Aktuelles

Sprechzeiten

Die Sprechzeiten von Herrn Dr. Nitsche finden im Wintersemester 2019/2020 dienstags von 10:30 bis 11:30 Uhr, sowie nach Vereinbarung im Raum IG 3.353 statt.


Seminar im WiSe 2019/2020: Zufluchtsort und Sklavenhaus. Die Bibel und Ägypten

Veranstaltung im LSF

Ägypten ist für das biblische Israel, für die Bibel, für das frühe Judentum und das frühe Christentum in vielerlei Hinsicht ein formativer Ort. Zugleich ist „Ägypten“ in der Hebräischen Bibel ein viel bezeugtes und ambivalent aufgeladenes literarisches Motiv. Die Veranstaltung thematisiert auf historischer und literarischer Ebene die zahlreichen Berührungspunkte Ägyptens mit dem antiken Israel, sucht in der der Schrift nach „Ägyptenmotiven“ und zeigt, wie das antike Alexandria und seine Denker Judentum und Christentum mit der hellenistischen Welt in Berührung gebracht hat. Zur Veranstaltung gehört eine Exkursion in eine ägyptologische Sammlung.


Vorankündigung für das SoSe 2020

Seminar - Schlüsseltexte der Hebräischen Bibel

Das Alte Testament bietet keine systematisch-theologische Rede von und über Gott. Eine biblische Theologie zeichnet nach, wie die einzelnen Texte Ihre Leserinnen und Leser narrativ oder poetisch mit der Gottesfrage in Berührungen bringen. Im Zentrum der einzelnen Seminarsitzungen stehen entsprechend exemplarische Texte, die exegetisch und theologisch untersucht werden. Am Ende fügen sich Einzelbeobachtungen zu größeren theologischen Linien, die eine Theologie der Hebräischen Bibel skizzieren.

Dr. Martin Nitsche

E-Mail: nitsche@em.uni-frankfurt.de

Sprechzeit: Di 10:30-11:30 Uhr, sowie nach Vereinbarung

Büro: IG 3.353

Telefon: 069 / 798 - 32931

Akademischer und beruflicher Werdegang

·           Geboren und aufgewachsen in Blankenburg / Harz

·            2005-2010: Studium der Katholischen Theologie in Erfurt und Jerusalem (34. Theologisches Studienjahr an der Dormitio 2007 / 2008); seit 2008 als Stipendiat des Cusanuswerks

·           07/2010: Diplom in Katholischer Theologie; Diplomarbeit im Fach Altes Testament zum Thema „Die Riesen und der Tod des Mose. Untersuchungen zu Gen 6,1-4“

·           09/2010-08/2015: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Exegese und Theologie des Alten Testaments an der Universität Erfurt (Prof. Dr. Norbert Clemens Baumgart)

·           WiSe 2011/2012: Lehrauftrag für biblische Einleitung an der Martin-Luther-Universität Halle / Saale (AT und NT)

·           08/2014: Promotion an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt (Gesamtnote „summa cum laude“) mit einer Arbeit zu 1 Kön 3 (s. Monographie), Gutachter: Prof. Dr. Norbert Clemens Baumgart (Erstgutachter, Betreuer); Prof. em. Dr. Georg Hentschel (Zweitgutachter)

·           08/2014-07/2015: Elternzeit

·           10/2015-01/2017: Lehrauftrag für Schrifthermeneutik an der Universität Kassel, im SoSe 2016 auch für Bibelkunde (AT und NT)

·           09/2015-01/2017: Pastoralassistent im Bistum Fulda (Einsatzort: Marburg)

·           seit 02/2017: wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Altes Testament der Katholisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Prof. Dr. Thomas Hieke)

·           WiSe 2017 / 2018 Teilnahme an der Hochschuldidaktischen Weiterbildung „Theologie lehren lernen“

·           Seit 10/2019: Dozentur für Exegese und Theologie des Alten Testaments am FB 07 der Goethe-Uni-Frankfurt


Mitgliedschaften

·         seit 2010: Arbeitsgemeinschaft deutschsprachiger katholischer Alttestamentlerinnen und Alttestamentler (AGAT)

·         seit 2013: Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Kassel e.V. (GCJZ); 2013-2016 als Katholischer Vorsitzender

Monographie

·         „Und das Königtum war fest in der Hand Salomos“. Untersuchungen zu 1 Kön 3 (BWANT 205), Stuttgart 2015. (Dissertationsschrift)

Herausgeberschaft

·           Norbert Clemens Baumgart / Martin Nitsche (Hg.), Gewalt im Spiegel alttestamentlicher Texte (EThSchr 43), Würzburg 2012.

Artikel

Wissenschaftliche Beiträge

·           Erzählung als (Rätsel-)Frage? Figurenkonstellationen und Leser am Beispiel von 1 Kön 3, in: Ilse Müllner / Barbara Schmitz, Perspektiven. Biblische Texte und Narratologie (SBB 75), Stuttgart 2018, 230-242.

·         Art. Salomo, in: wibilex (https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/25919/); erstellt im Dezember 2017.

·         Überblick über die Ostkirchen, in: WUB 53 (2009) 46-47.

