Mensch-Tier-Verhältnisse

Die Arbeitsgruppe "Geographien von Mensch-Tier-Verhältnissen" am Institut für Humangeographie der Goethe-Universität Frankfurt setzt an einer zentralen Thematik der Geographie an: Der Frage des Verhältnisses von Natur und Mensch sowie nach gesellschaftlichen Naturverhältnissen. Die im angloamerikanischen Raum bereits breiter verankerte "Animal Geography" geht davon aus, dass die Beziehung zwischen Menschen und Tieren in hohem Maße kulturell (zum Beispiel Vorstellungen von spezifischen Tierarten ...), ökonomisch (Tiere als Arbeitsmittel, als Versuchstiere, als Tiere in der Landwirtschaft, als Tiere in der Therapie, in der Altenpflege, in Unterhaltungsindustrie und nicht zuletzt in der Fleischproduktion), politisch (Tier-/Artenschutz)und ethisch (Tierhaltung, Zwecke der Tierzucht, Konsum von Tieren) geprägt ist. Die Geographie ist für Mensch-Tier-Verhältnisse zentral. Das Verhältnis von Menschen zu Tieren unterscheidet sich von Ort zu Ort zum Beispiel bezogen auf kulturelle Praktiken, und der Ort trägt in erheblichem Maße das Verhältnis von Mensch und Tier (Interaktionen in Zoos, Schlachthäusern, Laboren, Naturschutzgebieten, im Reitunterricht oder zu Hause). Alle diese Orte beinhalten spezifische Praktiken des Umgangs mit Tieren, sie beinhalten spezifische Regeln des Umgangs mit Tieren und sie lassen unterschiedliche Arten des menschlichen Umgangs mit Tieren zu (essen, lieben, streicheln, töten, anschauen, als Kleidung tragen, als Partner erleben ...). Die Animal Geographies stehen im Kontext einer postmodernen Geographie. Diese versucht, die im Modernismus angelegte Trennung zwischen Mensch und Natur oder zwischen Natur und Kultur, welche jahrzehntelang prägend war für unsere Sicht auf die Welt und unsere wissenschaftliche Beschäftigung mit ihnen, zu überwinden. Nicht nur die Frage wie Menschen und "More-than humans" intra-agieren, hierzu zählen im Übrigen auch Technologien und andere nicht menschliche Atlanten, sondern es stellt sich auch die Frage, welche Agency wir Tieren zusprechen.


Mitglieder der Arbeitsgruppe

   

Prof. Dr. Robert PÜTZ
Humangeographie ♦ Raum 2.G029 ♦ Tel. 069/798-35168 ♦ E-Mail

 

Prof. Dr. Antje SCHLOTTMANN
Didaktik der Geographie ♦ Raum 2.G009 ♦ Tel. 069/798-35156 ♦ E-Mail


Aktuelle Publikationen

  • Pütz, R. (2017): Wildpferde in den USA. Ressourcenkonflikte, Wildniskonstruktionen und Mensch-Wildtier-Verhältnisse. In: Geographische Rundschau 69 (2017) 10: 46-51. pdf
  • Pütz, R. (2019): Pferderücken. In: Hasse, Jürgen und Verena Schreiber (Hg., 2019): Räume der Kindheit. Ein Glossar. Bielefeld: 259-265. pdf
  • Pütz, R. & A. Schlottmann (2019): Welche Natur, für wen und wie zu schützen? Namibias Wildpferde im Fokus von Naturschutzkonflikten. In: Forschung Frankfurt (2019) 1: 98-103. pdf
  • Pütz, R. (2019): Die Vermarktlichung von Wildnis. Lebendige Waren, Companionability und Encounter Value beim Mustang Makeover Germany. In: Zeitschrift für Wirtschaftsgeographie 63: 1-13. pdf
  • Pütz, R. (2019): Reiten als Zwischenleiblichkeit. In: Piaffe 1: 54-59. pdf
  • Pütz, R. & A. Schlottmann (2019): Die letzten ihrer Art. In: Cavallo 7: 114-119.
  • Pütz, R. & A. Schlottmann (2019): Umkämpfte Nachhaltigkeit – vergessene Leiblichkeit. Der Fall der Wildpferde in Namibia. In: Blättel-Mink, B. (Hg.): Nachhaltige Entwicklung - Frankfurter Einsichten. Von der Vielfalt der Nachhaltigkeitsforschung. Erkelenz (im Druck)
  • Schlottmann, A. (2019): Wildnis. In: Hasse, Jürgen und Verena Schreiber (Hg., 2019): Räume der Kindheit. Ein Glossar. Bielefeld: 378-383. pdf

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