdozentur „Theologie interkulturell“ finanzieren und organisieren zu können.

Mit dieser Gründung sollten ernsthafte Konsequenzen aus neueren kirchlichen, kulturellen und politischen Entwicklungen für die hierzulande übliche Gestalt von Theologie gezogen werden: vor allem aus der Eröffnung einer weltkirchlichen Perspektive (Gesamtkirche als Gemeinschaft von Ortskirchen) – gegenüber einer zentristischen und eurozentrischen Sicht der katholischen Kirche, aus der Wiederentdeckung der ganzheitlichen Verheißung und Sendung des christlichen Glaubens (Politische Theologie, Befreiungstheologie) – gegenüber einer fragwürdigen Jenseits- und Innerlichkeitszentriertheit, aus der Neuentdeckung der Zusammengehörigkeit von Religion und Kultur (Inkulturation) – gegenüber deren neuzeitlicher westlicher Aufspaltung und Isolierung und schließlich aus der Entdeckung der Realität einer Vielzahl von Religionen (Theologie als Religionstheologie) – gegenüber einem falschen Absolutheitsanspruch der Kirche und des Christentums.

Was sich damals abgezeichnet hat, ist inzwischen zu einer noch dringlicheren Frage geworden: Die großen Konflikte des 20. Jahrhunderts haben den Charakter von planetarischen Bedrohungen angenommen: Ökologie, Nukleartechnik, Gentechnik, der Gesamtkomplex des wissenschaftlich-technischen Fortschritts, Armut und die Frage nach sozialer Gerechtigkeit bei zunehmenden Konzentrations- und Globalisierungstendenzen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die grundlegende Frage verstärkt, wie es gelingen kann, über den eigenen eng begrenzten Rahmen des religiösen, kulturellen, gesellschaftlichen oder nationalen Eigeninteresses hinauszugehen und auch die Bedürfnisse der Anderen und des Anderen, vor allem der Armen und Unterdrückten, zu berücksichtigen.

Ein solches Ziel universaler Solidarität setzt kommunikative Lernprozesse von Einzelnen, aber auch von Gruppen und Gesellschaften voraus. Welche Ressourcen stehen hier zur Verfügung? Gerade solchen tiefgehenden und umfassenden Bedrohungen des Menschseins kann nur in einer gemeinsamen Anstrengung gewehrt werden. Bedeutet diese gemeinsame Anstrengung zugleich die Nivellierung oder Abschaffung der vielen verschiedenen Lebensformen, Traditionen, Kulturen, Ethiken und Identitäten? Bedeutet eine solche gemeinsame Anstrengung den Verzicht auf die Problemlösungspotentiale, die die jeweiligen Kulturen und Religionen in ihrem gesellschaftlichen, geographischen, ökonomischen Kontext entwickelt haben?

Für die okzidentale Kultur bedeutet dies jedenfalls zuerst die Aufklärung über ihren eigenen historischen, politischen und weltanschaulichen Ethnozentrismus. Diese spezifische Form von Partikularität beansprucht immer noch allgemeine Gültigkeit. Sie übersieht dabei die Notwendigkeit, einen Dialog mit anderen Kulturen und Religionen zu führen, was immer auch bedeutet, voneinander zu lernen.

Deshalb wurde von Anfang an nicht von einer interkulturellen Theologie im Sinne einer alle Kulturen übergreifenden und von allen möglichen Kulturen angereicherten Theologie gesprochen. Die Arbeitshypothese von „Theologie interkulturell“ war viel vorsichtiger: „Theologie auf interkulturelle Weise treiben heißt einerseits, das zu denken, was fremde Erfahrungen mit dem Evangelium, also kulturell anders bestimmte Christen und Gemeinden, uns zu denken geben. Und andererseits bedeutet es, bei unserer theologischen Arbeit immer mit zu bedenken, was unsere Erfahrungen mit dem Evangelium kulturell anders bestimmten Christen und Gemeinden zu denken geben“ (Kessler/Siller 1986).

Die interkulturelle Auseinandersetzung steht den Staaten der sog. „Ersten Welt“ nunmehr auch deswegen bevor, weil Migrationsbewegungen (sei es aus ökonomischen Gründen, sei es aus politischen und humanitären Gründen) soziale Konflikte, politische Konflikte, interkulturelle Konflikte und interreligiöse Konflikte verschärfen werden. Da die traditionellen europäischen Lösungsvorschläge für diese Konflikte: Modernisierung, Entwicklung, Integration fragwürdig geworden sind, beginnt die Suche nach neuen Wegen und Modellen, die zwischen universalistischen und partikularistischen Perspektiven miteinander. Bei aller Betonung des partikulären Charakters der Kultur und einer strikten Abweisung falscher Absolutheitsansprüche einer Kultur, Gesellschaft, Religion oder Nation hält „Theologie interkulturell“ – gegen jede postmoderne Mode – an der Einheit des Menschseins, an der Einheit der Wahrheit und Gerechtigkeit, an der Einheit des Glaubens und auch an der universalen Bedeutung der eigenen religiösen und kirchlichen Glaubenserfahrung fest. „Theologie interkulturell“ hat deshalb auch den Charakter einer wechselseitigen Kritik und eines engagierten Ringens, um auch auf diesem Weg der größeren Wahrheit und Gerechtigkeit Gottes einen Raum in dieser heutigen Welt zu geben.

Dies sind im Groben die Ausgangspunkte, Fragestellungen und Zielsetzungen, aus denen der gemeinsame Arbeitsschwerpunkt „Theologie interkulturell“ hervorgegangen ist. Inzwischen hat sich dieser Arbeitsschwerpunkt in mehrfacher Weise weiterentwickelt.

Vorstand

1. Vorsitzender: Prof. Dr. Thomas Schreijäck 

Stellvertretender Vorsitzender: Prof. Dr. Knut Wenzel

Schatzmeister: Prof. Dr. Michael Raske

Schriftführer: Prof. Dr. Christof Mandry

Geschäftsstelle

Johann Wolfgang Goethe-Universität
Fachbereich Katholische Theologie
Norbert-Wollheim-Platz 1
Nebengebäude, Raum 2.717
60323 Frankfurt am Main

Tel.: 069 798-33340 oder -33348
Fax: 069 798 - 33353
Email: Beate.Mueller@em.uni-frankfurt.de

Bankkonto

Frankfurter Volksbank eG
IBAN: DE44 5019 0000 0300 2122 04
BIC: FFVBDEFFXXX

Die Satzung des Vereins können sie hier herunterladen.

Satzung des Vereins „Theologie interkulturell e.V.“

Kontakt

Postanschrift für Briefe:

Goethe-Universität
Fachbereich Katholische Theologie
Theologie interkulturell
60629 Frankfurt am Main

Telefon: 069 / 798 - 33340
Fax: 069 / 798 - 33353
 
Beate.Mueller@em.uni-frankfurt.de


Anfahrt

Die Veranstaltungen im Rahmen von Theologie interkulturell finden normalerweise in den Räumlichkeiten des Fachbereichs Katholische Theologie statt. Eine Anfahrtsbeschreibung für die Anreise mit dem PKW oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln finden Sie hier.


Aufnahmeanträge

Aufnahmeanträge für die Mitgliedschaft im Verein Theologie interkulturell e.V. sind bei der Geschäftsstelle erhältlich. Dort erhalten Sie auch weitere Informationen.