·         zur Veröffentlichung eingereicht: Gott der Rache, erscheine! (Ps 94,1), Biblische Beter im Konflikt, Beitrag im Buchprojekt „Die Bibel falsch verstanden. Bibelwissenschaftlerinnen und Bibelwissenschaftler räumen mit den hartnäckigsten Fehldeutungen der Bibel auf“ von Thomas Hieke und Konrad Huber (Publikation voraussichtlich 2019).

Beiträge mit bibelpastoralem Schwerpunkt (Auswahl)

·         Das Wort ist ganz nah bei dir. Kinderpredigt zu Dtn 30,10-14, in: GWiK (3 / 2019).

·         Siehe, deine Rettung kommt. Kurzpredigt zu Jes 62,11-12, in: GWiK (1 / 2019).

·         Leben in Christus. Pfade durch die biblischen Texte der Osternacht, in: Anzeiger für die Seelsorge (4,2018), 14-17.

Rezensionen

·         Kurzvorstellung von logos academic basic, https://bibelsoftware.theologie.uni-mainz.de/logos/logos-academic-basic/

·         Reinhard Feldmeier / Hermann Spieckermann, Der Gott der Lebendigen. Eine biblische Gotteslehre (TOBITH 1), Tübingen 2011, in: ThG 4/2012.

·         John Bowker (Hg.), Das Heilige Land aus der Luft. Atlas der historischen Stätten. Darmstadt 2010, in: ThG 3/2012.

·         Stephen Tomkins, Paulus und seine Welt. Aus dem Englischen von Gabriele Stein, Freiburg i.Br. 2007, in: ThG 1/2009.

Aktuelle Projekte

·         „Wo ist Gott?“: In einigen Texten stellt die Hebräische Bibel die Gottesfrage unmittelbar in den Raum. Die Texte sollen im Zusammenhang interpretiert, die jeweilige pragmatische Funktion und der damit verbundene, theologische Gehalt der Frage analysiert werden (Habilitationsprojekt)

·         Knotenpunkte der Genesis. Gen 6,1-4 und Gen 32,23-33 im Licht jüdischer und christlicher Schriftauslegung

Das Alte Testament ist die christliche Gestalt der Bibel Israels, in verschiedenen Kanonausprägungen der erste, ältere und grundlegende Teil der christlichen Bibel. Als solcher ist das Alte Testament ein wichtiger Gegenstand und Referenzpunkt aller theologischen Fächer. Das Fach Exegese des Alten Testaments stellt diese Urkunde in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen. Dazu fragt sie historisch nach möglichen Umständen der Textentstehung und zeigt die Bedeutungsvarianzen des Textes auf. Dies gelingt nur in Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen, zum Beispiel der Semitistik, der Gräzistik, der Altorientalistik, der Ägyptologie und vielen weiteren. Zugleich sucht das Fach nach heutigen Wirkungs- und Bedeutungsmöglichkeiten des Textes und bedient sich dazu literaturwissenschaftlicher Methoden. Als theologische Disziplin versteht sich die alttestamentliche Exegese als Anwältin des Textes, die dessen eigene Stimme in aktuelle Diskurse einbringt und alle sonstigen Rezeptionen des Textes, kirchlicher, theologischer, politischer oder kultureller Natur, kritisch hinterfragt.
Studierende der Katholischen Theologie erarbeiten sich in ihrem bibelwissenschaftlichen Studium zunächst ein vielfältiges Orientierungswissen: Sie haben eine Vorstellung von der Herkunft und der Entstehung biblischer Schriften. Sie können einzelnen Texte in einen größeren Zusammenhang einordnen und sich in verschiedenen Kanonsystemen bewegen. Sie erkennen zwischen verschiedenen Texten größere Zusammenhänge und können nachvollziehen, wie „Biblische Theologie“ entsteht. Sie können verschiedene hermeneutische Ansätze der Schriftauslegung erkennen und beschreiben und sich selbst positionieren. Vor allem aber soll das Studium sie dazu befähigen, biblische Texte eigenständig und wissenschaftlich-reflektiert zu erarbeiten und didaktisch aufzuarbeiten: Sie können anderen Zugänge zur Bibel zu eröffnen.
Das Alte Testament als Teil der christlichen Bibel verbindet Christen in einmaliger Weise mit dem historischen und dem zeitgenössischen Judentum. Jüdinnen und Juden, Christinnen und Christen lesen die gleichen Texte und nennen sie heilig. Zugleich haben Juden und Christen eine lange, intensive und dramatisch unheilvolle Geschichte miteinander, in der jüdisches Leben und jüdische Lesarten der Heiligen Schrift auch von Christen bekämpft wurden. Die Frankfurter Dozentur für Altes Testament widmet sich in besonderer Weise der Schriftauslegung und Schrifthermeneutik im christlich-jüdischen Dialog. Christlich-jüdischer Dialog ist für christliche Theologietreibende eine Einladung, Lernende zu sein. Im Judentum unserer Zeit begegnen wir einer authentischen, traditionsreichen und inspirierenden Lesart der eigenen Heiligen Schrift, die manche Verengung der christlichen Rezeptionsgeschichte nicht mitgemacht hat und in der der Diskurs gewissermaßen zum Auslegungsprinzip erhoben ist. Wer vom Dialog mit Jüdinnen und Juden theologisch profitiert, wird sich zugleich notwendigerweise für den Erhalt jüdischen Lebens in unserem Land einsetzen, das sich auch in unserer Gesellschaft vielfach als unerwünscht und bedroht erfahren muss.